Stromkostenrechner: So viel zahlst du wirklich

Rechne ganz einfach aus, welches Haushaltsgerät dich im Monat wie viel kostet und wie viel du sparen kannst.

Stromkostenrechner: So viel zahlst du wirklich

Neulich vergaß ich in der Hektik, dass mein Backofen in der Küche seit 1 Stunde lief. Zum Glück war nichts passiert. Aber was mochte mich das wohl gekostet haben, bei den heutigen Strompreisen? Und was kosten eigentlich Router, Kaffeemaschine, Trockner und andere, wenn sie regelmäßig laufen? Das können du und ich mit einem Stromkostenrechner wie in diesem Beitrag berechnen. Wir bieten dir hier zwei Rechner an und zeigen dir außerdem, wo du die notwendigen Werte dafür findest.

Unser erster Stromkostenrechner eignet sich vor allem für Geräte, die du lange im Einsatz hast, etwa Kühlschrank, Herd, aber auch Router, Radio oder Lampen.

Unser zweiter Stromkostenrechner eignet sich vor allem für Geräte, die du sporadisch nutzt, wie Wasserkocher, Toaster oder Mixer:

Stromkostenrechner: Wie viel Leistung zieht mein Gerät?

Auf vielen technischen Geräten oder ihren Ladegeräten haben die Hersteller einen kleinen Aufkleber, Aufdruck oder Sticker angebracht. Dort findest du einige technische Angaben. Interessant für uns ist die Leistung, Dauerleistung, Nennleistung, Eingangsleistung oder eine ähnliche Bezeichnung. Angegeben ist diese normalerweise in Watt (W):

Mein Marshall-Küchenlautsprecher zieht stolze 200 Watt.

Falls nicht, findest du statt dessen in aller Regel eine Angabe wie 5V (Volt), 3A (Ampere). Aus dem Physikunterricht weißt du noch, dass Stromstärke x Spannung = Leistung ergibt, also Volt x Ampere = Watt. 5V x 3A ergeben also 15 Watt.

Aufschrift auf meinem Router: Eingangsleistung 12V und 2.5A, ergeben multipliziert 30W.

An einigen technischen Geräten findet sich außen keine solche Angabe. Das ist der Fall etwa bei Smartphones und Notebooks – schaue hier auf dem Ladegerät nach! Auch auf Einbaugeräten findest du meist keine Angabe. Schaue hier in die Gebrauchsanweisung und dort unter „Technische Daten“:

Du findest die Gebrauchsanweisung nicht mehr und weißt auch nicht mehr, was du da eigentlich gekauft hast? Suche das Gerät nach Bezeichnungen ab. Fast jeder Hersteller druckt einen Namen oder eine Seriennummer auf das Gehäuse. Im Servicebereich der jeweiligen Hersteller-Website kannst du dann nach einer Anleitung für das jeweilige Gerät suchen. Falls nicht: Gib den Namen des Geräts bei Google oder einer alternativen Suchmaschine ein und schaue, ob einige der Ergebnisse zufällig eine PDF-Gebrauchsanweisung liefern.

Aufschrift auf dem Gerät: Meine Beko-Waschmaschine heißt WMB 71643 PTE. Danach kann ich googeln.

Lässt sich par tout nicht herausfinden, wie dein technisches Gerät heißt, schaue auf euronics.de nach ähnlichen Geräten und hier in den technischen Daten, wie viel Leistung sie ziehen. Darüber kannst du auf ungefähre Werte deines Geräts schließen.

Versteht sich sicher von selbst: Dein technisches Gerät zieht dann am meisten Strom, wenn du es benutzt. Schaust du täglich 2 Stunden Fernsehen, gib diese 2 Stunden oben in den Rechner ein. Nicht in der Rechnung enthalten ist dann der Standby-Strom, den viele Geräte außerdem noch ziehen. Den solltest du ohnehin vermeiden, indem du das Gerät – wenn möglich – nach der Benutzung vom Netz trennst, etwa mit einer abschaltbaren Steckdosenleiste.

Stromkostenrechner: Welchen Wert muss ich eingeben?

Auf dem Aufdruck meiner Küchenlampe steht: „Max 40 Watt“. Verbraucht sie damit auch so viel? Nein. Entscheidend ist hier, wie viel die eingesetzte LED leistet (8,6 Watt):

Deine Waschmaschine zieht laut Gebrauchsanweisung maximal 2.200 Watt. Aber was ist, wenn du nur bei 30 Grad wäschst und das Kurzprogramm benutzt? Dann sind es natürlich weniger. Wie viel weniger, geben Hersteller meist nicht an. Die neuen Energieeffizienzklassen berechnen sich am so genannten gewichteten Energieverbrauch/100 Zyklen in kWh. Den kannst du als Anhaltspunkt nehmen.

