Gaming über Beamer? Das musst du wissen

Ja, Beamer sind längst gamingtauglich. Wenn du das richtige Modell für PlayStation 5 und Xbox Series auswählst. Wichtig sind drei Kennfelder.

Gaming über Beamer? Das musst du wissen

Große Leinwand + große Spiele = großartiger Spielspaß! Hast du einmal die richtig opulenten Games auf einer Leinwand gezockt, möchtest du wohl nie wieder zum „mickrigen“ Flat-TV zurückkehren. Doch wie beim Fernseherkauf gilt, dass nicht jedes Modell für den Gaming-Genuss geeignet ist.

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Sind Beamer überhaupt fürs Gaming geeignet?

Ja, aber mit Einschränkungen. Neuere Projektoren wie der Samsung The Freestyle oder Xgimi Halo+ sind ausreichend hell, können Audio und Video von der Spielekonsole über HDMI entgegennehmen. Das ausgegebene Bild ist – je nach Projektionsverhältnis – um ein Vielfaches größer als das Bild gleich teurer Fernseher.

Ein Gros der aktuellen Beamer hat jedoch in punkto Auflösung und Bildverzögerung Nachteile gegenüber Fernsehern. Die Bildauflösung beträgt zumeist maximal 1920 mal 1080 Pixel – Beamer mit einer höheren Auflösung behelfen sich sehr wahrscheinlich mit innovativem Pixel Shift.

Projektoren zu einem günstigeren Preis bieten eine Bildwiederholungsrate von 60 Hz, wohingegen PlayStation 5 und Xbox Series S|X auf bis zu 120 Hz kommen. Signifikanter als dieser Wert ist die Verzögerung zwischen Controller-Eingabe und Bildausgabe.

Monitore und blitzschnelle Fernseher kommen auf eine ultraschnelle Umschaltzeit von 4 ms – der von uns exzessiv getestete Xgimi Halo+ sieht mit 26,7 ms lahm aus. Anders ausgedrückt: Monitor und Fernseher können ein Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde in Echtzeit ohne spürbare Latenz darstellen.

Beamer und Spiele? Das passt!
Schnelle Shooter brauchen einen reaktionsschnellen Beamer – und solche Modelle sind preisintensiv. (Abbildung: BenQ)

Der Beamer hinkt rechnerisch 1,6 Frames pro Sekunde hinterher. Zu viel, um in kompetitiven Spielen wie „Call of Duty“ mithalten zu können. Ausreichend, um solo Shooter, Rennspiele oder dergleichen zu zocken.

Gaming-Projektoren für PS5 und Xbox Series S|X

Im höherpreisigen Segment findest du Beamer, die für PlayStation 5 und Xbox Series S|X geeignet sind. Sprich: Die Eingabe-Ausgabe-Verzögerung ist erheblich geringer, die Bildwiederholungsrate bei 120 Hz und die 4K-Auflösung zeigt dir alle Details deiner PS5- und Xbox-Spiele auf großer Leinwand.

Vorn dabei sind die Beamer von BenQ, etwa das Modell W5700 mit bis zu 144 Hz Bildwiederholungsrate, 8 ms Reaktionszeit und nativer 4K-Auflösung. Der Kostenpunkt liegt bei 2.599 Euro, was selbstredend preisintensiv ist.

Darunter rangiert der Xgimi Horizon Pro mit gut 1.700 Euro. Er ist gegenüber dem W5700 lichtstärker, fällt aber in Sachen Latenz und Schärfe etwas ab.

Beamer-Vorteile gegenüber einem Fernseher

Ob nun ein Modell mit Full-HD- oder 4K-Auflösung, geringer oder etwas höherer Latenz: Beamer stechen Fernseher im Gaming in mehrerlei Hinsicht aus. Bezahlbare Flachbildschirme bieten eine Bildschirmdiagonale von höchstens 75 Zoll.

Dagegen kommen selbst günstige Projektoren auf 80 Zoll bis 120 Zoll Bilddiagonale, weshalb „große“ Spiele wie „The Elder Scrolls V: Skyrim“ auch wirklich riesig aussehen!

Skyrim Special Edition
Epische Abenteuer wie „Skyrim“ schreien geradezu nach einer großen Leinwand!

Benötigst du den Beamer nicht, rollst du die Leinwand wieder ein – das Multimedia-Accessoire stört die Wohnungseinrichtung nicht, anders als ein Fernseher, der stets an einer Wand Platz wegnimmt.

Auch beim Sound stechen die Projektoren ihre Flachbildpendants aus. Die Beamer sind mittlerweile kompakt gebaut, haben aber noch genug Volumen um gut klingende Lautsprecher unterzubringen. Reicht dir der integrierte Lautsprecherklang nicht, schließt du einfach eine Soundanlage an deinem Beamer an und boostest das Kino-Feeling.

