Pixel 7 Pro im Test: Google mischt die Spitze auf

Mit dem Pixel 7 Pro gelingt Google der endgültige Durchbruch in der Liga der Spitzen-Smartphones. Software konnte Google schon immer, nun stimmt auch der Rest.

Pixel 7 Pro im Test: Google mischt die Spitze auf

Googles Smartphones galten in Deutschland lange als erfrischende, aber nicht ganz ernstzunehmende Alternative zu den „echten“ Flaggschiff-Phones wie von Samsung oder Apple. Das ändert sich nun spätestens mit dem Pixel 7 Pro. Denn Google hat hier ein Smartphone mit sehr guter Hardware, tollen Software-Spielereien und der aktuell vielleicht besten Smartphone-Kamera vorgestellt. Und das zu einem absolut konkurrenzfähigen Preis.

Inhalt:

Das Design: Das Beste am Pixel 7 Pro?

Für gewöhnlich beginnen wir hier auf dem Trendblog einen Testbericht mit dem wichtigsten Merkmal. Beim Pixel 7 Pro wähle ich dafür die Designsprache – noch vor der Kamera, der Software und weiteren Services. Wieso?

Weil das Design einer Smartphone letztlich den letzten Schliff, eine Art Persönlichkeit verleiht. Googles Material You ist seit jeher eine sehr schön designte Benutzeroberfläche. Mit Android 13 und Material You wirkt es außerdem, als wäre das System genau auf die Hardware zugeschnitten. Buttons und Widgets haben proportional die richtigen Größen und Abstände passend zur Display-Größe. Die Menübuttons in der Benachrichtigungszentrale sind leicht bedienbar.

Googles Material You mit Android 13 spricht eine stimmige Designsprache.
Googles Material You mit Android 13 spricht eine stimmige Designsprache.

Die Designsprache umfasst das gesamte System und viele Bord-Apps. Die Lautstärke- und Helligkeitsregler etwa haben die gleiche Gestalt wie die Zoomwippe der Kamera oder die Regler in Google Fotos.

Apple wurde und wird stets für ein derartig aufeinander abgestimmte Design gelobt. Viele Android-Anbieter bekommen das mit ihren UIs nicht so gut hin. Da mischen sich Farben und Formen, die nicht zusammenpassen, da wirken Icons viel zu groß oder klein für das jeweilige Display. Googles Designsprache für das Pixel 7 Pro wirkt stimmig. Vom Sperrbildschirm über die Homescreen-Icons und Widgets, die Einstellungen und Regler bis hin zu den meisten Bord-Apps.

Schlafenszeit-Modus: Das Pixel 7 Pro taucht das Display in angenehmes Schwarzweiß.
Schlafenszeit-Modus: Das Pixel 7 Pro taucht das Display in angenehmes Schwarzweiß.

Sehr schön ist übrigens auch der nachts standardmäßig aktivierte Schlafmodus, der die Oberfläche in elegantes Schwarzweiß taucht. Ist im Jahre 2022 nicht gänzlich neu, aber zeigt immer wieder Wirkung. Google „traut“ sich gewissermaßen auch, so eine ungewöhnliche Designentscheidung einfach mal zum Standard zu machen.

Pixel 7 Pro: Soft- und Hardware aufeinander abgestimmt

Das Gesamtkonzept endet aber nicht da, sondern umfasst auch das Gehäuse. Der Rahmen passt farblich zur Standard-Design-Oberfläche, das Always-on-Display schließt in der Form damit ab. Und auch die wählbaren Farben für die Rückseite (Hazel, Snow und Obsidian – sprich: Flaschengrün, Weiß und Schwarz) passen ins Gesamtkonzept. Google hat sich – wie schon im Vorgänger Pixel 6 Pro – für einen durchgehenden Kamera-Hügel entschieden, den Metall unterstützt. Dadurch wackelt das Gerät auch nicht, wenn du es plan auf den Tisch legst und bedienst.

Es bleibt Luft nach oben. So endet die tolle Designsprache bereits bei vielen Google-Apps – Maps oder GMail etwa verwenden sie noch nicht, für Home immerhin soll ein Update in den Startlöchern stehen. Auch Drittanbieter, die ihre Apps universell für die verschiedensten Android-Oberflächen zur Verfügung stellen, haben diese natürlich nicht für Material You optimiert. Apples UI bleibt damit führend, aber Google hat mit dem Pixel 7 Pro deutlich aufgeholt.

