Altes Smartphone als Fernbedienung fürs Smart Home: So einfach geht’s

Eine Fernbedienung fürs Smart Home wäre praktisch? Dann nutzt ein altes Smartphone als Steuerungseinheit für die gesamte Wohnung!

Altes Smartphone als Fernbedienung fürs Smart Home: So einfach geht’s

Es gibt Momente, da möchte man einfach nicht mit einem Sprachassistenten sprechen. Es kann aber auch lästig sein, ständig das Smartphone in die Hand zu nehmen, um Licht ein- und auszuschalten oder gar den Saugroboter anzuweisen, ein bestimmtes Zimmer zu putzen.

Solche „Kleinigkeiten“ im Alltag ließen bei meiner Freundin und mir den Wunsch aufkommen, eine Fernbedienung für das eigene Smart Home haben zu wollen – ein Gerät, das ausschließlich zur Kontrolle der Funktionen der eigenen Wohnung dient.

Mein altes Smartphone, ein Samsung Galaxy S8, übernimmt mittlerweile diese Aufgabe und ist damit zu einer echten Bereicherung in meinen vier Wänden geworden.

Wozu brauche ich eine Smart-Home-Fernbedienung?

Abhängig von dem, was ihr in eurem Smart Home verwendet, installiert ihr die benötigten Apps. In meinem Fall waren das Anwendungen für meinen Roborock-Staubsaugerroboter, eine Kami-Überwachungskamera (Babyphone) und Philips Hue. Aber schnell fanden sich weitere Apps:

  • Spotify für Musik, Podcasts, Hörbücher
  • Alexa & Google für Sprachsteuerung
  • Fernbedienungs-Apps für meinen Smart TV von LG, Nvidia Shield TV Pro, Fire TV Cube und Xbox Series X
  • Fritz-App Fon, um das Smartphone in ein vollwertiges IP-Festnetztelefon (mit Fritzbox-Router) zu verwandeln
  • Apps für Lieferdienste und andere lokale Angebote
  • Sonicare-App für meine smarte Zahnbürste
  • Fritz-App Smart Home zur Überwachung meiner smarten Steckdose

Mein Tipp: Apps, die ihr auf eurem Smartphone in der Regel (fast) immer zu Hause benutzt, könnt ihr auf eure Smart-Home-Fernbedienung auslagern, sodass ihr auch mal das Telefon am Abend zur Seite legen und nur noch die Remote benutzen könnt.

Was ihr auf den Homescreen packt, ist euch natürlich überlassen. (Foto: Sven Wernicke)
Was ihr auf den Homescreen packt, ist natürlich euch überlassen. (Foto: Sven Wernicke)

Persönlich würde ich davon abraten, Messenger und soziale Netzwerke auf der Remote zu installieren, denn die gehören eher auf euer eigentliches Smartphone. Möglich ist das natürlich schon, ebenso wie ihr Apps für Netflix, Amazon Prime, Disney+, Joyn und Co. auf eure Fernbedienung legen könnt – so wird sie zum mobilen Streamingplayer. Oder ihr schickt ausgewählte Inhalte von der Fernbedienung direkt zu eurem Smart TV dank Google Cast und Co.

Was brauche ich für meine neue Smart-Home-Fernbedienung?

Meine Freundin war häufiger genervt davon, zum Beispiel am Abend und am frühen Morgen Alexa zu sagen, dieses und jenes Licht zu dimmen und ein- oder auszuschalten. Mit automatisierten Routinen lassen sich nun einmal nicht alle Szenarien des Alltags abbilden. Und da kam es ins Spiel – mein eigentlich noch gut erhaltenes Galaxy S8. Ich war zugegeben etwas zu faul, es irgendwo zu verkaufen. Dabei dürfte es für das mittlerweile fast vier Jahre alte Telefon noch etwas Geld geben. Nun entschied ich mich für eine „Transformation“ in eine Remote.

Moderne QI-Ladestationen kosten heutzutage nicht mehr viel. (Foto: Rapoo)
Moderne QI-Ladestationen kosten heutzutage nicht mehr viel. (Foto: Rapoo)

Ich erwarb eine QI-Ladestation, auf der ich das Samsung Galaxy S8 nur stellen muss, um den integrierten Akku aufzuladen. Tja, und mehr war eigentlich für den Start nicht nötig.

Mein Tipp: Vor der Einrichtung eures alten Smartphones als Smart-Home-Fernbedienung rate ich dazu, das Telefon komplett auf den Werkzustand zurückzusetzen. So befreit ihr euch von „Altlasten“ und könnt mit der Installation gewünschter Apps auf einem sozusagen sauberen Gerät beginnen.

Akkulaufzeit durch weniger Apps verlängern

Auf einem „jungfräulichen“ Smartphone müsst ihr erst einmal alles konfigurieren – vom Einrichten der Apps mit euren Zugangsdaten (Google Konto für Google Assistant, Amazon-Konto für Alexa, Samsung-Konto für Bixby etc.) bis hin zum Verbinden mit eurem WiFi-Netzwerk. Der Vorteil ist, dass ein „leeres“ Telefon ohne zahllose sowie nicht gebrauchte Apps den Akku nicht mehr unnötig stark strapaziert. Und da ihr nicht mehr aufs Handynetz und eine SIM-Karte angewiesen seid, verlängert ihr künftig die Akkulaufzeit eures Telefons sowieso gravierend.

