Neue Energieeffizienzklassen ab 2021: Aus A+++ wird wieder A

A+++, A++, A+, A? Die aktuell gültigen Energieeffizienzklassen verwirrten zu sehr. Ab 2021 wird es daher neue Energielabels geben. Das solltet ihr dazu wissen.

Bereits vor zwei Jahren diskutierte die EU darüber, neue und für Konsumenten besser nachvollziehbare Energielabels einzuführen. Nun verkündigte die Europäische Kommission, dass ab dem 1. März 2021 für neue Geräte veränderte Energieeffizienzklassen gelten bzw. diese dem Käufer in Form von Labels mitgeteilt werden sollen.

Was ändert sich bei den Energieeffizienzklassen?

Es ist im Grunde ganz einfach: Aus den aktuellen Energieeffizienzklassen mit D, C, B, A, A+, A++ und A+++  wird G, F, E, D, C, B und A. Der Wegfall der Plus-Bezeichnungen und ggf. weiteren Ergänzungen soll die Transparenz wieder erhöhen und vor allem die Verständlichkeit bei Käufern neuer Produkte steigern.

So sieht das Energieeffizienz-Label bisher aus. E, F und G spielen im Grunde keine Rolle mehr. (Foto: Wikimedia)

So sieht das Energieeffizienz-Label bisher aus. E, F und G spielen im Grunde keine Rolle mehr. (Foto: Wikimedia)

Als die EU-Kommission das EU-Energielabel 1995 eingeführt hat, entsprachen die Energieeffizienzklassen dem damaligen Stand. Die niedrigen Klassen E, F, G fielen im Verlauf der Zeit weg. Dagegen erschienen immer mehr stromsparende Geräte, die die Klasse A deutlich übertrumpften. So kam es, dass neue Klassen hinzukamen: A+, A++ und A+++. Jetzt kehrt man zur „alten“ Klassifizierung zurück, um wieder klarer zwischen effizienten und stromschluckenden Produkten zu differenzieren.

Für welche Produkte gelten die neuen Energieeffizienzklassen?

Diese Produktgruppen bekommen die „neu skalierten Labels“:

  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen
  • Wäschetrockner
  • Kühlschränke und Weinkühlschränke
  • Lampen
  • Elektronische Displays, darunter Fernseher und Digital Signage Displays (z.B. Bildschirme in Einkaufspassagen)

Wie unterscheiden sich die neuen Label von den alten?

Die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Label fallen erst bei genauerer Betrachtung auf. Schnell ersichtlich ist, dass die Plus-Klassen wegfallen, außerdem enthalten die Labels nun einen QR-Code. Diesen könnt ihr mit einem Smartphone abscannen, um weitere Informationen abzurufen. Die Details wiederum stammen aus der EPREL-EU-Datenbank, die von den Herstellern gefüllt wird. Hier geht es keineswegs um Werbung oder Links zu Webseiten der Produzenten, sondern um konkrete Fakten zu den Energieeffizienzklassen der jeweiligen Produkte.

Hier gut zu erkennen: QR-Code und Zusatzinformationen, die das Produkt genauer beschreiben. (Foto: EU)

Hier gut zu erkennen: QR-Code und Zusatzinformationen, die das Produkt genauer beschreiben. (Foto: EU)

Die Energielabels erhalten unter Umständen ergänzende Infos abseits des Stromverbrauchs, um einen Vergleich zu erleichtern. Abhängig vom Produkt kann das der Wasserverbrauch, die Helligkeit, die Geräuschemission oder die Speicherkapazität sein.

Wie erfahre ich, welche Klasse mein designierter, neuer Kühlschrank haben wird?

Besagte EPREL-EU-Datenbank wird in den kommenden Monaten für die Allgemeinheit geöffnet. In der könnt ihr selbst vor dem Kauf neuer Geräte recherchieren.

Diese Datenbank soll euch auch dabei helfen, alle in Europa erhältlichen Waren zu kontrollieren, die für die Energieeffizienz von Bedeutung sind. In der Vergangenheit haben einige Hersteller einzelne Produkte nicht vollständig oder gar nicht gekennzeichnet. Das soll mit den neuen Regelungen rund um die Energieeffizienzklassen nicht mehr möglich sein, da die Hersteller ihre Produkte in die Datenbank eintragen müssen. Übrigens schon seit dem 1. Januar 2019.

