Gefrierschrank abtauen: Darauf musst du achten

Noch nie einen Gefrierschrank abgetaut? Wohin mit dem Inhalt? Wie das Eis lösen? Wie das Wasser auffangen? So geht es!

Gefrierschrank abtauen: Darauf musst du achten

Nur zwei Gründe gibt es eigentlich, einen Gefrierschrank abzutauen: Die Schublade klemmt, weil das Eis zu dick geworden ist, oder du möchtest Energie sparen.

Gleichzeitig schont es die eingefrorenen Lebensmittel, wenn du deinen Gefrierschrank regelmäßig von Eis befreist. Selbstverständlich gilt dies auch für Kühl-Gefrier-Kombinationen und Gefriertruhen.

Für alle Erst-Abtauer: Wir sagen dir, wie du Schritt für Schritt vorgehen musst. Aber auch für Profis haben wir ein paar Tipps parat. Zum Schluss erklären wir noch, wie sich das Eis bildet, wieso dadurch deine Stromrechnung steigt und wie Geräte mit Abtauautomatik funktionieren.

Schritt 1: Lebensmittel herausnehmen

Nimm die Lebensmittel aus dem Gefrierschrank, bevor du mit dem Abtauen beginnst. Sie selbst dürfen nicht auftauen, nicht einmal antauen, weil sie dadurch verderben könnten. Anders als bei den Lebensmitteln im Kühlschrank ist es wichtig, hier die Kühlkette wirklich streng einzuhalten. Nur wohin damit?

Im Winter kannst du die Lebensmittel bei eisigen Temperaturen auf den Balkon oder die Terrasse auslagern. Je kürzer und kälter, desto besser. Ich habe auch schon Wohngemeinschaften erlebt, die Lebensmittel in der Plastiktüte aus dem Fenster gehängt haben. Das solltest du allerdings nicht nachmachen.

Vor dem Abtauen müssen die Lebensmittel aus dem Gefrierschrank – nur wohin damit? (Bild: Getty Images)

Notfalls musst du dir einen Ersatz-Gefrierschrank bauen. Nimm dafür Kühlboxen, die wie dein Gefrierschrank bis minus 18 Grad herunterkühlen können. Sie sind eine gute Lösung für den Sommer. Dennoch sollten sie selbst kühl stehen, im Keller zum Beispiel, damit das Kühlaggregat nicht zu heiß wird. Zudem wird frische Luft für die Kühlung benötigt und eine Steckdose.

Alternativ könnt ihr auch in der Nachbarschaft fragen, ob es dort noch freien Platz im Gefrierschrank gibt. Vermutlich wird es nicht genug sein, um euer gesamtes Gefriergut aufzunehmen. Aber einen Versuch ist es wert.

Für Balkonbesitzer ist der Winter ein guter Zeitpunkt, um den Gefrierschrank abzutauen. Wer diesen mit den Erzeugnissen des eigenen Gartens befüllt und nicht nach jeder Fahrt in den Supermarkt: Die beste Zeit ist irgendwann nach dem Winter und vor der Ernte – also wenn das Gerät möglichst leer ist.

Der Kühlschrank ist zwar kühl, aber für eingefrorene Lebensmittel zu warm. Auch wenn du dich mit dem Auftauen beeilst, du musst damit rechnen, dass sie antauen und dann sofort aufgebraucht werden müssen.

Schritt 2: Gefrierschrank ausstellen

Stell den Gefrierschrank aus, um mit dem Abtauen zu beginnen. Falls es keinen Schalter dafür gibt, trenn das Gerät vom Strom, indem du den Stecker ziehst.

Einige, wenige Kühl-Gefrier-Kombinationen haben zwei getrennte Kühlkreisläufe, die du separat ein- und ausschalten kannst. Du kannst dann also das Gefrierteil zum Abtauen ausstellen, während der Kühlbereich weiterläuft.

Schritt 3: Auftauwasser auffangen

Diesen Schritt solltest du direkt nach dem zweiten ausführen (vielleicht sogar vorher), denn beim Abtauen wird das Eis wieder zu Wasser, das dann aus dem Gefrierschrank herauslaufen kann und in die Küche hinein.

Bei einigen Geräten kannst du die unterste Schublade herausnehmen, davor stellen und eine kleine Pipeline herausziehen, über die das Wasser aus einem kleinen Auffangbecken am Boden in die geräumige Schublade abfließen kann.

An meiner Kühl-Gefrier-Kombination von Siemens lege ich eine Klappe um, damit das abgetaute Eis in die Schüssel fließen kann (Bild: Peter Giesecke)

Wenn du selbst ein Gefäß davor stellst, kannst du es zwar nutzen, um große Eisstücke hineinzulegen und den Lappen auszuwringen. Doch Wasser wird dort nicht hineinlaufen, sondern daneben.

Als praktisch hat sich ein tiefes Backblech oder eine Fettpfanne erwiesen. Wenn du diese etwas unter den Gefrierschrank schiebst, kann sie auch das Tauwasser auffangen, dass am Gerät herunterläuft. Aber immer ein Auge darauf werfen!

