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TV-Bezeichnungen: So entschlüsselt ihr die Modellnummer eines Fernsehers

Die kryptisch anmutenden Modellnummern von TV-Geräten schrecken viele Kunden ab. Wir erklären euch die Logik hinter der TV-Bezeichnung und haben gleich zwei gute Nachrichten für euch.

Die erste gute Nachricht: Auch eine kryptische TV-Bezeichnung folgt natürlich einer Logik. Und einmal verstanden, ist die recht leicht zu durchschauen. Die zweite gute Nachricht: Diese Logik ist von Hersteller zu Hersteller gar nicht so unterschiedlich. Kennt ihr eine, enttarnt ihr auch die anderen. Wir helfen euch beim Dechiffrieren!

Samsung-TV-Bezeichnung entschlüsseln

Egal ob bei Samsung oder anderen Herstellern: Wichtig ist, die Modellnummer in ihre Einzelteile zu zerlegen. Als Beispiel, der Samsung UE55MU8009:

U: Der erste Buchstabe beschreibt die Display-Technik des Fernsehers. Weil „L“ für ältere LCD-Fernseher vergeben war, wählte Samsung für LED-Fernseher den Buchstaben „U“. QLED-Fernseher tragen vorne den Buchstaben Q.
E: Bedeutet, dass der Fernseher für den europäischen Markt hergestellt wurde. Für andere Regionen der Welt fändet ihr hier auch Buchstaben wie „A“ für Asien oder „N“ für Nordamerika.
55 steht für die Display-Diagonale in Zoll, also die Größe des Fernsehers
M steht für das Jahr der Veröffentlichung. Die Jahre werden bei Samsung seit 2008 fortlaufend nummeriert. H war 2014, J 2015, K 2016. I und L wurden ausgelassen, M steht für 2017, N dürfte dann für 2018 stehen und so weiter.
U zeigt an, dass es sich um einen Fernseher mit Ultra-HD-Auflösung (3.840 x 2.160px) handelt. Bei niedrigeren Auflösungen fehlt dieser Buchstabe. Steht statt „U“ ein „S“, ist hier ein SUHD-Fernseher gemeint.
8009 Die erste Ziffer der meist vierstelligen Nummer am Ende steht für die Serie, hier also die 8er-Serie. Es gibt auch zum Beispiel noch eine 9er, 6er oder 4er Serie (und noch einige mehr). Die zweite Ziffer steht für die Modellnummer innerhalb der Serie, die letzten beiden Ziffern für die Sonderausstattung.

Samsung schreibt uns dazu: „Je höher die Zahl, desto besser die Serie und Ausstattung.“

"The Frame": Ein viel beachteter neuer Fernseher und gleichzeitig Bilderrahmen von Samsung. Den eingängigen Namen findet man in Produktkatalogen aber nur unter Bezeichnungen wie UE65LS003. Bild: Samsung

„The Frame“: Ein viel beachteter neuer Fernseher und gleichzeitig Bilderrahmen von Samsung. Den eingängigen Namen findet man in Produktkatalogen aber nur unter Bezeichnungen wie UE65LS003. Bild: Samsung

2017 führte Samsung QLED-TVs ein und für die TV-Modelle dieser Gattung eine etwas andere Bezeichnung. Zum Beispiel: Samsung QE55Q6F. Das lässt sich aber teilweise vom obigen Beispiel ableiten:

QE steht für QLED-Fernseher für den europäischen Markt – im Gegensatz zu einem „herkömmlichen“ UE-Fernseher.
55 meint auch hier die Bildschirmdiagonale in Zoll.
Q6 ist das Modell. Auch hier gilt: Je höher die Zahl, desto besser. QLED-Fernseher tragen hier immer die Bezeichnung Q und eine Zahl dahinter.
F schließlich steht für Flatscreen. Die Alternative wäre C – auch flach, aber zusätzlich konkav gewölbt („curved“).

Auf einer Hilfeseite gibt Samsung zusätzliche Infos zu den Modellnummern der eigenen TV-Geräte.

Dass Samsung hier zwei leicht abweichende Metriken verwendet, ist schade. Aber weiß man wie, ist beides durchschaubar. Die Nummern der Anderen lesen sich übrigens gar nicht so viel anders, wie ihr im Folgenden seht.

LG-TV-Bezeichnung herausfinden

LG-Fernseher mit einem LED-Panel tragen ähnliche Nummern wie Samsung, zum Beispiel LG 55UJ634V. Die Nummer lässt sich ganz ähnlich zerlegen:

55 benennt die Display-Diagonale in Zoll
U steht für einen „einfachen“ Ultra-HD-Fernseher. Steht hier ein „S“, ist damit die noch etwas besser ausgestattete Variante SUHD gemeint. „L“ steht für Full HD.
J meint, wie bei Samsung, das Modelljahr, nur leider nicht dasselbe… Bei LG ist H 2016, J 2017, K ist 2018. I wurde auch bei LG ausgelassen, ob es 2019 mit L oder M weitergeht, wird man dann sehen…
634: LG verwendet entweder einen drei- oder vierstelligen Code für die genaue Typenbezeichnung. Hier kommt es vor allem auf die erste Ziffer an, die die Serie beschreibt. Das ist vergleichbar mit Samsung oder anderen Herstellern: je größer, desto besser. Die weiteren Ziffern benennen weitere Ausstattungsmerkmale. Welche genau, ist unklar.
V: Laut LG sind eventuelle Endbuchstaben länderspezifische Varianten. In Deutschland sind D und V üblich.

