Optimale Temperatur im Kühlschrank – und doch Energie sparen

Wie kalt muss es im Kühlschrank sein? Wo kommen Fleisch und Käse hin? Ein Grad wärmer sparen bereits 5 Prozent Strom. Alles zu den Temperaturen im Kühlschrank.

Optimale Temperatur im Kühlschrank – und doch Energie sparen

Energie wird verdammt teuer, also ist Strom sparen angesagt. Einige Geräte im Haushalt kannst du abschalten, doch beim Kühlschrank geht das nicht. Der verbraucht jedoch weniger Strom, wenn du die Temperatur nicht ganz so niedrig wählst.

Die Temperaturen der einzelnen Kühlzonen

Ein Irrtum: Je kälter es im Kühlschrank ist, desto länger halten die Lebensmittel. Die Wahrheit ist: Wenn es kälter ist als notwendig, verschwendest du entweder Energie oder die Lebensmittel verderben schneller. Obst und Gemüse bespielsweise verlieren Vitamine, wenn es zu kalt ist.

Für unterschiedliche Lebensmittel gelten zudem unterschiedliche Temperaturen, bei denen sie richtig lagern sollen und möglichst lang halten.

Mädchen vor geöffnetem Kühlschrank
Viel Stauraum im Kühlschrank, doch in jeder Kühlzone herrscht eine andere Temperatur (Bild: Flickr/ Eloïse L)

Die Temperatur, die du über das Thermostat einstellst, sollte bei 7 Grad liegen. Dieser Zielwert bezieht sich auf die Mitte des Kühlschranks, wo dann effektiv 5–8 Grad sind. Ganz unten im Gemüsefach ist es etwas wärmer: 8–10 Grad. Oberhalb der Glasplatte befindet sich mit 2–3 Grad der kälteste Ort im Kühlschrank, die Kältezone. In der Kühlschranktür liegen die Temperaturen am höchsten: 10–15 Grad.

Stell das Thermostat so ein, dass die Temperatur letztlich am oberen Ende dieser Zone liegt. Beachte dabei die unterschiedlichen Kühlzonen im Gerät und lagere die Lebensmittel entsprechend. Jedes Grad, dass du höher stellst, verringert den Stromverbrauch um 5 Prozent.

Wo im Kühlschrank was gelagert wird

Manches Obst sollte im Kühlschrank lagern, anderes wiederum nicht. Dieser Link wie auch die anderen im Text führen zu Beiträgen, die das alles noch genauer erklären: Obst sollte entweder ganz oben in den Kühlschrank, wo es nicht ganz so kalt ist, oder falls vorhanden in ein Null-Grad- oder Kellerfach.

Milch, Butter und Käse im Kühlschrank
Käse und andere Milchprodukte sollten auf den mittleren Ebenen des Kühlschranks liegen (Bild: Peter Giesecke)

Was für Obst gilt, gilt auch für Gemüse: Es hängt vom jeweiligen Gemüse ab. Ein Kellerfach oder ein Null-Grad-Fach können der ideale Ort für die Lagerung sein – den hat aber nicht jeder Kühlschrank. Im Zweifelsfall kommt Gemüse immer ins Gemüsefach.

Wie du andere Lebensmittel im Kühlschrank richtig lagerst: Fisch und Fleisch nach unten, wo die tiefen Temperaturen herrschen. Milchprodukte in die Mitte, wenn Platz fehlt, nach oben. Dort kommen auch der Kuchen und die Torte hin sowie vorbereitete Speisen (z.B. Nudelauflauf) und Essensreste, die nochmal aufgewärmt werden sollen. Milch, geöffnete Flaschen, Gläser, Dosen und Tuben kommen in die Tür.

Kühlschranktür oben
Hefe, Eier, Butterschmalz kommen in der Kühlschranktür nach oben, darunter diverse Gläser und Tuben (Bild: Peter Giesecke)

Etwas anders ist dies bei Kühlschrank-Modellen mit dynamischer Umluftkühlung. Dann befindet sich auf der Rückseite des Innenraums im Kühlschrank ein Ventilator, der die kalte Luft so umwälzt, dass überall die gleiche Temperatur herrscht – mit Ausnahme der Gemüsefächer. Dann ist es egal, was du wohin stellst.

Um die Temperatur im Kühlschrank konstant zu halten, stell keine Lebensmittel hinein, die wärmer als Zimmertemperatur sind. Warmes Essen sollte vorher vollständig abkühlen.

Temperatur im Kühlschrank einstellen

In alten Kühlschränken findest du im Inneren ein Rad, auf dem mehrere Stufen oder Temperaturen vermerkt sind. Du drehst das Rad und hoffst, dass auch die entsprechende Temperatur erreicht wird. Welche Stufe welcher Temperatur entspricht, findest du in der Bedienungsanleitung. Dies ist auch von der Umgebungstemperatur abhängig. Im Sommer musst du das Thermostat etwas höher stellen, um auf die gleiche Temperatur zu kommen.

Temperaturanzeige der KGK Samsung Bespoke
Bei modernen Kühlschränken kannst du sehen, wie kalt es innen ist und auch auf das Grad genau einstellen (Bild: Peter Giesecke)

Mit einem Kühlschrank-Thermometer kannst du selbst nachmessen. Du legst es in die Mitte des Kühlschranks. Es dauert allerdings ein paar Stunden, bis es eine Temperatur konstant anzeigt.

