Apple: Vier neue iPhone 12 und ein kleiner, smarter Lautsprecher

Apple bringt das neue iPhone 12 in gleich vier Größen und Versionen heraus. Der smarte Lautsprecher HomePod Mini richtet sich direkt an die Konkurrenz von Amazon und Google. Und dazu gibt es ein überraschendes Wiedersehen mit MagSafe.

Apple: Vier neue iPhone 12 und ein kleiner, smarter Lautsprecher

Wir müssen es fast schon eine Generation nennen. Denn Apple bringt das iPhone 12 in gleich vier Versionen heraus:

  • iPhone 12 Mini (5,4-Zoll-Display, 2 Kameras, ab 64 GB)
  • iPhone 12 (6,1 Zoll, 2 Kameras, ab 64 GB)
  • iPhone 12 Pro (6,1 Zoll, 3 Kameras, ab 128 GB)
  • iPhone 12 Pro Max (6,7 Zoll, 3 Kameras, ab 128 GB)

Alle vier Geräte verfügen über 5G, OLED-Displays, den neuen A14-Chip und eine magnetische Rückseite für einen neuartigen MagSafe-Anschluss. Sie unterscheiden sich jeweils in Details.

Apple iPhone 12 Pro: 3 Kameras statt 2
Apple iPhone 12 Pro: 3 Kameras statt 2

Den Chip A14 Bionic hat Apple im 5-Nanometer-Verfahren gefertigt. Damit passen noch erheblich mehr Transistoren auf kleinen Raum. MagSafe, eine beliebte alte Erfindung, die Apple einst für ein magnetisch andockendes Ladekabel für MacBooks verwendete, kommt nun in abgewandelter Form für die neuen iPhones zurück. An die magnetische Rückseite könnt ihr mit MagSafe den Ladestecker magnetisch andocken, aber auch andere Elemente wie einen Kreditkartenhalter (Wallet). Erstmals unterstützt Apple bei allen neuen iPhones auch einen Schnelllademodus, der in 30 Minuten immerhin 50 Prozent des Akkus wiederaufladen soll.

So funktioniert das neue MagSafe
So funktioniert das neue MagSafe

iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max

Das iPhone 12 Pro Max wird mit seinem 6,7-Zoll-Display, 226 Gramm, 160,8 Millimetern Höhe und 78,1mm Breite das größte und schwerste neue iPhone – aber auch das best ausgestattete. Drei Objektive für Ultraweitwinkel-, Weitwinkel- und Tele sind drin, wobei das iPhone 12 Pro Max dank des 65mm-Teleobjektivs bis zu 5x optisch ans Geschehen heranzoomen kann. Das iPhone 12 Pro nur 2,5x (52mm). Auch der digitale Zoom geht beim Max-Modell bis 12x weiter als beim 12 Pro (10x). Beide verfügen über den LiDAR-Scanner, der Objekte genauer erfassen und damit Nachtporträts und bessere AR-Effekte ermöglichen soll. Smart HDR 3 mit Szenenerkennung soll außerdem bei besseren Aufnahmen helfen.

Goldjungen: Das große iPhone 12 Pro Max und das kleinere iPhone 12 Pro
Goldjungen: Das große iPhone 12 Pro Max und das kleinere iPhone 12 Pro

Vor allem aber verwendet das iPhone 12 Pro Max einen größeren Bildsensor (laut Apple: um 47 Prozent größer) und dazu größere Pixel für detailliertere Aufnahmen. Die optische Bildstabilisierung soll den Sensor (und nicht das Objektiv) vor Verwacklern schützen.

Das iPhone 12 Pro Max nutzt für das Weitwinkelobjektiv außerdem optische Bild­stabilisierung mit Sensor­verschiebung und schafft den höheren Zoomfaktor auch bei Videoaufnahmen. Hier beherrschen beide Geräte sogar Aufnahmen mit der HDR-Technik Dolby Vision bis 60 Bilder pro Sekunde.

Kamera am iPhone 12 Pro
Kamera am iPhone 12 Pro

Und sonst? Beide iPhone 12 Pros verfügen auch über ein HDR-Display mit stolzen 460 ppi (458 ppi im 12 Pro Max). Apple nennt es Super Retina XDR Display. Die Smartphones sind staub- und wassergeschützt nach IP 68 (dauerhaftes Unterauchen in Süßwasser bis 30 Minuten), 5G und das „Ceramic Shield“ genannte Glas gegen Kratzer und andere Display-Schäden. Die Seiten sind laut Apple aus „Edelstahl in chirurgischer Qualität“.

iPhone 12 und iPhone 12 Mini

Die große Frage, was die „einfachen“ iPhone 12 hauptsächlich von den Pro-Modellen unterscheidet, ist schnell beantwortet: Es gibt jeweils ein Objektiv weniger. Die Zoomkamera fehlt, der LiDAR-Sensor auch. Es bleiben Weitwinkel- und Ultraweitwinkelkamera. Die Einstiegs-Speichergröße ist mit 64 GB nur halb so groß. Die Displays, obwohl ebenfalls OLED und ähnlich hoch auflösend, schaffen regulär nur bis zu 625 Nits (800 bei den Pro-Modellen); im HDR-Modus sind es bei allen Geräten bis zu 1.200 Nits. Die beiden iPhone-12-Modelle bestehen an den Rändern aus Aluminium statt aus Stahl wie die Pro-Modelle.

iPhone 12 und iPhone 12 Mini
iPhone 12 und iPhone 12 Mini

Eine HDR-Videoaufnahme mit Dolby Vision beherrschen die einfachen iPhone 12 auch, allerdings nur mit 30 Bildern pro Sekunde. 4K-Videos gelingen allerdings auch hier mit bis zu 60 fps. Und auch sonst haben die beiden iPhone 12 vieles von dem spendiert bekommen, was die Pro-Modelle auch haben: MagSafe, Schnelllademodus, 5G, den gleichen A14-Chip, Wasser- und Staubschutz nach IP 68, Super Retina XDR Display, Ceramic Shield, Nachtmodus.