Kamera: Das Pixel 7 Pro liefert

In meinem Vergleich zwischen dem Pixel 7 Pro und dem iPhone 14 Pro siehst du, dass die Kameras beider Top-Smartphones auf Augenhöhe liegen, das Pixel 7 Pro sogar leicht die Nase vorne hat, vor allem beim Zoom. Interessierst du dich für die Kamera im Detail, würde ich dir raten, den Beitrag in Gänze zu lesen. Hier nur in aller Kürze: Das Pixel 7 Pro macht bei Tageslicht tolle Bilder mit allen drei Kameras:

Pixel 7 Pro, 0,5x
Pixel 7 Pro, 1x
Pixel 7 Pro, 5x

Und auch die Bilder mit den Digitalzoomstufen sehen sehr gut aus. Google gibt an, für das Pixel 7 Pro einen verlustfreien 2x-Zoom zu ermöglichen. Und auch mit hoher Qualität stufenlos zoomen zu können. Unser Motiv zumindest sieht in beiden Fällen sehr gut aus:

Pixel 7 Pro, 2x
Pixel 7 Pro, 2,9x

Google nennt die Technik „Super Resolution Zoom“. Der Sensor mit Quad-Bayer-Matrix und kluge Algorithmen sollen die ansonsten verrauschten Details im Hintergrund noch „schönrechnen“. Unser nächstes Motiv verdeutlicht das:

Pixel 7 Pro, 1x
Pixel 7 Pro, 10x
Pixel 7 Pro, 30x

Beim 10x-Zoom erhalten wir immer noch ein scharfes, detailreiches und farbenfrohes Bild, ohne dass wir Rauschen wahrnehmen würden. Und selbst das Bild mit dem 30x-Zoom ist noch gut brauchbar, selbst wenn du hier die nachlassende Qualität erkennst.

Kamera und Zoom auch bei Nacht stark

Und nachts? Hier habe ich in unserem Vergleichsbeitrag Pixel 7 Pro vs. iPhone 14 Pro ebenfalls viele Bildbeispiele für dich parat, die dir zeigen, dass das Pixel 7 Pro einen sehr guten Zoom hat. Hier noch einige Beispiele:

Pixel 7 Pro, 1x
Pixel 7 Pro, 2x
Pixel 7 Pro, 3x
Pixel 7 Pro, 5x

Die perfekte Zeichnung in den Bildern haben wir hier nicht mehr. So ist etwa das Logo der Vereinten Nationen im „Langen Eugen“ (dem kleineren Hochhaus) jeweils nicht als solches zu erkennen, sondern nur als verschwommener Lichtpunkt. Perfekt ist die Kamera also auch nicht.

Im Test mit dem iPhone 14 Pro kommt der Zoom im Pixel 7 Pro aber besser weg, wie auch unser letzter Bildvergleich verdeutlicht:

Pixel 7 Pro, 1x
Pixel 7 Pro, 15x

Frontkamera: Ginge gar noch besser

Ein Video, das ich mit der Frontkamera im Pixel 7 Pro bei trübem Wetter, aber dennoch einzelnen Sonnenstrahlen am späten Nachmittag aufnehme, ist klar verrauscht:

Deine Zustimmung zur Anzeige dieses Inhalts

Um diesen Inhalt von YouTube ansehen zu können, benötigen wir deine einmalige Zustimmung. Bitte beachte dabei unsere Datenschutzbestimmungen und die Datenschutzhinweise von YouTube. Über die Cookie-Einstellungen (Link in der Fußzeile) kannst du die Einwilligung jederzeit widerrufen.

