Der Google Assistant kann auf dem Smartphone bereits Stimmen unterscheiden (Bild: Google)

Google Assistant kommt aufs Smartphone – Alexa aber auch

Die persönlichen Sprachassistenten verlassen das Wohnzimmer: Google Assistant soll bald auf allen Smartphones mit Android 6.0 laufen. Aber auch Alexa reagiert, wenn ihr in euer Telefon sprecht.

Google Home und Amazon Echo sind schon ziemlich genial. Das Smart Home lässt sich über eine kleine Box steuern, die im Wohnzimmer steht und auf unsere Sprache reagiert. Alle Familienmitglieder haben Zugang. Niemand muss aufstehen, um zu einem Touchscreen gehen, der irgendwo an der Wand hängt, oder sein Smartphone suchen, nur um das Licht etwas zu dimmen oder die Heizung hochzustellen. Aber machmal wäre es doch ganz praktisch, einfach nur ins Mikrofon des Smartphones zu sprechen. Bei beiden persönlichen Assistenten wird dies möglich sein.

Android 6.0 oder höher

Google kündigte zum MWC 2017 an, dass der Google Assistant demnächst auf Smartphones mit mindestens Android 6.0 Marshmallow laufen wird – also auch auf neuen Geräten mit Android 7.0 Nougat, die gerade erst zur Mobilfunkmesse vorgestellt wurden wie das LG G6. Am Stand werden aber auch Smartphones von HTC, Huawei, Samsung und Sony gezeigt, auf denen der Assistent bereits läuft.

Auf diesen Smartphones wird der Google Assistant der Nachfolger von Google Now. Der hätte eigentlich auch einfach nur eine neue Versionsnummer erhalten können, aber es sollte wohl deutlich gemacht werden, dass eine neue, leistungsfähigere Technik dahinter steckt. Vielleicht lässt sich auch ein Eingeständnis darin sehen, dass Google Now noch nicht der große Wurf war. Doch auch der Google Assistant muss uns erst noch vom Gegenteil überzeugen. Gerade bei einem Sprach-Interface kommt es auf die Alltagstauglichkeit an. Niemand möchte dreimal nachfragen müssen, bis die passende Antwort folgt.

Wie reagieren Samsung & Co?

Den Google Assistant gab es sogar schon auf dem Smartphone, aber nur auf dem Google Pixel. Die hausinterne Hardware-Abteilung betrachtet Google laut eigenen Angaben nur als einen weiteren Smartphone-Entwickler. Das Pixel soll kein Vorzeigegerät sein, wie es die Nexusgeräte bislang waren. Begünstigungen soll es nicht geben, aber daran glaube ich noch nicht. Ich habe mich auch nie gefragt, ob der Assistant exklusiv auf dem Pixel bleibt, sondern vielmehr, ob sich der Assistant auch auf anderen Smartphones durchsetzen wird.

Die App Reverb bringt den Sprachassistenten Alexa aufs Smartphone (Bilder: Google Play)

Die App Reverb bringt den Sprachassistenten Alexa aufs Smartphone (Bilder: Google Play)

Können andere Hersteller es überhaupt verhindern, dass der Assistant auf ihr Gerät kommt? Google wird ihn über die Google Play Services auf die einzelnen Smartphones bringen. Dem kann sich keiner so schnell entziehen, auch der Nutzer nicht. Dabei verfügt Samsung mit dem Bixby über einen eigenen Assistenten. Ich bin gespannt, wie die den Nutzer davon überzeugen wollen, dass sie besser sind. Wenn sie besser sind.

Alexa auf dem Smartphone

Alexa wird es nicht so leicht haben, per zentral gesteuertes Update auf das Smartphone zu kommen. Mit der App Reverb gibt es aber eine Software-Lösung, die sich jeder selbst installieren kann. Auch ein Smartphone-Entwickler spielt schon mit: Lenovo hat bereits angekündigt, Alexa per Update auf seine Moto-Smartphones zu bringen. Spannender ist aber die Hardware-Lösung, an der Lenovo ebenfalls arbeitet. Bis Ende 2017 soll ein Moto Mod erscheinen, der einen Zugang zu Alexa bietet. Mods sind Module, die sich auf das Smartphone aufstecken lassen, eine Kamera zum Beispiel oder ein Zweitakku. Ein Moto Mod für Alexa könnte dann über bessere Mikrofone verfügen, die den Sprecher im Raum orten, und selbstverständlich auch bessere Lautsprecher.

Moto-Z mit Kamera-Mod (Bild: Lenovo)

Modul zum Aufstecken: Moto Z mit Kamera-Mod (Bild: Lenovo)

Ich will die beiden Assistenten nicht gleichsetzen. Während der Assistant von Google die natürliche Sprache besser versteht, müssen bei Alexa im schlimmsten Fall Befehlsketten für jedes verbundene Gerät im Smart Home auswendig gelernt werden. Andererseits bietet Alexa derzeit Zugriff auf wesentlich mehr Geräte. Das Ökosystem ist offener und daher auch größer. Doch wer eines der beiden Systeme bereits nutzt, wird sich freuen, dass er die Heizung bereits auf der Heimfahrt aus dem Auto per Sprachbefehl hochregeln kann oder die Alarmanlage scharf stellen, nachdem er das Haus verlassen hat und sich außerhalb der Reichweite der Bewegungsmelder befindet.

Beitragsbild: Google Assistant auf Samsung Galaxy S7, LG V20 and HTC 10 (Bild: Google)

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