Smartphone schneller laden: So nutzt du das Potenzial aus

Akku leer und das Smartphone lädt ewig? Mit der richtigen Hardware kannst du den Vorgang verkürzen. Das musst du beachten.

Smartphone schneller laden: So nutzt du das Potenzial aus

Dieser Beitrag stammt ursprünglich vom Oktober 2017 und wurde von uns am 16. Dezember 2022 umfassend aktualisiert.

Hach, das waren noch Zeiten! Als Nokia-Telefone mit einer Akkuladung über den halben Sommer kamen. Gefühlt zumindest. Smartphones müssen als treue Alltagsbegleiter viel häufiger an die Steckdose. Und oft können sie nicht für Stunden an der Steckdose hängen. Wie also kannst du dein Smartphone schneller laden? Ein wichtiger Aspekt ist zu wissen, über welche Schnellladeverfahren dein Telefon verfügt.

Inhalt:

Welchen Schnelllade-Standard nutzt mein Smartphone?

Der Begriff „Schnellladen“ ist sehr allgemein gehalten. Er beschreibt erst einmal das zügige Aufladen mit mindestens 10 Watt Leistung. Das schaffen die allermeisten Smartphones der letzten Jahre problemlos. Ist dein Telefon also eins, zwei, drei Jahre alt, verfügt es bereits über eine Schnelllade-Funktion. Entscheidender ist die Frage: Wie schnell ist es maximal? Das wiederum ist von Hersteller zu Hersteller, aber auch von Modell zu Modell verschieden.

Die allermeisten Hersteller verraten, auf welchen Standard sie setzen. Bei Galaxy S22 Ultra kommt beispielsweise USB-PD zum Einsatz. (Foto: Screenshot / Samsung)
Die allermeisten Hersteller verraten, auf welchen Standard sie setzen. Bei Galaxy S22 Ultra kommt beispielsweise USB-PD zum Einsatz. (Foto: Screenshot / Samsung)

Der einfachste Weg ist, die technischen Daten deines Smartphones zu analysieren. Hier ist dann von USB-PD (Power Delivery), Quick Charge, Warp Charge, SuperCharge, HyperCharge oder Super Vooc die Rede. Hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich teils verschiedene Technologien, die wir weiter unten genauer beleuchten. Letztlich ist für dich relevant: Was schafft mein Telefon? Zur Orientierung kannst du diese Tabelle nutzen:

HerstellerMaximale LadegeschwindigkeitStandard
Apple  27 Watt (ab iPhone 13)
20 Watt (iPhone 12)
18 Watt (ab iPhone 8, inkl. iPhone SE)
USB-PD
Samsung45 Watt (S22 Ultra, S22+, S20 Ultra, Note 10+)
25 Watt (S20, Note 20, Z Fold 2/3, S21-Reihe, S22, die meisten Telefone der A-Reihe)
15 Watt (S10 und älter, Note 9)
USB-PD
Quick Charge 2.0 (15 Watt)
Google20 Watt (Pixel 6(a), 6 Pro, 7, 7 Pro)
18 Watt (alle älteren Modelle)
USB-PD
OnePlus80 Watt (OnePlus 10 Pro)
65 Watt (OnePlus 9/Pro, 9, 8T)
30 Watt (8/Pro, 7/Pro/T, OnePlus Nord)
Super Vooc 2.0
WarpCharge 65(T)
WarpCharge 30T
Sony30 Watt (Xperia 1 IV)
21 Watt (Xperia 1 II)
USB-PD
Motorola30 Watt (Edge 30, Edge+)USB-PD
Huawei55 Watt (Mate XS)
40 Watt (P40 Pro, Pro+, P30 Pro, Mate 30 Pro)
SuperCharge
Xiaomi120 Watt (13, 12, 11T, Mi 10 Ultra)
50 Watt (Mi 10 Pro)
HyperCharge
USB-PD
Oppo80 Watt (Find X5 Pro)
65 Watt (X2 Pro, Reno Ace)
Super Vooc 2.0

Konzerne wie Apple, Samsung oder Google setzen längst auf USB-PD und damit auf einen offenen Standard. Das hat für dich Vorteile – wenn’s darum geht, das passende Netzteil für dein Smartphone zu finden.

Wie erkenne ich, was mein Netzteil unterstützt?

Niemand mag Kleingedrucktes, aber bei einem Blick aufs Netzteil für dein Smartphone kann sich das lohnen. Denn auf diesem findest du in der Regel die Information, wie „stark“ dieses ist. Für dich relevant ist die maximale Leistung, angegeben in Watt. Diese Zahl setzt sich aus der maximal möglichen Spannung (Volt) und Stromstärke (Ampere) zusammen.

