Samsung The Freestyle im Test: Mobiler Beamer fürs Hollywood-Feeling

Samsungs The Freestyle ist ein Mini-Beamer als Ersatz für den großen Fernseher. Während Bild und Ton an sich überzeugen, ist das Gerät nicht ganz so mobil wie erhofft.

Samsung The Freestyle im Test: Mobiler Beamer fürs Hollywood-Feeling

Das Stichwort „Beamer“ verbinde ich noch immer mit den klobigen, niedrig auflösenden Schulprojektoren. Doch die Technik hat mittlerweile Kino-Niveau erreicht und ist durch neuartige Komponenten so weit geschrumpft, dass sie sich unauffällig ins Wohnzimmer einfügt. Samsungs The Freestyle hat die Schrumpfkur wie kein anderer Beamer perfektioniert.

Wir haben Samsung The Freestyle auch im Video getestet:

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Schickes Design, kompakte Hightech

Samsungs The Freestyle ist aktuell der wohl stilsicherste Mini-Beamer. Die Ingenieure brachten die Technik in einem äußerst kompakten, mattweißen Gehäuse unter, das frappierende Ähnlichkeit mit einem Filmstudio-Scheinwerfer hat. Mit gut 13 cm Länge und weniger als 10 cm im Durchmesser kannst du den Beamer unauffällig im Wohnzimmer integrieren oder leicht verstauen.

Dass Samsung seinen Projektor so kompakt baut, ist der neuartigen Technik geschuldet. Ein einzelner Chip übernimmt sämtliche Rechenaufgaben, und als Lichtquelle dient ein platz- und stromsparendes LED-Array.

Diese Leuchtdioden produzieren kaum Wärme, weshalb der Lüfter ebenfalls nur wenig Raum einnimmt – im Gegensatz zu den Beamern vergangener Tage, deren Lampen gefühlt einen ganzen Raum aufheizen konnten.

Lieferumfang des Samsung The Freestyle
Samsung The Freestyle: Lieferumfang

Der Design-Clou aber ist der bewegliche Standfuß, über den du den Beamer um beinahe 180 Grad frei schwenken kannst. Das erleichtert die flexible Platzierung und ermöglicht dir auch, das Bild an die Schlafzimmerdecke zu werfen, um im Bett Filme und Serien zu schauen.

Front des Samsung The Freestyle
Die Freestyle-Front lässt erahnen, wie viel Technik Samsung in das kompakte Gehäuse gepackt hat.

Dass der Samsung Freestyle mit Hightech vollgepackt ist, lässt die hochglänzende schwarze Vorderseite erahnen. Dort sitzt das Objektiv, flankiert von zwei Abstandssensoren und einem Schalter zur Mikrofon-Aktivierung. Samsung komplettiert es durch vier Touch-Buttons, mit denen du den Freestyle auch ohne die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung nutzen kannst.

Samsung The Freestyle
Maße: 10,24 * 17,28 * 9,52 cm / Gewicht: 800 Gramm
Wiedergabetechnik: 1-Chip-DLP-Technik / Lichtquelle: LED / Lampenlebensdauer: 20.000 Stunden
Auflösung: 1.920 * 1.080 Pixel / Bilddiagonale: 76,2 cm bis 254 cm / Projektionsverhältnis: 1:1.2 / Kontrast: 300:1 / Helligkeit: 250 ANSI-Lumen; 550 LED-Lumen / Korrekturen: Auto-Leveling, automatische Trapezkorrektur, Autofokus, HDR / Sound: integrierter 5-W-Monolautsprecher
Betriebssystem: Tizen OS / App-Store: ja / Sideload: nein / Sprachsteuerung: ja (Alexa) /
Konnektivität: Micro-HDMI; USB-C (nur für Stromversorgung); WLAN; Bluetooth, DLNA
Leistungsaufnahme: 0,5-50 Watt

Reduzierte Anschlüsse und Full-HD-Auflösung

Samsung reduzierte die Freestyle-Anschlüsse auf ein Minimum. Für externe Medien bzw. Zuspieler gibt es einen einzigen Mikro-HDMI-Anschluss. Die USB-C-Buchse indes ist für die Stromversorgung reserviert. Und die braucht der Mini-Beamer, da er nicht über einen Akku verfügt. Ohne Zusatzakku portabel ist das Gerät also nicht.

