Fire TV Cube: Der beste Streamingplayer (für mich)

Die Auswahl an Streamingplayern ist riesig. Für unseren Redakteur Sven Wernicke ist die beste Lösung derzeit der Fire TV Cube.

Fire TV Cube: Der beste Streamingplayer (für mich)

Welcher ist der beste Streamingplayer auf dem Markt? Nach dem ausgiebigen Testen vom Apple TV 4K, dem neuen Chromecast mit Google TV, der Nvidia Shield Pro und den aktuellen Konsolen mit ihren Streaming-Funktionalitäten bin ich beim Fire TV Cube von Amazon hängen geblieben. Wie alle anderen Lösungen ist er beileibe nicht perfekt, aber er bietet einige wirklich gute Ideen, die mich positiv überraschten.

Relativ teuer, aber der Fire TV Cube bietet viel

Betrachtet ihr die aktuelle Auswahl an Streamingplayern bzw. Streamingsticks, liegt der Fire TV Cube preislich in der Oberklasse. Nur der Apple TV 4K und die Nvidia Shield Pro (2019) sind teurer, die meisten höherwertigen Lösungen wie der Chromecast oder der Fire TV 4K deutlich günstiger. Aber Hersteller Amazon verspricht nicht nur die „eierlegende Wollmilchsau“, sondern bietet sie auch.

Das ist beim Kauf dabei. (Foto: Amazon)
Das ist beim Kauf dabei. (Foto: Amazon)

Es ist gar nicht mal der Hexacore-Prozessor, dem 2GB RAM und 16GB Flash-Speicher zur Verfügung stehen – hier sind Apple TV 4K und Nvidia Shield Pro mindestens genauso gut aufgestellt. 4K Ultra HD, Dolby Vision, HDR und Dolby Atmos bieten die Mitbewerber ebenfalls. Nicht aber eine fest integrierte Sprachsteuerung, die über die Bedienung der Apps deutlich hinausgeht. Praktisch sind ebenfalls ein mitgelieferter Ethernet-Adapter und die schlanke Fernbedienung.

Der Cube ist sogar, wenn ihr das wollt, ein eigenständiger Lautsprecher im Stil eines Echo Dot. Das ist ein netter Mehrwert, wenn der Fernseher ausbleiben soll, ihr aber zum Beispiel Musik hören wollt. Solltet ihr einen Smart TV von Samsung besitzen: Der Fire TV Cube verfügt – wie alle Fire-TV-Modelle – über eine Unterstützung von HDR10+, sondern dass ihr die entsprechenden Inhalte auch auf dem Fernseher genießen könnt .

Und wodurch wird der Fire TV Cube noch zum besten Streamingplayer für mich?

Steuert nicht nur euren Fernseher mit eurer Stimme

Beim Öffnen der Packung fällt euch sicher schnell eine kleine Box mit Kabelverbindung auf. Das ist eine Verlängerung für den im Fire TV Cube integrierten Infrarotsensor. Den könnt ihr so verlegen, dass er zum Beispiel euren Fernseher, eure Soundbar oder euren AV-Receiver besser erreicht. Denn der Player sieht sich als „Hands-free“-Universalfernbedienung, die euch die Sprachsteuerung eures Heimkino-Equipments erlaubt.

Der Fire TV Cube möchte auch euren Fernseher und eure Soundbar kontrollieren. So ist er subjektiv betrachtet schon der beste Streamingplayer derzeit. (Foto: Amazon)
Der Fire TV Cube möchte auch euren Fernseher und eure Soundbar kontrollieren. So ist er subjektiv betrachtet schon der beste Streamingplayer derzeit. (Foto: Amazon)

Bei meinen Versuchen erkannte der Fire TV Cube problemlos meinen 2020er LG-Smart-TV, den ich seitdem mittels Alexa anspreche. Ein- und ausschalten, Lautstärke ändern, HDMI-Kanal wechseln und einiges mehr ist möglich und geht über die rudimentären und wenig komfortablen Sprachfunktionen des Fernsehers hinaus. Und das alles klappt sogar besser als der Alexa-Skill für den LG – erstaunlich.

Sozusagen erkennt der Cube eure Spracheingaben und wandelt diese in Infrarot-Signale eures TVs oder Receivers um. Klingt simpel, klappt aber tadellos und verdeutlicht: Auch das eingebaute Mikrofon und der Lautsprecher sind nützlich. Ihr rüstet also Alexa nach.

Das ist wirklich komfortabel und sehr clever gelöst. Andere Streamingplayer bieten diesen Ansatz nicht in dieser ausgeklügelten Form. Viele Individualisierungsoptionen findet ihr in den Einstellungen des Cube.