Hier auf dem Samsung-Netzteil gut zu erkennen: Es schafft 25 Watt. (Foto: Sven Wernicke)
Hier auf dem Samsung-Netzteil gut zu erkennen: Es schafft 25 Watt. (Foto: Sven Wernicke)

Sollte die Watt-Angabe nicht vorhanden sein, lässt sie sich aus W (Watt) = V (in Volt) * A (in Ampere) berechnen.

Auf dem Bild oben ist ein Schnellladeteil von Samsung zu sehen, was bis zu 25 Watt schafft – das ist ideal für mein Galaxy S20, das ich mit ebenfalls 25 Watt maximal aufladen kann.

Ein Problem bleibt: Im schlimmsten Fall kann dein Netzteil zwar theoretisch genügend Leistung bieten, aber es lädt dein Smartphone trotzdem nicht schnell auf. Dann unterstützt es die jeweiligen Standards nicht, die den Auflade-Technologien der Hersteller zugrunde liegen. Also USB-PD, Quick Charge oder Super Vooc.

Tipp:

USB-PD ist mit dem Standard Quick Charge 4 (+) kompatibel.

Lohnt es sich, ein schnelleres Ladegerät nachzurüsten?

Neuen Smartphones liegen heutzutage nur noch in Ausnahmefällen Netzteile bei. Das ist einerseits ärgerlich, bietet dir aber die Möglichkeit, das bestmögliche für dich, deine Ansprüche und dein Telefon zu erwerben. Auch weil ältere Netzteile, zum Beispiel von deinen früheren Smartphones, die neuesten Standards und Geschwindigkeiten nicht unterstützen.

Beachte: Gute Netzteile mit entsprechend Leistung, zum Beispiel das 60W-Netzteil mit Power Delivery von Hama, ist nicht unbedingt ein Schnäppchen. (Foto: Hama)
Beachte: Gute Netzteile mit entsprechend Leistung, zum Beispiel das 60W-Netzteil mit Power Delivery von Hama, ist nicht unbedingt ein Schnäppchen. (Foto: Hama)

Es ist daher empfehlenswert, das vorhandene Netzteil auf Tauglichkeit zu überprüfen. Es dürfte beim korrekten Anschluss (USB-C, Lightning…) funktionieren, doch ob es die schnellen 45 Watt des neuen Handys unterstützt? Wenn nicht, ist eine Neuanschaffung auf jeden Fall ratsam. Achte beim Kauf auch darauf, dass der Plug nicht nur genügend Leistung besitzt, sondern den gewünschten Standard (USB-PD, Quick Charge…) erfüllt.

Und ja – mit einem besseren Netzteil kann dein iPhone oder anderes Handy schneller laden.

Das ideale Zusammenspiel

Alle Schnelllade-Technologien setzen dreierlei voraus:

  • ein Smartphone mit der entsprechenden Ladetechnologie
  • ein zertifiziertes Netzteil
  • ein hochwertiges USB-Kabel

Insbesondere letzteres ist oft vernachlässigt. Ein schlecht verarbeitetes Kabel mit minderwertigen Bestandteilen oder schlecht verarbeiteten Kontakten erhöht den Widerstand und mindert so den Ladestrom. Der einfachste Weg ist, hier schlicht das mitgelieferte Kabel zum Schnellladenetzteil zu verwenden. Alternativ ist das dem Smartphone beiliegende USB-Kabel auch geeignet. Oder du kaufst dir ein neues.

Mit der jeweiligen Schnelllade-Technologie kompatible Netzteile erkennt ihr am Aufdruck.
Mit der jeweiligen Schnelllade-Technologie kompatible Netzteile erkennt ihr am Aufdruck.

Mit der jeweiligen Schnelllade-Technologie kompatible Netzteile erkennt ihr am Aufdruck.

Die preislichen Unterschiede zwischen billigen und hochwertigen USB-Kabeln sind marginal. Als Markenhersteller gelten etwa Belkin, Hama, Vivanco, Speedlink oder Peter Jäckel. Ihre Kabel sind aus hochwertigen Rohstoffen hergestellt und gut verarbeitet.

