So sparst du Strom mit deiner Waschmaschine

Nicht so heiß waschen – ist der beste Stromspartipp beim Waschen. Dazu noch das Energiesparprogramm wählen und die Waschmaschine voll packen.

So sparst du Strom mit deiner Waschmaschine

Mit etwa 5 Prozent gehört die Waschmaschine zweifelsohne zu den großen Stromverbrauchern im Haushalt. Deren Verbrauch ist so etwas wie der Goldstandard unter den Ratgebern zum Stromsparen geworden: Viele rechnen den Verbrauch einzelner Geräte im Haushalt in den Verbrauch der Waschmaschine um.

Doch was verbraucht eine Waschmaschine tatsächlich? Wieviel Strom zieht dein Gerät bei dir zuhause? Wie groß ist der Unterschied zwischen den einzelnen Programmen? Wie kannst du mit deiner Waschmaschine Strom sparen?

Im nächsten Abschnitt bieten wir dir einen Stromrechner, mit dem du den tatsächlichen Verbrauch selbst ausrechnen kannst. Dazu gibt es zahlreiche Tipps zum Stromsparen und Infos zur Funktionsweise einer Waschmaschine.

Stromrechner für Waschmaschinen

Der Stromverbrauch einer Waschmaschine hängt maßgeblich vom gewählten Programm ab. Ein Beispiel: Die AEG Lavamat L7FBG60487 verbraucht bei Baumwolle 20 Grad 0,36 kWh, bei Baumwolle 95 Grad jedoch 2,75 kWh. Das ist mehr als das Siebenfache.

Bei der Angabe auf dem Energielabel wird jedoch nur der Verbrauch im Ökoprogramm bei 40 und 60 Grad angegeben. Dein tatsächlicher Verbrauch kann also niedriger liegen, aber auch höher. Beim Extrembeispiel in vorherigen Absatz beträgt die Differenz 1,08 Euro pro Waschgang (bei 45 Ct/kWh, Stand: April 2022). Die meisten Haushalte waschen jedoch weit mehr als hundert Mal im Jahr. Das wären dementsprechend auch mehr als hundert Euro Differenz auf der jährlichen Stromabrechnung.

Unser Stromrechner für Waschmaschinen ermöglicht dir die Eingabe von drei verschiedenen Programmen. Ich persönlich nutze nur Wolle 20 Grad, Pflegeleicht 30 Grad und Baumwolle 60 Grad (wenn möglich im Energiesparmodus). Zusätzlich kannst du im Rechner angeben, wie häufig du das jeweilige Programm nutzt.

Mit unserem Twin-Rechner kannst du den Stromverbrauch zweier Waschmaschinen gegenüberstellen – bei Nutzung der gleichen Programme.

Alternativ kannst du auch für beide Rechner dasselbe Gerät wählen, aber unterschiedliche Programme – um zu sehen, was du durch die Wahl eines Energiesparprogramms oder einer geringeren Temperatur konkret sparen kannst.

Die Angaben zum Stromverbrauch der einzelnen Waschprogramme findest du in der Bedienungsanleitung.

Energiesparprogramme nutzen

Energiespar- oder Ökoprogramme sparen Strom im Vergleich mit herkömmlichen Programmen, Wasser noch dazu – bei gleicher Waschleistung. Sie laufen lediglich länger.

Frau vor Waschmaschine
Wer die Zeit hat, sollte ein Energiesparprogramm auf der Waschmaschine wählen (Bild: Getty Images)

Beim Aufheizen nehmen sich Energiespar- und Ökoprogramme mehr Zeit. Das spart bereits Strom. Zudem heizen sie nicht auf die Temperatur, die im Namen des Ökoprogramms steht. Zumindest halten sie diese nicht so lange wie das herkömmliche Programm. Trotzdem kommen sie auf dieselbe Waschleistung, weil die Wäsche länger mit der Seifenlauge in Kontakt kommt.

Bei niedrigen Temperaturen waschen

Dass die Waschmaschine weniger Energie verbraucht, wenn sie bei einer geringeren Temperatur wäscht, ist intuitiv klar. Weiter oben im Text haben wir ein Beispiel gezeigt. Doch wie tief darf die Temperatur sinken, damit die Wäsche noch sauber wird?

Die Reinigungsleistung hängt nicht so sehr von der Temperatur ab, sondern kommt vor allem aus dem Waschmittel. Die darin enthaltenen Enzyme und Tenside machen letztlich die Wäsche sauber. Ich wähle deshalb 30 statt 40 Grad bei Buntwäsche und 20 statt 30 Grad bei Wollwäsche.

