EcoFlow Delta Mini im Test: Charmanter Profi-Solargenerator

Praktisch, schlank, zuverlässig. Die EcoFlow Delta Mini ist eine tolle solare Powerstation. Allein die Handhabung lässt Luft nach oben.

EcoFlow Delta Mini im Test: Charmanter Profi-Solargenerator

Powerstations sollen Riesen-Powerbanken für unterwegs sein – und das ist die größte Herausforderung, die Hersteller haben. Denn schlank müssen sie sein, noch gut tragbar und trotzdem idealerweise endlos Energie liefern. EcoFlow wird mit der Delta Mini fast allen dieser Ansprüche gerecht – zeigt aber auch, dass es ganz ohne Kompromisse nicht geht:

EcoFlow Delta Mini im Einsatz: Profi-Werkzeug

Als ich die Delta Mini zum ersten Mal auspacke und aufstelle, glaube ich, mich zu versehen. Ist die wirklich vom gleichen Hersteller, der auch die etwas kleinere River Pro gebaut hat? Die Delta Mini wirkt ganz anders, viel moderner, professioneller, schnittiger designt. Dabei bietet sie letztendlich gar nicht so viel mehr als der kleinere Bruder. Mehr dazu in unserem Vergleich unten.

EcoFlow Delta Mini

Neben dem modernen Design findest du Lüftungsschlitze an den Seiten, die auch seitwärts Luft abstrahlen. Und das passiert relativ häufig. Der Kühler meldet sich in meinem Test etwa sofort, wenn ich damit Wasser kochen will. Aber auch, wenn ich ihn mit dem EcoFlow 220W Solarpanel auflade und das Panel deutlich mehr als 100 Watt Input liefert.

Den erwähnten Wasserkochtest besteht die Delta Mini übrigens problemlos – anders als etwa der Jackery Explorer 1000. Meinen 2000W-Wasserkocher regelt die Mini einfach runter auf knapp unter die maximal möglichen 1.400 Watt. Er benötigt dann ein klein wenig länger zum Kochen, aber es gelingt. Übrigens auch dann, wenn ich zeitgleich mein Smartphone und ein MacBook an der Powerstation auflade:

Wasserkocher über AC, Laptop und Smartphone über DC: Die Delta Mini lädt alles gleichzeitig.

Ständiger Wechsel zwischen den beiden Seiten

Hier wird es dann auch schnell ein klein wenig hakelig. Denn EcoFlow hat das Display und die USB-Steckdosen auf der einen Seite untergebracht, die Wechselrichter-Steckdosen und den DC-Eingangsstecker für das angeschlossene Solarpanel derweil auf der anderen Seite:

Das führt dazu, dass ich die immerhin 11 kg schwere Powerstation immer wieder hin und her drehen muss. Kann man sich dran gewöhnen, ideal ist das aber nicht. Zumal die abgeflachte Oberseite des Geräts zwar gut als Ablage oder Minitisch dienen kann, ansonsten aber eigentlich brach liegt:

Oberseite der Delta Mini

Und wo wir bei den kleineren Nachteilen sind: Die Delta Mini hat an jeder Seite einen Tragegriff, insgesamt also zwei. Was auch bedeutet, dass du sie über längere Entfernungen auch mit zwei Händen tragen musst. Auch wieder anders als bei der River Pro, die du über den praktischeren Tragegriff oben mit einer Hand tragen kannst.

Der Tragegriff erschwert den Blick von oben auf das Display.

Hinzu kommt noch, dass die Tragegriffe der Delta Mini nach vorne ragen, so dass du dich ein wenig herunterbücken musst, um das Display von oben ablesen zu können. Gleiches auf der anderen Seite. Um ein Solarpanel oder ein anderes Ladekabel anzuschließen, musst du zunächst die Klappe nach oben schieben und dich dann weit herunterbücken, um die passende Buchse zu finden.

Ladestecker befinden sich unter einer Klappe. Du musst dich weit herunterbücken, um hier die passende Buchse zu erspähen.

Bedienung der Knöpfe etwas fummelig

Der Ein-Aus-Knopf auf der Vorderseite reagiert zu Weilen etwas träge und nur nach längerem Gedrückthalten. Dass er außerdem kaum größer und viel weiter vom Display entfernt ist als der deutlich prominenter angebrachte IoT-Resetknopf, ist auch nicht ideal:

Blick auf das Display und die Vorderseite der Delta Mini. Der IoT-Resetknopf ist beinahe präsenter als der Ein-Aus-Knopf.