Das Selfie hingegen sieht bei gleichen Lichtverhältnissen toll aus. Die Google Fotos-App bot mir übrigens von sich aus an, den Hintergrund nachträglich in künstlerisch wertvolle Unschärfe zu tauchen, und ich finde, das ist ihr sehr gut gelungen:

Pixel 7 Pro, Selfie (mit nachträglichem Unschärfe-Effekt)

Video: Alles smooth

Der Stabilitätsmodus im Pixel 7 Pro entpuppte sich als nicht ganz so ruckelfrei wie im iPhone 14 Pro, aber als sehr gut brauchbar:

Deine Zustimmung zur Anzeige dieses Inhalts

Um diesen Inhalt von YouTube ansehen zu können, benötigen wir deine einmalige Zustimmung. Bitte beachte dabei unsere Datenschutzbestimmungen und die Datenschutzhinweise von YouTube. Über die Cookie-Einstellungen (Link in der Fußzeile) kannst du die Einwilligung jederzeit widerrufen.

Auch ein normales 4K-Video ist sehr gut ausgeleuchtet und vom Ton her gut:

Deine Zustimmung zur Anzeige dieses Inhalts

Um diesen Inhalt von YouTube ansehen zu können, benötigen wir deine einmalige Zustimmung. Bitte beachte dabei unsere Datenschutzbestimmungen und die Datenschutzhinweise von YouTube. Über die Cookie-Einstellungen (Link in der Fußzeile) kannst du die Einwilligung jederzeit widerrufen.

Der Kinomodus funktioniert ebenfalls, verrechnet sich nur leicht in einigen Details wie dem hinteren Rand einer Kaffeetasse, wenn die Vorderseite scharf ist:

Deine Zustimmung zur Anzeige dieses Inhalts

Um diesen Inhalt von YouTube ansehen zu können, benötigen wir deine einmalige Zustimmung. Bitte beachte dabei unsere Datenschutzbestimmungen und die Datenschutzhinweise von YouTube. Über die Cookie-Einstellungen (Link in der Fußzeile) kannst du die Einwilligung jederzeit widerrufen.

Software im Pixel 7 Pro: Googles Heimspiel

Von der stimmigen Designsprache abgesehen, kann sich auch die Software sehen lassen.

Googles Kamera-App und die passende Galerie dazu, Google Fotos, bilden eine starke Einheit, erlauben eine kinderleichte Bedienung, zahlreiche Einstellungen, hilfreiche Verbesserungsvorschläge der KI, eine standardmäßig aktivierte Wippe, die schon beim Fotografieren den Neigungswinkel anzeigt und dich korrigieren lässt, Möglichkeiten, Bilder mit nur einem Knopfdruck zu verbessern und noch vieles mehr.

Bilden eine perfekte Einheit: Die Kamera im Google Pixel 7 Pro und Google Fotos
Bilden eine perfekte Einheit: Die Kamera im Google Pixel 7 Pro und Google Fotos

Das System „denkt“ derweil mit, ermittelt etwa von sich aus, wann du für gewöhnlich schlafen gehst, und schaltet dann den Schlafenszeitmodus an. Das System kann dich auf Wunsch warnen, wenn es ermittelt, dass du das Smartphone beim Gehen benutzt. „Kopf hoch“ heißt die Funktion, die damit verhindern will, dass du gegen Gegenstände, Personen oder in Fallgruben läufst. „Digital Wellbeing“ umfasst auch die Möglichkeit, dass das System dich zu einem vorgewählten Zeitpunkt fragt, wie es dir geht, und wenn du darauf nicht antwortest, ruft es die Rettungsdienste.

Dass das Telefon auf Wunsch nach Musik lauscht und über die Funktion „Now Playing“ direkt den Song einblendet, den es erkannt hat, konnten auch schon frühere Pixel-Phones. Es bleibt natürlich eine spannende Funktion, ebenso wie die Möglichkeit, fremdsprachige Nachrichten sofort in deine eigene Sprache übersetzen zu lassen oder Sprachaufnahmen live zu transkribieren. Hilfreich für Interviews, aber – nach etwas Übung – auch zum Erstellen von eigenen Texten.

Live-Anzeige: Etwas zu gut gemeint

Mit der Live-Anzeige will Google dir die richtigen Benachrichtigungen zur richtigen Zeit zukommen lassen. Etwa, wenn du zu deinem regelmäßigen Termin los musst oder wenn Regen droht. Das Problem ist hier nur, dass Google es damit zu gut meint und mehrmals die Stunde neue Benachrichtigungen herausschickt. Und sei es nur, wenn es an deinem Standort um 1 Grad wärmer geworden ist. Das konterkariert dann das auch von Google als so wichtig propagierte Digital Wellbeing.