Bei Netzteilen gilt, dass es explizit die jeweilige Ladetechnologie unterstützen muss. Ob das der Fall ist, erkennst du an den Logos, die auf Verpackung und Netzteil aufgedruckt sind. Einzig der Verweis auf USB-PD kann öfter fehlen. Diese Technologie ist zu Quick Charge 4 und Quick Charge 4+ kompatibel. Ein Griff zu eben jenen zertifizierten Netzteilen reicht. Ein Beispiel wäre das Hama USB-C Netzteil.

Die wichtigsten Schnelllade-Standards

In den vergangenen Jahren schufen Chip- und Smartphonehersteller diverse Schnellladeverfahren. Quick Charge und USB Power Delivery (USB-PD) sind zu Quasi-Standards geworden. Gegen sie haben andere Wettbewerber wie Super Vooc von Oppo etwas das Nachsehen, obwohl sie technisch sehr ambitioniert sind und für Kund:innen von Vorteil sein können.

Quick Charge Vooc und Co sind ein Dschungel
Quick Charge Vooc und Co sind ein Dschungel

Quick Charge und USB-PD verfolgen jeweils andere Ansätze. Gemein ist ihnen, dass sie Smartphone-Akkus um ein Vielfaches schneller laden als es 08/15-Netzteile könnten.

Damit ein Akku lädt, muss – natürlich – Strom fließen. Die Spannung bleibt dabei bei einem regulären USB-Ladenetzteil an einer Haushaltssteckdose bei 5 Volt. Was sich unterscheidet, ist die in Ampere (A) angegebene Stromstärke. Je höher diese ausfällt, desto mehr Leistung steht bereit und desto schneller lädt das Smartphone. Modernere Schnelllade-Standards unterstützen zusätzlich höhere Spannungen bis 48 Volt, verlangen dafür aber stets neue Netzteile.

LadestandardMaximale Leistung (Spannung / Stromstärke)
USB Power Delivery 3.1240 Watt (48 V, 5 A)
USB Power Delivery 3.0>100 Watt (21 V, 5 A)
USB Power Delivery 2.0100 Watt (20 V, 5 A)
Qualcomm Quick Charge 5>100 Watt (20 V, 5 A)
Qualcomm Quick Charge 4 & 4+100 Watt (21 V, 4,6 A)
Qualcomm Quick Charge 3 & 3+36 Watt (20 V, 4,6 A)
Qualcomm Quick Charge 218 Watt (12 V, 2 A)
Qualcomm Quick Charge 110 Watt (6,3 V, 1,5 A)
Samsung Super Fast Charging 245 Watt (10 V, 4,5 A)
Samsung Super Fast Charging 125 Watt (11 V, 2,25 A)
Samsung Adaptive Fast Charging18 Watt (9 V, 2 A)
Apple Fast Charging29 Watt (14,5 V, 2 A)
Huawei Super Charge 2.040 Watt (10 V, 4 A)
Motorola TurboPower 3028,5 Watt (5 V, 5,7 A)
Oppo Super Vooc 2 / Realme SuperDart>125 Watt (20 V, 6,25 A)
Oppo Super Vooc50 Watt (10 V, 5 A)
Oppo Vooc25 Watt (5 V, 5 A)
OnePlus Warp Charge 60 T65 Watt (5 V, 6 A)
MediaTek Pump Express 4.025 Watt (6 V, 5 A)

Der Geschwindigkeitsvorteil ist nicht ohne. Smart-Devices mit einer Ladezeit von fünf bis acht Stunden waren vor 10 Jahren nicht ungewöhnlich. Heutige Technologien, zum Beispiel die von Xiaomi im Xiaomi 13 Pro, können einen 4.820 mAh großen Akku dank eines 120-Watt-Schnelllademodus‘ in nur 19 Minuten aufladen. Möglich ist dies dank eines flexibleren Umgangs der Spannung und der Stromstärke sowie hochwertiger Akkus, die das dynamische Aufladen auch unterstützen.

Das Xiaomi 13 kann mit einem 120-Watt-Netzteil aufgeladen werden. (Foto: Xiaomi)
Das Xiaomi 13 kann mit einem 120-Watt-Netzteil aufgeladen werden. (Foto: Xiaomi)

Ein weiterer Aspekt, den vor allem Oppo und Xiaomi nutzen: Das schnelle Aufladen deines Handys erfolgt über zwei Akkupacks, die parallel über Hochleistungs-Netzteile mit Energie versorgt werden. Das ist gewissermaßen eine „Trickserei“, die allerdings die Ladezeit enorm verkürzt.

