Apple MagSafe: iPhones und Android-Geräte kabellos laden

Das dürfte viele Nutzer freuen: Apples Magnet-Ladestecker MagSafe funktioniert auch mit alten iPhones und vielen Android-Smartphones. Wenn auch längst nicht in voller Geschwindigkeit.

Apple MagSafe: iPhones und Android-Geräte kabellos laden

Mit Updates zu neuen Ergebnissen über Ladeleistungen.

Für das iPhone 12 hat Apple eine beliebte, alte Technologie wiederbelebt: MagSafe. Ein magnetischer Stecker lädt das Smartphone kabellos. Früher verwendeten MacBooks die Technologie, heute sind es iPhones. Die gute Nachricht für alle, die kein iPhone 12 (Mini, Pro, Pro Max) besitzen: MagSafe funktioniert auch am iPhone 11 (Pro, Pro Max), einigen noch älteren iPhones und auch an vielen Android-Geräten.

MagSafe am iPhone 12 (Mini, Pro, Pro Max)

Der neue MagSafe-Stecker ist eine Ladestation, die magnetisch an der Rückseite eines iPhone 12 andockt und mit der ihr das iPhone über Induktion bis 15 Watt laden könnt. Das gilt nicht nur für das kleinere Modell und die Standardgröße, sondern auch für das iPhone 12 Pro und das iPhone 12 Pro Max.

Apple legt die auch Ladepuck genannte Station den neuen iPhones nicht bei, ihr könnt sie aber separat kaufen. Doch Obacht, ihr braucht auch den 20W USB‑C Power Adapter (oder einen anderen USB-C-Ladestecker) noch dazu, weil Apple der MagSafe-Ladestation einen solchen nicht beilegt.

MagSafe in Aktion
MagSafe in Aktion

Es sollte übrigens idealerweise genau der von Apple separat vertriebene 20-Watt-Ladestecker sein. Erste Tester erreichten nur mit ihm die von Apple versprochenen 15 Watt Ladeleistung, um den Akku eines iPhone 12 mit MagSafe kabellos in etwa 30 Minuten zu 50 Prozent aufzuladen. Der für ältere iPhones vertriebene 18-Watt-Ladestecker oder selbst der für MacBooks verwendete 96-Watt-Ladestecker liefern aufgrund eines anderen Ladeverfahrens nicht die maximal möglichen 15 Watt, sondern nur 13 und 10 Watt, womit sich die Ladezeit verlängert.

YouTuber Zollotech hat hier verschiedene Ladestecker auch von Drittherstellern getestet und teils deutlich geringere Ladeleistungen gemessen:

Verwendet ihr ein kompatibles Case, könnt ihr den MagSafe-Stecker übrigens auch daran anschließen, zum Beispiel das Clear Case oder das Silikon Case. Hier kann es allerdings passieren, dass sich die Geräte schneller aufheizen und das iPhone 12 den Ladestrom von sich aus drosselt.

Das kleinere iPhone 12 Mini lädt über MagSafe derweil wohl nur mit bis zu 12 Watt kabellos auf, wie aus einem Support-Dokument von Apple hervorgeht.

MagSafe am iPhone 11 (Pro)

Bereits den Vorgänger, iPhone 11, könnt ihr kabellos laden. Apple verwendet für beide Geräte den offenen Qi-Ladestandard. Das bedeutet für das Apple-Universum: MagSafe funktioniert auch am iPhone 11 und den Schwesterversionen iPhone 11 Pro und 11 Pro Max.

Gut gealtert: das iPhone 11 (Pro) ist mit MagSafe kompatibel
Gut gealtert: das iPhone 11 (Pro) ist mit MagSafe kompatibel

Erste Tester haben das erfolgreich ausprobiert: Das Magnetladen am iPhone 11 Pro mit einem MagSafe-Stecker funktioniert. Der Magnetstecker hält allenfalls nicht so fest wie am iPhone 12, wo Apple eine verstärkte Metallplatte eingebaut hat. Aber es geht. Aber, noch einmal, Achtung: Am iPhone 11 liefert der MagSafe-Stecker nach den Ergebnissen der Tester nur maximal 7,5 Watt. Das iPhone vom letzten Jahr lädt also nur halb so schnell mit MagSafe wie das iPhone 12.

