Küchenmaschinen mit Waage sind mein Highlight des Jahres

2020 habe ich zwei Küchenmaschinen mit integrierter Waage getestet. Jetzt will ich auch eine.

Küchenmaschinen mit Waage sind mein Highlight des Jahres

Mal ehrlich, Haushaltsgeräte sind nicht sexy. So gar nicht.

Das Kaufen macht Spaß, zugegeben, wenn man sich einen Kaffeevollautomaten von Jura leisten kann. Oder ein anderes Statussymbol. Doch wer lässt schon seinen Ferrari in der Garage stehen? Ein iPhone 12 Max Pro erntet jedesmal bewundernde Blicke, wenn ihr es aus der Tasche zieht. Um dagegen mit Küchengeräten anzugeben, müsste ihr Leute zu euch nach Hause einladen. Wie anstrengend ist das denn?

Auch das Kochen macht keinen Spaß, sondern Dreck. Seid ehrlich. Eine wirkliche Zufriedenheit, tief im Inneren empfunden – Freude – kommt erst mit dem Ergebnis. Wenn ihr in begeisterte Gesichter blickt oder, liebe lonely hearts, für Instagram die Kamera zückt. Also: Belohnung erst, nachdem ihr die Küche bereits wieder verlassen habt.

Wie kann da eine Küchenmaschine mit Wiegefunktion mein Highlight des Jahres sein? Man sieht diese Funktion nicht einmal. Kein Gast, der je in meine Küche kam, hat auf Anhieb verstanden, was da vor ihm stand. Ich musste es erklären. Anpreisen! Denn so leicht ist das gar nicht zu verstehen.

The Wiegefunktion sparks joy

Ich greife oft zur Waage. Das ist meiner Zwanghaftigkeit geschuldet, aber auch so manchem Rezept. Da muss die Menge dann einfach stimmen. Gerade bei den klein bemessenen Zutaten.

Nach einer normalen Digitalwaage habe ich mir deshalb – zum Brötchenbacken, hallo Hefe – noch eine Feinwaage angeschafft. Jetzt habe ich zwei Waagen. Sie stehen übereinander im Schrank. Bei den anderen Backutensilien. Aber eigentlich poltert dort alles durcheinander. Springformen, Rührschüsseln und Messbecher lassen sich so schlecht stapeln.

Kenwood Cooking Chef XL mit Wiegefunktion
Die Kenwood Cooking Chef XL ist die Waage: Schüssel drauf, Tara drücken, abwiegen (Bild: Peter Giesecke)

Im Alltag sieht das dann so aus: Klappe auf. Hineinschauen, unter welchen Gerätschaften sich die Waage diesmal verbirgt. Mit der einen Hand aufpassen, dass keine Dinge herauspurzeln. Mit der anderen die Waage schnappen. Das alles mit mehligen Händen. So kommt nicht nur die Waage aus dem Schrank, sondern auch Dreck hinein. Nicht schön.

Um Butter, Mehl und Zucker abzuwiegen, habe ich eine kleine Schüssel, die ich auf die Waage stellen würde. Bei einer Küchenmaschine mit Wiegefunktion stelle ich sie oben auf das Gerät, schalte die Wiegefunktion an, fülle ein, lese ab und schütte die Zutat in die Rührschüssel. So einfach ist das. Fast schon Zen.

Wie funktioniert die Wiegefunktion?

Das viele Gedöns in der Küche, wird mir generell zu viel. Warum muss eine Küchenmaschine einen WLAN-Zugang haben? Wieso soll ich mit dem Smartphone in der Hand vor dem Gerät stehen und es per App steuern? Nun ja, vielleicht weil die Bedienung am Gerät einen überfordert. Die ist oft ein Graus.

Wo ist bloß die gute alte Ingenieurskunst geblieben?

Die Waage in der Küchenmaschine ist kein Modul, das außen angeflatscht wurde wie die 3fach-Kamera am Smartphone. Es ist auch nicht im Inneren so unerreichbar, dass es nie und nimmer repariert werden könnte. Ganz einfach: Die Bodenplatte ist die Waage. Was auf den vier Füßen steht, wird gewogen.

Küchenmaschine Bosch MUM 5 Scale Gummifüße
Auf diesen vier Gummifüßen ruht das Gewicht, das gemessen wird. Die Küchenmaschine Bosch MUM 5 Scale muss deshalb gerade stehen (Bild: Peter Giesecke)

Das sind erst einmal einige Kilo Maschine und dann noch die 80 Gramm Zucker, die ich in die Rührschüssel fülle. Dabei messen die Geräte, die ich im Test hatte, auf das Gramm genau. Keine smarte Funktion, sondern eine, die ich im Alltag gebrauchen kann. Praktisch halt.

Ich habe mir seinerzeit die Feinwaage angeschafft, weil ich 2 von 3 Gramm unterscheiden wollte. Aus Versehen 50 Prozent mehr Hefe in den Teig zu geben, führt nicht immer zu dem gewünschten Ergebnis. Meine normale Küchenwaage erledigte diesen Job nicht. Unter 5 Gramm ist denen nicht mehr zu trauen.

Die Genauigkeit einer Feinwaage von 0,1 Gramm brauche ich allerdings auch nicht. Die von mir getesteten Küchenwaagen dagegen konnten zwei Gramm sehr wohl abwiegen. Ich habe nachgemessen.

Welche Geräte habe ich getestet?

Zwei Küchenmaschinen mit integrierter Waage hatte ich schon in meiner Küche:

Beide funktionieren nach demselben, oben beschriebenen Prinzip. Die Kenwood Cooking Chef XL ist in der Oberklasse angesiedelt, die Bosch MUM5 scale in der oberen Mittelklasse. Der Unterschied steckt in Materialien und Zubehör, aber auch im Preis.

Privat habe ich seit Jahren die Bosch MUM5 in einer einfachen Ausführung in meiner Küche stehen und bin sehr zufrieden damit. Sie bietet viel Küchenmaschine für wenig Geld. Nur die Wiegefunktion hätte ich gerne noch dazu. Dann wäre ich vollends glücklich.

Jetzt kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.