Barista mit Milchschaum (Bild: Pixabay/StockSnap)

Elektrische Milchaufschäumer: Darauf müsst ihr beim Kauf achten

Milch sollte 65 Grad warm sein, wenn sie aufgeschäumt wird. Doch nicht jeder Milchaufschäumer schafft das auch. Wir raten zu Induktion – und zur passenden Größe.

Womit bereitet ihr euren Kaffee zu? Beliebt sind Herdkännchen wie der Designklassiker von Bialetti, aber vermehrt auch Siebträgermaschinen, die mit hohem Druck eine besonders schöne Crema auf den Espresso zaubern.

Die einfachen Modelle jedoch besitzen keine Düse für das Aufschäumen von Milch, sodass viele Kaffeeliebhaber irgendwann vor der Frage stehen, welchen Milchschaumbereiter sie sich zulegen wollen. Wir geben euch Tipps, worauf ihr beim Kauf achten solltet.

Milchaufschäumer von WMF, Severin und Jura (Bilder: Hersteller)

Milchaufschäumer von WMF, Severin und Jura (Bilder: Hersteller)

Die Aufgabe eines Milchaufschäumers besteht vor allem darin, feine Luftbläschen in die Milch zu bringen und daraus einen stabilen Schaum zu formen. Dies geschieht am bestem mit einem Topfmilchschäumer, der elektrisch betrieben wird und nicht nur für den richtigen Wirbel in der Milch sorgt, sondern diese vorher auch auf die passende Temperatur bringt.

Wie groß sollte ein Milchaufschäumer sein?

Da sich im Schaum viel Luft befindet, gibt es zwei Mengenangaben. Zuerst wird gesagt, wieviel Milch ins Kännchen passt. Das ist die größere Angabe. Bei der kleineren handelt es sich um die Menge, die ihr maximal eingeben dürft, damit am Ende das Kännchen komplett mit Schaum gefüllt ist.

Bei den vielen Modellen gebt ihr etwa 260 ml Milch in einen 500 ml großen Behälter. Beim besonders großen Severin sind es auch 350 ml bzw. 700 ml. In kleinere Geräte, die Milchschaum für eine oder zwei Tassen erzeugen, wird bloß 100 bis 120 ml Milch eingegeben.

In vielen Modellen (aber nicht in allen) lässt sich die Milch auch nur erwärmen. Dann wird keine Luft untergewirbelt. Entsprechend kann auch der Topf komplett mit Milch gefüllt werden.

Ganz wenige Modelle wie der Caso Crema Latte & Cacao oder der WMF Lono Milk & Choc bieten auch die Möglichkeit, heiße Schokolade zuzubereiten. Dort wird über den Quirl ein kleiner Metall­korb gesetzt, damit die feste Trinkschokolade nicht damit kollidiert und die Milch spritzen lässt.

Wie gut funktionieren Milchaufschäumer?

Das A und O ist die Temperatur. Viele Milchaufschäumer arbeiten mit Induktion, einige aber auch mit einer verdeckten Heizspirale in der Bodenplatte. Prinzipiell eignen sich beide Methoden, jedoch heizt Induktion die Milch schneller auf. Zudem lässt sich die Temperatur nachträglich leichter reduzieren, sofern das Gerät das überhaupt erlaubt.

Das Innenleben des Milchaufschäumers WMF LONO Milk & Choc: Der Quirl wird mit einem kleinen Metallkäfig vor der Schokolade geschützt (Bild: WMF)

Das Innenleben des Milchaufschäumers WMF LONO Milk & Choc: Der Quirl wird mit einem kleinen Metallkäfig vor der Schokolade geschützt (Bild: WMF)

Ideal für die Zubereitung von Milchschaum ist eine Temperatur zwischen 65 und 70 Grad. Das hängt mit der Struktur der Eiweiße zusammen. Auf keinen Fall sollte sie kurz aufkochen. Mit welcher Milch der Schaum besonders schön cremig wird, haben wir euch in einem weiteren Beitrag erklärt.

Aber aufgepasst: Nicht jeder elektrischer Milchaufschäumer schafft es auch auf diese Temperatur. Hier lohnt durchaus die Investition in etwas Qualität. Bei einigen Geräten wie dem Severin SM 9685 ist auch ein Temperaturregler integriert. Er kann die Milch auf mehrere Stufen erhitzen – laut Anleitung aber auch nur bis 65 Grad.

