Bücher lesen auf dem Smartphone: Phones, Apps, Tipps und Tricks

Bücher lesen kannst du auch auf einem Smartphone. Wir sagen dir, welche Phones sich am besten eignen und welche Apps wir empfehlen.

Bücher lesen auf dem Smartphone: Phones, Apps, Tipps und Tricks

Als angehender Minimalist mache ich mittlerweile beinahe alles mit dem Smartphone: Fotografieren, Videos schauen, manchmal arbeiten und natürlich auch: Bücher lesen. Das geht mit einem Smartphone und passenden Apps mittlerweile erstaunlich gut. Spannend ist für Smartphone-Leser aber auch der wachsende Markt der Auszüge, Hörbücher und Zusammenfassungen. Ich gebe dir hier ein paar hilfreiche Tipps fürs Bücher lesen auf dem Smartphone.

Bücher lesen auf welchem Smartphone?

Dank der passenden Apps kannst du heute auf jedem Smartphone Bücher lesen, aber natürlich nicht auf jedem gleich gut. Du willst das beste und angenehmste Bild für deine Augen. Das garantieren…

  • Ein OLED-Display mit selbstleuchtenden Pixeln für hohe Kontraste und echte Schwarzwerte. Das ist vor allem dann interessant, wenn du auch abends vor dem Schlafengehen noch lesen willst. Das Display lässt sich dann im Dark Mode beinahe vollständig abdunkeln, während du den Text trotzdem noch gut lesen kannst.
  • Eine anständige Akkulaufzeit, die dein Smartphone sicher über den Tag bringt. Lesen ist aktive Display-Arbeit und das Display einer der größten Stromverbraucher im Smartphone. LTPO-OLED-Displays, die die Bildwiederholfrequenz je nach Anwendung heruntersetzen, helfen zusätzlich Strom zu sparen. Mit eingeschaltetem Dark Mode und niedriger Helligkeit kannst du zudem die Laufzeit deutlich verlängern.
  • Eine hohe Auflösung mit ordentlicher Pixeldichte für ein scharfes Bild. Ich empfehle mindestens 300 ppi und mindestens Full HD (1.920 x 1.080 px) oder FHD+. Auch wenn es meistens „nur“ um Text geht, sollte sich dein Auge nicht über die Maßen anstrengen müssen, ein scharfes Bild zu erzeugen.
  • Ein großes Display: Viele wollen kompakte Smartphones, aber gerade für Videos und auch Ebooks spielen Smartphones mit großen Displays ihre Vorteile voll aus. Text findet mehr Platz, es ist angenehmer zu lesen und du musst nicht so oft umblättern.
Ein OLED-Display eignet sich am besten zum Bücher lesen auf dem Smartphone: Das muss, wie hier im Samsung Galaxy A52 gar nicht einmal übermäßig teuer sein.

Das Zauberwort heißt OLED

Smartphones mit OLED-Display, einer entsprechenden Auflösung und Akkulaufzeit sind meist ein wenig teurer. Dazu gehören aber nahezu ausnahmslos Geräte der Spitzenklasse und oberen Mittelklasse, oft auch die in der Ausstattung leicht reduzierten Lite-, i-, SE- oder Neo-Versionen eines Flaggschiffs. Aber auch einige Mittelklasse-Geräte wie Samsungs A-Serie bietet in der Regel OLED-Displays zum günstigen Preis.

Weniger wichtig ist beim Bücher lesen auf dem Smartphone die Bildwiederholrate des Displays. Weil sich Text anders als Videos oder Spiele nicht bewegt, macht es keinen nennenswerten Unterschied für die Augenfreundlichkeit, ob sich das Bild mit 120, 60 oder auch nur 1 Hertz neu aufbaut. Eine adaptive Bildwiederholrate wie in modernen LTPO-Displays kann allerdings die Akkulaufzeit verlängern. Entsprechende Displays setzen die Frequenz bei Ebook-Apps meist sehr weit herunter: 10 oder, wenn möglich, 1 Hertz.