In einem Untermenü kannst du einstellen, worüber du informiert werden möchtest und worüber nicht. In meinem Falle zu spät: Mir gingen Googles dauernde Benachrichtigungen derart auf den Geist, dass ich sie kurzerhand mit dem dafür vorhandenen Menüpunkt in den Benachrichtigungen alle deaktivierte. Dürfte nicht in Googles Sinne sein, also sollte der Anbieter hier die Einstellungen nachbessern.

Widgets mit Uhr, Datum und Wetter im Pixel 7 Pro.
Diese Widgets mit Uhr, Datum und Wetter sind dezenter als die Live-Anzeige im Pixel 7 Pro.

Systemübergreifende Vorschläge hat Google für meinen Geschmack dafür besser platziert. Sie kamen meist wirklich dann, wenn ich sie gerade gut brauchen konnte. Etwa, als ich bei meinem Selfie oben eigentlich mit dem schon beinahe ikonischen „Radiergummi“ störende Objekte im Hintergrund entfernen wollte. Die App schlug mir statt dessen vor, den Hintergrund in Unschärfe zu tauchen, was gut gelang und sehr gut aussah. Noch schöner natürlich, wenn die Kamera des Pixel 7 Pro das schon bei der Aufnahme so gut könnte, aber so weit ist die Technik dann wohl noch nicht.

Live-View für die Fußgängernavigation in Google Maps ist mehr als eine Spielerei, sie ist hilfreich! Sie ist allerdings nicht alleine Pixel-Phones vorbehalten, auch andere Android-Phones werden das können. Ebenso wie sie den Sprachrekorder, Google TV oder den Kalender nutzen können. Man hält es längst für selbstverständlich, aber diese Google-Apps sind eine Bereicherung. Huawei, das darauf verzichten muss, kann ein Lied davon singen.

Die Software greift auch unterstützend in die Kamera ein. Zur Verdeutlichung: Dieses Bild wirkt auf dem Display total verrauscht…

Ist es aber nicht. Prozessor und Software rechnen es hübsch:

Pixel 7 Pro: Technische Daten

Google Pixel 7 Pro
6,7″-LTPO-OLED-Display mit
QHD+-Auflösung (1440 x 3120 px, 512 ppi),
bis 120 Hz, 1.000 Nits (typische Helligkeit)
1.500 Nits Spitzenhelligkeit,
Kontrastverhältnis 1.000.000:1,
24-bit-Farbtiefe (16 Mio. Farben)
Tensor-G2-Chip (4nm, basiert auf Samsung Exynos 2100), 8-Core CPU, 10-Core GPU, Neural Engine
Triple-Kamera mit
50 MP Weitwinkelkamera, f/1,85, Sensorgröße: 1/1,31“, Pixelgröße 1,2 µm
12 MP Ultraweitwinkelkamera (f/2,2, 1,25 µm)
48 MP Telekamera (5x-Zoom, f/3,5, 0,7 µm)

Video: 4K bis 60 fps, „doppelte Videostabilisierung“

Frontkamera: 10,8 MP, f/2,2, 1,22 µm, 4K-Video bis 60 fps
5G, WiFi 6E (ax), Bluetooth 5.2, NFC, USB 3.2 Gen 2 (Typ-C), Nano-SIM, eSIM, Stereo-Lautsprecher, 3 Mikrofone, Spatial Audio, Gesichtserkennung, Fingerabdrucksensor im Display, Wasser- und Staubschutz nach IP68
5.000-mAh-Akku, „Schnellladefunktion“: 30 Minuten bis zu 50 Prozent über separat erhältliches Netzteil, Qi-zertifiziert
162 x 76,6 x 8,9 mm, 212 Gramm
Android 13: 5 Sicherheits- und Pixel-Updates, 3 Jahre Android-Updates versprochen
Preise (UVP)/Speicher:
899 Euro: 128/12 GB
999 Euro: 256/12 GB

Hardware im Pixel 7 Pro: Beinahe alles rund

Google verwendet im Pixel 7 Pro ein leicht abgerundetes, randloses „Edge“-Display. Es ist mittlerweile umstritten, ob das noch zeitgemäß ist – die meisten anderen Hersteller sind von diesem einstmals von Samsung im Galaxy S6 Edge eingeführten Display-Typ wieder abgerückt. So oder so legt Google hier ein gutes, wenn auch nicht phänomenales Display vor. Trotz der Schrägen konnte ich es gut festhalten, ohne dabei versehentlich etwas auszulösen.