Gleiches gilt für die sehr kleinen Knöpfe auf der anderen Seite zum Ein- und Ausschalten des KFZ-Ladesteckers oder der AC-Steckdosen. Das kannst du allerdings wiederum als Vorteil betrachten; versehentlich erwischst du die Knöpfe schon nicht.

Sehr kleine Einschaltknöpfe für die Wechselstrom-Steckdosen und die KFZ-Ladesteckdose.

Bitte übrigens besser nicht vergessen, die AC-Steckdosen nach Benutzung wieder auszuschalten. Der Betrieb des Wechselrichters kostet die Powerstation Energie, zudem geht dabei häufig der Lüfter. Als ich einmal abends vergesse, die AC-Steckdose auszuschalten, ist der Akkustand am Morgen um rund 10 Prozent gesunken.

Aber du merkst es schon: Das sind alles hauptsächlich kleinere Kritikpunkte.

Wie viel Power hat die Delta Mini?

Die EcoFlow Delta Mini ist mit 882 Wh stark bestückt. Genauere Angaben macht der Hersteller nicht, aber es dürfte reichen, um ein durchschnittliches Smartphone über 50 Mal zu laden und ein Notebook 10-15 Mal. 500 ml Wasser zu kochen, wie in meinem Test, kostete die Powerstation rund 8 Prozent Akku.

Läuft mit 1.350 Watt: Die Delta Mini betreibt eine italienische Espressomaschine.

Unterschätze übrigens die Leistung von Standard-Haushaltsgeräten nicht! Du solltest auch einen kleinen Elektrogrill an den Solargenerator anschließen können. Oder eine Espressomaschine, wie ich es auf Vorschlag von Kollege Frank Müller versuchte, der das an seinem Balkonkraftwerk auch ausprobieren will.

Aber gerade Geräte mit um die 1.000 Watt Leistung saugen die Powerstation in weniger als einer Stunde leer. Reine Physik: 882 Wh reichen theoretisch, um ein 882 Watt starkes Gerät 1 Stunde lang zu betreiben. Praktisch sind es wegen des niedrigeren Wirkungsgrades sogar noch weniger. Mit unserem Stromkostenrechner kannst du übrigens ausrechnen, wie viel Geld du sparst, wenn du einzelne Geräte allein mit Solarstrom an einer Powerstation betreibst.

USB-Anschlüsse, davon 1x USB-C mit Schnelllademodus

Sehr schön ist, dass EcoFlow an USB-C und hier sogar einen Schnelllademodus gedacht hat. Daran konnte ich sogar mein MacBook in optimaler Geschwindigkeit aufladen – mit etwa 45 Watt. Bis zu 100W bietet die Delta Mini über USB-C. Das ist dann auch für moderne Smartphone mit Extrem-Schnelllademodus geeignet. Auch eine der drei USB-A-Steckdosen hat einen Schnelllademodus mit immerhin 18W spendiert bekommen.

Bilden ein gutes Team: Die EcoFlow Delta Mini und das halbdurchlässige 220W Solarpanel aus gleichem Hause.

Es mag ein subjektives Gefühl sein, denn genau habe ich die Zeit nicht gemessen. Aber das Aufladen der Powerstation mit dem dazu passenden EcoFlow 220W Solarpanel dauert doch um einiges länger als bei der River Pro – dabei natürlich berücksichtigt, dass letztere etwas weniger Kapazität hat.

Was ist im Lieferumfang der Delta Mini enthalten?

EcoFlow legt der Powerstation ein mehrsprachiges Handbuch bei (auch Deutsch ist darunter), dazu einen Netzstecker, ein DC-auf-DC-Kabel, ein MC4-auf-XT60-Kabel (Solarkabel) und ein KFZ-auf-XT60-Kabel.

Lieferumfang EcoFlow Delta Mini

Alles zusammen kommt in einer praktischen Pappbox. Die Qualität ist jeweils hochwertig. Die Gebrauchsanweisung ist in gutem Deutsch verfasst und liefert hilfreiche Infos und Daten. Am Solarladekabel gefällt mir, dass es gut und gerne drei Meter und damit sehr lang ist.

Die EcoFlow-App: Licht und Schatten

Eigentlich mag ich die EcoFlow-App – das schrieb ich auch schon im Testbericht zum kleineren Solargenerator River Pro. Sie ist übersichtlich, schnell, lässt dich die Delta Mini aus der Ferne überprüfen und steuern. Und du kannst dich sehr schnell Einstellungen verändern.

Dann allerdings muss ich den Einrichtungsprozess kritisieren. Die App will ein eigenes WLAN aufspannen, über das es sich mit der Powerstation verbindet. Das klappt nicht nur schlecht, es verwirrt den/die Nutzer:in auch völlig, weil nie ganz klar ist, welches WLAN für welchen Schritt gefragt ist.