HomePod Mini

Mit dem HomePod Mini betritt Apple außerdem den Markt für niedrigpreisige Sprachlautsprecher. Mit Siri steuert ihr hier eure Musik oder das Smart Home. Der ballförmige Smart Speaker besitzt zwei passive Tieftöner und einen akustischen Wellenleiter für ein 360-Grad-Klangfeld. Er erinnert preislich und optisch ein wenig an den neuen Amazon Echo (4. Gen.). Bisher hatte Apple nur den deutlich höherpreisigen HomePod als Smart-Speaker im Programm.

Apple HomePod Mini in weiß
Apple HomePod Mini in weiß

Preise und Verfügbarkeit

Informationen jeweils durch Apple, diese können von Verfügbarkeiten und Preisen der iPhones im EURONICS Online-Store abweichen:

  • iPhone 12 Mini: ab 778,85 Euro, vorbestellbar ab dem 6.11.
  • iPhone 12: ab 876,39 Euro, vorbestellbar ab dem 16.10.
  • iPhone 12 Pro: ab 1.120 Euro, vorbestellbar ab dem 16.10.
  • iPhone 12 Pro Max: ab 1.217,50 Euro, vorbestellbar ab dem 6.11.
  • HomePod Mini: 96,50 Euro, vorbestellbar ab dem 6.11, erhältlich ab dem 16.11.

Wie viele Beobachter im Vorfeld bereits spekuliert hatten, wird Apple den iPhone-12-Geräten keinen Ladestecker mehr beilegen. Ihr könnt separat einen kaufen, zum Beispiel ein MagSafe-Ladegerät, oder einen bereits vorhandenen weiterverwenden. Auch die neuen iPhones setzen weiterhin auf den Lightning-Anschluss.

Im Programm behält Apple übrigens das iPhone 11 (ab 661,85 Euro), das iPhone XR (ab 564,40 Euro) und das iPhone SE 2020 (ab 446,90 Euro), nicht aber das iPhone 11 Pro.

Einschätzung

Vier iPhones: So viele hat Apple noch nie auf einen Schlag vorgestellt. Löblich ist, dass Apple sie alle vier mit der gleichen Maschinerie ausstattet: dem schnellen, neuen A14-Chip. Auch sonst wirkt das kleine, handliche iPhone 12 Mini nicht schlechter ausgestattet als das größere iPhone 12. Eine sehr löbliche Entscheidung, die Freunde kleinerer Smartphones, wie meinen Kollegen Peter Giesecke sehr freuen dürften. Interessant wirken auch die besseren Kamera-Systeme der beiden neuen iPhone 12 Pro – besonders das des iPhone 12 Pro Max.

Das neue Apple iPhone SE: günstig, kompakt, leistungsstark

Während Apple mit dem HomePod Mini im Smart Home nun auch in direkte Konkurrenz zu Google und Amazon geht, ist die vielleicht größte Überraschung des Abends die pfiffige Rückkehr von MagSafe. Apple bietet damit einen eigenen Ansatz für kabelloses Laden, vor allem aber auch für andere Accessoires wie einen Kreditkartenhalter direkt am iPhone – und das könnte auch für die Zubehörindustrie noch richtig interessant werden.

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3 Kommentare zu “Apple: Vier neue iPhone 12 und ein kleiner, smarter Lautsprecher

  1. Jürgen hat recht! Das iPhone 12 Mini ist für alle interessant, die ein kleines Smartphone suchen.

    – Es misst nur 131,5 x 64,2 x 7,4 mm und lässt sich einhändig bedienen. Zudem wiegt es bloß 135 Gramm.

    – Es hat die aktuelle Technik verbaut und nicht nur die des Vorjahres.

    – Apple wird dafür sorgen, dass alle Apps auch auf dem relativ kleinen Display funktionieren. In der fragmentierten Androidwelt wäre das nicht möglich.

    Zudem habe ich noch zwei persönliche Präferenzen:

    – Ich mag das kantige Design. In meiner Hand fühlt sich das grffiger an.

    – Ich finde auch den Kamerabuckel nicht so schlimm wie bei anderen Geräten.

    Der Preis ist zugegeben happig, aber auch verschmerzbar. Da es mir offensichtlich so schwer fällt, das passende Smartphone zu finden, bin ich gerne bereit, mehr Geld auszugeben und das Gerät länger zu nutzen. Ökologisch wäre das auch. Knapp 800 Euro für vier Jahre würde 200 Euro pro Jahr machen. Das wäre okay.

  2. Das neue (alte) Design gefällt mir sehr gut. Ich ärgere mich gerade ein bisschen, dass ich erst seit Mai ein neues 11 Pro Max habe. Es hätte sich gelohnt, noch ein paar Monate mit dem ollen 8er auszuharren. Naja …

    1. Ich denke mir lustigerweise gerade das gleiche mit meinem neuen MacBook Pro. Das ist es einfach nicht. Ich hätte auf das noch unbekannte neue mit dem eigenen Silicon warten sollen. Dein 11 Pro Max kann doch eigentlich aber gar nicht so viel weniger, oder?

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