Im Baumarkt gibt es auch Matten, die viel Wasser aufnehmen können, mehrere Liter sogar. Du legst sie vor den Gefrierschrank und schiebst sie so weit wie möglich unter das Gerät.

Alternativ kannst du auch Tücher nehmen, die du im Haushalt hast und die etwas mehr Feuchtigkeit aufnehmen können. Frottee-Handtücher haben zum Beispiel eine höhere Saugfähigkeit als Geschirrtücher.

Schritt 4: Eis entfernen

Du kannst warten, bis das Eis von allein aufgetaut ist. Nur das dauert. Stunden. Und schließlich willst du irgendwann fertig werden. Vor allem wenn du dein Gefriergut irgendwo zwischengelagert hast.

Beschleunige den Vorgang, indem du das Eis selbst entfernst. Wenn es etwas angetaut ist, kannst du es oft relativ leicht entfernen und ganze Platten herausnehmen. Praktisch, wenn dann eine Schüssel vor dem Gerät steht (siehe vorherigen Abschnitt).

Vereistes Gefrierfach mit Packung Eis
Warten oder nachhelfen? Das Eis muss raus aus dem Gefrierfach (Bild: Unsplash/Dev Benjamin)

Manche beschleunigen den Vorgang des Antauens, indem sie eine Schüssel mit heißem Wasser in den Innenraum stellen. Der Wasserdampf steigt auf und kommt sofort mit dem Eis in Kontakt.

Ich habe auch schon den Tipp gelesen, einen Fön in den Innenraum zu halten, damit die heiße Luft das Eis lösen kann. Das würde ich nicht machen, damit kein Wasser in das Gerät tropfen kann. Ein Kurzschluss könnte die Folge sein. Wenn du dich für den Fön entscheidest, bitte mit Abstand.

Vorsicht: Die Versuchung ist groß, mit Hilfsmitteln das Eis von der Wand zu hebeln. Beschädige dabei nicht das Gerät! Nutze keine spitzen Gegenstände, keine aus Metall. Besser geeignet sind Pfannenwender aus Holz oder Plastik.

Optional: Auswischen/reinigen

Auch im Gefrierschrank kann sich Dreck ansammeln, auch wenn dort eigentlich nichts auslaufen kann. Doch beim Hineinlegen fällt schon mal etwas daneben: Kräuter, Gemüsegrün. Eine Flüssigkeit schwappt beim Hineinstellen über. Das fiert dann fest und wird erst beim Abtauen wieder freigegeben.

Nach dem Abtauen kannst du das dann einfach wegwischen. Warmes Wasser und etwas Spülmittel reichen. Mit scharfen Haushaltsreinigern und gar Chemie musst du nicht hantieren. Auch vor Schimmel und Bakterien musst du keine Angst haben, diese vermehren sich nicht so gut bei den tiefen Temperaturen.

Schritt 5: Wieder anstellen und befüllen

Wenn du deinen Gefrierschrank von Eis befreit hast, kannst du ihn wieder einschalten. Wenn du vorher den Stecker gezogen hast, stecke ihn wieder in die Steckdose.

Temperaturanzeige der KGK Samsung Bespoke
Erst warten, bis das Gefrierfach die niedrigere Temperatur erreicht hat, dann die gefrorenen Lebensmittel zurücklegen (Bild: Peter Giesecke)

Vorsicht: Pack jetzt nicht sofort das ausgelagerte Gefriergut in den Gefrierschrank. Warte erst, bis dieser die Zieltemperatur erreicht hat, sonst können die Lebensmittel antauen und verderben.

Das Herunterfahren der Temperatur kann durchaus 30–60 min dauern, abhängig vom jeweiligen Modell. Moderne Geräte sind schneller, doch der Turbomodus verbraucht auch mehr Energie, was die Kosten erhöht und der Umwelt schadet.

Super schnell auftauen mit Stop-Frost

Einige Hersteller wie Liebherr und Bauknecht bieten mit Stop-Frost eine Technik an, mit der du deinen Gefrierschrank in einer Minute von Eis befreien kannst.

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Bauknecht hat im Gefrierraum oben unter die Decke eine Stop-Frost-Platte montiert, auf der sich das Eis bevorzugt absetzt. Du musst nur noch die Platte herausnehmen, schnell das Eis entfernen, am besten unter fließendem Wasser, schon kannst du sie wieder einsetzen. Wirklich nur eine Minute soll das nur dauern.

Du entfernst damit nicht das komplette Eis, aber sehr viel, sodass du das gesamte Gerät nicht mehr so häufig abtauen musst.

Geräte mit Abtauautomatik

Eis entsteht, weil die Luft im Inneren nicht nur kalt ist, sondern auch viel Feuchtigkeit enthält. Je länger du die Tüf offen stehen lässt, desto mehr feuchte Luft kommt hinein. Das Eis bildet sich dann meist an den Seitenwänden, aber auch auf den Lebensmitteln. Das passiert vor allem bei älteren Gefrierschränken. Neuere Geräte verfügen oft über eine Abtauautomatik.