Nicht unerwähnt sollten Vivo und Xiaomi sein, die ihre eigenen Lösungen für ihre Geräte zur Verfügung stellen. Alle zum chinesischen Konzern BBK gehörenden Marken, also Oppo, Realme und OnePlus, setzen auf die SuperVooc genannte, proprietäre Schnelllade-Technologie. Letztlich aber funktioniert diese ganz ähnlich wie die Standards der Mitbewerber.

Was ist Quick Charge?

Quick Charge bricht das Schema mit fixer 5-V-Spannung auf. Zertifizierte Quick-Charge-Netzteile liefern je nach Version zwischen 5 Volt mit maximal 2 Ampere (Quick Charge 1.0) und 20 Volt mit bis zu 4,6 Ampere (Quick Charge 3.0, 4 und 4+). Mit Quick Charge 5 ist technisch auch mehr als 100 Watt möglich.

Eine Beispielrechnung: Das Samsung Galaxy S9 lädt seinen 3.000-mAh-Akku mit einem 2A-Netzteil binnen 1,5 Stunden vollständig. Mit einem 4,6-Ampere-Netzteil würde dieser Vorgang etwa 40 Minuten dauern.

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Qualcomm entwickelte Quick Charge seit der Premiere im Jahr 2013 fortlaufend. Die Verbesserungen von Version zu Version sind wesentlich in der Ladegeschwindigkeit zu finden. Doch auch kleinere Optimierungen nahm der Hersteller vor. Die Wärmeentwicklung während des Ladevorgangs ist nunmehr moderat. Dank effizienterer Nutzung der USB-Kabel und verbesserter Algorithmen steigerte sich die Geschwindigkeit spürbar.

Qualcomms Ladetechnologie ist auf- und abwärtskompatibel. Heißt: Ein Handy mit Quick Charge 2.0 lädt mit einem Netzteil nach Spezifikation 4+ schneller. Umgekehrt würde dies ebenso funktionieren. Seit Quick Charge 4 ist die Qualcomm-Technologie außerdem mit dem Standard USB-PD kompatibel und unterstützt Samsungs Fast Charge und Super Charge (Huawei, Honor).

Eine Liste kompatibler Geräte findest du auf der Qualcomm-Webseite.

USB-PD: Eins für alles

Das USB Power Delivery – oder eben USB-PD – ist in erster Linie ein Lade-Protokoll. Die Idee dahinter: Ein elektronisch markiertes Kabel mit integriertem Chip „verhandelt“ zwischen Ladenetzteil und Gerät. Das Netzteil übermittelt die möglichen Spannungs- und Stromwerte.

Daraufhin wählt das zu ladende Gerät die optimalen Werte. Erst nachdem sich beide einig sind, fließt Strom in festgelegter Spannung über die entsprechenden USB-Pins. Maximal liefert das Protokoll bei 5 Ampere und bis zu 48 Volt über 100 Watt. Damit ist USB-PD nicht nur für Smartphones interessant:

ProfilSpannungStromMaximale LeistungEndgeräte
15 V2 A10 Wkleine mobile Geräte wie Smartphones oder Einplatinencomputer
25 V, 12 V1,5 A, 2 A18 WTablets, kleine Notebooks
35 V, 12 V2 A, 3 A36 WKleine Notebooks, Geräte mit etwas höherer Leistungsaufnahme
45 V, 12 V, 20 V2 A, 3 A60 WGroße Notebooks, Hubs und Docking-Stations
55 V, 12 V, 20 V2 A, 5 A100 WWorkstations, Hubs, Docking-Stations

Anders als bei Quick Charge ist USB-PD offen für alle Hersteller, eine Kompatibilitätsübersicht gibt es allerdings nicht. Es hilft aber der Blick ins Datenblatt. Hat dein Smartphone einen USB-C-Konnektor, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass USB-PD in der Feature-Liste auftaucht.

USB-PD ist übrigens auch der einzige Schnellladestandard, den Apple-Smartphones ab dem iPhone 8 offiziell unterstützen.

Oppo Vooc & Super Vooc

Was früher als Warp Charge des Herstellers OnePlus oder Dart Charge von Realme bekannt war, hört mittlerweile auf den Begriff Vooc bzw. Super Vooc. Gemeint ist die Ladetechnologie von Oppo, die längst bei den vermeintlichen Mitbewerbern zum Einsatz kommt. Letztlich steckt ja auch der gleiche Konzern (BKK) dahinter.

Die neueste Variante von SuperVooc kommt auf eine enorme Leistung von bis zu 150 Watt, was heißt: Innerhalb von 15 Minuten lässt sich ein 4.500 mAh großer Akku komplett füllen. In fünf Minuten sind es immerhin schon 50 Prozent.

