Warum euer nächstes Smartphone eine Dreifachkamera haben sollte

Euer nächstes Smartphone sollte eine Dreifachkamera haben, selbst wenn ihr nicht viel damit fotografiert. Ihr werdet den Vorteil schon bald nicht mehr missen wollen.

Für eine Ultraweitwinkelkamera hatte ich nie einen Nutzen gesehen – bis zu dem Moment, als ich einmal versuchen wollte, den Kölner Dom vollständig auf ein Foto zu bekommen. Das hatte ich noch mit keiner Smartphone-Kamera bis dahin geschafft, obwohl die meisten Standard-Linsen unserer täglichen Begleiter eher weitwinklig sind. Erst mit der Ultraweitwinkellinse im Samsung Galaxy S10 gelang mir die gewünschte Aufnahme.


Links ein Bild vom Kölner Dom in Normalbrennweite, rechts mit einem Ultraweitwinkel aufgenommen. Endlich in ganzer Größe – auch wenn dabei Verzerrungen und stürzende Linien auftreten.

Gut möglich, dass ihr nicht so viel und gerne mit dem Smartphone fotografiert wie ich. Und doch wird es vorkommen, dass ihr verreist und mal kurz ein Bild vom Eiffelturm, der London Bridge oder dem Kolosseum an eure Freunde whatsappen wollt. Und nicht immer könnt ihr den bestmöglichen Abstand zum Motiv ablaufen. Da hilft ein Smartphone mit einer Dreifachkamera, mit der ihr flugs zwischen Normalbrennweite, Ultraweitwinkel oder auch Tele umschalten könnt.

Wo liegt der Vorteil einer Dreifachkamera?

Wer ein wenig mit den drei oder manchmal gar vier unterschiedlichen Brennweiten einer modernen Smartphone-Kamera experimentiert, findet schnell Gefallen daran. Eine Dreifachkamera hilft da, wo eure Füße nicht mehr zoomen können. Wenn ihr wegen einer Menschentraube oder einer Absperrung nicht näher ran könnt, hilft die Telelinse, wenn es nicht weiter zurückgeht, der Weitwinkel. Ultraweitwinkel eignen sich wunderbar für Architekturfotografie innen wie außen: Kirchen, enge Gassen, Innenaufnahmen. Telelinsen setzt ihr auf Konzerten, im Fußballstadion oder auch für Portätfotos ein.

Oppos Schema eines 10-fach-Zooms in Smartphone-Kameras

Mein Galaxy S10 deckt drei Brennweiten ab: Ultraweitwinkel, Normal und 2x-Tele. Und gerade hier wünsche ich mir sehr oft einen noch stärkeren Zoom. Huawei hat das für das aktuelle Flaggschiff P30 Pro erkannt und hier eine Dreifachkamera mit einem 5x-Telezoom eingebaut. Im P30 Pro könnt ihr mit einem Hybridzoom sogar 10-fach heranzoomen, nicht ganz, aber laut Huawei nahezu verlustfrei. Auch Oppo arbeitet an einem optischen 10-fach-Zoom für Smartphone-Kameras.

Smartphones mit optischem Zoom nutzen eigentlich nur einen Rechentrick, wie wir euch hier im Blog schon einmal gezeigt haben. Die Hersteller setzen mehrere Kameralinsen mit unterschiedlichen Brennweiten ein. Hat die erste davon 15mm Brennweite und die zweite 60mm, dann ist die 60mm-Linse ein 4-fach-Tele im Vergleich zur ersten (4 x 15 = 60).

Quadkamera im Honor 20 Pro

Quadkamera im Honor 20 Pro

Stufenlos zoomen solltet ihr deswegen nicht, weil die Kamera dann wieder auf den qualitätsmindernden Digitalzoom zurückgreifen muss. Besser, ihr nutzt die vorgegebenen Zoomstufen, von denen euer Smartphone idealerweise viele hat. Im Huawei Mate 20 Pro sind das etwa 0,6x, 1x, 3x und 5x (über den Hybridzoom).