MagSafe an älteren iPhones

Auch an noch älteren iPhones wie den iPhone XS (Max), iPhone XR, iPhone X (Max), iPhone 8 (Plus) und dem iPhone SE (2020) funktioniert das kabellose Laden über MagSafe. Die Smartphones sind mit einer kabellosen Ladefunktion ausgestattet und lassen sich daher auch über den MagSafe-Stecker aufladen – wenn auch hier nur bis 7,5 Watt.

Auch das iPhone SE (2020) könnt ihr kabellos laden.
Auch das iPhone SE (2020) könnt ihr kabellos laden.

Noch ältere iPhones wie das iPhone 7 (Pro) oder noch ältere Geräte funktionieren mit dem MagSafe-Stecker nicht. Das liegt schlicht daran, dass Apple sie noch nicht mit einer kabellosen Ladefunktion ausgerüstet hatte.

Android-Smartphones mit MagSafe laden: Geht mit Qi-Geräten

Kaum war der neue Stecker auf dem Markt, schon machten sich die ersten Tester daran, auch ihre Android-Smartphones damit zu verheiraten – im Prinzip mit Erfolg. AndroidPolice-Redakteur Max Weinbach etwa hat sein Samsung Galaxy Fold2 mit einem MagSafe-Stecker geladen und die Aktion auf Twitter geteilt:

Dass der MagSafe-Stecker am Galaxy Fold2 so gut hält, liegt daran, dass Samsung dort eine Magnet-Technik namens Magnetic Secure Transmission für einfacheres mobiles Bezahlen eingebaut hat. Hier spielt die Technik der beiden Konkurrenten Samsung und Apple witzigerweise eine Symphonie. Allerdings dürfte das Galaxy Fold2 von der schnelleren 15-Watt-MagSafe-Technik auf die 7,5 Watt fallen, die Apple über „Einfach-Qi“ nur bietet. Tester wie oben im Video Zollotech ermitteln für Android-Smartphones sogar nur 1,5 Watt über MagSafe. Das hätte eine sehr, sehr lange Ladezeit zur Folge.

Aber immerhin: Es geht. Auch an anderen Android-Smartphones haben Nutzer den MagSafe-Stecker getestet, etwa dem Samsung Galaxy S20 FE oder am Google Pixel 5, wie YouTuber Kevin The Tech Ninja in einem Video vorführt:

In dem Video zeigt er auch, dass das kabellose Laden auch durch eine Schutzhülle hindurch funktioniert und dass andere Smartphones nicht ganz so gut am MagSafe-Stecker halten, wie die dafür vorgesehene iPhone-12-Familie.

Android-Smartphones mit Qi bis 7,5 Watt

Wenn ihr Android-Smartphones über MagSafe laden wollt, muss dieses mit dem kabellosen Ladestandard Qi ausgerüstet sein. Dass Apple hier (anders als etwa bei der Apple Watch) nicht auf einen proprietären Standard setzt, sondern das standardisierte Qi, gerät Android-Geräten zum Vorteil. Bei Qi ist es egal, von welchem Hersteller Smartphone oder Ladegerät stammen – sie arbeiten zusammen.

Weil Qi allerdings per se keine Magnethaftung vorsieht und nicht jedes Smartphone oder Ladegerät verstärkende Magneten oder Metallplatten hat, werden einige Qi-fähige Android-Smartphones nicht so gut an der MagSafe-Ladeplatte haften wie das iPhone 12. Dafür haben Tester wie Kevin The Tech Ninja das Laden mit einem Pixel und MagSafe auch durch eine Hülle hindurch realisiert. Es funktioniert.