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Zum Einsatz kommt SuperVooc zum Beispiel beim Realme GT Neo 3. Nach oben hin ist noch einiges an Luft, denn perspektivisch soll Super Vooc 240 Watt schaffen, was heißt: 4.500 mAh in 9 Minuten.

Welche Standards sind untereinander kompatibel?

Die verschiedenen proprietären Technologien können Kopfschmerzen bereiten. Die unterschiedlichen Ladetechnologien sind nicht überall verfügbar. Netzteile für Quick-Charge und USB-PD sind nahezu bei jedem Fachhändler zu finden. Schwieriger ist da die Beschaffung von Zubehör für Insellösungen wie Dash Charge von Huawei.

Einen Überblick über die verschiedenen Ladetechnologien und die Kompatibilität untereinander bieten wir dir in dieser Tabelle:

VerfahrenUnterstützte Geräte (Auswahl)VoraussetzungenKompatibel zu anderen Standards
Quick Charge 1.0, Quick Charge 2.0, Quick Charge 3.0, Quick Charge 4.0, Quick Charge 4+Samsung Galaxy S9+, ZTE Axon 10 Pro, Xiaomi Mi 9Kompatibles Smartphone, zertifiziertes NetzteilAb Quick Charge 4.0 kompatibel zu USB-PD, kompatibel zu Super Charge
USB-PD, Anker PowerIQApple iPhone 8, Apple iPhone XR, Google PixelUSB-C-AnschlussQuick Charge 4.0, Quick Charge 4+
VOOC, Super VOOC Oppo Find X, Oppo R17 ProOppo-Smartphone-
Dash ChargeOnePlus 5, OnePlus 6TOnePlus-Geräte-
SuperChargeHonor 10, Huawei P30 ProZertifiziertes Ladegerät, 5-A-USB-KabelQuick Charge kompatibel
Fast ChargeSamsung Galaxy S8Ladeschale mit kabelloser Stromübertragung-
Pump ExpressGeräte mit MediaTek-Chips von Meizu, Motorola oder SonyZertifiziertes LadenetzteilUSB-PD

Kabellose Schnelllade-Technologien

Induktion macht’s möglich – dein Smartphone lädst du ohne Kabelei auf. Dazu legst du dieses auf eine Matte oder eine Ladestation. Hier gibt es längst zahllose Lösungen. Gegenüber den kabelgebundenen Schnellladetechnologien ist der „Wireless“-Bereich überschaubarer. Mit großem Abstand am weitesten verbreitet ist der Qi-Standard, der vom Wireless Power Consortium (WPC) stammt. Samsung, Apple, Huawei, Google, LG oder Sony sind Teil dieser Organisation, der derzeit über 350 Unternehmen angehören.

Moderne QI-Ladestationen kosten heutzutage nicht mehr viel. (Foto: Rapoo)
Moderne QI-Ladestationen kosten heutzutage nicht mehr viel. (Foto: Rapoo)

Üblich sind Wireless Charger mit 5 Watt, 7,5 Watt und 15 Watt. Und hier zeigt sich bereits, dass die Ladegeschwindigkeiten im Vergleich zu Kabel-Netzteilen deutlich geringer sind. Hinzu gesellt sich eine etwas geringere Effizienz bei der schnurlosen Energieübertragung.

Perspektivisch dürften leistungsstärkere Wireless Charger an Relevanz gewinnen. Hersteller wie Xiaomi, Oppo oder OnePlus bieten bereits für ihre Smartphones Ladestationen mit 30 oder 50 Watt an. Das kann man dann tatsächlich als Schnellladegerät bezeichnen.

Wichtig ist ebenfalls: Dein Telefon muss zum kabellosen Schnellladen in der Lage sein. Das sind derzeit bereits sehr viele Smartphones ab dem mittleren Preissegment.

Tipps & Tricks zum schnelleren Aufladen

Es geht nicht nur um Netzteile, die hohe Spannungen und Stromstärken erlauben. Auch mit einfachen Tricks kannst du das Aufladen deines Smartphones beschleunigen:

Schnelladen einschalten: Bei vielen Samsung-Smartphones standardmäßig ausgeschaltet, sind die Schnelllade-Funktionenen. Unter Akku & Gerätewartung -> Weitere Akkueinstellungen kannst du „Schnellladen“ (15 Watt), „Superschnellladen“ (25 Watt) sowie „Schnelles induktives Laden“ (kabellos) aktivieren. Andere Hersteller verzichten auf solche Optionen, ein Blick in die Einstellungen kann sich trotzdem immer lohnen.

