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Dolby Vision: Highend für euer Wohnzimmer – mit den richtigen Geräten

Dolby Vision ist der fortschrittliche Standard, mit dem ihr die bestmögliche Bildqualität beim Schauen von Filmen und Serien erhaltet. Doch der Einstieg kann kostspielig sein.

Während mittlerweile die meisten aktuellen TV-Geräte über HDR verfügen und HDR+ zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist das Angebot an Fernsehern mit Unterstützung für Dolby Vision recht gering. Das liegt unter anderem daran, dass noch keine handelsüblichen TVs erhältlich sind, die die 12-Bit-Videosignale und die extremen Helligkeitswerte von bis zu 10.000 Nit darstellen können. Doch genau das ist es, was Dolby Vision von HDR(10)+ unterscheidet: Sehr viel mehr Kontraste und Farben, die das menschliche Auge zum Teil gar nicht mehr wahrnehmen kann.

Dolby Vision auf dem Vormarsch

Dennoch: Dolby Vision gewinnt gerade im Profi-Segment an Bedeutung. Geeignete Panels, die die perfekte Qualität versprechen, werden perspektivisch auch in Fernseher verbaut, die für uns Konsumenten bezahlbar sind. Die TVs, die jetzt schon mit dem Dolby-Vision-Logo werben, verfügen aber über 10 Bit Farbtiefe und technische „Tricks“ wie Frame Rate Control (FRC). Player, die das Format beherrschen und zum TV übertragen können, gibt’s aber jetzt schon in niedrigen Preisklassen.

Nur wenige Hersteller wie LG bieten Dolby Vision an. (Foto: LG)

Nur wenige Hersteller wie LG bieten Dolby Vision an. (Foto: LG)

Verschaffen wir uns einen Überblick, was ihr benötigt, möchtet ihr Dolby Vision schon jetzt erleben.

Fernseher mit Dolby Vision

Wer sich die aktuellen TV-Modelle der bekannten Hersteller anschaut, erkennt bereits eine Tendenz. Samsung möchte das eigene Format HDR+ etablieren und scheint Dolby Vision links liegen zu lassen. LG, Sony oder Loewe dagegen legen Wert auf Dolby Vision. Allerdings fehlt bei den Fernsehern dann HDR(10)+. Dabei gewinnt dieser Standard an Bedeutung, da er ein offener ist und qualitativ in der Gegenwart Dolby Vision sehr nahe kommt.

TV-Bezeichnungen: So entschlüsselt ihr die Modellnummer eines Fernsehers

Dolby Vision bei Fernsehern heißt derzeit auch: teuer. Zwar bekommt ihr Highend-Geräte mit OLED-Panels und bester Ausstattung, doch für einen LG OLED55E8LLA mit 55 Zoll zahlt ihr dann auch ein ordentliches Sümmchen um die 2500 Euro. Bei Loewe scheint preislich nach oben keine Grenzen gesetzt zu sein. Auch hier werden OLEDs verbaut, die durch eine Erweiterung des Farbspektrums (Wide Color Gamut) die die strengen Dolby Vision-Spezifikationen erfüllen. Dennoch reden wir bisher stets über Panels mit 10 Bit Farbtiefe.

Ja, und toll sieht der LG OLED55E8LLA auch aus. (Foto: LG)

Ja, und toll sieht der LG OLED55E8LLA auch aus. (Foto: LG)

Und: So beeindruckend Geräte wie der Loewe bild 5.65 (Shoplink) auch sein mögen, so viel muss man für diese zahlen. Ob man gegenüber HDR(10)+ einen gravierenden Unterschied feststellen würde, lässt sich schwer einschätzen. Ihr zahlt durchaus einen Aufpreis alleine dafür, dass auf dem TV ein „Dolby Vision“-Logo klebt.

Player mit Dolby Vision

Während bei Fernsehern eine Koexistenz zwischen HDR+ und Dolby Vision noch nicht möglich zu sein scheint, prescht Panasonic bei seinen hauseigenen UHD-Blu-ray-Playern vor. Der mächtige DP-UB824EG-K (Shoplink) beherrscht beide Formate und kann als facettenreicher Streamingplayer für Netflix, YouTube und Amazon Prime eingesetzt werden. Das gute Stück besitzt einen relativ hohen Preis, der gewiss gerechtfertigt ist. Günstiger wäre beispielsweise der Sony UBP-X700 UHD Blu-ray-Player (Shoplink), der wiederum auf HDR+ verzichtet und „nur“ HDR10 besitzt.

Der Panasonic DP-UB824EG-K schluckt quasi jedes Format. (Foto: Panasonic)

Der Panasonic DP-UB824EG-K schluckt quasi jedes Format. (Foto: Panasonic)

Geht’s euch vorrangig ums Streamen, lohnt ein Blick auf das Apple TV 4K (Shoplink). Auch hier werden Inhalte in Dolby-Vision-Qualität ausgegeben. Gleiches gilt für den kleinen, mächtigen Chromecast Ultra (Shoplink).

Die Xbox One X (Shoplink) und die Xbox One S (Shoplink) erhalten bald ein kostenloses Update, durch das sie für Dolby Vision fit werden. Im Juli 2018 war die Rede davon, dass erst einmal nur Streaming berücksichtigt wird. Ob später UHD-Blu-rays mit Dolby Vision unterstützt werden, ist nicht bekannt.