Ein weiter Weg bis dorthin: LG macht es seinen Kunden schwer, TV-Geräte miteinander zu vergleichen. Bild: LG

Ein weiter Weg bis dorthin: LG macht es seinen Kunden schwer, TV-Geräte miteinander zu vergleichen. Bild: LG

Wie auch Samsung, verwendet LG für Fernseher mit OLED-Technik seit 2017 eine andere Geräte-Bezeichnung, zum Beispiel LG OLED65C7D.

OLED steht hier, klar, für ein OLED-Panel. Alle OLED-Fernseher von LG kommen von Haus aus mit Ultra HD daher. Deswegen fällt bei LG OLED-TVs der Buchstabe für die Auflösung weg.
65 meint auch hier die Display-Diagonale in Zoll.
C ist in diesem Falle die Modellreihe. Laut LG „aufsteigend von B als Einstiegsmodell bis W als Top High-End-Modell“.
7 steht für das Modelljahr, in diesem Falle 2017. Für 2018 steht hier also eine 8.
D meint hier, ebenso wie bei den LED-Fernsehern, eine regionale Variante. Auch V wäre möglich.

Philips TV-Bezeichnung aufschlüsseln

Philips verwendet eine ganz ähnliche Nomenklatur wie Samsung oder LG, bringt allerdings in unserem Beispiel Philips 65PUS7502 noch ein paar Infos mehr unter:

65 meint die Bilddiagonale in Zoll
P steht für Philips (wer hätte das gedacht!)
U meint die UHD-Auflösung, F wäre Full HD, O bezeichnet ältere OLED-UHDs.
S steht für den verbauten Kompletttuner mit DVB-T2 HD, DVB S2, DVB-C und analog. Die Alternative wäre K: ohne Satelliten-Tuner.
7 meint ein TV-Gerät der 7er Serie. Hier ist es ähnlich wie bei LG oder Samsung: Je größer die Zahl, desto besser.
50 Unterkategorie (Abweichungen in Ausstattung oder/und Optik)
2 schließlich steht für das Modelljahr, hier 2017. 2016 trugt die 1, 2018 wird die 3 tragen.

Schick, bunt – und wie heißt er denn nun? Philips TV-Gerät mit den Endziffern 7303. Bild: Philips

Schick, bunt – und wie heißt er denn nun? Philips TV-Gerät mit den Endziffern 7303. Bild: Philips

Und auch Philips verwendet für OLED-Fernseher künftig eine andere Namenssystematik, beginnend allerdings erst ab den neuen 2018er-Modellen. Alte OLED-Fernseher sind noch nach der alten Klaviatur mit einem „O“ versehen (s.u.). Für das Beispiel Philips 65OLED973 gilt:

65 bemisst auch hier die Bilddiagonale in Zoll.
OLED steht für die Bildschirmtechnologie.
9 trägt die Nummer der Serie analog zu den LED-Fernsehern, womit weitestgehend Bauart und Ausstattung gemeint sind.
7 ist die Unterkategorie und ordnet sich hier wohl in Philips‘ 7er-Serie ein.
3 schließlich meint auch hier das Modelljahr 2018; 2019 wird es voraussichtlich eine 4 sein.

TV-Bezeichnung entschlüsseln: So also geht’s

Trotz der Unterschiede von Hersteller zu Hersteller gibt es bei den Modellnummern einige Gemeinsamkeiten: Die zuerst auftauchende Zahl ist eigentlich immer die Display-Diagonale in Zoll. Entweder direkt davor oder dahinter finden sich genauere Bezeichnungen zur Display-Technologie wie OLED oder Ultra HD.

Die erste Ziffer der drei- oder vierstelligen Nummer am Schluss steht für die Serie, die meistens von 1 (Einstiegsklasse) bis 9 (Highend) reicht und einige Zahlen zwischendrin auslässt. Irgendeine Bezeichnung – mal ein Buchstabe, mal eine Zahl – steht außerdem für das Jahr des Marktstarts.

Dieser Samsung OLED-Fernseher heißt am Schluss Q7F. Bild: Samsung

Dieser Samsung OLED-Fernseher heißt am Schluss Q7F. Bild: Samsung

Genauer lässt sich das leider nicht verallgemeinern. Vor allem aus der drei- oder vierstelligen Typenbezeichnung am Schluss lässt sich wenig herauslesen. Die Hersteller scheinen es derart kryptisch zu wollen.

