HDMI 2.1 bringt mit 48 Gbit/s mehr Bandbreite (Bild: HDMI Forum)

HDMI 2.1 bringt 8K ins Wohnzimmer und flüssige Bilder für Gamer

Neue Fernseher versprechen höhere Auflösungen, Receiver und Gaming-Konsolen flüssigere Bilder. HDMI 2.1 sorgt dafür, dass alle verbundenen Geräte sich verstehen.

Der HDMI-Standard bringt bereits ein schönes Bild auf den Schirm, doch ohne das passende Kabel lassen sich die technischen Möglichkeiten nicht vollständig ausnutzen. Denn nicht nur die beiden Geräte, die miteinander verbunden werden, müssen diesen unterstützen, auch die Strippe dazwischen. Doch wann lohnt sich das Upgrade? HDMI 2.1 wird vor allem Heimkino-Enthusiasten und Hardcore-Gamer glücklich machen. Allerdings müsst ihr euch noch etwas gedulden.

Eine dicke Datenleitung mit 48 Gbit/s

Kabel, die mit HDMI 2.1 kompatibel sind, werden den Namen Ultra High Speed HDMI tragen, manchmal auch 48G. Ein prüfender Blick in die Beschreibung lohnt sich, denn äußerlich unterscheiden sich die neuen HDMI-Kabel nicht von den bisherigen. Die Stecker bleiben gleich, aber im Inneren sind die Kabel neu aufgebaut. Glücklicherweise sind sie abwärtskompatibel.

HDMI-2.1-Kabel sehen genauso wie andere HDMI-Kabel aus, tragen aber meist den Schriftzug "Ultra High Speed HDMI" (Bild: HDMI Forum)

HDMI-2.1-Kabel sehen genauso wie andere HDMI-Kabel aus, tragen aber meist den Schriftzug „Ultra High Speed HDMI“ (Bild: HDMI Forum)

Ihr könnt also ältere Geräte mit einem HDMI-2.1-Kabel verbinden, ihr werdet auf jeden Fall ein Bild sehen und einen Ton hören – nur nicht in HDMI-2.1-Qualität. Genauso verhält es sich, wenn ihr HDMI-2.1-Geräte mit einem Kabel eines älteren HDMI-Standards verknüpft. Ihr könnt euch also Geräte oder Kabel nach dem neuen Standard kaufen, wenn sie auf den Markt kommen. Die maximale Qualität holt ihr aber erst heraus, wenn alle Komponenten darauf hören.

Doch was leistet HDMI 2.1 nun genau? Das neue Kabel soll Daten mit 48 Gbit/s übertragen. Das ist ein enormer Schritt, denn bei HDMI 2.0 waren es trotz 4K bloß 18 Gbit/s. Die höhere Bandbreite wird in zwei Dimensionen genutzt: Die einzelnen Bilder können nun eine öhere Auflösungen haben (bis zu 10K). Und: Mehr Bilder werden in der gleichen Zeit übertragen (höhere Bildwiederholfrequenzen).

Weniger Lags und Artefakte

Im besten Fall ermöglicht HDMI 2.1 4K-Filme (3840 × 2160 Bildpunkte) mit einer Bildfrequenzrate von 120 Hz. Oder 8K (7680 × 4320 Punkte) mit 60 Hz. Sogar Videos in der 10K-Auflösung von 10328 × 7760 Punkten können übertragen weren. Doch auf heimischen Fernsehern werden diese in absehbarer Zeit nicht zu sehen sein, sondern bei professionellen Anwendungen und mit DSC 1.2 komprimiert. Die VR-Gamer werden sich freuen, dass 3D-Bilder mit bis zu 3840 x 2160 Punkten bei 120 Hz übertragen werden können.

Die vielen Pixel der 8K-Auflösung machen das Bild einiges glatter (Bild: HDMI Forum)

Die vielen Pixel der 8K-Auflösung machen das Bild einiges glatter (Bild: HDMI Forum)

HDMI 2.1 macht alles ein wenig flexibler. Erstmals gibt es dynamische Bildwiederholfrequenzen (Variable Refresh Rate, VRR). Die Gamer werden sich auch darüber freuen. Computer bzw. Spielekonsole und Gaming-Monitor vereinbaren eine Bildfrequenz, mit der die Inhalte optimal zur Geltung kommen. Schnelle Bewegungen werden scharf dargestellt, aber auch bei niedrigeren Bildraten immer noch flüssig.

