Pixel Tablet und Pixel Fold: Google mit zwei neuen Tablets – eins zum Falten

Google zeigt auf der Keynote der Hausmesse I/O 2023 die Wiedergeburt des Tablets, Pixel Tablet und das faltbare Pixel Fold.

Pixel Tablet und Pixel Fold: Google mit zwei neuen Tablets – eins zum Falten

WatchOS 4, die Zukunft der Suche, vor allem KI – Google stellt auf der eigenen Hausmesse I/O wieder viel neue Software vor. Und hochinteressante Hardware. Denn neben dem Mittelklasse-Smartphone Pixel 7a hat Google gleich zwei neue Tablets aus dem Hut gezauberm das Pixel Tablet und das faltbare Pixel Fold.

Google Pixel Tablet: Flachcomputer sucht klangvolle Docking-Station

In den zurückliegenden Jahren fristeten Android-Tablets ein Nischendasein. Das lag auch an Google selbst, weil der Unternehmen die Entwicklung passgerechter Tablet-Software völlig vernachlässigte und sich lieber auf Chrome OS konzentrierte. Nun bringt Google Tablets mit einem Paukenschlag zurück.

Das Google Pixel Tablet setzt auf ein Dock, das als Ladestation, Lautsprecher und Halterung dient. (Foto: Google)
Das Google Pixel Tablet setzt auf ein Dock, das als Ladestation, Lautsprecher und Halterung dient. (Foto: Google)

Das Pixel Tablet ist gleichzeitig ein Smart Display mit Lautsprecher in der Docking-Station. Google läutet damit die Flachrechner-Renaissance ein und platziert das Gerät mit 679 Euro direkt im Premiumsegment. Das ist nicht das einzige Statement der Google I/O 2023.

Für Google war wichtig zu betonen, dass der hauseigene G2-Prozessor das Tablet-Herzstück ist. Dieser Chip kommt etwa im Google Pixel 7 (Pro) zum Einsatz und ist neben hoher Effizienz auf schnelle KI-Bearbeitung zugeschnitten.

Magischer Radierer im Einsatz auf einem Google Pixel Tablet. (Foto: Google)
Der Magische Radierer tilgt unerwünschte Objekte – hier verschwindet gleich links im Bild der Mann im Bade-Accessoire. (Foto: Google)

Diese nutzt Google auch auf dem Tablet, um beispielsweise die schnelle Fotokorrektur Magischer Radierer anzubieten, mit der du störende Objekte aus deinen Fotos löschst – oder, neu – Objekte in Bildern beinahe beliebig verschiebst.

Auf Bilder allein ist der KI-Zauber nicht beschränkt: Videoaufnahmen und -anrufe sollen immer perfekt ausgeleuchtet sein, die Sprache selbst bei vielen Umweltgeräuschen klar verständlich und die Sprachübersetzung sogar offline nahe an der Qualität eines Dolmetschers.

Nutzt du ein anderes Android-Telefon, sollst du mühelos und fast in Echtzeit Fotos und andere Dateien zur Bearbeitung aufs Pixel Tablet schubsen können.

Datenaustausch zwischen Android-Smartphone und Pixel Tablet (Foto: Google)
Mit wenigen Klicks landen Fotos von deinem Android-Telefon auf dem Pixel Tablet. (Foto: Google)

Wischst du die KI-Features und Softwearespielereien beiseite, ist das Google Pixel Tablet noch immer ein ordentlich ausgestattetes Gerät mit großem 11-Zoll-Display, XXL-Akku mit bis zu 12 Stunden Laufzeit und 256 GB großem Flashspeicher für unzählige Apps und Dateien.

Einzig die Kamera kann nicht ganz mit dem Premium-Anspruch Schritt halten. Selfie- und Hauptkamera lösen mit nur 8 Megapixel auf und setzen auf einen Fix-Fokus.

Ein Tablet als eierlegende Wollmilchsau

Auch wenn der Akku einen halben Tag am Stück Videos abspielen könnte, ehe er nach Strom japst, hatte Google andere Einsatzbereiche in den Vordergrund geschoben. Mittels magnetischer Halterung kannst du das Pixel Tablet nämlich an einem Dock befestigen, das Ladestation, Lautsprecher und Halterung gleichermaßen ist.

Pixel Tablet als Smart-Home-Zentrale. (Foto: Google)
Dank Matter kannst du das Pixel Tablet auch als Schaltzentrale für dein Smart Home nutzen. (Foto: Google)

So in der Einbauküche platziert, ersetzt das Pixel Tablet die Smart-Displays der Konkurrenten. Als Bilderrahmen, Smart-Home-Schaltzentrale mit Matter-Support oder als Videotelefonie fand das Google-Tablet im Imagine-Film ebenfalls Verwendung.

Unterm Strich ist das Google Pixel Tablet in der Ankündigung ein Referenzmodell, um andere Hersteller zu ermutigen, die biederen Budget-Flachrechner endlich zu vollwertigen Alltagshelfern upzugraden.

Das Google Pixel Tablet startet im Juni 2023 in Deutschland. Mit 128 GB Flashspeicher kostet es in der UVP 679 Euro. Doppelter Flashspeicher kostet extra und treibt den Preis auf 799 Euro (UVP).