Elektronischer Programmführer für eure Streaming-Apps

Ein Feature, das mich schnell begeisterte: Der Fire TV Cube bastelt euch einen elektronischen Programmführer basierend auf den installierten Apps. Genau genommen fasst er die Streamingangebote der Öffentlich-Rechtlichen (ARD, ZDF…) und der Privaten (über Joyn z.B.) zusammen und präsentiert euch abhängig von euren definierten Vorlieben eine übersichtliche Liste aller Sendungen, die aktuell und bald laufen.

Übrigens: Der Fire TV Cube besitzt auch Browser zum Surfen im Netz. Welcher andere Streamingplayer kann das auch? (Foto: Amazon)
Übrigens: Der Fire TV Cube besitzt auch Browser zum Surfen im Netz. Welcher andere Streamingplayer kann das auch? (Foto: Amazon)

Ich schaue zwar kein lineares Fernsehen mehr und verzichte seit Jahren auf einen Kabelanschluss, doch mit dieser Funktion kommt es auf gewisse Weise wieder zurück auf den Fernseher. Tatsächlich erwischte ich mich schon häufiger beim Stöbern danach, was gerade so kommt, und ich schaltete spontan ein, um hier eine Doku oder dort einen Film zu gucken. Das läuft letztlich über die jeweiligen Apps, doch dieser Art der Präsentation von Inhalten ist wirklich eine prima Sache.

Persönlich würde ich mir eine zeitgemäße Darstellung von Amazon Prime, Netflix, Disney+ und Co. wünschen, um so vielleicht Neuheiten oder Inhalte passend zu meinem Geschmack zu finden – Streaminganbieter-übergreifend. In diese Richtung schielt der Google Chromecast mit Google TV, bekommt das allerdings noch nicht perfekt hin.

Gelungene Integration anderer Alexa-Geräte und Anbindung ans Smart Home

Für mich auch spannend: Ich kann den Fire TV Cube mit meinem aktuellen Echo-Lautsprecher (4. Generation) koppeln, um Filme und Serien auf dem TV zu schauen und auf dem Smart Speaker zu hören. Der klingt sehr viel besser an als der Lautsprecher im Cube und durchaus auch von meinem Smart TV.

Unter anderem der Echo (4. Generation) lässt sich mit dem Fire TV Cube koppeln. (Foto: Amazon)
Unter anderem der Echo (4. Generation) lässt sich mit dem Fire TV Cube koppeln. (Foto: Amazon)

Spannend ist, dass ihr einen weiteren Echo sowie einen Echo Sub schnurlos verbinden könnt. Das führt beim Streamen von Medien zu einem hochwertigeren Raumklang. Dies klappt dank Synchronisation von Bild und Ton ohne Verzögerungen. Alles andere wäre ohnehin inakzeptabel.

Generell erstaunt es mich, wie gut der Cube durchdacht ist. Entscheidet, ob ihr einem Echo oder dem Würfel bei Spracheingaben den Vorrang gebt oder ob er überhaupt antworten soll. Die verantwortlichen Entwickler haben an viele Eventualitäten gedacht. Apropos: Dass ihr über den für mich besten Streamingplayer eure Smart-Home-Geräte bedienen könnt, versteht sich von selbst. Auch, wenn der TV ausgeschaltet ist – logo. Oder ihr lasst euch anzeigen, was kompatible Überwachungskameras sehen.

Fire TV Cube erlaubt Videotelefonie am Fernseher

Mittels USB-Adapter eine beliebige Webcam anschließen, schon mutiert der Fire TV Cube zu einem Gerät für Videotelefonie für Alexa oder Skype. Seit Ende 2020 unterstützt das Device USB-Kameras mit einer Auflösung von mindestens 720p (bei 30 Bildern pro Sekunde).

Der Fire TV Cube unterstützt neuerdings auch Webcams für Alexa und Skype. (Foto: Logitech)
Der Fire TV Cube unterstützt neuerdings auch Webcams für Alexa und Skype. (Foto: Logitech)

Bei meinen bisherigen Probeläufen liefen Alexa-Videochats zwischen Smartphone und Fernseher reibungslos und ähnlich unkompliziert wie Google Duo auf meiner Nvidia Shield Pro. Der Unterschied: Auf dem Cube gab es bisher keine Abstürze oder Abbrüche der Bilddarstellung.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

An anderer Stelle ging ich schon auf die Spiele-Tauglichkeit aktueller Fire-TV-Geräte ein. Leider bietet der Cube trotz theoretisch guter Leistung nur ein kleines Angebot an Blockbustern. Hier sind der Apple TV 4K und die Nvidia Shield deutlich bessere Kandidaten zum Spielen. Auch der Chromecast setzt auf ein aufgeräumtes Angebot an Spiele-Apps.

