Mit dem Projektionsverhältnis zum passenden Beamer

Beamer erzeugen fantastische Leinwand-Bilder. Wie groß diese sind, hängt vom Projektionsverhältnis oder neudeutsch: der Throw Distance ab.

Mit dem Projektionsverhältnis zum passenden Beamer

Beamer versprechen echtes Heimkino. Damit es sich aber nicht anfühlt wie Reihe 1 im Lichtspielhaus – Genickstarre inklusive – und du den passenden Projektor findest, solltest du wissen, was ein Projektionsverhältnis ist und wie du den idealen Wert für deinen Beamer ausrechnest:

Was ist überhaupt das Projektionsverhältnis?

Das Projektionsverhältnis, auch „Throw Distance“ genannt, gibt an, wie weit ein Beamer von einer Wand oder Leinwand entfernt sein muss, um ein 1 Meter breites Bild zu projizieren. Samsung The Freestyle oder die Xgimi-Geräte Halo+ und Elfin geben hier 1,8:1 an – brauchen also eine Entfernung von 1,80 m, um eine 1-Meter-Breite zu projizieren.

Laser TV von LG.
Laser TVs sind seit 2013 auf dem Markt – erfahren aber erst jetzt eine Hochzeit. (Foto: LG)

Kurzdistanzbeamer – auch Laser TV genannt – haben oft ein Verhältnis von 0,4:1. Sie projizieren also mit nur 40 cm Abstand zur Wand/Leinwand eine 1-Meter-Breite.

Stellst du deinen Projektor weiter von der Wand/Leinwand entfernt auf, ist auch das Bild größer. Hierbei verhält sich das Projektionsverhältnis linear. Ein 1,8:1-Projektor, der 3,60 m von der Leinwand entfernt steht, wirft eine 2-m-Breite. Bei 5,40 Metern Distanz wären es theoretisch 3 Meter Breite usw.

Rechnung: Bildbreite = Distanz / Projektionsverhältnis

Am Projektionsverhältnis entlang sortieren sich die verschiedenen Beamer-Kategorien. Der jeweilige Wert bedeutet:

  • unter 0,5: Hier sind (Ultra-)Kurzdistanzbeamer die einzige Option
  • zwischen 0,51 und 1: Hier sind Kurzdistanzbeamer die Projektoren der Wahl
  • zwischen 1,01 und 1,5: Kurzdistanz- und Normaldistanz-Beamer liefern das entsprechende Bild
  • über 1,5: Hier sind nur die Normaldistanzbeamer brauchbar

Ideales Projektionsverhältnis ausrechnen

Meist möchte man einen anderen Weg gehen. Ein Platz für die Leinwand ist freigeräumt und somit auch bekannt, wie groß die projizierte Bildbreite maximal ist und wo der Beamer stehen sollte.

Um das passende Projektionsverhältnis auszurechnen, stellst du die obige Formel einfach um:

Projektionsverhältnis = Distanz / Bildbreite

Ist beispielsweise eine Bildbreite von 3 m möglich und der Beamer steht 4 m entfernt, liegt das ideale Projektionsverhältnis bei 1,33:1.

Beamer mit festem Projektionsverhältnis

So simpel es bis hierhin ist, so gibt es technisch einige Feinheiten zwischen den Beamern zu beachten. Bleiben wir beim obigen Beispiel: Einen Beamer mit einem Projektionsverhältnis von 1,33:1 zu finden, ist eher schwierig.

Gerade im Einsteigersegment bieten viele Beamer ein festes Projektionsverhältnis, meist zwischen 1,8:1 und 2,1:1. Das heißt, dass du diese Projektoren in einer bestimmten Entfernung aufstellen musst, wenn du das Maximum an Bildbreite herauskitzeln willst.

Hierbei gibt es aber einen Trick, den Hersteller anwenden, damit du das Bild flexibler auf deine vorhandene Leinwand einstellen kannst: Digitaler Zoom. Mittels dieser Einstellung „schrumpfst“ du das Bild auf die Leinwand-Größe.

