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HDR+: Die richtigen Fernseher und Player für den neuen HDR-Standard

Wenn euch HDR nicht genug ist, könnt ihr auch mehr haben: HDR+ verspricht eine noch bessere Bildqualität beim Genuss von Filmen und Serien. Diese Geräte sind schon fit für den neuen Standard.

Was HDR+ eigentlich ist, habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben. Kurz zusammengefasst: Gegenüber HDR verspricht der vor allem von Samsung, Panasonic und Amazon vorangetriebene sowie für andere Firmen offene Standard eine bessere Bildqualität. Möglich wird dies durch dynamisches Tone-Mapping, bei dem zu jedem einzelnen Bild (eines Videos) individuelle Metadaten übertragen werden. Diese ermöglichen einem Fernseher, stets die optimalen Einstellungen auszuwählen und darzustellen.

Bei HDR gibt es nur statische Metadaten, also eine Information für einen gesamten Film. Bei HDR+, das übrigens auch unter HDR10+ oder HDR10 Plus bekannt ist, wird das Optimum Bild für Bild sichergestellt.

Das Problem: Viele Geräte, die HDR unterstützen, sind nicht für HDR+ ausgelegt. Steht allerdings ein TV-Neukauf an und seid ihr davon überzeugt, dass sich HDR+ zum Beispiel gegenüber Dolby Vision durchsetzen wird, solltet ihr auf das entsprechende HDR+-Logo achten. Zu kaufen gibt es schon diverse Player und UHD-TVs.

Das ist das HDR+-Logo, auf das ihr achten solltet.

Das ist das HDR+-Logo, auf das ihr achten solltet.

Fernseher mit HDR+

In erster Linie ist es der Hersteller Samsung, der HDR+ etablieren möchte. Entsprechend gestaltet sich das Angebot an kompatiblen TV-Geräten. Die stammen vorrangig vom südkoreanischen Konzern und beginnen im mittleren Preissegment. Denn das sollte euch auch klar sein: HDR+ bedeutet auch, dass Fernseher etwas teurer sind als Alternativen, die „nur“ HDR beherrschen.

Der Samsung UE55NU7179. (Foto: Samsung)

Der Samsung UE55NU7179. (Foto: Samsung)

Der Samsung UE55NU7179 mit seinem 55 Zoll 4K-UHD LED-Bildschirm zeigt, dass ihr für HDR+ nicht mehr als 1000 Euro zahlen müsst. Preislich nach oben ist ohnehin immer möglich. Aber da weitere Firmen langsam auf den HDR+-Zug aufspringen, steigt einerseits der Konkurrenzdruck unter den Anbietern, andererseits die Produktvielfalt. Der Panasonic TX-49FXW654S ist ein attraktiver Allrounder, der Philips 55PUS7803/12 glänzt zusätzlich mit Ambilight.

Ihr seht also: Die ersten Hersteller sind bereits mit HDR10+-Produkten am Start, vermutlich in den kommenden Monaten werden weitere folgen. Wie es bei LG, Loewe und Sony – den Unterstützern des konkurrierenden Formats Dolby Vision – aussehen wird? Werden diese beide Standards unterstützen? Das muss sich erst noch zeigen.

Tipp: Samsung rüstete bereits SUHD- und UHD TVs aus dem Jahr 2016 via Firmware-Update mit HDR+ auf. Unter Umständen verfügt ihr sogar schon über einen Fernseher mit dem „besseren“ HDR.

Kleines Angebot an Playern

Man merkt auch bei den kompatiblen Playern, dass HDR+ noch sehr jung ist und erst 2018 richtig an Fahrt aufgenommen hat. Dennoch erhielten die Samsung-UHD-Blu-ray-Player aus 2017 bereits ein HDR+-Update, beispielsweise der Samsung UBD-M9500.