LG-Kühlschrank mit Fresh Filter
Über den Fresh Filter tauscht LG die Luft in seinen Kühlschränken aus (Bild: LG)

Gefrierschränke mit No-Frost transportieren die Feuchtigkeit nach außen, die sich dann als Eis außen auf den Kühllamellen absetzt – und eben nicht im Innenraum. Dort wird das Eis dann regelmäßig angetaut und abgeführt. Das geschieht automatisch, du musst das Gerät also nicht mehr abtauen.

Gefrierschränke mit Abtauautomatik verfügen über Heizstäbe hinter den Seitenwänden. Diese schalten sich zwischendurch kurz ein, um das Eis zu schmelzen, das sich zwischenzeitlich gebildet hat. Das Wasser fließt dann über eine Öffnung nach außen ab.

Glätte reduziert Eisbildung

Auf besonders glatten Flächen kann sich Eis nicht so gut absetzen. Bei Gefrierschränken mit Low-Frost setzt sich Wasser auf diesen glatten Wänden ab, aber gefriert nicht, sondern läuft direkt ab.

Du kannst auch selbst etwas Speiseöl mit einem Tuch auf die Wände auftragen, um dem Eis keine Fläche zu bieten. So lautet zumindest ein Haushaltstipp. Abtauen musst du einen Gefrierschrank dann zwar immer noch, aber nicht mehr so häufig.

Einfluss auf die Stromrechnung

Durch starke Eisbildung im Innenraum fällt es dem Gefrierschrank schwer, die eingestellte Temperatur konstant zu halten. Das Kühlaggregat läuft deshalb häufiger, der Stromverbrauch ist entsprechend höher.

Genaue Werte hängen vom jeweiligen Gerät ab. Doch als Richtwert wird immer wieder genannt, dass eine Eisschicht nicht dicker als 1 cm werden sollte. Durch einen vereisten Innenraum soll ein Gefrierschrank die Hälfte mehr an Strom verbrauchen.

Stromzähler
Je mehr Eis im Gefrierschrank, desto höher die Stromrechnung (Bild: Pixabay/Gerd Altmann)

Dennoch ist der Energieverbrauch von Geräten, die die Eisbildung verhindern, nicht automatisch niedriger. In Geräten mit No-Frost arbeitet ein Ventilator, der die Luft ständig umwälzt. Das führt zu einem höheren Stromverbrauch von 10 bis 30 Prozent im Vergleich mit herkömmlichen Kühlgeräten (allerdings im eisfreien Zustand).

Auch das Abtauen benötigt Energie. Das Gerät wird zwar kurz vom Stromkreis getrennt. Doch anschließend muss es wieder auf Minusgrade herunterkühlen, was vergleichsweise viel Strom kostet. Insbesondere, wenn du diesen Vorgang beschleunigen willst und die Superfrost-Taste gedrückt hast.

Fazit: Regelmäßig abtauen

Einen Gefrierschrank abzutauen, ist nicht schwer. Die größte Hürde ist meist die Überwindung anzufangen. Warte also nicht, bis das Eis mehr Platz im Fach hat als die Lebensmittel.

Einen herkömmlichen Gefrierschrank solltest du ein- oder zweimal im Jahr abtauen, abhängig von der Eisbildung – Geräte mit Abtauautomatik, No-Frost oder Low-Frost entsprechend seltener.

Beitragsbild: Getty Images

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4 Kommentare zu “Gefrierschrank abtauen: Darauf musst du achten

  1. Hallo, bin zufällig auf diesen Beitrag gestoßen, denn ich suche nämlich diese
    Plastikklappe, die wie oben gezeigt wird, zum Abtauen und dem Flow fürs
    Wasser aufgeklappt wird. Wo kann ich diese Klappe kaufen?

    1. Die Klappe, über die das Tauwasser in die Schüssel laufen kann?

      Die muss schon im Gerät verbaut sein. Nachrüsten lässt sich die nicht. Nicht alle Geräte verfügen darüber.

      Oder ist ihre Klappe kaputt? Und sie suchen das Ersatzteil?

      Dann sollten Sie sich an die Händlerin wenden, die Ihnen das Gerät verkauft hat. Oder an den Hersteller.

      1. Die Klappe ist nicht im Gerät verbaut. Man kann die komplett herausnehmen. Und ja, sie ist kaputt. …und ich habe das ganze Net schon durchgeforstet.

        1. Wie oben schon geschrieben: Am besten wenden Sie sich an den Händler, der Ihnen das Gerät verkauft hat. Vielleicht haben Sie ja noch Anspruch auf Gewährleistung oder Garantie. Falls die Fristen bereits abgelaufen sind oder Sie das Gerät gebraucht gekauft haben, hilft Ihnen auch der Hersteller.

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