LG V40 ThinQ (Bild: LG)

LG V40 ThinQ mit fünf Kameras und interessanten Effekten

Das LG V40 ThinQ wird mit fünf Kameras beworben. Interessant sind vor allem die drei auf der Rückseite. In Verbindung mit KI entstehen schöne Effekte.

Ohne einen eigenen Superlativ kommt ein Highend-Smartphone heute nicht mehr aus. Mal sind sie die größten, mal die schnellsten. Das neue LG V40 ThinQ jedoch besitzt fünf Kameras. Wow! Doch ein gemeinsames Foto werden diese nie schießen: drei befinden sich auf der Rückseite, zwei vorne. Das ist nicht ein Feature, das sind zwei. Aber nur eines ist interessant.

Was das LG V40 als Smartphone leistet

Damit es nicht in Vergessenheit gerät: Das LG V40 ThinQ ist auch ein Smartphone. Der 6,4 Zoll große P-OLED-Bildschirm mit einem Seitenverhältnis von 19,5:9 zeigt eine QHD+-Auflösung von 1.440 x 3.120 Pixeln. Auch mit einem hohen Kontrastumfang gemäß HDR10.

Das V40 ThinQ misst 158,7 × 75,8 × 7,79 Millimeter und wiegt 169 Gramm. Im Vergleich mit dem LG V30 hat es nicht nur zwei (!) Kameras zugelegt, sondern auch an Größe (Bildschirm, Gehäuse), Pixelmenge und Gewicht.

Das LG V40 ThinQ ist groß, sogar größer als sein Vorgänger, aber immer noch schlank (Bild: LG)

Das LG V40 ThinQ ist groß, sogar größer als sein Vorgänger, aber immer noch schlank (Bild: LG)

Das Innere entspricht dem anderer Spitzen-Smartphones: Snapdragon 845, 6 GB RAM, wahlweise 64 oder 128 GB Speicher und ein 3.300 mAh großer Akku. Dazu QuickCharge 3.0, WLAN ac, Bluetooth 5.0 LE, 32-bit Hi-Fi Quad DAC, IP 68 und Android 8.1.

Drei Kameras auf der Rückseite

Das Herausragende des LG V40 ThinQ sind die drei Kameras auf der Rückseite und was sie im Verbund leisten können. Zuerst einmal sei festgestellt, dass jede Kamera für sich Fotos aufnehmen kann – und zwar sehr unterschiedliche.

  • Standardkamera: 12 MP (f/1,5) mit 1,4µm Pixel, 78 Grad
  • Superweitwinkel: 16 MP (f/1,9) mit 1,0µm Pixel, 107 Grad
  • Teleobjektiv: 12 MP (f2,4) mit 1,0µm Pixel, 45 Grad

Neu hinzugekommen ist das Teleobjektiv, das nun einen zweifachen Zoom erlaubt und im Vergleich mit einer Weitwinkelaufnahme sogar eine Vergrößerung um den Faktor 3,2. Die Funktion Triple Preview zeigt alle die Bilder aller drei Objektive als Vorschau in Daumennagelgröße, bevor das Foto aufgenommen wird.

LG hat gleichzeitig auch die Pixelgröße der Sensoren vergrößert – bei der Standardkamera hinten um 40 Prozent auf 1,4µm. Damit wird einiges mehr an Licht eingefangen. Ein zweifacher Phasen-Autofokus (Dual PDAF) soll zudem 50 Prozent schneller den Mittelpunkt des Bildes fokussieren.

Interessante Effekte im Zusammenspiel

Spannend wird jedoch zu sehen sein, wie die drei Kameras zusammenarbeiten. Die smarten Fähigkeiten, die mit ThinQ bereits im Namen stecken, erlauben auch eine Kombination der verschiedenen Kamerabilder.

Bei der Funktion Triple Shot wechselt das Bild kontinuierlich zwischen den drei Aufnahmen. Präsentiert wird also ein kleines Video – klein genug, um es mit Freunden per Social Media zu teilen.