Liegt der Wert hier etwa bei 50 kWh pro 100 Zyklen, kannst du mit 500W Leistung pro Waschgang rechnen. Aber Vorsicht: Der gewichtete Energieverbrauch errechnet sich am Energiesparprogramm/Ökoprogramm. Benutzt du das nicht immer oder nur selten, kannst du für einen Waschgang je nach Temperatur gut und gerne die doppelte oder dreifache Leistung (3x 500 = 1.500W) oben in unseren Stromkostenrechner eingeben.

Wie viel Leistung zieht die Waschmaschine wirklich? Hier irgendwas bis zu 2.200 Watt.

Auf einem USB-C-Ladeplug von Apple, den ich besitze, stehen gleich mehrere Angaben: 30 Watt, 27 Watt und 15 Watt. Welchen Wert davon nehme ich für den Stromkostenrechner? Die Antwort ist: Das Endgerät, das du damit lädst, bestimmt die Leistung. Schließt du zum Beispiel ein Smartphone, das nur mit 15W laden kann, an das 30W-Ladegerät an, lädt es mit 15W.

30, 27 oder 15 Watt: Das Endgerät bestimmt, wie viel Strom das Ladegerät verbraucht.

In den Systemeinstellungen einiger Betriebssysteme wie macOS kannst du nachsehen, mit wie viel Watt das Gerät tatsächlich lädt. Für Android und das iPhone gibt es Apps wie „Ampere“, die dir die Ladeleistung bei angeschlossenem Ladegerät anzeigen.

In den Einstellungen nachgeschaut: Mein MacBook lädt mit den – bei diesem Ladestecker – maximal möglichen 30 Watt.

Was zahle ich für eine Kilowattstunde (kWh) Strom?

Von deinem Stromanbieter erhältst du normalerweise monatlich eine Rechnung entweder per Post, per Mail, per App oder online in deinem Benutzeraccount. Hier oder in deinen Vertragsdaten siehst du den aktuell für dich gültigen Tarif. Entscheidend für unseren Stromkostenrechner ist der so genannte Arbeitspreis, gemessen in Cent pro Kilowattstunde (kWh). Er wird in der Regel aufgerundet, in unserem Falle auf 29 Cent:

Schau auf deine letzte Rechnung oder die Auftragsbestätigung, um deinen aktuellen Strompreis zu sehen.
Schau auf deine letzte Rechnung oder die Auftragsbestätigung, um deinen aktuellen Strompreis zu sehen.

Mit dem Arbeitspreis berechnest du den tatsächlichen Verbrauch.

Und was war noch gleich eine Kilowattstunde? Benutzt du 1 Gerät, das 100 Watt zieht, 10 Stunden lang, dann hast du 1.000 Wattstunden (Wh) oder 1 Kilowattstunde (kWh) verbraucht. Das kostet dich den ausgemachten Arbeitspreis, in unserem Falle 29 Cent.

Der Grundpreis ist derweil eine Art Grundgebühr. Den zahlst du unabhängig davon, wie viel Strom du letztendlich verbrauchst.

Wie spare ich Strom?

Hier im Trendblog geben wir dir in vielen Beiträgen Tipps, wie du Stromkosten senken kannst. Die einfachsten davon liegen klar auf der Hand: Benutze deine technischen Geräte nicht mehr als nötig, schalte sie ganz aus, also trenne sie vom Netz, wenn du sie nicht brauchst. Gehe nicht immer auf volle Leistung, wenn es nicht unbedingt muss – heize den Backofen etwa nicht vor, stelle den Kühlschrank auf eine niedrige Stufe, wasche die meisten deiner Wäschen kalt oder bei 30 Grad.

Auch der Kauf eines effizienteren Haushaltsgeräts kann sich lohnen. Ein weiterer unserer Beiträge zeigt dir etwa, wie du mit einer Waschmaschine Stromkosten sparen kannst. Oder Energiesparen mit Smart Home? Sogar das geht:

In Zeiten der Energiekrise ist es schwer, noch ein Schnäppchen zu machen. Bei wieder fallenden Preisen kannst du aber mit cleverem Abo- und Vertragsmanagement vielleicht auch einen günstigeren Stromtarif ergattern.

Und um die Frage vom Anfang noch zu beantworten. Ich hatte meinen Backofen auf Ober- und Unterhitze und Umluft gleichzeitig gestellt, und das bei 180 von 250 möglichen Grad. Von maximal möglichen 3,1 KW dürfte ich damit mindestens 2,2 KW erreicht haben. Laut Rechner hat mich das mindestens 64 Cent gekostet. Nicht die Welt, aber so etwas sollte mir besser nicht zu oft passieren.

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