Ähnlich könnt ihr übrigens auch mit der TV-Bezeichnung der anderen großen Hersteller Sony, Grundig und Panasonic verfahren, die auf unsere Nachfrage zur Erklärung ihrer Produktbezeichnungen leider nicht reagiert haben.

Positivbeispiele Loewe und Metz: Es ginge auch einfach

Abschließend noch zwei Beispiele, wie es auch einfach ginge. Loewe ist seit dem Neustart vor wenigen Jahren dazu übergegangen, recht einfache Bezeichnungen für seine TV-Geräte zu finden und außerdem das Sortiment angenehm schlank zu halten.

Loewe zeigt auf angenehme Art und Weise, dass es auch anders gehen kann. Bild: Loewe

Loewe zeigt auf angenehme Art und Weise, dass es auch anders gehen kann. Bild: Loewe

Loewe Fernseher tragen jetzt nur noch Bezeichnungen wie bild 5.55 oder bild 7.65. Die erste Nummer meint die Serie (bei Loewe ebenfalls von 1 bis 9), die zweite Zahl bestimmt die Display-Diagonale. Und fertig!

Manche Geräte tragen noch den Zusatz „dr+“. Damit ist ein eingebauter digitaler Videorekorder gemeint. Jede Display-Größe gibt es innerhalb einer Serie nur einmal. Und sollte ein verbessertes Modell in einer Kategorie auf den Markt kommen? Dann nimmt das neue den Platz des alten ein und heißt genauso. Das alte Gerät nimmt Loewe dann jeweils vom Markt.

Ich bin Blogger und darf deswegen eine Meinung haben. Und – völlig unabhängig von der sonstigen Qualität der Fernseher: Loewes Typenbezeichnung finde ich schön transparent und damit vorbildlich!

Auch nicht schlecht: Metz

Ähnlich transparent wie Loewe macht es übrigens der zweite große deutsche Hersteller Metz. Es gibt die fünf TV-Typen Novum (mit OLED), Topas, Planea, Micos (jeweils UHD in verschiedenen Ausstattungen) und Cosmo (Full HD). Für jeden Typ gibt es genau ein TV-Gerät in einer Display-Größe, was sich auch im Namen widerspiegelt. Zum Beispiel Topas 49 oder Planea 55. Fertig.

Fazit

Für die Hersteller mag es völlig logisch sein, welche Nummer wofür steht. Der kleine Mann auf der Straße, der sich alle paar Jahre, vielleicht vor einer neuen Fußball-WM, einen neuen Fernseher gönnen will, fühlt sich derweil wie der Ochs vorm Berg. Er muss sich ja nicht nur in die Typenbezeichnung eines Herstellers hineindenken, er vergleicht ja für gewöhnlich mehrere.

Sicher, vor Ort lässt euch ein guter Verkäufer in eurer nächsten Euronics-Filiale schon nicht im Regen stehen. Aber klar festhalten lässt sich: das ginge besser und für die Kunden transparenter. Wie, das zeigen Loewe und Metz.

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6 Kommentare zu “TV-Bezeichnungen: So entschlüsselt ihr die Modellnummer eines Fernsehers
  1. Hallo,

    ich interessiere mich für einen Panasonic OLED Fernseher, leider steht hier nicht die Auflösung der Modellnummern. Vielleicht könnt Ihr diese sehr nützliche Info noch nachreichen?

    Vielen Dank!!!

    • Hallo. Vielleicht ist das in dem Falle einfacher als es aussieht. Aktuell finde ich überhaupt nur vier OLED-Fernseher von Panasonic:

      TX-77EZW1004 -> 77 Zoll ca. 20.000€
      TX-65EZW1004 -> 65 Zoll ca. 5000€ (etwas besser ausgestattet)
      TX-65EZW954 -> 65 Zoll ca. 4000€ (etwas schlechter ausgestattet)
      TX-55EZW954 -> 55 Zoll ca. 2.500€

      Hilft dir das für den Anfang?

  2. @ A Simon

    Wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil und oft empfiehlt es sich einfach mal bis zu Ende lesen.
    „Ähnlich könnt ihr übrigens auch mit der TV-Bezeichnung der anderen großen Hersteller Sony, Grundig und Panasonic verfahren, die auf unsere Nachfrage zur Erklärung ihrer Produktbezeichnungen leider nicht reagiert haben.“
    Gern geschehen.

  3. interessiere mich für einen lg, habe auch einen günstigen gefunden, habe dann aber einen kleinen Unterschied gefunden. lg 50uk6300llb und oder lg 50uk6300mlb finde aber keine genauen Hinweise wo der eigentliche unterschied ist? ausser “ llb“ und “ mlb“.

    • Puh, da muss ich raten. Vermutung (ohne jegliche Gewähr): so ziemlich baugleich, nur ein anderer Verkaufsraum. Google ich nach MLB, finde ich vor allem Webseiten aus dem süd- oder osteuropäischen Ausland, LLB scheint für den hiesigen Markt gedacht. Eventuell Unterschiede beim Netzstecker. Viel mehr wahrscheinlich nicht – vermute ich zumindest.

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