Umstritten ist mittlerweile auch die Wirkung von Blaufiltern. Neuesten Studien zu Folge bringen sie nicht den gewünschten Effekt, das Auge vor dem Schlafengehen mit gelblicherem Licht zu entlasten. Es ist demnach unerheblich, ob ihr den Blaufilter einschaltet oder nicht. Immerhin: Die meisten heutigen Smartphones bieten einen derartigen Filter, den ihr nach Wunsch ein- oder ausschalten könnt.

Ein Dunkelmodus, wie hier auf dem iPhone, bringt nachts schon etwas. Er lässt euch angenehmer auf dem Smartphone lesen. Grafik: Apple

Die besten Apps fürs Bücher lesen auf dem Smartphone

Es gibt mehrere Arten von Ebook-Apps auf dem Smartphone. Allen gemeinsam ist, dass du mit ihnen Ebooks lesen kannst. Während einige nur Ebooks öffnen und anzeigen können, kannst du mit anderen auch Ebooks und Audiobooks einzeln oder im Rahmen einer Flatrate kaufen.

  • Ebook-Shops und -Reader: Kindle, Apple Books, Google Play Books (funktioniert auch auf dem iPhone), Tolino (und angeschlossene Apps wie Thalia, Hugendubel und weitere), Aldiko Next, Kobo Books
  • Ebook-Flatrates: Skoobe, Bookly, Nextory, Audible (Audiobücher), Storytel (hauptsächlich Audiobücher), Kinde Unlimited (via Kindle-App), Readfy (kostenlose Bücher)
  • Ebook-Reader ohne Shop: iReader (inklusive Bibliothek kostenfreier und historischer englischer Bücher), Yomu, eBoox, Book Track

Beinahe allen dieser Apps ist gemein, dass sie über wunderschöne Lesemodi verfügen. Du kannst die Reader nach deinen Vorlieben frei anpassen, etwa einen dunklen oder hellen Hintergrund wählen, die Schriftgröße verändern, manchmal sogar die Schriftart einstellen. Einige bieten auch den Zugang zu einem hinterlegten Lexikon oder Wörterbuch, so dass du Fachbegriffe oder englische Wörter schnell nachschlagen kannst.

Die Ebook-Reader ohne Shop verfügen meist schon über eine kleine Bibliothek kostenloser Bücher, etwa Klassiker wie „Moby Dick“ oder „The Great Gatsby“. Diese Apps unterstützen eine Vielzahl von Ebook-Formaten wie epub, fb2, aber auch schlicht pdf, docx, mobi, prc oder txt.

Keine Ebook-Käufe auf dem iPhone

Direkt auf dem iPhone kannst du (ohne Tricks) nur Bücher über Apple Books kaufen. Andere Apps mit angeschlossenem Shop erlauben es dir nur, bereits gekaufte Bücher via Cloud auch auf dem Smartphone zu lesen. Apple verlangt auch für Buchkäufe über Drittanbieter-Apps auf dem iPhone eine Umsatzbeteiligung von 30 Prozent, was die Anbieter nicht bereit sind zu zahlen. Diese Sperre kannst du häufig umgehen, wenn du dich mit deinem mobilen Browser (oder am PC) in deinen jeweiligen Account einloggst und das Buch dort kaufst.

Ein Kauf aus der iPhone-App Alkido Next ist nicht möglich. Apple steht mit Ebook-Anbietern wegen der 30-Prozent-Abgabe im Clinch.

Auf Android sind Ebook-Käufe derweil in zahlreichen Apps möglich.

Als iPhone-Nutzer gebe ich es zu: Ich bin schrecklich faul und gehe den einfachsten Weg: Ich kaufe Ebooks meist direkt über Apple Books oder allenfalls noch Kindle, nachdem ich sie auf dem Rechner im Kindle Store gekauft habe. Bist du noch nicht auf eine bestimmte App festgelegt, gib auch den anderen eine Chance!

Doch auch wenn du in den iPhone-Apps mit angeschlossenem Shop keine Bücher kaufen kannst, so kannst du sehr oft doch Leseproben (Auszüge) oder Hörproben herunterladen. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Hörproben, Auszüge, Summaries, Blinks & Co.

Du liest noch ganze Bücher? Du bist sooo passé!