Das ist zwar praktisch, damit der Beamer die Bewegtbildinhalte passgenau projiziert. Es führt aber dazu, dass um dieses Bild herum ein weißer Rahmen zu sehen ist, da das Licht trotz angepasster Darstellung das Licht stumpf durch die Linse auf die Wand wirft.

Digitaler Zoom auf dem Xgimi Halo+.
Paradebeispiel für digitalen Zoom. Das Spiel (rot eingerahmt) ist korrekt ausgerichtet. Ohne Ausrichtung würde der Beamer den grün umrandeten Bereich ausfüllen, was den Spielegenuss stört.

Auffallen könnte dir dieses Phänomen bei der automatischen Trapezkorrektur, die Xgimi, Samsung und Co. häufig nutzen.

Hier passt der Beamer die Projektion so an, dass sie auf der Leinwand exakt rechteckig und ausbalanciert erscheint. Ein heller Rahmen bleibt dennoch erkennbar.

Hier hilft nur, den Beamer im Verhältnis zur Leinwand möglichst zentral und mit einem 90-Grad-Winkel auszurichten.

Beamer mit variablem Projektionsverhältnis

Möchtest du den Beamer flexibler aufstellen, empfiehlt sich ein Projektor mit variablem Projektionsverhältnis. Dieses ermöglicht dir, das Projektionsverhältnis feinzujustieren. Angaben zum Projektionsverhältnis findest du auf den Produktseiten und in den Datenblättern der Hersteller.

Beamer mit variablem Projektionsverhältnis
Auf euronics.de findest du in den Produktdetails auch das Projektionsverhältnis der Beamer.

In aller Regel ist auf euronics.de bei einem Projektor mit variablem Projektionsverhältnis diese auch angegeben. Das hilft dir bei der Kaufentscheidung.

Die Vorteile dieser Technologie sind benannt, die Nachteile aber nicht gänzlich auszuklammern. Beamer mit variablem Projektionsverhältnis weisen höhere Verzeichnungen am Bildrand auf, wirken dort also oft farbverfremdet und etwas verschwommen.

Was das Projektionsverhältnis verschweigt

Das Projektionsverhältnis ist maßgeblich für die Bildbreite – verrät aber noch nichts über die eigentliche Projektionsqualität. Hier sind drei andere Kennfelder wichtig.

Die Lumen-Angabe verrät dir, ob der Beamer überhaupt tageslichtgeeignet ist oder nur in abgedunkelten Räumen funktioniert. Mit dem Thema Helligkeit haben wir uns an anderer Stelle intensiver auseinandergesetzt.

Generell gilt: Je näher der Beamer an der Leinwand steht, desto heller ist das projizierte Bild. Kurze Distanz bei akkurater Bildprojektion und maximale Helligkeit vereinen Laser-TV-Geräte.

Je weiter der Beamer entfernt steht, desto dunkler wirkt das Bild, weil die gleiche Lichtmenge eine größere Fläche ausfüllen muss.

Daneben ist die Auflösung ein wesentlicher Faktor für den Heimkino-Genuss. Billige Einstiegsbeamer setzen auf eine Videoausgabe von unter 1080p, vielfach sogar auf das damals bei DVDs übliche 480p. Auf großer Leinwand landet so nur grobpixeliger Matsch.

Sinnvoll sind mindestens 1080p, in einigen Fällen auch eine 4K-Ausgabe, selbst wenn diese über das günstiere Pixelshift erfolgt.

Und letztlich ist auch die Leinwand entscheidend für den visuellen Gesamteindruck. Günstige Stoffleinwände für unter 20 Euro sind einer Raufasertapete zwar vorzuziehen, überstrahlen helle Bereiche aber.

Alternativen bieten die einschlägigen Hersteller, deren hochwertige Leinwand-Textilien das projizierte Licht anders „schlucken“ und zurückwerfen.

Aufmacher: Pexels.com / Adrien Olichon

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