Im Modus Cine Shot wird ein Foto aufgenommen, in dem sich etwas bewegt: fließendes Wasser, Zweige im Wind oder ein Windrad. In einem kurzen Video, das drei Sekunden lang eine Standszene aufnimmt, wird dann mit dem Finger auf dem Touchscreen der Bereich markiert, der animiert erscheinen soll. Den Rest übernimmt die künstliche Intelligenz (KI, AI).

Daneben bietet LG noch Funktionen mit Buzzwörtern wie AI CAM und AI Composition. Doch es bleiben wohl die ersten Praxistests abzuwarten, was die künstliche Intelligenz im LG V40 tatsächlich leistet. Schließlich müssen die Bilder dem Betrachter gefallen.

Viele dieser Effekte könnt ihr auch auf der US-Website von LG sehen.

Zwei Kameras vorne

Auch auf der Frontseite ist eine Linse hinzugekommen. Das Standardkamera mit 8 Megapixeln wird um einen Weitwinkel mit 5 Megapixel ergänzt.

  • Standardkamera: 8 MP (f1.,9) mit 1,12 µm Pixel, 80 Grad)
  • Weitwinkel: 5 MP (f2,2) mit 1,12 µm Pixel, 90 Grad)

Das ist zwar eine Verbesserung, aber gegenüber anderen Herstellern kein Alleinstellungsmerkmal. Die Selfie-Kamera bietet das, was man auch von anderen Spitzen-Smartphones kennt: einen Bokeh-Effekt, bei dem sich per Schieberegler auf dem Touchscreen festlegen lässt, wie unscharf der Hintergrund werden soll. Dazu kommen noch Spielereien mit dem Licht und andere Effekte.

Die Smartwatch LG Watch W7

Neben dem V40 ThinQ hat LG auch seine neue Smartwatch W7 vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine hybride Uhr mit zwei Zeigern, die von einem Quarzwerk gesteuert werden. Die LG Watch W7 erscheint daher im klassischen, runden Format und steckt in einem Gehäuse aus Edelstahl. Auf einem Durchmesser von 1,2 Zoll werden 360 x 360 Pixel gezeigt.

Die Smartwatch LG Watch W7 bietet smarte Funktionen auf den Ziffernblättern, aber klassische Zeiger mit einem Quartzwerk (Bilder: LG)

Die Smartwatch LG Watch W7 bietet smarte Funktionen auf den Ziffernblättern, aber klassische Zeiger mit einem Quartzwerk (Bilder: LG)

Innen steckt der neue Smartwatch-Prozessor Snapdragon Wear 2100, der Googles Betriebssystem Wear OS antreibt. Hinzu kommen 768 MB RAM und ein 4 GB großer interner Speicher sowie ein Höhenmeter, ein Barometer, eine Stoppuhr und ein Kompass. Eine Akkuladung reicht für zwei Tage mit allen Funktionen. Danach läuft die Uhr noch drei bis vier Tage weiter, bevor auch die Zeiger stehen bleiben.

Fazit

LG hatte in den letzten Jahren einiges an Pech. Neuen Erfolg sollten die beiden Smartphone-Reihen G und V bringen. Sämtliche Geräte erhielten positive Beurteilungen, als sie vorgestellt wurden. Dennoch verkauften sie sich nicht so gut wie erhofft. Ob das beim LG V40 ThinQ anders sein wird, muss sich zeigen.

Nicht die fünf Kameras sind ein Highlight, sondern die drei auf der Rückseite. Das Konzept und die Werte der einzelnen Kameras sehen gut aus. Da die Qualität der Bilder letztlich immer mehr von der Software abhängt, müssen Tests zeigen, ob die Fotos letztlich überzeugen können.

Auf lange Sicht werden hier wohl die Hersteller die Nase vorne haben, die viel in die Entwicklung der künstlichen Intelligenz stecken. LG will da mitmischen, hat aber mit Google, Apple und Samsung natürlich potente Konkurrenz. Vielleicht sollte sich LG auf ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal besinnen.

Das LG V40 ThinQ wird in den Farben Schwarz, Grau, Blau und Rot erscheinen. Veröffentlichungstermin und Preis hat LG noch nicht genannt.

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