Panasonic geht keine Risiken ein und serviert Kunden Ultra HD Blu-ray-Player, die HDR, HDR+ und Dolby Vision gleichermaßen unterstützen. Der Panasonic DP-UB824EG-K wäre hier ein schönes Modell. Der kleinere DP-UB424EG bietet ausschließlich HDR und HDR+, ist dafür aber auch sehr viel günstiger.

Der Panasonic DP-UB824EG-K kann alles. HDR+? Kein Problem. (Foto: Panasonic)

Der Panasonic DP-UB824EG-K kann alles. HDR+? Kein Problem. (Foto: Panasonic)

Apple TV, Xbox One X, Chromecast Ultra, PlayStation 4, Nvidia Shield TV – alles tolle Streamingmaschinen für HDR-Inhalte, aber sie unterstützen gegenwärtig noch kein HDR+. Vielleicht erhalten diese später eine Aktualisierung. Vielleicht aber auch nicht. Ankündigungen diesbezüglich gab es noch nicht.

HDR+ Videos? Wo und wie schauen?

Was euch bei HDR+ klar sein  sollte: Um entsprechende Inhalte erleben zu können, seid ihr aktuell noch auf die integrierten Apps der TV-Hersteller angewiesen. Den Standard könnt ihr vorrangig mit Amazon Prime erleben, genau genommen die mit HDR gekennzeichneten Inhalte. Und dann hört es schon auf, denn Netflix kündigte bisher nur HDR10+-Support an, nennt aber keine genauen Details. Auch YouTube setzt bisher nur auf HDR.

Vergleich zwischen SDR und HDR 10+ (Foto: Samsung)

Vergleich zwischen SDR und HDR 10+ (Foto: Samsung)

Schlechter sieht es noch bei Ultra HD-Blu-rays aus. Viele besitzen bereits HDR, nicht aber HDR+. Zumindest oben genannte Player sind auf das „Plus“ ausgelegt, jetzt müssen aber noch die Filmfirmen passende Disks liefern. Auch das wird wohl für die nächsten Monate erwartet.

Was ihr noch über HDR10+ wissen solltet

Wie jetzt? Einzig Amazon Prime ist eine sinnvolle Anlaufstelle für HDR10Plus – wieso sollte ich mir dann einen teureren Fernseher zulegen, wenn ich nur in den seltensten Fällen davon profitiere? Ganz einfach: Ihr seid auf die Zukunft vorbereitet. Außerdem ist HDR+ vollständig abwärtskompatibel, sodass euer TV-Gerät schon einmal HDR-Inhalte zum Besten geben kann. Nimmt später die Menge an „Plus“-Filmen und Serien zu, seid ihr technisch gesehen bereits auf dem aktuellen Stand – auch praktisch.

Ein ordentliches HDMI-Kabel sollte es sein. (Foto: Club 3D)

Ein ordentliches HDMI-Kabel sollte es sein. (Foto: Club 3D)

Legt ihr euch einen neuen UHD-Blu-ray-Player für euren Fernseher zu, lohnt die Anschaffung eines passenden HDMI-Kabels. Geeignet ist eines mit HDMI 2.0, zum Beispiel das Club 3D HDMI 2.0 High Speed 4K UHD Kabel.

Zu früh für HDR+?

Videos und Serien in HDR+ gibt’s nur eine überschaubare Menge. Das Angebot von Amazon Prime sollte in keinem Fall ausschlaggebend für den Kauf eines neuen Fernsehers und UHD-Blu-ray-Players sein. Andererseits ist HDR+ ein Merkmal, das ihr im Hinterkopf behalten solltet. Die Chancen, dass sich der Standard in den nächsten Jahren durchsetzt, stehen gut. Wenn euer TV also bereits HDR+ unterstützt, ist das ein Vorteil.

HDR: So steigt ihr mit dem richtigen Fernseher und dem passenden Player ein

Die Alternative: Schaut in erster Linie auf HDR – das alleine ist schon ein sehr großer Qualitätssprung nach vorne. Und ihr könnt beim Kauf gegenüber HDR+-Peripherie durchaus Geld sparen, sind qualitativ überzeugende TVs und Player teils günstig zu haben.

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