Bei modernen Kühlschränken findest du eine Temperaturanzeige außen auf dem Gerät und die Möglichkeit, die gewünschte Temperatur über Tasten einzugeben, bei einigen Geräten auch schon über das Smartphone.

Standort beeinflusst die Temperatur im Kühlschrank

In meiner Küche steht die Kühl-Gefrier-Kombination rechts neben dem Fenster. Auf der linken Seite befindet sich die Einbauküche. Rechts neben die Tür hätte sie nicht gepasst. So steht sie im Licht, jedoch nicht in der direkten Sonne. Glücklicherweise.

Kühl-Gefrier-Kombination Samsung Bespoke
Fern der Küche steht diese Kühl-Gefrier-Kombination nicht ganz so optimal, aber immerhin nicht neben einer Wärmequelle (Bild: Peter Giesecke)

Wenn du den Standort des Kühlschranks frei wählen kannst, stell ihn nicht dorthin, wo er warm wird. Nicht in die Sonne. Nicht neben den Backofen. Nicht neben den Geschirrspüler. Nicht neben die Heizung. Die Wärme dringt von außen in den Kühlschrank, der dann umso mehr kühlen muss und dafür mehr Strom verbraucht.

Zudem muss genug Luft an die Rückseite gelangen können. Dort befindet sich der Kompressor, der zwar die Kühle für das Kühlschrankinnere erzeugt, dabei aber selbst warm wird. Diese Wärme führt er ab. Dafür muss die Luft zirkulieren können. Ein freistehender Kühlschrank verbraucht daher weniger Energie als ein Einbau-Kühlschrank, der die Wärme nicht so gut abführen kann.

Einen sparsamen Kühlschrank kaufen

Gut, dieser Tipp eignet sich nur, wenn dein Kühlschrank kaputt ist oder kurz davor. Denn einen neuen Kühlschrank zu kaufen, um monatlich ein paar Euro auf der Stromrechnung zu sparen, rechnet sich nur in extremen Fällen.

Dein neuer Kühlschrank sollte die Energieeffizienzklasse A oder B haben. Das heißt, dass jeder Liter Raum im Kühlschrank effizient heruntergekühlt wird. Doch wenn du einen sehr großen Kühlschrank kaufst, also mit vielen Litern, wirst du dennoch eine hohe Stromrechnung haben. Kauf deinen Kühlschrank nicht größer, als du ihn brauchst!

Rechne 120–140 Liter für die erste Person im Haushalt, 60 Liter für jede weitere. Ein Side-by-Side-Kühlschrank lohnt sich also erst für eine große Familie.

Unbedingt mit Abtauautomatik

Ein neuer Kühlschrank sollte auch über eine Abtauautomatik verfügen. Dann bildet sich keine Eisschicht an den Innenwänden. Das senkt den Stromverbrauch, da der Kompressor nicht mehr so stark dagegen anarbeiten muss. Nur ohne diese Eisschicht kannst du dich darauf verlassen, das die Temperatur nicht schwankt und dem entspricht, was du eingestellt hast.

Wenn sich dennoch eine Eisschicht gebildet haben sollte, tau den Kühlschrank ab und entferne das Eis. Am besten regelmäßig.

Mann entfernt Eis aus Gefrierfach
Wenn der Kühlschrank das nicht selbst kann, musst du das Eis entfernen (Bild: Getty Images)

Achte auch darauf, dass du die Kühlschranktür immer nur kurz öffnest. Einströmende warme Luft bringt die Temperatur im Innenraum durcheinander. Die gleichzeitg ausströhmende Luft macht es in der Küche übrigens nicht kälter, sondern wärmer, weil sofort der Kompressor anspringt und damit indirekt den Raum heizt.

Die Temperatur sinkt dabei nicht so stark, wenn im Kühlschrank eine Art Kühlakku liegt – Wasserflaschen, die gut durchgekühlt sind, Wein oder Bier. Sie speichern die Kälte.

Fazit: Temperatur leicht erhöhen und das Verhalten ändern

Viele Lebensmittel mögen es kühl, sonst würde es keine Kühlschränke geben. Ganz so kalt, wie viele Geräte eingestellt sind, muss es aber auch nicht sein. Insbesondere dann, wenn du angesichts der aktuellen Strompreise Energie sparen willst.

Stromkosten senken: Viele kleine Maßnahmen zusammen

Energie sparen kannst du beim Kauf eines Kühlschranks (Energieeffizienzklasse A, nicht zu groß), beim Aufstellen (fern aller Wärmequellen), bei der Temperatureinstellung (1–2 Grad wärmer), beim Befüllen (nur zimmerwarme Speisen rein, Tür sofort wieder zu, jedes Lebensmittel in seine Kühlzone).

Und auch wenn die Strompreise wieder sinken sollten: Wenn du Energie sparst, hilfst du der Umwelt – und das muss nicht zur Lasten der Haltbarkeit deiner Lebensmittel im Kühlschrank gehen. Du musst lediglich ein paar Tipps befolgen.

Beitragsbild: Markus Spiske/Unsplash

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2 Kommentare zu “Optimale Temperatur im Kühlschrank – und doch Energie sparen

    1. In diesem Fall scheinen Sie bereits einen energiesparsamen Kühlschrank zu besitzen. Herzlichen Glückwunsch! Allen anderen empfehlen wir dennoch den Besuch einer unserer Märkte oder einen Klick auf den Link in den Onlineshop.

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