Das Display im Pixel 7 Pro
Das Display im Pixel 7 Pro

Das Display ist nebenbei ordentlich hell, hoch auflösend, kontrastreich und farbenfroh – auch wenn andere Phones wie das iPhone 14 Pro oder das Galaxy S22 Ultra hier noch mehr Farben, Kontrast und Spitzenhelligkeit rauskitzeln.

Das Always-on-Display hinterlässt einen dezenten, nicht zu aufdringlichen Eindruck. Ähnlich wie beim iPhone 14 Pro habe ich es aber auch beim Pixel 7 Pro recht bald ausgeschaltet – so etwas bringt mir schlicht keinen Mehrwert. Bei durchschnittlicher Nutzung reicht eine Akkuladung bei mir dafür dann gut und gerne 48 Stunden. Schalte ich nachts in den Flugmodus, dann sogar noch länger.

Schade ist dafür, dass Google noch immer keinen echten Schnelllademodus eingebaut hat. Wir sollen 50 Prozent Ladung in einer halben Stunde bekommen, aber auch nur, wenn wir das – nicht mitgelieferte – Google 30-W-USB-C-Ladegerät dafür verwenden. Ich habe das Phone mit dem beigefügten Ladekabel am „Schnellladeport“ des Jackery Explorer 1000 Pro angeschlossen. Es meldete dann, es würde schnell geladen, es dauerte dann aber gut und gerne anderthalb Stunden, bis das auch wirklich der Fall war. Zum Ende des Ladens hin drosselt das Pixel die Geschwindigkeit.

Seitansicht des Pixel 7 Pro
Seitansicht des Pixel 7 Pro

Das ist in meinen Augen auch der einzige echte Kritikpunkt am Pixel 7 Pro – wie auch schon am iPhone 14 Pro. Das Motorola Edge 30 Ultra, das ich gerade nebenher teste, lädt einen gleich großen Akku wie im Pixel in weniger als einer halben Stunde. Kürzlich stellte Redmi die Note-12-Serie vor, die 4.500 mAh starke Akkus in weniger als 10 (!) Minuten voll aufladen kann. So schnell muss es ja gar nicht sein, aber 30, 45 Minuten – länger sollte das Aufladen im Jahr 2022 eigentlich nicht mehr dauern. Die Technik ist ja da!

Dual-Sim nur über eSim, toller Klang

Die Ecken des Displays sind angenehm abgerundet – es gibt eine Kante, aber die ist nicht zu scharf. Die Glas-Rückseite (wie auch das Display: Corning Gorilla Glass Victus) ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch durchaus griffig. Die Spaltmaße passen – außer beim Sim-Karten-Slot, denn der steht einen ganz kleinen Spalt aus dem Gehäuse heraus. Mit dem Finger bleibe ich daran hängen:

Sim-Karten-Slot im Pixel 7 Pro: Schließt nicht ganz mit dem Gehäuse ab.
Sim-Karten-Slot im Pixel 7 Pro: Schließt nicht ganz mit dem Gehäuse ab.

Ins Sim-Karten-Fach passt übrigens nur eine Nano-Sim-Karte. Die Rückseite hat keine Funktion. Google erlaubt also keine Speichererweiterung und auch kein physisches Dual-Sim. Du kannst allerdings eine physische Sim und eine eSim gleichzeitig verwenden, Dual-Sim also auf diese Weise nutzen.

Rückseite des Sim-Karten-Slots ohne Funktion: Das Pixel erlaubt keine Speichererweiterung.
Rückseite des Sim-Karten-Slots ohne Funktion: Das Pixel erlaubt keine Speichererweiterung.