Anschlüsse des Samsung The Freestyle
On/Off-Schalter fürs Mikro, Mikro-HDMI-Eingang und USB-C-Buchse für die Stromversorgung. Mehr gibt es nicht an Anschlüssen.

Der Samsung Freestyle gibt nativ Full-HD, also 1.920 mal 1.080 Pixel, aus. Das Bild kommt mit maximal 250 ANSI-Lumen auf der Leinwand oder Tapete an. Damit ist der Mini-Beamer nicht wirklich für tageslichthelle Räume geeignet. Denn dort schwinden Leuchtkraft und Kontraste merklich. Steht der Freestyle mehr als 2 m von der Projektionsfläche entfernt, musst du den Raum abdunkeln, um noch ausreichend etwas erkennen zu können. Unser Bildvergleich verdeutlicht dir das:

Links die Projektion bei Tageslicht, rechts im abgedunkelten Raum. (Aufgenommen mit einer Canon EOS 750D)

Wenn möglich, platziere den Beamer etwas näher an der Projektionsfläche. Dann verteilt sich die gesamte Helligkeit auf einen kleineren Bereich, wodurch das Bild leuchtstärker wirkt.

Eine Leinwand ist fast Pflicht

Zudem solltest du ein paar Euro in eine passende Leinwand für die Wand- oder Deckenmontage investieren. Diese Stoffe sind speziell dafür gemacht, um projizierteres Licht kontrastreich und leuchtstark zu reflektieren. Anders als die Standardtapete, auf der das Bild immer noch einen Ticken matter und dunkler wirkt.

Kommen die Lichtbedingungen dem Freestyle entgegen, zeigen sich seine Stärken. Das Bewegtbild gibt der kleine Kraftmeier schlierenfrei und gestochen scharf wieder, der Lüfter blieb auch bei Volllast vergleichsweise ruhig und der integrierte 5-Watt-Monolautsprecher hat Wumms, um eine hollywoodreife Klangkulisse ins Wohnzimmer zu transportieren.

Möchtest du einen brillanten Surround-Sound, kannst du via Bluetooth eine Soundbar oder andere Audiogeräte mit dem Samsung Freestyle verbinden.

Besonders erfreulich sind Auto-Leveling und die schnelle Trapezkorrektur. Steht der Freestyle etwas schief auf dem Untergrund, gleicht die Technik die Projektion aus. Und wirfst du das Bild etwas von der Seite an die Wand, spannt der Freestyle automatisch ein Trapez auf, das eine verzerrfreie 16:9-Projektion garantiert.

Tizen statt Android – und eine gute App-Auswahl

Samsung setzt bei der Bedienung auf das hauseigene Betriebssystem Tizen. Nach der flotten Einrichtung erwartet dich eine an Android TV und Fire OS angelehnte Benutzeroberfläche. Apps und ausgewählte Film- und Serienempfehlungen liegen hinter eigenen Kacheln.

YouTube auf Samsung The Freestyle
Samsung The Freestyle arbeitet mit Tizen OS: hier die YouTube-App

Die Navigation ist unkompliziert, wenngleich manchmal verzögert. Die Fernbedienung muss jedenfalls Sichtkontakt zum Beamer haben, da sie über Infrarot funktioniert.

Möchtest du die vorinstallierten Apps wie Amazon Prime, Disney+, Netflix und Co. durch weitere Anwendungen ergänzen, lädst du diese über den Store herunter. Das Angebot fällt mit gut 300 Apps geringer als bei der Konkurrenz aus, die wichtigsten Programme und einige Spiele sind aber dabei.