Bei Samsung-Smartphones ist die Schnelllade-Funktion oft deaktiviert. So schaltest du sie ein. (Screenshot)
Bei Samsung-Smartphones ist die Schnelllade-Funktion oft deaktiviert. So schaltest du sie ein. (Screenshot)

Kabel statt Induktion: In jedem Fall solltest du das kabelgebundene Aufladen des Handys gegenüber dem schnurlosen via Induktion favorisieren. Denn aktuelle Schnelllade-Technologien wie USB-PD oder Quick Charge sind deutlich flotter als Qi und Co. Auch wenn die kabellose Variante bequem erscheint, benötigt sie teils doppelt oder drei Mal so lange.

Flugmodus anschalten: Du kannst das Aufladen des Smartphones verkürzen, indem du es komplett ausschaltest oder zumindest den Flugmodus aktivierst. Denn in diesen Zuständen verbraucht das Telefon weniger Energie, es macht schließlich nichts anderes als den Akku zu füllen. Es geht ebenfalls schneller, wenn du das Smartphone während des Aufladevorgangs gar nicht benutzt.

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5 Kommentare zu “Smartphone schneller laden: So nutzt du das Potenzial aus

  1. Vielen Dank für diese schöne Übersicht von aktuellen Ladestandarts! Sehr gut erklärt! Ich denke ich kann das meiste für mein Surface Go 2 übernehmen.

  2. Der USB 4.0 Standard für Schnellladung (USB-PD) mit 240 W bei 48V (5 A) fehlt noch in der / den Tabellen. Stand 2021 bitte aktualisieren.
    Da sind die Spezifikationen inzwischen bekannt offenbar.
    Mfg
    Bernd Pf.

  3. Gute oberflächige Übersicht zu den Ladestandards. Leider wird der Bereich Stromstärke mehr als oberflächig behandelt und ggf. auch falsch! Z.B. Schnellladekabel kennzeichnen sich dadurch, dass die Datenleitungen kurzgeschlossen sind, damit sind sie aber für PD und QC ungeeignet, diese Standards benötigen die Datenleitungen für die Kommunikation. Hochwertige PD-Kabel haben einen Chip der die Freigabe für höhere Ströme > 3A steuert. Wenn dieser Chip nicht da ist, wird der Strom auf 3A begrenzt egal wie dick das Kabel ist. Wie geht dies nun bei QC mit 4,6A? Wie erkennt das Ladegerät und das zu ladende Gerät, welcher Strom zulässig ist? Diese Information habe ich noch nicht gefunden. Kann jemand mir eine Quelle nennen wo dies steht? Vielen Dank
    Diese Infos sind für viele Anwender sehr interessant, weil fast alle Anbieter von Netzteilen dazu nur „geeignete Kabel sind erforderlich“ schreiben und keiner sagt aus was unter geeignet zu verstehen ist.
    Bei fast allen Produkten aus China liegen so wie so keine Hinweise dabei. Vermutlich ist dieses Wissen in China bei allen Menschen vorhanden:-) Aber warum bauen die dann, so schlechte und so maßlos verspielte Produkte, fern von allen Sicherheitsvorschriften?

  4. Ein großes und kompliziertes Thema aber trotzdem gut erklärt. Was ich allerdings vermisst habe war der Hinweis das schnelles Laden die Lebensdauer der Akkus verkürzt. Oder hat sich da etwas geändert? Aber vielen Dank für den gut geschriebenen Artikel…
    Dino Redenich

    1. Tatsächlich ist das ein Thema, dem wir uns bald widmen werden. Hier wird mein Kollege Daniel in Kürze einen Beitrag parat haben, der der Frage nachgeht, ob man das Telefon über Nacht am Netzteil hängen lassen sollte. Grundsätzlich lässt sich das nicht mehr pauschal sagen, ob schnelles Aufladen den Akku schädigt. Denn moderne Smartphones haben auch intelligente Funktionen, um den Akku beim Aufladen zu schützen. Da drosselt man auch mal das Ladetempo (z.B. über Nacht) oder wird die Temperatur überwacht. Dass ein Akku mit der Zeit schwächer wird und auch das schnelle Aufladen eine Rolle spielt – ja, das ist klar. Aber es ist längst nicht mehr so dramatisch wie noch vor fünf Jahren.

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