Welche Label gelten bis zur Übergangsfrist 2021?

Es ist davon auszugehen, dass Hersteller bis zum Einführen der neuen Labels am 1. März 2021 die alten Etiketten nutzen werden. Denn diese sind etabliert und allgemein bekannt. Anfang 2021 dürften recht schnell die aktualisierten Labels auf Leuchten, Geschirrspülern, Fernsehern etc. kleben.

Gut möglich, dass Firmen individuelle Zwischenlösungen einsetzen, um beispielsweise die alten und neuen Labels gleichermaßen darzustellen. Die EU schreibt keine einheitliche Übergangsphase vor.

Wie kann ich mir das vorstellen? Ist mein B-Kühlschrank dann nur noch ein G-Kühlschrank?

Um es kurz zu sagen: Ja, genau. Aus dem alten A+++ wird ein neues A, aus A++ ein B, aus A+ ein C, aus A ein D, aus B ein E, aus C ein F und aus D ein G.

Das bekannte Farbschema wird nicht verändert. (Foto: EU)

Das bekannte Farbschema wird nicht verändert. (Foto: EU)

Trotzdem: Ihr müsst also nach wie vor auf genaue Zahlenangaben bzw. den Energieverbrauch achten. Daran wird sich nichts ändern.

Muss ich meinen alten Geschirrspüler jetzt wegschmeißen?

Natürlich. 🙂 Bei Euronics könnt ihr neue Geschirrspüler kaufen.

Spaß beiseite: Die aktualisierten Energieeffizienzklassen sind besonders für den Neukauf relevant und sollen euch helfen, die für euch richtige Wahl zu treffen. Obwohl sicherlich Anfang 2021 die Verwirrung im Einzelhandel groß sein könnte, dürfte die neue Struktur dabei behilflich sein, ein besseres Verständnis zu schaffen. Was aber natürlich nicht passieren wird: Dass ihr eure schon erworbenen Geräte nicht mehr benutzen dürft.

Gibt es noch etwas, was ich über die neuen Energieeffizienzklassen wissen sollte?

Parallel zu den neuen Energieeffizienzklassen möchte die EU-Kommission im Juli 2019 ganze elf Ökodesign-Verordnungen durchsetzen. Bei diesen werden Reparatur- und Recycling-Fähigkeit, Aufrüstbarkeit, Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Art der recycelten Materialien berücksichtigt.

Neue Energieeffizienzklassen ab 2021Alte Energieeffizienzklassen
AA+++
BA++
CA+
DA
EB
FC
GD

Diese sind kein Bestandteil der Energieeffizienzklassen, sollen Kunden aber in Zukunft ebenfalls auf Geschirrspülern, Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Lampen, (gewerblichen) Kühlschränken und Bildschirmen in Form von Aufklebern über diese an Bedeutung gewinnenden Aspekte informieren.

Hersteller vor neuen Herausforderungen

Für Hersteller und Händler bedeuten die neuen Energieeffizienzklassen natürlich eine neue Herausforderung. Und ein wenig könnte ich verstehen, wenn es da Unmut gäbe. Sicher, die Anforderungen an Produkte steigen. Aber ein Gerät, das bislang ein A+ hatte, nach objektiven Kriterien also als energiesparend galt, soll künftig nur noch ein C-Produkt sein. Das wird doch viele Kunden erst einmal vom Kauf abhalten, bis die sich an die neuen Label gewöhnt haben.

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Ein Kommentar zu “Neue Energieeffizienzklassen ab 2021: Aus A+++ wird wieder A
  1. Sehr wichtige Information. Die geplante Klassifizierung von der EU wird den Verbrauchern noch größer Sicherheit beim Kauf, zum Beispiel beim Kauf eines Weinkühlschranks geben. Ein neues Element in diesen Labels ist ein QR-Code, mit dem die Verbraucher zusätzliche, offizielle (nicht kommerzielle) Informationen erhalten können, indem sie den Code mit einem Smartphone scannen. Diese Daten werden von den Herstellern in die EPREL EU-Datenbank aufgenommen, die in den nächsten Monaten jedem europäischen Bürger zur Verfügung stehen wird. Der Privatsektor und verschiedene NGOs sind auch dabei, Apps zu entwickeln, die die Kaufentscheidung weiter unterstützen (zum Beispiel durch die Berechnung der Rückgabe Kosten und den Vergleich verschiedener Produkte).

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