Audiophile schwören auf echte Surround-Sound-Anlagen wie diese hier. (Foto: Pixabay)
Audiophile schwören auf echte Surround-Sound-Anlagen wie diese hier. (Foto: Pixabay)

Dann wäre noch der Stromverbrauch zu nennen. Moderne Flat-TVs sind längst keine Stromfresser mehr, Projektoren kommen allerdings mit noch weniger Energie aus. Das schont in Zeiten steigender Energiekosten den Geldbeutel.

Butter bei die Fische: Auf was solltest du achten, wenn du dir einen Gaming-Beamer anschaffst?

Anschlüsse und Kabel aufeinander abstimmen

Beamer und Spielkonsole müssen zueinander passen. Seit PlayStation 3 und Xbox 360 sind HDMI-Anschlüsse standardmäßig vorhanden. In welcher Version die Buchsen ihre Signale aussenden, unterscheidet sich jedoch und spielt eine gewichtige Rolle bei der Informationsmenge und der Bildwiederholungsrate.

PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch nutzen HDMI 1.4; die neusten Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series S|X nutzen HDMI 2.0.

Achtet auch auf das richtige HDMI-Kabel. (Foto: HDMI Forum)
Achtet auch auf das richtige HDMI-Kabel. (Foto: HDMI Forum)

An HDMI 2.0 funktionieren auch 1.4-Kabel, dann fehlen jedoch Funktionen wie die 120-Hz-Wiedergabe.

Dein aktueller Beamer sollte HDMI 2.0 aufbieten können, um zukunftssicher zu sein.

Gaming Mode und niedrige Latenz

Beamer ist nicht gleich Beamer. Alle Projektoren eignen sich zur Medienwiedergabe, aber nur eine Handvoll ist potent genug fürs Gaming.

Die gute Nachricht ist, dass selbst viele günstige Einstiegsmodelle einen Gaming-Mode haben, der die Latenz absenkt. Das Lag sollte 27 ms nicht übersteigen, um Spiele nahezu verzögerungsfrei darzustellen.

Refreshrate 60 Hz vs 120 Hz vs 240 Hz
Die Hertz-Angabe gibt keine Auskunft über fps, ist aber eine wichtige Kennzahl, um zu beurteilen, wie schlierenfrei die Bewegtbildwiedergabe erfolgt. (Abbildung: BenQ)

Für kompetitive Spiele – also „Call of Duty“, „Fortnite“ oder „FIFA 23“ – sind dedizierte Gaming-Projektoren mit einer Latenz von 8 ms oder darunter die richtige Wahl.

Die zweite Kennzahl ist Hertz. Wie oft pro Sekunde kann dein Projektor überhaupt das Bild aktualisieren? Darüber gibt die Hertz-Angabe Auskunft. Je höher diese liegt, desto schlierenfreier und klarer ist die Bildwiedergabe – unabhängig der spieleinternen Frames per Second. 60 Hz packt jeder Beamer, 120 Hz sollten für dich als Gamer der Standard sein.

Bildgröße und -helligkeit

Projektoren funktionieren etwas anders als Fernseher. Statt einer fixen Bildschirmdiagonale entscheidet die Entfernung von Beamer zur Leinwand im Zusammenspiel mit dem Projektionsverhältnis über die Bildgröße.

Du solltest vorher schauen, ob welche Bildgröße du in deinem Zimmer erreichen kannst und willst. Denn dies beeinflusst die Modellauswahl erheblich. Manche Beamer haben ein variables Projektionsverhältnis, du kannst sie demnach auf deine Bedürfnisse einstellen.

Die Mehrzahl der Beamer besitzt ein festgelegtes Projektionsverhältnis, das die Installation etwas unflexibler gestaltet.

Anders als Fernseher schaust du nicht direkt ins das Beamer-Bild, sondern siehst nur die Leinwandprojektion. Diese kann im Tageslicht zu dunkel wirken, wenn der Projektor nicht genügend ANSI-Lumen besitzt. Projektoren mit 1.200 oder weniger ANSI-Lumen sind für abgedunkelte Räume geeignet.

Zwischen 1.200 und 2.200 ANSI-Lumen liegen die Beamer, welche bei offenen Fenstern während eines bewölkten Tages genug Licht aufbieten, um eine brauchbare Projektion auf die Leinwand zu zaubern. Alle Beamer mit über 2.200 ANSI-Lumen gelten als tageslichttauglich, um abgedunkelte Fenster oder das richtige Wetter musst du dir keine Gedanken machen.

Es sind also gar nicht so viele Aspekte, auf die du achten solltest, um einen Gaming-tauglichen Beamer zu finden. Mit einem ordentlichen Projektor ausgestattet, hebst du dein Spielerlebnis auf ein ganz neues Level!

(Aufmacher: BenQ)

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