Die aktuellen Xbox-Modelle beherrschen bald auch Dolby Vision. (Foto: Microsoft)

Die aktuellen Xbox-Modelle beherrschen bald auch Dolby Vision. (Foto: Microsoft)

Kleiner Hinweis: Ist ein Gerät für Dolby Vision ausgelegt, beherrscht es gleichzeitig HDR(10). Eine Abwärtskompatibilität ist gewährleistet.

Das richtige Kabel für Dolby Vision?

Keine Sorge: Für Dolby Vision braucht ihr kein völlig neues HDMI-Kabel, um Player und TV miteinander zu verbinden – sofern ihr überhaupt ein separates Gerät benutzen wollt. Eigentlich alle HDTVs mit Dolby Vision verfügen schließlich über zahlreiche Streaming-Apps wie Netflix.

Ein ordentliches HDMI-Kabel sollte es sein. (Foto: Club 3D)

Ein ordentliches HDMI-Kabel sollte es sein. (Foto: Club 3D)

So oder so: Es genügt ein qualitativ hochwertiges Kabel, das die HDMI 2.0-Spezifikationen erfüllt. Ein exemplarisches Beispiel wäre das Club3D HDMI UHD-Kabel (Shoplink).

Und wo kann ich Dolby Vision sehen?

Das Angebot an Filmen und Serien, die in Dolby Vision ausgestrahlt werden, steigt kontinuierlich. Besitzt ihr das Premium-Abo von Netflix, bekommt ihr schon recht viel zum Gucken. Ähnlich bei iTunes auf dem Apple TV 4K: Sehr viele Filme können dort erworben werden. Und da sind ja noch viele UHD-Blu-rays. Ob Dolby Vision zur Verfügung steht, erkennt ihr in der Regel auf der Verpackung oder erhaltet ihr als Information vom Anbieter.

Matrix auf UHD-Blu-ray unterstützt beispielsweise Dolby Vision. (Foto: Warner Bros.)

Matrix auf UHD-Blu-ray unterstützt beispielsweise Dolby Vision. (Foto: Warner Bros.)

Dolby Vision wurde von Amazon Prime zu großen Teilen ignoriert, schließlich konzentrierte sich das Unternehmen zusammen mit Samsung auf HDR+. Das soll sich aber nach und nach ändern, den Anfang macht die Serie „Jack Ryan“, die als Prime Original ab dem 31. August 2018 in Dolby Vision ausgestrahlt wird. Für YouTube oder gar TV-Sender ist Dolby Vision ein Fremdwort. Das heißt: Inhalte gibt’s nur über ausgewählte Wege, also Netflix, iTunes, Disc und vielleicht in Zukunft verstärkt auch bei Amazon Prime.

Mobiles Dolby Vision

Sicherlich ist Dolby Vision auf einem (verhältnismäßig) kleinen Display eines Smartphones oder Tablets nicht das gleiche imposante Erlebnis wie auf einem gewaltigen Fernseher, doch ausgewählte Geräte erfüllen die Vorgaben von Dolby Laboratories. Filme sowie Serien von Netflix und iTunes können auf dem iPad Pro (2. Generation), dem iPhone 8, dem iPhone 8 Plus und dem iPhone X (Shoplink) in Dolby Vision (und HDR) betrachtet werden. Für Android gilt: Netflix bietet Dolby Vision nur auf dem LG G6, HDR immerhin auf mehreren Smartphones.

Das Samsung Galaxy Note 9 unterstützt Dolby Vision. (Foto: Samsung)

Das Samsung Galaxy Note 9 unterstützt Dolby Vision. (Foto: Samsung)

Laut Dolby Labs wurden einige neue Smartphones für Dolby Atmos zertifiziert, darunter das Galaxy Note 9 oder das Huawei P20 (Pro). Allerdings ist Dolby Atmos mit seinen Surroundsound-Optionen nur ein Bestandteil von Dolby Vision. Das bedeutet also nicht, dass ein Gerät mit Dolby Atmos auch gleichzeitig Dolby Vision beherrscht.

Zukunftsperspektiven: Wie geht’s weiter?

Es ist schwer zu sagen, ob und wie sich Dolby Vision im Heimkino-Segment durchsetzen wird. Das volle Potential werden erst künftige Fernseher ausschöpfen können. Sonys auf der CES 2018 Anfang 2018 gezeigter Prototyp eines 8K-Fernsehers verfügt schon über Helligkeitswerte bis 10.000 Nits. 12 Bit Panels mit bis zu 4096 Helligkeitsabstufungen (pro Farbe) sind der nächste Schritt. Doch es dürften noch einige Monate ins Land ziehen, bis die Technologien Serienreife erreichen.

Kurz- und mittelfristig betrachtet dürfte es gerade für diejenigen, die nicht zu viel Geld ausgeben wollen, sinnvoll sein, sich für Geräte mit HDR10 und HDR+ zu entscheiden. In drei, vier, fünf Jahren könnte sich das Blatt dagegen gewendet haben – wenn die Fernseher günstiger geworden sind und das Angebot an Filmen und Serien größer ist. Dennoch: Im Optimalfall erreicht ihr schon jetzt mit Dolby Vision-geeigneter Peripherie die gegenwärtig bestmögliche Qualität. Die hat aber ihren Preis…

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