Google Pixel Tablet (Gewicht: 493 g)
Maße: 258 x 169 x 8,1 mm
Prozessor: Google G2 / Grafikeinheit: Google-eigene GPU
Display: 11 Zoll Touchdisplay, 2.560 x 1.600 Pixel (16:10-Seitenverhältnis)
Arbeitsspeicher: 8 GB / Flashspeicher: 128 GB oder 256 GB
Kamera: rückseitig Porträtlinse mit 8 MP (f/2.0) / Frontkamera mit 8 MP (f/2.0)
Ausstattung: WiFi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax) / Bluetooth 5.2 / NFC / Fingerabdrucksensor / USB 3.0
Betriebssystem: Android 13 mit 5 Jahren Sicherheitsupdates
Akkulaufzeit: 12 Stunden Videoplayback / Akku: 27 Wh

Google Pixel Fold – das faltbare 7er-Smartphone

Google versucht die Tablet-Reanimation und debütiert zugleich bei den faltbaren Smartphones. Auf den ersten Blick sieht das Google Pixel Fold aus wie ein Samsung-Falttelefon der Fold-Reihe mit angeflanschter Pixel-7-Kamera.

Ein Google Pixel Fold (Foto: Google)
Auf den ersten Blick ein Foldable wie andere – die Kamera verrät aber die Zugehörigkeit zur Pixel-Familie. (Foto: Google)

Erst auf den zweiten Blick zeigt sich, dass Google das mittlerweile etablierte Gerätekonzept mit den eigenen Designlinien kreuzt und dabei bemüht ist, mindestens ebenbürtig zur Konkurrenz aufzutreten.

Die Gestaltung bleibt Geschmackssache und das Konzept ohnehin noch etwas umstritten: Auch wenn Google auf Erfahrungen der Konkurrenz aufbauen kann, können die Techniker nicht alle Schwachstellen ausmerzen. Das betrifft nicht die Wasserdichtheit, die mit IPX8 zertifiziert ist.

Google Pixel Fold im aufgeklappten Zustand. (Foto: Google)
Das Google Pixel Fold kannst du auch als aufgeklapptes Handheld nutzen – dann sind oben die Medieninhalte und unten die Bedienelemente. (Foto: Google)

Der Konzern zeigte nur in einem kurzen Hands-on die sichtbare Wulst in der Mitte der Innenseite. In den eingespielten Renderfilmchen war der markante Falttelefon-Knick nicht zu sehen.

Sich mit Äußerlichkeiten aufzuhalten, mögen einige für übertrieben halten. Google jedoch betont die Vorteile der Falttechnologie. Neben Apps im geteilten Bildschirm und der großflächigeren Darstellung stellten die Google-Präsentatoren alltagstaugliche Funktionen ins Zentrum.

Google Pixel Fold (283 g)
Maße: 139,7 x 79,5 x 12,1 mm (zugeklappt); 139,7 x 158,7 x 5,8 mm (aufgeklappt)
Prozessor: Google G2 / Grafikeinheit: Google-eigene GPU
Displays: außen 5,8 Zoll mit 2.092 x 1.080 Pixeln; innen 7,6 Zoll mit 2.208 x 1.840 Pixeln; 120-Hz-Wiedergabe
Arbeitsspeicher: 8 GB / Flashspeicher: 128 GB oder 256 GB
Kamera: rückseitig Porträtlinse mit 48 MP (f/1.7), 10,8-MP-Ultraweitwinkelkamera (f/2,2) und 10,8-MP-Teleobjektiv (f/3,05) / Frontkamera mit 9,5 MP (f/2,2) auf der Außenseite und 8-MP-Selfiekamera (f/2.0) auf der Innenseite
Ausstattung: WiFi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax) / Bluetooth 5.2 / NFC / Fingerabdrucksensor / USB 3.0
Betriebssystem: Android 13 mit 5 Jahren Sicherheitsupdates
Akkulaufzeit: 24 Stunden Mixed Mode / Akku: mindestens 4.727 mAh; üblicherweise 4.821 mAh

Innovationen und Bewährtes im Faltgehäuse

Zweifelsfrei innovativ ist die Übersetzungsfunktion, für die das Google Pixel Fold das außenliegende kleine Display und die innenliegende große Displayfläche gleichzeitig nutzt.

Der aufgefaltete 7,6 Zoll große Bildschirm zeigt in deine Richtung und dient zur Sprach oder Text-Eingabe. Der kleine Bildschirm zeigt deinem Gegenüber die Live-Übersetzung, was vor allem im Auslandsurlaub praktisch ist.

Näher am Alltag sind das nahtlose Zusammenspiel zwischen beiden Displays. Schaust du beispielsweise ein Video auf dem Außenbildschirm an und klappst das Telefon auf, spielt das Google Pixel Fold die Bewegtbilder ohne spürbare Unterbrechung weiter ab.

Hardwaretechnisch bleibt sich Google der G2-Basis treu, die Pixel 7 (Pro) und das Pixel Tablet befeuert. Die KI-Unterstützung in Kreativ- und Alltags-Apps ist damit gewährleistet. Eine 48-Megapixel-Hauptkamera ergänzt der Konzern um Ultraweitwinkel- und Telefotokameras mit je 10,8 Megapixeln und die 9,5-MP-Selfiekamera. Der Akku mit 4.821 mAh soll bis zu 72 Stunden durchhalten.

Dreifach-Kamera des Google Pixel Fold. (Foto: Google)
Dreifach-Kamera des Google Pixel Fold. (Foto: Google)

Das Google Pixel Fold startet Ende uni hierzulande ab 1.899 Euro (UVP) mit 256 GB internen Speicher. Ein Google-Falttelefon mit 512 GB Flashspeicher kostet zum Start 2.019 Euro (UVP).

Neue Beiträge abonnieren!

Täglich frisch um 17 Uhr im Postfach

Themenauswahl

Änderungen jederzeit über die Abo-Verwaltung möglich – weitere Themen verfügbar

Jetzt kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

*
*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.