Probier selbst aus, ob du die Temperatur noch weiter senken kannst. Wird die Wäsche noch sauber? Schau dir die Symbole auf der Waschmaschine an, welche Extraprogramme und Einstellungen dein Gerät sonst noch bietet.

Mann vor Waschmaschine
So heiß muss gar nicht gewaschen werden. Einige Grad weniger auf der Waschmaschine einstellen geht auch (Bild: Getty Images)

Auch die Temperaturen auf den Waschsymbolen in der Kleidung musst du in der Regel nicht genau nehmen. 10 Grad weniger als angegeben, macht oft keinen großen Unterschied. Lediglich wenn du Funktionskleidung mit Membran wäschst (oder andere empfindliche Wäsche), solltest du dich an die genauen Angaben halten.

Die 60 Grad dagegen sind ein Schwellenwert, auf den du achten solltest. Erst ab dieser Temperatur werden viele Bakterien und Viren getötet. Ich wasche meine Bettwäsche deshalb immer bei 60 Grad, aber auch nur diese.

Einmal im Monat solltest du das Gerät auf jeden Fall heiß laufen lassen, denn das reinigt die Waschmaschine von innen. 60 Grad im Vollwaschprogramm (also nicht Öko) kann reichen. Wenn du allerdings auf Nummer sicher gehen willst und deine Maschine vielleicht schon etwas müffelt, wähle 90 Grad.

Ohne Vorwäsche waschen

Die Vorwäsche ist nicht mehr notwendig und eigentlich überflüssig als Extra-Programm.

Früher wurde das Vorprogramm genutzt, um stark verschmutze Wäsche wieder sauber zu bekommen. Dank zahlreicher Sensoren erkennen moderne Waschmaschinen jedoch den Verschmutzungsgrad der Wäsche und bekommen diese auch alleine im Hauptwaschgang wieder sauber.

Flecken vorbehandeln

Wenn nicht die gesamte Wäsche stark verschm

utzt ist, sondern lediglich einzelne Teile ein paar Flecken haben, dann behandle diese mit einem Fleckenentferner wie Gallseife vor oder auch nur mit Waschmittel und Wasser.

Gallseife
Mit einem Stück Gallseife gehen viele Flecken heraus (Bild: Wikimedia, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Dann muss die Waschmaschine nicht für die gesamte Waschladung mehr Energie aufwenden. Du kannst bei einer geringeren Temperatur waschen oder im Pflegeleicht-Programm und Energie sparen.

Weniger schleudern

Das Schleudern mit mehr Umdrehungen pro Minute (U/min) benötigt selbstverständlich mehr Energie.

Dennoch lese ich immer wieder als Stromspartipp, die Wäsche intensiv zu schleudern. Das stimmt aber nur, wenn die nasse Kleidung anschließend in den Trockner kommt. Denn dann ist die Stromersparnis im Trockner größer als der Mehrverbrauch der Waschmaschine.

Weniger schleudern, spart Energie. Es sei denn, die Wäsche kommt noch in den Trockner (Bild: Pixabay/jarmoluk)

Am meisten Strom sparst du allerdings, wenn du erst gar keinen Trockner nutzt, sondern die Wäsche an der Luft trocknen lässt. Und dann gilt: Je niedriger die Schleuderzahl, desto weniger Strom verbraucht die Maschine. Die Hersteller machen allerdings keine Angabe dazu, wie hoch diese Ersparnis ist.

Warmwasseranschluss verwenden

Du sparst Strom, wenn du deine Waschmaschine an den Warmwasseranschluss anschließt, nicht an den normalen mit Kaltwasser. Allerdings ist das in einer Mietwohnung nicht immer möglich.

Die Waschmaschine wäscht dann zwar immer noch mit der Temperatur, die du eingestellt hast. Doch das Gerät heizt das Wasser nicht mehr so stark auf, wenn es bereits warm in die Maschine läuft. Das Aufheizen in der Waschmaschine geschieht mit Strom und ist teurer als über die Heizanlage im Keller oder die Gastherme in der Wohnung.

Maschine richtig füllen

Wenn du immer mit voller Maschine wäschst, verbrauchst du weniger Strom und Wasser pro Kleidungsstück. Letztlich stellst du das Gerät seltener an und sparst damit Energie. Rechne selbst nach: Gib oben im Stromrechner 80 statt 100 Nutzungen an und schaue, welchen Unterschied das konkret macht.