Die bessere Qualität besteht vor allem darin, dass es weniger Lags und Artefakte wie Screen Tearing gibt. Beim Fernsehschauen wird kaum einer die Steigerung in der Bildqualität mitbekommen. Es sind vor allem die Gamer, die davon profitieren, dass alles flüssiger läuft und dabei mehr Details zeigt. Ich fände es allerdings auch gut, wenn Live-Events wie Sportübertragungen etwas weniger ruckeln würden.

Dynamisches HDR gehöhrt nun zum Standard

Mit HDMI 2.1 wird auch Quick Media Switching (QMS) zum Standard. Der Name sagt es bereits, beim Umschalten dauert es nicht mehr so lange, bis das Bild erscheint. Damit ist aber weniger der Fernsehkanal gemeint, auch beim Wechsel von Auflösung oder Bildfrequenzen kommt es bislang schon mal für Sekunden zu einer schwarzen Mattscheibe.

HDMI 2.1 sorgt mit seiner variablen Bildwiederholfrequenz (Variable Refresh Rate) für weniger Lags und Artefakte (Bild: HDMI Forum)

HDMI 2.1 sorgt mit seiner variablen Bildwiederholfrequenz (Variable Refresh Rate) für weniger Lags und Artefakte (Bild: HDMI Forum)

Quick Frame Transport (QFT) reduziert zudem die Latenz zwischen Bildquelle und Bildschirm und damit den Input Lag, auf den ebenfalls die Gamer schauen. Interaktionen in der Virtual Reality (VR) sollen dadurch einiges geschmeidiger werden.

Im Home Entertainment wird dagegen dynamisches HDR eine wichtige Rolle spielen. Das statische HDR-10 ließ sich bereits mit vorherigen HDMI-Versionen nutzen. Mit HDMI 2.1 wird nun auch offiziell dynamisches HDR unterstützt, insbesondere Dolby Vision. Dabei werden Helligkeit, Kontrast und Farbraum von Szene für Szene festlegt. In diesem Zug wird nun auch eine höhere Farbtiefe unterstützt.

HDMI 2.1 bringt einen Audio Return Channel

Einen größeren Einfluss auf die Vernetzung im Wohnzimmer wird aber wohl der Audio Return Channel (eARC) haben. Über ein HDMI-2.1-Kabel kann der Ton dann in beide Richtungen übertragen werden, also auch von den Apps auf dem Fernseher an einen AV-Receiver oder eine Soundbar. Das optische S/PDIF-Kabel wird damit überflüssig.

Interessant wird dies auch, wenn ein unkomprimierter 3D-Sound (5.1 oder 7.1) wie Dolby Atmos oder DTS:X vom Fernseher direkt an passende Audiogeräte geleitet wird. Allerdings müssen auch Fernseher und Audio-Receiver den Audio Return Channel unterstützen.

Die ersten Geräte und HDMI-2.1-Kabel lassen auf sich warten

Im November 2017 veröffentlichte das HDMI Forum den neuen Standard HDMI 2.1. Die Spezifikationen für den Ablauf der Zertifizierung sollen jedoch erst im Laufe des Jahres 2018 folgen. Damit werden die ersten Fernsehgeräte und Gaming-Monitore, die HDMI 2.1 unterstützen, erst Ende 2018 oder Anfang 2019 zu kaufen sein.

Da HDMI 2.1 das beste aus den Bildern herauskitzeln möchte und es noch einige Jahre dauern wird, bis die meisten Geräte diesen Standard unterstützen, könnt ihr in den nächsten Monaten also bedenkenlos einen Fernseher ohne HDMI 2.1 kaufen. Wenn seine sonstigen Werte gut sind, bekommt ihr auch so ein ziemlich gutes Bild.

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