Display-Licht: Nits, Lumen, Candela und andere Maßeinheiten erklärt

Bei all den Maßeinheiten für Licht kann man schon mal durcheinander kommen. Wir erklären, welche Einheit was misst und wo sie zum Einsatz kommt.

Display-Licht: Nits, Lumen, Candela und andere Maßeinheiten erklärt

Unterschiedliche Displays sind unterschiedlich hell. Allerdings ist es nicht immer ganz so einfach herauszufinden, wie hell sie wirklich sind. Oft finde ich Angaben in Nits, Lumen, Candela oder anderen Einheiten. Um einschätzen zu können, wie hell der Monitor oder das Handy-Display wirklich sind, ist es sinnvoll zu verstehen, was die verschiedenen Maßeinheiten bedeuten und wo welche zum Einsatz kommen.

Fangen wir am Anfang an. Vor den Displays gab es die Glühbirne. Bei dieser wurde die Helligkeit in Watt gemessen, denn je mehr Strom die Birne bekommt, umso heller wird sie. Diese Maßeinheit wird aber nicht für Displays verwendet, da zum Beispiel die deutlich energiesparenderen LED-Displays und Glühbirnen mit der gleichen Wattzahl nicht gleich hell leuchten. Watt ist also bei verschiedenen Lichtquellen nicht proportional.

Deshalb verwenden wir für Lichtquellen Maßeinheiten, die die tatsächliche Helligkeit der Quelle messen sollen und nicht die zugeführte Wattzahl.

Candela und Nits

Bei Displays sehen wir relativ häufig eine Helligkeitsangabe in Nits. Um zu verstehen, was das genau ist, müssen wir erst einmal verstehen, was Candela sind. Mit Candela können wir die Lichtstärke einer Lichtquelle messen. Und zwar messen wir hier, wie hell diese Quelle in eine Richtung strahlt. Damit messen wir also nicht, wie viel Licht die Quelle insgesamt abgibt, denn das würde bedeuten, wir messen den gesamten Lichtkegel. Candela fokussiert sich auf nur eine Richtung.

Die meisten LED-Displays werden in Nits gemessen.

Ein Nit ist nun ein Candela pro Quadratmeter. Es bestimmt also nicht nur die Helligkeit einer einzigen Lichtquelle, sondern misst, wie hell eine oder mehrere Lichtquellen auf einem Quadratmeter sind beziehungsweise wären. Nits werden oft bei LED-Displays als Maßeinheit für die Helligkeit verwendet, da sie diese relativ präzise wiedergeben können. Bei der Nit-Angabe für Displays bezieht sie sich stets auf die Helligkeit, wenn das Gerät mit voller Leistung läuft und weiße Farbe anzeigt. Die Nit-Angabe wir auch häufig als Leuchtdichte bezeichnet.

Lumen

Lumen dient ebenfalls dazu, die Helligkeit einer Lichtquelle zu messen. Hier sprechen wir vom Lichtstrom einer Quelle. Das beschreibt die gesamte Lichtleistung einer Lampe. Wo Candela die Leistung in nur eine Richtung misst, misst Lumen das komplette Licht, das von dieser Quelle ausgeht.

Lumen berechnet keine Fläche, wie es bei Nits der Fall ist, sondern bezieht sich auf eine Lichtquelle. In der Praxis kann das zum Beispiel eine Taschenlampe sein oder ein Projektor. Da beides mit nur einer Lichtquelle arbeitet, ist die Angabe in Lumen hier präziser als in Nits, das Flächen mit mehreren Lichtquellen besser berechnet.

Beamer und Projektoren messen sich in ANSI-Lumen.

Speziell für Beamer oder Projektoren ist die Maßeinheit der ANSI-Lumen noch ein wenig präziser. Denn bei dieser kommt es darauf an, wie hell das Licht am Ende auf der Leinwand ankommt und nicht wie viele Lumen die Birne produziert, denn ein Teil des Lichts geht als Streulicht verloren.

ANSI steht für American National Standards Institute, welche das Messverfahren für die ANSI-Lumen entwickelt hat. Durch dieses Verfahren können wir messen, wie viele Lumen ein Beamer oder Projektor tatsächlich auf die Leinwand bringt. Streulicht wird sozusagen rausgerechnet. Selbstverständlich ist das Messverfahren genormt und wird für alle Beamer gleichermaßen angewandt, damit wir eine Basis haben, auf der wir die Beamer vergleichen können.

Lux

Der Vollständigkeit halber sollte Lux in diesem Artikel nicht unerwähnt bleiben. In der Unterhaltungselektronik findet es keine Anwendung, es ist aber mit ANSI-Lumen vergleichbar. Lux misst nämlich ebenfalls, wie viel Licht aus einer Quelle mit einem Abstand auf einem Empfänger ankommt.

Dabei ist das Verfahren nicht genormt und bezieht sich nicht nur auf Beamer. Lux kann eine beliebige Lichtquelle mit einem beliebigen Abstand messen und zeigt euch, wie viel von dem Licht beziehungsweise wie hell das Licht wirklich am Empfänger ankommt. Lux wird oft dazu verwendet, um zu sehen, ob ein Raum ausreichend beleuchtet ist. Das ist vor allem für die Fotografie interessant.

Früher war es gang und gäbe, dass Fotografen mit einem Lux-Messer gearbeitet haben – einige Profis tun das auch heute noch. Moderne Kameras messen die Lichtmenge aber mittlerweile sehr zuverlässig durch eingebaute Sensoren.

Fazit

Wenn ihr euch ein neues Smartphone, einen Monitor oder Tablet zulegen wollt, achtet bei der Helligkeit auf Leuchtdichte, welche in der Regel in Nits angegeben ist. Ein helles Display ist vor allem dann wichtig, wenn ihr das Gerät bei hellem Sonnenschein verwenden möchtet. Ist das Display zu dunkel, erkennt ihr dann nämlich nur wenig. Als Faustregel gilt: Mehr Nits sind immer besser. Sollte das Display zu hell sein, könnt ihr es immer noch manuell anpassen und hochregeln, wo ihr es benötigt.

Eine ähnliche Devise gilt für Beamer und Projektoren. Wenn ihr diese nicht nur in dunklen Räumen verwenden möchtet, muss das Gerät entsprechend hell sein. Als Richtwert sollten es mindestens 1500 ANSI-Lumen sein, auch hier ist mehr natürlich besser, da ihr so auch ein schärferes Bild bekommt. Im Idealfall wollt ihr den Projektor auch in hellen Räumen verwenden können.

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