Das war für mich übrigens der Grund, auch ein paar Spielereien wieder einzuschalten. Das „Always-on-Display“ des Galaxy S8 ist nun dauerhaft aktiv und stellt in hübschen Farben die Uhrzeit dar. Auf meinem aktuellen Galaxy S20 habe ich das AOD standardmäßig abgeschaltet, da es eben auch den Akku belastet.

Meine Remote muss ich derzeit alle zwei Tage aufladen. Bei Verwendung als Smartphone schaffte das S8 zuletzt nicht einmal einen Tag.

Praktische Apps für eine bessere Smart-Home-Steuerung

Nicht vergessen: Individualisiert eure Fernbedienung! Viele Apps liefern bereits Widgets mit, mit denen ihr Funktionen zur Schnellauswahl auf dem Hauptbildschirm platziert. In meinem Fall zeigt mir meine Smart-Home-Fernbedienung stets das Wetter an. Aber nicht nur das.

Mit der kostenlosen App Homescreen Playlists for Spotify bringt ihr favorisierte Playlists auf den Homescreen. Ich selbst füllte diesen Bereich mit Musik- und Hörspiel-Listen für mein Kind. Wirklich super-nützlich, vor allem wenn ihr häufig ähnliche Songs hört und diese nicht immer bei Spotify suchen wollt.

Sehr empfehlenswert ist die Android-App All4Hue, die das Erstellen quasi beliebig vieler Buttons mit Einzel-Funktionen eurer Philips-Hue-Installation erlaubt. Ein kompletter App-Bildschirm widmet sich bei mir der Kinderzimmer-Deckenlampe, wo ich flott die Helligkeit anpasse, ein Disko-Licht einschalte oder die Farbe wechsle – und das, ohne Alexa darum zu bitten. All4Hue erlaubt euch die absolute Freiheit, kostet aber knapp 7 Euro.

In die Schnellauswahl steckte ich auch meine Saugroboter-Kontrolle und erwähnte Fritz-App Fon. Dank dieser überlege ich ernsthaft, mein klassisches Festnetz-Telefon komplett abzuschaffen und nur noch meine Smart-Home-Fernbedienung als IP-Telefon einzusetzen. Zwar klappt dies nur mit AVM-Routern der Fritzbox-Reihe, doch abgesehen davon ist dies ein echter Mehrwert. Denn ihr profitiert auch von der Stärke des alten Smartphones: Es ist auf ein optimales Telefonieerlebnis ausgelegt.

Entsperren oder nicht?

Trotz Kleinkind im Haus stand für mich von Anfang an fest: Ich möchte meine Fernbedienung sofort und ohne Einschränkungen verwenden können. Daher entfernte ich das Entsperren oder die Möglichkeit, das Telefon via Fingerabdruck-Sensor zu aktivieren. Das mag zwar nicht sicher sein, doch an und für sich speichere ich auf der Remote keine sensiblen Daten und benutze sie nur daheim. Ich denke, das ist die beste Möglichkeit für den Normalgebrauch.

Etwas gewöhnungsbedürftig, aber absolut sinnvoll

Zugegeben: Zu Beginn fühlte sich meine „neue“ Smart-Home-Fernbedienung logischerweise wie ein Smartphone mit reduzierter Funktionalität an. Doch schnell wurde mein altes Samsung Galaxy S8 zu einem festen Bestandteil meiner Wohnung. Meine Freundin und ich greifen tatsächlich recht häufig zur Fernbedienung, vor allem bei der Lichtsteuerung und bei den Playlisten, aber regelmäßig auch bei der Kontrolle des Staubsaugers und der Sonicare-Zahnbürste.

Es sind manchmal kleine Alltäglichkeiten, bei denen ich die Remote zu schätzen weiß: Das ehemalige Smartphone eignet sich auch gut zum Knipsen von Fotos, zum Einscannen von QR-Codes, zum Anzeigen von Rezepten und vor allem als IP-Telefon. Dank Qi-Ladestation unterscheidet sich das Gerät kaum noch von meinem bisherigen Festnetztelefon, das ich ähnlich schnell aus der Ladeschale nehme.

Könnt ihr euch diesen Luxus leisten und euer betagtes Smartphone umfunktionieren – als Smart-Home-Steuerung kann ich den Einsatz nur empfehlen. Voraussetzung ist dennoch ein halbwegs aktuelles Betriebssystem (in meinem Fall Android 9) und Hardware, die noch leistungsfähig genug für die Apps ist, die ihr braucht.

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Ein Kommentar zu “Altes Smartphone als Fernbedienung fürs Smart Home: So einfach geht’s

  1. Vor ein paar Jahren war es mal Mode, dass ein Tablet auf dem Sofatischchen lag – für jeden verwendbar.

    TV-Programm, Wikipedia, Newsportale.

    Aber auch: Essen bestellen, Liste für den Wocheneinkauf füllen (Todo-App oder direkt bei Rewe).

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