Foto: Smarthugs

Smart Home: 5 Möglichkeiten, eure moderne Wohnung zu steuern

Auch im intelligenten Smart Home möchten wir die Kontrolle behalten. So könnt ihr eure Wohnung clever steuern, ohne genervt zu sein.

Fällt der Begriff Smart Home, denken viele nach wie vor an eine mehr schlecht als recht funktionierende Sprachsteuerung, bei der die Lampen nicht so funktionieren, wie man es sich wünscht. Im Jahr 2020 sind wir glücklicherweise etwas weiter. Es gibt ohnehin etliche Möglichkeiten, das eigene Smart Home zu kontrollieren. Und ja – dazu gehören tatsächlich auch Siri, Alexa oder der Google Assistant. Doch denen müsst ihr das Feld nicht überlassen.

Smart Home Steuerung über den Touchscreen

Einsteiger, die beispielsweise für den Anfang in ein Philips Hue Starterpaket investieren, um basierend auf diesem ein Smart Home aufzubauen, dürften zuallererst mit einer Touchscreen-Steuerung beginnen. Mit der Hue-App bedient ihr eure Lampen – was tatsächlich recht komfortabel geht.

Für den Anfang gut - Steuerung via App. (Foto: Signify)

Für den Anfang gut – Steuerung via App. (Foto: Signify)

Kommen später weitere Komponenten wie smarte Heizungsthermostate, intelligente Steckdosen oder gar Jalousien und Überwachungskameras dazu, lässt sich das gewiss auch gut auf einem Mobiltelefon oder besser Tablet bedienen. Praktischer sind stationäre Smart Displays. Größere Systeme wie der Google Nest Hub oder das Lenovo Smart Display sind zugleich Sprachassistenten und Lautsprecher, aber eben auch prima Eingabegeräte fürs Smart Home.

Bosch Twist ist eine interessante Art der Smart Home Steuerung. (Foto: Bosch)

Bosch Twist ist eine interessante Art der Smart Home Steuerung. (Foto: Bosch)

Bosch Twist ist zwar kein typischer Touchscreen, erlaubt aber trotzdem eine visuelle Steuerung des Smart Homes dank eines Displays. Wichtige Alltagsfunktionen, Szenarien und Geräte aktiviert ihr über Tasten und Scrollrad. Gedacht ist die Steuereinheit für das Bosch Smart Home, alles läuft also über den Bosch Smart Home Controller.

Profis wiederum wollen sich nicht mit einfachen Tablets begnügen. Und hier kommen Experten-Lösungen wie die Smart-Control-Einheiten von Jung ins Spiel. Da die Einrichtung sehr viel komplexer ist und sich erst in Einfamilienhäusern lohnen, empfehle ich im Zweifelsfall eine professionelle Beratung. Die bekommt ihr – ihr könnt es euch sicher denken – bei Euronics auch in eurer Gegend.

Smart Home mit der Sprache steuern

Den eingangs erwähnten „Sprachassistenten-Horror“, bei dem ihr im Dunkeln steht und eine kleine Kiste zig Mal auffordert, das Licht einzuschalten, müsst ihr nicht erleben. Tatsächlich klappt das mittlerweile ausgesprochen gut – egal, ob ihr euch für Alexa, den Google Assistant oder Apple HomeKit mit Siri entscheidet. Aber auch andere Assistenzsysteme wie Samsung Bixby (inklusive SmartThings) oder Hallo Magenta erlauben bei der rudimentären Kontrolle des Smart Homes einen gewissen Komfort.