Mehr Kameras, mehr Zoom? Leider nein

Es ist schön, dass die Entwicklung da nicht endet. Die Huawei-Tochter Honor stattet das neue Honor 20 Pro mit einer Vierfachkamera aus, die neben drei Brennweiten zusätzlich noch eine praktische Makro-Funktion an Bord hat. Folgende Bilder habe ich entweder mit dem Ultraweitwinkel oder der Telelinse des Galaxy S10 geschossen:

Die naheliegende Vermutung „Je mehr Kameras, desto mehr Zoom“, gilt übrigens nicht. Samsung etwa stattet das Galaxy A9 zwar mit vier Kameras aus, allerdings gibt es hier neben Normalbrennweite und Ultraweitwinkel nur einen 2x-Telezoom. Die vierte Kamera ist für die Tiefenwirkung zuständig.

Einen 2x-Telezoom bietet neben dem Galaxy S10 auch die Triple-Kamera im LG V40 ThinQ. Apple schafft einen 2x-fach Zoom auch mit einer Dualkamera im iPhone X(S) oder iPhone 7 Plus/ 8 Plus. Einen Ultraweitwinkel gibt es in iPhones aber bisher nicht. Und das Nokia 9 PureView bietet trotz 5 Hauptkameras nur eine Normalbrennweite; Nokia legt den Fokus hier auf eine höhere Lichtausbeute.

Smartphones mit Mehrfachkameras

SmartphoneKamerasFunktionen
Samsung Galaxy S103Ultraweitwinkel, Normalbrennweite, 2x-Tele
Samsung Galaxy A94Ultraweitwinkel, Normalbrennweite, 2x-Tele, Tiefensensor
Honor 20 Pro4Ultraweitwinkel, Normalbrennweite, 3x-Tele, Makro
Huawei Mate 20 Pro3Ultraweitwinkel, Normalbrennweite, 3x-Tele
Huawei P30 Pro4Ultraweitwinkel, Normalbrennweite, 5x-Tele, ToF
LG V40 ThinQ3Ultraweitwinkel, Normalbrennweite, 2x-Tele
Apple iPhone XS2Normalbrennweite und 2x-Tele
Motorola Moto G72Normalbrennweite und Tiefeneffekt
Oppo Reno Series3Weitwinkel, Ultraweitwinkel, 5x-Tele
Nokia 9 PureView52x Farbe (RGB), 3x Monochrom, nur Normalbrennweite

Ebenso wenig gilt leider auch die Regel „Dualkamera = 2x-Zoom“. Gerade in unteren Preisklassen dient die zweite Linse einer Dualkamera meist der Tiefenwirkung, mit der ihr zum Beispiel künstliche Unschärfe („Bokeh“) erzeugen könnt. Untersucht also vor einem Kauf eures designierten Smartphones das Datenblatt nach den Funktionen der verbauten Kameras.

Ist eine Dreifachkamera etwas für jeden? Aber ja doch!

Das Argument, mehrere Kameras bräuchten nur ambitionierte Hobbyfotografen, mag ich so nicht stehen lassen. Jeder möchte doch schöne Bilder knipsen, auch mit dem Smartphone. Und selbst wenn sie oder er nur ab und zu mal einen Schnappschuss tätigt. Da wärt ihr ebenso enttäuscht, wenn das Konzertfoto verwackelt ist oder das Partyselfie, wie wenn der Eiffelturm nur halb zu sehen ist oder sich die Akropolis in der Weite der Umgebung verliert.

Tolle Bokeh-Fotos mit jedem Smartphone – so geht es

Momentan sind Dreifach-Kameras noch etwas für die höhere Preisklasse. Aber ich rechne stark damit, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. Wartet ab oder achtet auf Angebote. Euer nächstes Smartphone sollte eine Dreifachkamera haben. Eine Funktion, die ihr schon bald nicht mehr missen wollt.

Das Beitragsbild zeigt ein Huawei Mate 20 Pro. Bilder: Hersteller

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