Was ist HDMI 2.1a und wo sind die Unterschiede zu HDMI 2.1?

Fünf Jahre nach HDMI 2.1 steht die nächste Version des Standards an. HDMI 2.1a ist ein kleines Update mit einer wichtigen Neuerung.

Was ist HDMI 2.1a und wo sind die Unterschiede zu HDMI 2.1?

Das High Definition Multimedia Interface, besser bekannt als HDMI, entwickelt sich fortlaufend weiter. Ein großer Meilenstein war die Einführung von HDMI 2.1 auf der CES im Januar 2017. Denn mit der gravierenden Erhöhung der maximalen Datenrate (48 Gbit/s) wurden Elemente wie dynamisches HDR, eARC, variable Bildraten und 4K-Auflösungen bei 120 Hz erst möglich.

HDMI 2.1a ist, ähnlich wie HDMI 2.0a aus dem Jahr 2015, ein relativ kleines Upgrade, das allerdings ein entscheidendes Element mitbringt: Source-Based Tone Mapping (SBTM). Das verbessert die Kommunikation zwischen den verbundenen Endgeräten und erhöht die Bildqualität.

Was ist SBTM?

Source-Based Tone Mapping findet sich in ähnlicher Form bereits bei Dolby Vision, Dolby Vision Gaming, HDR10+ Gaming oder bei HGiG wieder: Die HDR-Wiedergabe einer Videoquelle – zum Beispiel Streamingplayer oder Spielkonsole – gleicht sich selbständig an die technischen Möglichkeiten des Ausgabegeräts an. Dies gilt für Monitore, Fernseher oder Projektoren gleichermaßen.

SBTM lässt sich nicht ein- und ausschalten, vielmehr handelt es sich um einen intelligenten Austausch an Informationen zwischen den jeweiligen Geräten. Sowohl Vollbilder, als auch einzelne Bereiche von Bildern erhalten so eine Optimierung.

SBTM ist gerade fürs Gaming nützlich - aber auch für eine optimale Qualität beim Streamen von Filmen oder Serien. (Foto: Samsung)
SBTM ist gerade fürs Gaming nützlich – aber auch für eine optimale Qualität beim Streamen von Filmen oder Serien. (Foto: Samsung)

Oder anders gesagt: SBTM ist in der Lage, das Potenzial jedes Displays besser auszuschöpfen, indem nicht einfach nur ein fester Satz an Farb- und Helligkeitsbereichen Verwendung findet, sondern die technischen Fähigkeiten des Bildschirms ausgenutzt werden. Die Folge sind im besten Fall kontrastreichere, harmonischere Inhalte und eine optimale Darstellungsqualität dann, wenn verschiedene Arten von Inhalten (HDR, SDR, dynamisches HDR) gleichzeitig zu sehen sind.

HDMI 2.1a soll mit SBTM dabei helfen, dass HDR10, HDR10+ und Dolby Vision besser und unkomplizierter funktionieren. Aber wie schon bei HDMI 2.1 müssen Hersteller das Feature nicht in ihre Produkte integrieren.

SBTM ist ein Fortschritt gegenüber Tone Mapping

Bisheriges Tone Mapping, das seit der Einführung von HDR im Einsatz ist, senkt den Kontrastumfang eines HDR-Bildes auf einen fest vorgegebenen Standard, damit eine Darstellung auf herkömmlichen Fernsehern funktioniert. Das allein ist schon prima, aber: Dank SBTM ist dem Abspielgerät bekannt, was das TV-Gerät technisch anzeigen kann. Und das kann eben mehr sein als „herkömmlich“. Entsprechend sind die Resultate perfekt auf den Fernseher zugeschnitten. Es ist also ein klarer Fortschritt. Durch SBTM kann HDR seinen hohen Dynamikumfang besser entfalten.

Keine manuelle HDR-Kalibrierung mehr

Gerade Gamer kennen das nervige und manuelle Kalibrieren von Displays für die bestmögliche Darstellung von HDR-Spielen. Abhilfe schaffen Dolby Vision Gaming und HDR10+ Gaming. Mit HDMI 2.1a fällt die Kalibrierung vor dem Spielen ebenfalls weg – auch ohne besagte Standards. Voraussetzung ist, dass PC oder Konsole und Display HDMI 2.1a unterstützen.

Mehr Infos zum Thema Fernseher?

Dieser Beitrag ist nicht der einzige, den wir dazu geschrieben haben. Mehr Texte über Fernseher findest du auf unserer Themenseite Smart-TV.

HDMI 2.1a via Software-Update möglich

Laut der Institution HDMI Licensing Administrator, die den Standard für Unternehmen lizenziert, könnte HDMI 2.1a und damit SBTM für Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player, Spielkonsolen, PCs und andere Geräte via Firmware-Update erscheinen. 2.1a ist also ausschließlich eine Lösung auf Software-Ebene; neue Hardware oder gar andere HDMI-Kabel wären im Prinzip nicht nötig.

Neue Kabel sind für HDMI 2.1a nicht nötig. (Foto: HDMI Licensing Administrator)
Neue Kabel sind für HDMI 2.1a nicht nötig. (Foto: HDMI Licensing Administrator)

Doch hier könnte uns künftig noch die eine oder andere Überraschung erwarten. Hersteller sind schließlich nicht dazu gezwungen, Aktualisierungen für ihre Produkte zu veröffentlichen. Firmen könnten HDMI 2.1a bzw. SBTM als neues Feature für künftige Geräte einsetzen, um Kunden zum Kauf zu bewegen.

Keine neue Hardware für HDMI 2.1a nötig

Im Jahresverlauf möchte das für den Standard zuständige HDMI Forum Version 2.1a verabschieden und damit für Hersteller freigeben. Sicher ist eines: HDMI 2.1a ist vollständig kompatibel zu HDMI 2.1.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ein Gerät mit HDMI 2.1, das bereits Dolby Vision (Gaming) oder HDR10+ Gaming unterstützt, ein Update auf 2.1a erhält. Von SBTM profitiert ihr dagegen nur, wenn alle miteinander verbundenen Geräte über 2.1a verfügen.

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