Alexa ist in vielseitigen Geräten integriert - unter anderem auch in Smart Displays, mit denen sich gut das Smart Home steuern lässt. (Foto: Amazon)

Alexa ist in vielseitigen Geräten integriert – unter anderem auch in Smart Displays, mit denen sich gut das Smart Home steuern lässt. (Foto: Amazon)

Persönlich nutze ich gerne Alexa zum Ein- und Ausschalten meines Lichts in der Wohnung. Ebenso lässt sich die Heizung gut regeln. Komplexere Aufgaben lassen sich zwar über Routinen managen, doch umso mehr Smart-Home-Geräte ihr einsetzt, desto anstrengender ist die Konfiguration und Verwendung mittels etlicher Sprachbefehle, die ihr gegebenenfalls auch noch hintereinander aufsagen müsst.

Mein Tipp: Sprachassistenten sind eine sinnvolle Bereicherung und gehören einfach in ein zeitgemäßes Smart Home – gerade für „einfache Aufgaben“ sind sie ideal („Alexa, Wohnzimmer auf 30 Prozent“). Seht sie mehr als Ergänzung, denn dann erledigen sie einen hervorragenden Job. Komplett können sie gegenwärtig meiner Auffassung nach kein Smart Home zufriedenstellend und frustfrei „kontrollieren“.

Sensoren automatisieren euer Smart Home

Eine weitere Option: Verzichtet gänzlich auf Schalter und eine Kommunikation mit Assistenten. Was für manche nach Science-Fiction klingen mag, ist eigentlich seit vielen Jahren keine Sensation mehr. Bewegungs- und Lichtsensoren schalten selbständig das Licht ein – das war schon vor dem Smart Home möglich. Der Unterschied ist allerdings, dass heutzutage komplexe Befehle und Routinen erlaubt sind. Schaltet gedimmtes Licht in der Nacht ein, am Tag leuchten die Lampen auf Maximum. Auch können sich Thermostate beim Unterschreiten der Raumtemperatur und unter bestimmten anderen Bedingungen selbst regulieren. Von den Kombinationen mit anderen smarten Devices ganz zu schweigen.

Der Outdoor-Sensor eignet sich ebenfalls für kreative Funktionen im eigenen Smart Home. (Foto: Signify)

Der Outdoor-Sensor eignet sich ebenfalls für kreative Funktionen im eigenen Smart Home. (Foto: Signify)

Für Einsteiger relevant ist beispielsweise der Philips Hue Motion Sensor, der sich einzig und allein um die LEDs und Steckdosen im eigenen Hue-System kümmert. Das ist schnell eingerichtet, aber eine echte Bereicherung sogar in kleinen Mietwohnungen.

Ambitioniertere Ansprüche verlangen nach weiteren Sensoren. Nahezu jeder Anbieter hochwertiger und vollständiger Smart-Home-Konzepte liefert Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren, Tür- und Fensterkontakt-Sensoren, Wassersensoren und dergleichen. In diesem Zusammenhang seien auch Überwachungskameras erwähnt, die zusätzlich mit Infrarotsensoren ausgestattet sind und sich ins Smart Home integrieren lassen.

Abhängig von euren Vorstellungen könnt ihr viele Situationen so automatisieren, dass ihr keinen Schalter mehr benötigt. Gut vorstellen kann ich mir dies beim Licht in Räumen oder Außenbereichen. Entscheidend zu wissen: Standards wie ZigBee garantieren auch die Kombination von Sensoren und das Ausführen ausgewählter Funktionen. Steigt die Luftfeuchtigkeit in einem Raum, öffnen sich Fenster, die Heizung schaltet sich ab, eine Lampe leuchtet und ihr erhaltet eine Benachrichtigung aufs Smartphone. Sinnvoll oder nicht – es ist möglich.

Schalter fürs Smart Home

Der Schalter ist tot. Lang lebe der Schalter! Auch im Smart Home des 21. Jahrhunderts geht’s einfach nicht ohne das gute, alte Ein- und Ausknipsen. Auch hier hat sich die letzten Jahre viel getan. Signify bietet beispielsweise für Philips Hue den überaus flexiblen Philips Hue Smart Button an, der nicht nur an beliebigen Orten seinen Platz findet, sondern sich nach eigenen Vorstellungen konfigurieren lässt. Ähnlich facettenreich ist der Hue Wireless-Dimming-Schalter.