Milchschaum ist nicht gleich Milchschaum. Der Kenner merkt den Unterschied (Bild: Severin)

Milchschaum ist nicht gleich Milchschaum. Der Kenner merkt den Unterschied (Bild: Severin)

Mit einigen Geräten lässt sich die Milch auch kalt aufschäumen. Ein Barista jedoch rät in der Regel davon ab. Kalter Milchaufschau wird manchmal in Cocktails oder in Suppen verwendet. Er ist auch nicht so stabil wie warmer. Ich persönlich könnte auf diese Funktion also gut verzichten.

Leistung

Viele Milchaufschäumer kommen auf eine Leistung von 500 Watt. Mehr ist dabei nicht unbedingt besser. Ihr solltet jedoch einen Blick auf den Energieverbrauch werfen – insbesondere auf den Standbybetrieb. Hier gehen die Werte teilweise weit auseinander. Schließlich wollt ihr ja nicht, dass das Gerät viel Strom zieht, wenn es ungenutzt in der Küche steht.

Über einen Überhitzungsschutz und eine Abschaltautomatik sowie über eine Kontrollleuchte verfügen die meisten Geräte auch. Für mich sind das Komfortmerkmale. Ob ihr darauf wertlegt, müsst ihr selbst entscheiden. Schließlich seid ihr meistens in der Küche, während der Schaum entsteht. Das dauert ja nicht lange.

Reinigung

Die Behälter der meisten Milchaufschäumer bestehen aus Edelstahl und sind mit einer Antihaftbeschichtung versehen, damit die Milch nicht so leicht anbrennt. Das Äußere kann ebenfalls aus edleren Materialen gefertigt sein, aber auch aus einfachem Kunststoff. Manchmal orientiert sich das Design auch an der Kaffeemaschine aus der gleichen Serie.

Der Behälter des Milchaufschäumers Severin SM 3582 darf zur Reinigung auch in die Spülmaschine (Bild: Severin)

Der Behälter des Milchaufschäumers Severin SM 3582 darf zur Reinigung auch in die Spülmaschine (Bild: Severin)

Zur Reinigung wird der Milchaufschäumer soweit wie möglich auseinandergenommen. Deckel, Dichtung und Quirl dürfen meist in die Spülmaschine, oft auch die Behälter. Die einzelnen Teile lassen sich aber auch schnell unter fließendem Wasser abspülen. Die Antihaftbeschichtung sorgt in der Regel dafür, dass keine Milch ansetzt. Reste lassen sich aber auch leicht wieder entfernen.

Milchaufschäumer von Jura

Besonders beliebt sind Milchaufschäumer von Jura. Oft stehen sie dann neben einem Kaffeevollautomaten aus dem gleichen Haus – einer Jura Ena 8 oder einer Jura Z8. Ich habe einen Freund, der dieser Kombination nicht aus Markentreue gewählt hat, sondern weil er vom Milchschaum aus der Jura tatsächlich überzeugt ist. Und auch ich bin gerne bei ihm zu Gast.

Bei seinem Jura-Milchaufschäumer handelt es sich noch um das Modell mit geriffelter Silikonmanschette. Der Milchbehälter ist aus gebürstetem Edelstahl. Es gibt einen Aufsatz für Milch und zwei für Milchschaum. Auf diese Weise lassen sich auch große Frühstücksrunden schnell mit ausreichend Milchschaum versorgen.

Jura Hot & Cold: Zum Kaffeevollautomaten darf es auch gerne ein Milchaufschäumer der gleichen Marke sein (Bild: Jura)

Jura Hot & Cold: Zum Kaffeevollautomaten darf es auch gerne ein Milchaufschäumer der gleichen Marke sein (Bild: Jura)

Mit dem Jura Hot & Cold ist aber auch schon ein Nachfolger erhältlich. Statt der geriffelten gibt es jetzt eine glatte Soft-Touch-Oberfläche. Die Ausstattung ist die gleiche mit einer Ausnahme: Es kann auch kalter Milchschaum erzeugt werden, sodass sich ein Flat White erstmals auch kalt zubereiten lässt.

Günstige Milchaufschäumer

Es muss aber nicht unbedingt ein Milchaufschäumer von Jura sein. Oder mit einer besonderen Ausstattung, wie alle anderen hier bislang genannten Geräte. Von vielen bekannten Elektroanbietern oder Kaffeemarken gibt es günstige Milchaufschäumer in der 50-Euro-Klasse, die einen Blick lohnen. Hier nur eine Auswahl:

Wer den Kaffee gerne als Cappuccino oder Latte Macchiato trinkt, benötigt nicht nur guten Kaffee, sondern auch einen guten Milchschaum. Der gelingt am besten mit der richtigen Milch, aber auch mit einem guten elektrischen Milchaufschäumer. Viel Spaß beim Genießen!

Beitragsbild: Pixabay/StockSnap

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