Andere sind schneller: Das Huawei Mate 40 Pro lädt auf Wunsch sogar mit 50 Watt kabellos, das iPhone 12 mit 15 Watt
Andere sind schneller: Das Huawei Mate 40 Pro lädt auf Wunsch sogar mit 50 Watt kabellos, das iPhone 12 mit 15 Watt

Und die Ladestärke? Begrenzt jeweils auf maximal 7,5 Watt, leider. Denn Qi kann inzwischen eigentlich bis zu 30 Watt liefern, andere, meist proprietäre, kabellose Ladestandards sogar noch mehr. Das Huawei Mate 40 Pro etwa verfügt über Wireless SuperCharge, das kabellos 50 Watt liefern soll und das Smartphone damit sogar schneller lädt als die meisten (nicht alle) kabelgebundenen Schnelllademodi.

In der Praxis haben Tester beim Laden von Android-Smartphones über MagSafe daneben nur bis zu 1,5 Watt gemessen; sie erreichen darüber also nicht einmal die 7,5 Watt, die möglich wären.

Qi-Ladegeräte für das iPhone 12

Und wie ist es mit dem umgekehrten Weg? Funktionieren auch andere kabellose Ladegeräte am iPhone 12?

Kurz gesagt: Ja, und ihr habt hier gleich mehrere Möglichkeiten. Schon für ältere induktiv ladefähige iPhones bot Apple Zubehör von Drittherstellern an, das die Smartphones kabellos lädt. Das funktioniert nun auch am iPhone 12. Darunter sind mehrere Versionen der Belkin Boost Charge und Mophie Wireless Ladestation. Je nach Modell könnt ihr hier sogar andere Geräte gleichzeitig mitladen, etwa eine Apple Watch oder AirPods mit kabellosem Ladecase.

Belkin Boost Charge lädt iPhones kabellos bis 7,5 Watt.
Belkin Boost Charge lädt iPhones kabellos bis 7,5 Watt.

Vorsicht aber auch wieder hier: Wenn die Ladematte des Dritt-Herstellers kein offizieller MagSafe-Ladestecker ist, dann lädt euer iPhone 12 zwar, aber wieder nur mit halber Kraft (bis 7,5 Watt).

Wichtig ist auch die Wahl des passenden Netzsteckers. Denn nur Apples separat verkaufter 20-Watt-Powerplug erreicht die maximal für MagSafe möglichen 15 Watt. Dritthersteller arbeiten hier noch an passenden eigenen Plugs mit Power Delivery 3.0.

Wenn ihr bereits ein Qi-Ladegerät für ein Android-Gerät habt, könnt ihr dieses auch am iPhone 12 (oder älteren iPhones, die induktiv ladefähig sind) andocken. Die sollten das iPhone 12, immerhin mit bis zu 7,5 Watt, aufladen. Das umfasst natürlich auch Ikea-Qi-„Lademöbel“ wie Livboj oder Nordmärke.

Übrigens funktioniert Qi natürlich auch durch Hüllen hindurch.

AirPods, iPads, MacBooks oder die Apple Watch mit MagSafe laden?

Die gute Nachricht für Nutzer der True-Wireless-Kopfhörer AirPods Pro oder AirPods mit kabellosem Ladecase (2. Generation): Auch sie lassen sich am MagSafe-Stecker aufladen. Das gleiche gilt für das kabellose Ladecase für die AirPods.

Mophie 3-in-1 Wireless Ladestation, lädt neben iPhones auch eine Apple Watch und AirPods.
Mophie 3-in-1 Wireless Ladestation, lädt neben iPhones auch eine Apple Watch und AirPods.

Für die Apple Watches bis zur 6. Generation gilt das leider nicht. Zwar ladet ihr auch Apples Smartwatch über eine Induktionsladematte auf. Die ist aber kleiner und nicht Qi-fähig. Besitzt ihr beides – ein modernes iPhone und eine Apple Watch – dann könnten Kombi-Ladematten für euch interessanter sein als der alleinige MagSafe-Stecker. Die gibt es derzeit von Drittherstellern, etwa die Belkin Boost-Charge-Modelle.