Hersteller Homematic IP offeriert sogar Adapter für Schalter diverser Marken, um herkömmliche Lösungen in smarte zu verwandeln. Komplett smarte Schalter sehen wie die regulären Varianten aus, sie lassen sich aber programmieren und so viel besser bedienen. Im Optimalfall unterscheiden sich die intelligenten Unterputz-Modelle nicht mehr von den „alten Schaltern“.

Rüstet klassische Schalter um oder verwendet gleich komplett neue und smarte Varianten. (Foto: Homematic)

Rüstet klassische Schalter um oder verwendet gleich komplett neue und smarte Varianten. (Foto: Homematic)

Erwähnenswert ist die Nanoleaf Remote, die ich schon an anderer Stelle vorstellte. Bis zu 12 Befehle lassen sich durch Bewegen des ungewöhnlichen Gadgets ausführen – spannend, aber nur für HomeKit gedacht.

Ansonsten: Abhängig von eurem favorisierten Smart-Home-Konzept stehen passende Schalter zur Verfügung. Für Bosch Smart Home ist das u.a. der Bosch Universalschalter, bei Magenta TV und ähnlichen Alternativen kann der Homematic IP 6-fach Wandschalter zum Einsatz kommen.

Allgemein könnt ihr hier zwischen mobilen Schaltern, die ihr in der Wohnung an verschiedenen Orten platzieren könnt, und den Unterputz-Tastern wählen. Was ihr bedient und kontrolliert – das ist euch überlassen. Und ihr könnt dies jederzeit ändern. Ein Wohnzimmer-Schalter steuert an einem Tag Geräte im Flur, an einem anderen Tag welche in der Küche.

Fernbedienungen fürs Smart Home

Eine Smart-Home-Fernbedienung, die auch wie eine solche aussieht, ist die Logitech Harmony Elite. Sie ist ein wahrer Alleskönner. Smart TV, Streamingplayer, Spielkonsolen, Lampen, Thermostate, Rollläden – alles könnt ihr mit ihr zusammenbringen. Zwar mag die Remote in der Einrichtung etwas sperrig sein, doch mehr kann kaum eine andere.

Was kann die Logitech Harmony Elite im Smart Home nicht steuern? (Foto: Logitech)

Was kann die Logitech Harmony Elite im Smart Home nicht steuern? (Foto: Logitech)

Im Vergleich simpel wirken die Schlüsselfunkfernbedienungen von Homematic IP oder BitronVideo (für Zigbee). Winzig und optimal für Garagentore, Türschlösser oder Lampen in der Wohnung sowie in Außenbereichen.

Passend zum hippen Lifestyle ist die Smart Remote von Sevenhugs gestaltet. Die Fernbedienung ist ein Touchscreen, der sich euren Vorstellungen anpassen lässt und einen optimalen Schnellzugriff erlaubt. Beim X-Modell visiert ihr nur das zu steuernde Gerät an, um es zu aktivieren. Das hat dann schon ein wenig was von Magie – also für Außenstehende, versteht sich.

Einfach Gerät anvisieren und steuern - auch eine schöne Idee fürs Smart Home. (Foto: Smarthugs)

Einfach Gerät anvisieren und steuern – auch eine schöne Idee fürs Smart Home. (Foto: Smarthugs)

Ihr seht schon – die Möglichkeiten, ein Smart Home zu bedienen, reduzieren sich nicht auf Sprache und App. Zugleich aber sind die hier vorgestellten Bereiche auch nur Ausschnitte. Das liegt vor allem daran, dass es mittlerweile viele Smart-Home-Systeme unterschiedlicher Hersteller gibt. Und das führt zu einer entsprechenden Produktvielfalt, gerade bei Zubehör wie smarten Steckdosen, Schaltern und Sensoren.

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