Apple iPad Air 4. Generation

Apples September-Event: Das neue iPad Air ragt heraus

Apple hat zwei neue iPads und zwei neue Apple Watches vorgestellt. Am interessantesten dürfte aber die Entwicklung unter der Haube sein. Der neue Chip A14 Bionic katapultiert das iPad Air auf Notebook-Geschwindigkeit.

Das Technikjahr 2020 bringt uns mittlerweile auch eine Renaissance der Tablets. Samsung legte im August mit dem Galaxy Tab S7 vor – mein Kollege Sven Wernicke war begeistert. Apple braucht die Marktführerschaft mit dem Spitzenmodell iPad Pro aber vorerst nicht zu fürchten. Neu dazu kommen jetzt noch ein neues iPad Air der 4. Generation und ein Einstiegs-iPad der 8. Generation.

Schneller Chip für das neue iPad Air

Die Augen richten sich aktuell natürlich auf das neue iPad Air, denn es ist das erste Gerät mit Apples neuem A14 Bionic. In dem 6-Kern-Chip, der als erster im 5-Nanometer-Verfahren gefertigt ist, arbeiten 11,8 Milliarden Transistioren. Seine CPU ist laut Apple noch einmal um 40 Prozent schneller als die des Vorgängers A13 und verfügt über eine 30 Prozent schnellere GPU, was sich in einer doppelt so schnellen Grafikperformance äußern soll.

Das iPad Air der 4. Generation ist kompatibel mit dem Magic Keyboard und wird damit wahlweise zum Notebook.

Das iPad Air der 4. Generation ist kompatibel mit dem Magic Keyboard und wird damit wahlweise zum Notebook.

Damit soll das neue iPad Air auch aufwändige Spiele flüssig und realistisch darstellen oder 4K-Videos bearbeiten können. Das 10,9 Zoll große Tablet verfügt über ein Display mit Apples so genannter Liquid-Retina-Technik (kein OLED), über WiFi 6 und USB-C, einen Fingerabdrucksensor im Standby-Knopf, eine rückwärtige 12-Megapixel-Kamera, die 4K-Videos bis zu 60 fps aufnehmen kann, und eine 7-MP-Frontkamera. Es wiegt 458 oder 460 Gramm (mit LTE) und ist 6,1 Millimeter dünn. Verfügbare Farben sind Spacegrau, Silber, Roségold, Grün und Sky Blau. In Deutschland soll es in der Nur-WiFi-Version mit 64 GB Speicher UVP ab 632,60 Euro kosten und ab Oktober erhältlich sein.

Zum Geburtstag: Das iPad der 8. Generation

Das neue iPad (8. Generation)

Das neue iPad (8. Generation)

Das neue iPad der 8. Generation wird Apples neues Einstiegs-iPad. Es verfügt noch über den älteren A12-Chip, der auch im iPhone XR zum Einsatz kam. Dennoch soll er das neue iPad im Vergleich zum Vorgänger um 40 Prozent schneller machen. Erstmals stattet Apple damit auch das „einfache“ iPad mit einer neuralen Engine aus. Das Display misst 10,2 Zoll und beherrscht nur einfaches Retina. Die Frontkamera schafft 1,2 Megapixel, die rückwärtige Kamera 8MP. Das neue iPad ist in Deutschland ab dem 18. September für einen Preis ab 369,40 Euro wahlweise mit 32 GB oder 128 GB in den Farben Spacegrau, Silber und Gold zu haben.

Apple Watch Series 6 misst euren Blutsauerstoffgehalt

Ein neuer Sensor in der Apple Watch misst nun auch den Sauerstoffgehalt im Blut.

Ein neuer Sensor in der Apple Watch misst nun auch den Sauerstoffgehalt im Blut.

Die neue Apple Watch der 6. Generation verfügt laut Apple über ein mehr als doppelt so helles Always-on-Display und kann darauf auch Informationen wie die aktuellen Höhenmeter anzeigen. Ein neuer Sensor misst den Sauerstoffgehalt im Blut. Um die Daten zukünftig auszuwerten und in Relation mit Krankheiten wie Asthma oder Covid-19 zu stellen, arbeitet Apple mit verschiedenen Wissenschaftler-Teams zusammen. Zusammen mit dem Pulsmesser und der Möglichkeit, ein EKG zu erstellen (noch nicht in allen Ländern von den Gesundheitsbehörden freigegeben), wird die Apple Watch Series 6 damit immer mehr zur Gesundheitsuhr.