Ja, der Startbildschirm könnte etwas geordneter sein, andererseits findet ihr euch trotzdem recht schnell zurecht. Dagegen verstecken sich viele Einstellungen und Optionen in Menüs, die ihr ewig suchen müsst – sowohl direkt in der Konfiguration am Player als auch in der Alexa-App. Das nervt auf Dauer schon etwas.

Nicht optimal: Der Micro-USB-Port eignet sich zwar nicht nur für Webcams, sondern genauso für Speichersticks. Nur braucht ihr damit eigentlich immer einen passenden Adapter. Wäre hier nicht ein regulärer USB-Port sinnvoller?

Darum ist der Fire TV Cube für mich der beste Streamingplayer

Mein allererster Streamingplayer war vor über fünf Jahren ein Fire TV, der irgendwann einmal doch recht lahm war und Probleme mit einem neuen Router verursachte. Und so probierte ich Shield Pro, Chromecast, Apple TV und zuletzt den Fire TV Cube aus. Wenig überraschend: Jede Lösung bietet ihre Vor- und Nachteile. Und ich muss auch betonen: Die genannten Player sind allesamt hochwertige, überzeugende Produkte.

Spielen könnt ihr mit dem Fire TV Cube natürlich auch. Hier empfehlen sich einige Apps via Sideload. (Foto: Sven Wernicke)
Spielen könnt ihr mit dem Fire TV Cube natürlich auch. Hier empfehlen sich einige Apps via Sideload. (Foto: Sven Wernicke)

Trotzdem konnte der Fire TV Cube mein Herz erobern, was auch daran liegt, dass meine Wohnung in fast jedem Raum mit Alexa ausgestattet ist. Nun hängt er an meinem Fernseher und möchte dort nicht mehr weg. Mitverantwortlich sind die guten Ideen für die Steuerung „klassischer“ Geräte mit Infrarot oder der Programmführer für lineares Fernsehen.

Alle relevanten Streaming-Dienste dürfen keineswegs fehlen, aber nicht nur das. Amazon achtet auf Details wie die Möglichkeit, die Originalbildrate anzupassen. Das ist wichtig, um ein Stottern oder unruhiges Bild bei manchen Filmen zu vermeiden. Solche Aspekte sind keineswegs der Standard, die Shield Pro bekommt das nicht hin (Apple TV dagegen schon).

Für mich ist der Fire TV Cube der beste Streamingplayer der Gegenwart, denn er hinterlässt einen rundum stimmigen Eindruck und bietet viel fürs Geld. Tüftler holen via Sideloads sogar noch mehr aus dem kleinen Ding heraus.

Welche Streamingplayer gefällt euch am besten? Oder braucht ihr dank moderner Smart TVs gar keinen mehr?

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7 Kommentare zu “Fire TV Cube: Der beste Streamingplayer (für mich)

  1. Der Fire-Cube hat eine wesentlich bessere Performance bei Bild und Ton als der 4K-Stick. Bei Anschluss an meinem neuen AV-Receiver Denon verursacht er jedoch bei SDR-Inhalten einen Rotstich, welcher nur bei Neustart oder beim Abspielen von HDR-Inhalten vorübergehend verschwindet. Dies ist ein bekanntes Problem und wurde bisher durch ein Update nicht behoben.

      1. Schwer zu sagen. Diese Farbraumstörung tritt übrigens nicht auf, wenn ich den Cube direkt am TV (Philips PUS 7303) anschließe – bei exakt gleicher Bildeinstellung. Das nützt mir jedoch nichts, da ich den Atmos-Ton hier abgreifen muss.
        Offenbar tritt diese Störung bei bestimmten AV-Receivern auf, wie z.B. bei Denon.

        1. Nein. 4k-Stick und Google TV Chromecast laufen einwandfrei am Receiver. Es gibt hierzu auch diverse Beiträge im Amazon-Forum und Hifi-Forum, wo das Problem auch längst bekannt ist. Viele hoffen auf ein Update.

  2. Leider bekomme ich meine Webcam nicht zum Laufen. Die Box sagt mir zwar beim Anschließen, dass jetzt eine Kamera verfügbar ist, aber sie funktioniert nicht.

    Habt ihr da noch eine Tipp?

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