Stand Oktober 2020 gibt es außerdem noch keine Möglichkeit, ein iPad über MagSafe zu laden. Die bis dahin verfügbaren Apple-Tablets unterstützen die Technik nicht. Wer sein iPad kabellos laden möchte, kann zu einer Drittanbieter-Lösung greifen: Die Logitech Base lädt neuere iPads (ab der 7. Generation, iPad Air ab 3. Generation und alle iPad Pro) kabellos über den Smart Connector.

MacBooks: Da war doch mal was

Auch MacBooks sind Stand Oktober 2020 nicht mit dem neuen MagSafe kompatibel. Wir schreiben „das neue Magsafe“, weil Apples Notebooks lange Jahre über einen ebenfalls MagSafe genannten Ladestecker verfügten, den Apple in den Geräten ab 2016 allerdings durch USB-C ersetzte. Der MagSafe-Ladestecker war beliebt, weil er einen Stolperschutz mitbrachte: blieben Nutzer versehentlich am Kabel hängen, löste es sich ab und ließ den Laptop stehen. Ein klassischer Spot aus der Reihe „Mac vs. PC“ von 2007 bewirbt den Vorteil auf humorvolle Art:

Die Technik ist weiterhin so beliebt, dass etwa Hersteller Xtreme Mac sie in einem magnetischen Adapter nachbaute, der auch für aktuelle MacBooks funktioniert: Hier steckt ihr erst den USB-Stecker zum Laden in das MacBook ein, der dann magnetisch mit einem Ladekabel verbunden ist.

MagSafe für MacBooks neu erfunden: XtremeMac baut den Magnetladestecker über USB-C nach.
MagSafe für MacBooks neu erfunden: XtremeMac baut den Magnetladestecker über USB-C nach.

Weitere Möglichkeiten

Ein andockendes Ladekabel – und andockbare Cases für das iPhone 12. Apple stellte solche gleich zur Präsentation der iPhone-12-Familie vor, etwa ein abgeschirmtes Lederwallet, zum Beispiel für Kreditkarten.

MagSafe eignet sich auch für anderes Andock-Zubehör wie Kreditkartenhalter
MagSafe eignet sich auch für anderes Andock-Zubehör wie Kreditkartenhalter

Das dürfte erst der Anfang gewesen sein. Die Idee, passendes Zubehör einfach an ein iPhone anzudocken, könnte für die Zubehörindustrie noch interessant werden. Was ließe sich noch alles andocken? Extra-Akkus natürlich. Lautsprecher, Kamera-Module, Gimbals, Leuchten?

iPad als Notebook: Ein Selbstversuch

Etwas an ein Smartphone anzudocken, ist keine neue Erfindung. Motorola etwa hatte das vor Jahren eine Zeitlang mit Moto Mods versucht, das durchaus kreative magnetische Zubehör aber mittlerweile wieder eingestellt. Apple hat die größere Marktmacht. Vielleicht kann passendes Zubehör hier funktionieren und MagSafe so oder so eine rosige Zukunft verschaffen.

Bei Euronics findet ihr Apple-Produkte in der Markenwelt.

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3 Kommentare zu “Apple MagSafe: iPhones und Android-Geräte kabellos laden

    1. Hey Boris! 🙂 Na ja, neu ist MagSafe oder kabelloses Laden natürlich nicht. Und rückblickend gesehen eine Affenschande, dass das Palm Pre so gefloppt ist. Es war seiner Zeit nicht nur beim Thema kabelloses Laden weit voraus.

  1. 😉 Was ist damals bei Palm (und heute bei Apple) gut fand ist die Magnetverbindung, damit die optimale Position „gefunden“ und gehalten wird. Sonstige Qi-Ladegeräte sind ja nur halb so effektiv wenn das Handy etwas verschoben wird. Und die ganzen sich aus der Magnethalterung ergebenen Vorteile (Autohalterung, Cover, Powebank, ….), seltsam das keiner früher das Palm-Konzept nachgeahmt hat. Oder gab es da wohl Patentprobleme?
    Und ja, Palm Pre war echt ein geiles Teil.
    Ich denke ich werde langsam alt, aber derzeit lässt sich das von keinem Handy mehr behaupten, größer, schneller, ja, aber „geil“, nööö…

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