Kleiner Scherz, aber den Eindruck könntest du bekommen, wenn du einmal durch die Weiten der Ebook-Apps und ähnlicher Vertreter streifst. Statt sofort ein ganzes Buch oder Hörbuch zu kaufen und dann zu lesen, hast du mittlerweile Alternativen, die dir Zeit sparen oder zumindest als Appetitanreger dienen können:

  • Leseproben (Auszüge, Vorschauen): Erlauben es dir, schon einmal in das Buch hineinzuschauen, die ersten Kapitel anzulesen und – für Fachbücher sehr praktisch – das Inhaltsverzeichnis zu studieren, um zu sehen, ob das Buch auch deine Fragen beantwortet. Du findest Links zu Auszügen meistens auf der Katalogseite zum Buch im Shop.
  • Hörproben: Analog zur Leseprobe bieten Hörbücher ebenfalls minutenlange Auszüge deines designierten Hörbuchs. Mit deren Hilfe kannst du schon vorab probehören, ob dir Stil und Stimme der Leserin/ des Lesers gefallen.
Eine Hörprobe – wie hier auf Google Books für das iPhone – kannst du oft auch abspielen, wenn du das Buch in der App nicht kaufen kannst.
  • Summaries/Abstracts: Gibt es sehr häufig vor allem für englische Fachbücher. Autor:innen fassen hier die wichtigsten Punkte eines Fachbuchs kurz zusammen, damit du nicht das ganze Buch lesen musst und somit Zeit sparst. Diese Summaries gibt es als Text oder Audio, oft gibt es mehrere für ein und dasselbe Buch und sie kosten ein paar Euro, bis hin zum halben Preis des eigentlichen Buches.
  • Vorschau der Summary: Hier wird es jetzt meta, denn auch diese Summaries haben oft eine Vorschau in Form einer – sehr kurzen – Hör- oder Leseprobe.

Blinkist & Co.: Monatsabos für Zusammenfassungen

  • Blinks, Scribds und Co: Aus Zusammenfassungen haben Anbieter wie Blinkist, oder getAbstract ganze Abos geschnürt. Gegen einen Flatrate-Monatspreis erhältst du Zugang zu meist hunderten oder tausenden Buchzusammenfassungen in Text- oder Audioform hauptsächlich von Fachbüchern. Die Anbieter werben damit, dir den Inhalt eines ganzen Fachbuchs in 15-20 Minuten vermitteln zu können. Zugang zu diesen Flatrates erhältst du über die jeweiligen Apps der Anbieter. Weitere Vertreter sind die (nur englischsprachigen) Instaread und Shortform. Das ebenfalls englischsprachige Scribd bietet in seinem Abo zusätzlich zu Abstracts auch den Zugang zu ganzen Büchern an.

Für Hörbuch-Abstract-Liebhaber interessant: Apps wie Blinkist lassen dich meist sogar noch die Lesegeschwindigkeit anpassen. Wenn du also noch mehr Zeit sparen willst, erhöhe auf 1,25- oder 1,5-fache Geschwindigkeit.

Gerade für Fachbücher finde ich kurze Formen hochinteressant. Wenn ein:e Autor:in eine gute Idee hat, wie „Vegan ist Unsinn“ oder „In 10 Minuten die Arbeit des ganzen Tages erledigen“, dann reicht mir eine detaillierte Zusammenfassung. Für Romane, bei denen es auch viel um Stil geht, könnte ich mir solche Abstracts oder Blinks aber nicht gut vorstellen.

Fazit: Bücher lesen auf dem Smartphone

Das hier soll kein Pamphlet gegen Ebook-Reader sein. Derartige Geräte wie Tolino Shine oder Amazons Kindle-Serie bieten ja noch einige weitere Vorteile wie ein handliches Format, ein entspiegeltes Display oder eine wochenlange Akkulaufzeit.

Wenn dir aber das Kleingeld für einen Ebook-Reader fehlt oder du einfach kein weiteres Gerät willst, dann kannst du Bücher auch sehr gut auf einem Smartphone lesen. Ich hoffe, mein Beitrag konnte dir ein paar interessante Tipps dazu liefern.

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