Die Stereo-Lautsprecher haben einen guten, klaren, etwas weniger basslastigen Klang als die Lautsprecher im iPhone 14 Pro. Die drei eingebauten Mikrofone erzeugen derweil einen tollen, ebenfalls rauschfreien Klang:

Dass die Sprachrekorder-Apps nebenbei ein – nicht ganz fehlerfreies – Audiotranskript automatisch mitliefert, ist wieder eine dieser willkommenen Software-Hilfen. Das iPhone kann das allerdings auch.

Audio-Transkript – nicht ganz das, was ich gesagt habe.

Prozessor im Pixel 7 Pro: Fällt nicht groß auf

Und der Prozessor? Selbst Google gibt wenig Informationen über das Eigendesign Tensor G2 bekannt. Es handelt sich wohl um eine Fertigung, die auf Samsungs umstrittene Exynos-Prozessoren basiert. Und war ich mit denen im Galaxy S22 Ultra und Galaxy S22+ tatsächlich nicht zufrieden, habe ich mit der Maschinerie im Pixel 7 Pro nichts zu meckern. Er wirkt ideal auf das Betriebssystem abgestimmt.

Das System reagiert schnell, die Kamera ist sofort startklar, Apps sind augenblicklich bereit (außer Spotify, aber das liegt an denen). Dank großzügig bemessenem Arbeitsspeicher müssen Apps auch nur selten mal neu starten (außer Headspace, aber das liegt an denen).

Die Unterseite des Pixel 7 Pro mit Stereo-Lautsprechern und dem USB-C-Anschluss.
Die Unterseite des Pixel 7 Pro mit Stereo-Lautsprechern und dem USB-C-Anschluss.

Das System belegt von Haus aus 15 GB – ein fairer Wert, wie ich finde. Mit einigen Bord-Apps zusammen sind es etwas über 20 GB. Im Geekbench 5 Benchmark erreicht das Pixel auch gute Werte. Aber – interessiert das eigentlich überhaupt noch jemanden? Wenn alles flutscht und nichts negativ auffällt, ist zumindest mir eigentlich egal, ob da der eine oder andere Prozessor vielleicht noch bessere Werte erreicht. Im Alltag merke ich keinerlei Verzögerung.

Fazit: Ja, nice!

Ein ideales Smartphone hätte eine Top-Kombination aus eigener Hardware, passend darauf abgestimmter Software und dazu noch Services wie einer eigenen Cloud und einem Ökosystem um das Ganze herum. Das bekommt niemand perfekt hin, nicht einmal Apple.

Aber wenn der kalifornische Nachbar hier vielleicht Klassenprimus ist, hat Google den Abstand dahin in den letzten Jahren immer weiter verkürzt. Clever eingesetztes Machine Learning und tolle Services mit den eigenen Pixel Buds, der neuen Pixel Watch, dem eigenen Android-Betriebssystem, sehr guten Cloud-Services wie Google Drive und Google Fotos – und jetzt eben auch dem Pixel 7 und dem Pixel 7 Pro.

Google liefert hier ein tolles Gesamterlebnis mit einer hervorragenden Kamera, einer allzeit zuverlässigen und schnellen Maschinerie, einem wunderschönen, auf das Gerät abgestimmten Design und Software, die „mitdenkt“. Und das alles zu einem der derzeit besten Preis-Leistungs-Verhältnisse. Apple und Samsung haben echte Konkurrenz bekommen.

Unsere Bewertung
  • Ein Phone wie aus einem Guss
  • Super Hard- und Software
  • Schnelles, leistungsfähiges System
  • Die aktuell vielleicht beste Smartphone-Kamera auf dem Markt
  • Starke Akkulaufzeit
  • Kein echter Schnelllademodus
close

Neue Beiträge abonnieren!

Täglich frisch um 17 Uhr im Postfach

Themenauswahl

Änderungen jederzeit über die Abo-Verwaltung möglich – weitere Themen verfügbar

Jetzt kommentieren!

2 Kommentare zu “Pixel 7 Pro im Test: Google mischt die Spitze auf

  1. Vielen Dank für deinen Ausführlichen Test. Ich bin gerade am Überlegen ob ich mir das Google Pixel 7 Pro kaufen soll. Ich hatte jetzt Jahrelang ein Samsung Handy und wollte mal was anders haben.

Schreibe einen Kommentar

*
*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.