Apple Watch Series 6

Apple Watch Series 6

Bei 20 Prozent höherer Leistung soll die Akkulaufzeit der Apple Watch 6 unverändert bei 18 Stunden liegen. Erstmals soll die Apple Watch auch elastische Armbänder bekommen, in die die Tragenden einfach hineinschlüpfen und die nicht mehr mit einem Verschluss geöffnet werden müssen. Die Apple Watch Series 6 soll ab 418,15 Euro ab Ende der Woche verfügbar sein. Die ältere Apple Watch Series 3 bleibt für einen Preis ab 213,45 Euro erhältlich.

Apple Watch SE: Mit ein paar Sensoren weniger

Apple Watch SE

Apple Watch SE

Neu im Programm ist die Apple Watch SE, der kleine Bruder des iPhone SE 2020. Die Uhr verzichtet auf einige der besonderen Features der Series 6 wie die EKG- und die Blutsauerstoff-Funktion. Im Vergleich zur Apple Watch Series 3 ist sie 30 Prozent größer und soll doppelt so schnell laufen. Sie kostet ab 291,45 Euro und soll in zahlreichen Farben und Varianten zur Verfügung stehen.

Apple One: Aus vier mach eins

Apple Fitness+, vorerst nicht in Deutschland

Apple Fitness+, vorerst nicht in Deutschland

Mit Fitness+ führt Apple außerdem ein geräteübergreifendes Sportprogramm ein. Es soll mit Videokursen professioneller Coaches arbeiten und mit der Apple Watch interagieren können. In Deutschland ist es vorerst nicht verfügbar.

Vier Dienste, alle Geräte, ein Preis: Apple One

Vier Dienste, alle Geräte, ein Preis: Apple One

Unter Apple One schließlich bietet das Unternehmen ab Herbst die lange erwartete Möglichkeit, seine immer zahlreicher werdenden Online-Dienste zu bündeln und Kunden für nur noch einen Preis zur Verfügung zu stellen. In Deutschland können Nutzer hierfür die Services iCloud, Apple TV+, Apple Arcade und Apple Music zusammenfassen. Der Gesamtpreis beträgt 14,95 Euro im Monat. In den USA kommen noch Apple News+ und Apple Fitness+ hinzu.

Einschätzung und Ausblick

Immer schneller, immer besser: Vor allem Apples eigenentwickelte ARM-Prozessoren, die mittlerweile eine ernsthafte Konkurrenz für Notebook-Prozessoren darstellen, werden zunehmend interessanter. Der A14 Bionic, der nun das neue iPad Air befeuert, wird auch im neuen iPhone 12 zum Einsatz kommen, mit dem wir im Oktober rechnen dürfen. Vor allem aber wird ein im 5-Nanometer-Verfahren gefertigter Chip der Kategorie A14+ mit noch mehr Leistung in den neuen iPad Pros und vor allem in einem neuen MacBook Ende des Jahres erwartet. Hier setzt Apple nach langer Zeit wieder auf die eigene Chip-Entwicklung und verabschiedet sich langfristig von Intel-Prozessoren.

Der Fingerabdrucksensor im Standby-Knopf: Eine gute Idee kehrt zurück.

Der Fingerabdrucksensor im Standby-Knopf: Eine gute Idee kehrt zurück.

Am neuen iPad Air ist auch der Fingerabdrucksensor interessant, der praktischerweise in den Standby-Knopf integriert ist. Eine gute Platzierung für biometrische Entsperrung, die hoffentlich noch für andere Geräte zurückkehrt.

Die Möglichkeit, den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen, könnte in Zukunft noch spannend werden. Sie ist das herausragende Feature in der neuen Apple Watch Series 6. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht: Fitbit hatte erst kürzlich die Smartwatch Sense mit einem EDA-Sensor vorgestellt, der das Stresslevel der Nutzenden messen soll.

Zwischen die Apple Watch 6 und die weiterhin verfügbare Series 3 platziert Apple nun die Watch SE. Also geht auch hier der Trend hin zu drei verfügbaren Modellen für unterschiedliche Geldbeutel. Dass alle drei Uhren die neue WatchOS-Version 7 erhalten, ist löblich.

Zum Geburtstag nur einen schnelleren Chip: Das iPad der 8. Generation bietet ansonsten kaum neue Features.

Zum Geburtstag nur einen schnelleren Chip: Das iPad der 8. Generation bietet ansonsten kaum neue Features.

Ein klein wenig aus der Reihe fällt das iPad der 8. Generation. Bis auf den neuen Chip wirkt es im Vergleich zum Vorgänger kaum verbessert. Vor allem die niedrigste Speicherausstattung von nur 32 GB wirkt nicht mehr zeitgemäß, zumal das Jahr 2020 eigentlich das zehnjährige Jubiläum des allerersten iPad markiert. Da hätten wir uns etwas mehr erwartet.

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