App Store von Tizen OS auf dem Samsung The Freestyle
Einige Spiele gibt es auch. (Aufgenommen mit einer Canon EOS 750D)

Sparsame Anschlussauswahl

Du kannst aber über Screen Mirroring oder den HDMI-Anschluss eigenes Material einspielen und zum Beispiel Apps und Spiele über den Freestyle projizieren. In der Praxis hingen wir so über den Video-Eingang eine Xbox One X und die Nintendo Switch ein oder verbanden Android-Telefone mit dem Beamer.

Das ist leider kein Ersatz für externe Massenspeicher. Da Samsung den einzigen USB-C-Connector für die Stromversorgung reserviert, bleiben USB-Sticks und -Festplatten außen vor.

Natürlich haben wir ausprobiert, ob wir über einen USB-Hub den Beamer mit Strom versorgen und gleichzeitig externe Speichermedien einbinden können. Das funktionierte mit mehreren Hub-Modellen leider nicht.

Eine Hintertür lässt sich Samsung offen: In Zukunft soll Zubehör erscheinen, das den Freestyle erweitert. Welches das sein soll, ist unklar.

Bislang sind die Freestyle Battery Base, ein 32.000 mAh großer Zusatzakku, und das Freestyle Case als Aufbewahrungsbox verfügbar. Letzteres sieht aus wie ein passgenauer Köcher mit einigen Designmakeln. Die Fernbedienung findet keinen Platz. Mit angeschlossener Battery Base passt der Freestyle nicht mehr hinein.

Falls dich das Freestyle-Mattweiß abschreckt, bietet Samsung übrigens noch Austausch-Hüllen in Beige, Grün und Pink an.

Ohne Powerbank kein mobiler Filmgenuss

Als mobilen Mini-Beamer preist Samsung den Freestyle an. Um unterwegs Filme zu schauen, brauchst du eine portable Stromquelle. Da uns die offizielle Battery Base zum Testzeitpunkt noch nicht vorlag, nutzten wir eine andere Powerbank mit über 3 A und Power Delivery, das eigentlich zum Schnellladen von Telefonen gedacht ist.

Mit einer Kapazität von gut 30.000 mAh kamen wir auf etwa eineinhalb Stunden Laufzeit. Viele Filme gehen länger. Da der Freestyle nicht einmal über eine kleine Batterie als Überbrückungsspeicher verfügt, ist ein Powerbank-Wechsel gleichbedeutend mit dem Geräte-Neustart.

Einen Ausweg gibt es: Nutze statt einer Powerbank einfach eine Powerstation. Solche XXL-Powerbanks haben eine erheblich höhere Kapazität für längere Beamer-Laufzeiten und lassen sich sehr oft sogar über Solarenergie aufladen:

Fazit: Ein mobiler Beamer mit kleinen Defiziten

Der Samsung The Freestyle ist ein preisgünstiger Einstieg in die Welt der Mini-Beamer. Er ist sowohl Ersatz für den heimischen Fernseher, als auch mobiles Kino (mit zusätzlichem Akku, natürlich) oder Präsentationsgadget für die Powerpoint.

Die Full-HD-Auflösung ist zeitgemäß, die automatische Bildausrichtung ist komfortabel. Die Helligkeit der kompakten Bauweise geschuldet – hier raten wir dir, den Raum möglichst komplett abzudunkeln. Einzig die Wahl von Tizen als Betriebssystem und die wenigen Anschlussbuchsen sind echte Kritikpunkte.

Der Samsung The Freestyle ist für etwa 900 Euro bei EURONICS erhältlich.

Unsere Bewertung
  • Zeitlos gutes, elegantes Design
  • Kompakte Bauweise
  • Schnelle Ersteinrichtung
  • Viele automatische Korrekturen wie Auto-Leveling, Trapezkorrektur und Autofokus
  • Ordentlicher Lautsprecher
  • Nur ein Micro-HDMI-Anschluss für externe Medien
  • Kein integrierter Akku
  • Das Tizen-Betriebssystem hängt manchmal für einige Sekunden
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