Nur mit voller Maschine zu waschen, reduziert die Anzahl der Waschgänge und damit auch den Stromverbrauch (Bild: Sarah Chai/Pexels)

Deine Waschmaschine ist optimal beladen, wenn zwischen Wäsche und Trommelwand noch eine Hand passt.

Wäsche auffrischen statt waschen

Den meisten Strom sparst du, wenn du die Waschmaschine erst gar nicht anstellst. Ganz oft waschen wir Wäsche, die noch gar nicht schmutzig ist. Du kannst sie auffrischen und dann weiter anziehen.

Jeans muss bei weitem nicht so oft gewaschen werden, wie das in den meisten Haushalten geschieht. Groben Schmutz entfernst du mit einer Kleiderbürste, ebenso von Jacken und Mänteln. Letztlich hilft es auch, dich umzuziehen, bevor du mit dem Hund bei Schietwetter rausgehst, um nicht so viele Kleidungsstücke dreckig zu machen.

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Wolle wird wieder frisch, wenn du sie nach draußen auf den Balkon hängst und vom Wind ordentlich durchpusten lässt. Knittriges wird wieder faltenfrei, wenn du es nach dem Duschen auf einen Bügel in die warme, feuchte Luft des Badezimmers hängst.

Es gibt auch diverse Methoden der Dampfreinigung für Wäsche zu kaufen – als eine Art Sprühflasche für die Hand, aber auch als kompletter Schrank.

Sofort ausschalten

Je länger die Maschine an ist, desto mehr Strom verbraucht sie – auch wenn nur noch das Display leuchtet, sich aber nichts mehr dreht. Dadurch wird nicht viel Strom verschwendet, aber wenn du dir angewöhnt hast, in der Wohnung konsequent das Licht auszuschalten, um Energie zu sparen, dann solltest du das auch hier machen.

Waschmaschine, ausgestellt
Wenn die Waschmaschine durchgelaufen ist, sofort ausstellen. Auch das Display verbraucht Strom (Bild: Pixabay/bierfritze)

Viele moderne Maschinen ziehen sogar im ausgeschalteten Zustand noch bis zu 1 Watt Energie. Schalte in diesem Fall eine Steckdosenleiste mit Schalter dazwischen, um das Gerät wirklich vom Strom zu trennen.

Stromverbrauch selbst nachmessen

Statt der Steckdosenleiste mit Schalter kannst du auch eine smarte Steckdose nehmen. Nebenbei misst sie auch noch den Stromverbrauch der Waschmaschine.

Dann kannst du überprüfen, ob die Angaben des Herstellers stimmen. Und nur so misst du deinen persönlichen Verbrauch – abhängig davon, wie oft du tatsächlich wäschst und wie oft du vom normalen Waschverhalten abweichst.

Innr-Smart-Plug (Foto: Sven Wernicke)
Smarte Steckdosen können nicht nur den Strom kappen, sondern auch messen (Foto: Sven Wernicke)

Generell wähle ich das Ökoprogramm, doch wenn es schnell gehen muss, drücke ich auch schon mal die Speedtaste. Vor dem Kauf meiner Waschmaschine habe ich mir tatsächlich den konkreten Verbrauch ausgerechnet, aber diese Ausnahmen dabei nicht berücksichtigt.

Statt einer smarten Steckdose, kannst du auch ein herkömmliches Strommessgerät aus dem Baumarkt nehmen.

Neue Waschmaschine kaufen

Letztlich kann sich sogar der Kauf einer neuen Waschmaschine lohnen, wenn dein Gerät schon sehr alt ist und damals in einer schlechten Energieeffiziensklasse eingeordnet war. Vergleiche einfach den Stromverbrauch und die daraus folgenden Kosten mit dem Stromrechner für Waschmaschinen weiter oben.

Auf die gleiche Weise kannst du auch errechnen, wann sich der Kauf einer Waschmaschine amortisiert hat, die zwar teurer ist, aber weniger Strom verbraucht. Je höher die Strompreise steigen, desto schneller lohnt sich eine stromsparende Waschmaschine, wenn du die Kosten für Anschaffung und Nutzung zusammenrechnest.

Fazit: Mensch und Maschine zusammen

Wenn du beim Waschen Strom sparen möchtest, hilft dir eine moderne Waschmaschine der Energieeffizienzklasse A. Wichtiger ist jedoch, dass du im Alltag die richtigen Entscheidungen triffst: Trommel vollmachen, Energiesparprogramm wählen, zusätzlich eine geringere Temperatur wählen.

Beitragsbild: Getty Images

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