Zudem misslingt mir der Versuch des Firmware-Updates, obwohl ich mich offenbar erfolgreich durch das Dickicht an Hin-und-Her-Schaltungen zwischen der App und den Einstellungen des Smartphones geschlagen habe. Der Fortschrittsbalken schafft es immerhin bis 21 Prozent, bevor jedes Mal eine Fehlermeldung kommt und das Update abbricht:

EcoFlow Delta Mini vs. River Pro

EcoFlow Delta Mini und River Pro

Sie sehen sich zwar nur entfernt ähnlich, aber der Vergleich zwischen den beiden EcoFlow-Powerstations der ähnlichen Preisklasse bietet sich dennoch an.

Die Delta Mini verwendet mit NCM eine andere Akkutechnik als das Li-On-System der River Pro. Bei letzterer ist alles eine Nummer kleiner: die Gesamtkapazität, die Ausgangsleistung und nicht zuletzt auch das Gewicht und die Maße. Dabei bieten beide Geräte die gleiche Zahl an Anschlüssen, das gleiche Bedienkonzept und ein ähnliches Display.

Delta Mini und River Pro von oben

Die River Pro ist tatsächlich eine ganze Ecke leichter, sie ist schnell wieder aufgeladen und durch den einzelnen Tragegriff oben erstaunlich leicht zu transportieren. Bei unserem Versuch, uns über ein Festivalwochenende mit Strom zu versorgen, war die River Pro das perfekte Gerät.

Leistung oder Mobilität

Die Delta Mini ist in der Handhabung nicht besser, sie ist nur noch etwas leistungsfähiger. Nicht nur im Hinblick auf die Kapazität, sondern auch auf die maximale Ausgangleistung. Du kannst Geräte mit bis zu 1.400 Watt versorgen, kurzzeitig sogar bis 2.100 Watt.

Blick auf die Wechselstrom-Steckdosen von Delta Mini und River Pro

Allerdings sind beide Geräte gleich gut darin, die Leistung angeschlossener Geräte notfalls runterzupegeln, wie in unserem Wasserkochertest. Statt den 2.000 Watt, die der Kocher eigentlich verlangt, liefert die Delta Mini 1.350 Watt und die River Pro immerhin noch 600 Watt. Die konkurrierenden Powerstations Jackery Explorer 1000 und Jackery Explorer 500 schalten sich beim gleichen Test schlicht ab.

Kurz gesagt: Beide EcoFlow-Powerstations haben uns überzeugt. Die Delta Mini vor allem wegen ihrer Leistung, die River Pro vor allem durch ihre hohe Mobilität.

Technische Daten im Vergleich

EcoFlow Delta MiniEcoFlow River Pro
Mobiler Solargenerator/PowerstationMobiler Solargenerator/Powerstation
882 Wh Leistung (50,4 V)720 Wh Leistung (28,8 V)
Ausgänge:

2x USB-A (bis 12 V)
1x USB-A (bis 18 V)
1x USB-C (bis 100 W)
2x DC/ 5,5 x 2,1mm (38 W)

2x AC (230V, 1.400 Watt – 2.100 W Spitze, reine Sinuswelle)
KFZ-Ladestecker (126 W)
Ausgänge:

2x USB-A (bis 12 V)
1x USB-A (bis 18 V)
1x USB-C (bis 100 W)
2x DC/ 5,5 x 2,1mm (41 W)

2x AC (230V, 600 Watt – 1.400 W Spitze, reine Sinuswelle)
KFZ-Ladestecker (136 W)
Eingänge:

AC-Ladung (mit X-Stream bis 900 W)
Solarladegerät bis 300 W (10 A)
KFZ-Ladegerät: 12 oder 24 V, 8 A
Eingänge:

AC-Ladung (mit X-Stream bis 660 W)
Solarladegerät bis 200 W (12 A)
KFZ-Ladegerät: 12 V, 8 A
Zellenchemie: NCM (Lithium-Nickel-Cobalt-Mangan)Zellenchemie: Lithium-Ionen
Lebensdauer: 800 Zyklen bis zu 80%+ Kapazität
Lagerung: 1 Jahr nach vollständiger Aufladung
Lebensdauer: 800 Zyklen bis zu 80%+ Kapazität
Lagerung: 1 Jahr nach vollständiger Aufladung
Maße (BxHxT): 37 x 18,3 x 23,6 cmMaße (BxHxT): 28,9 x 18 x 23,5 cm
Gewicht: 11 kgGewicht: 7,6 kg
Preis (ca.): 1.100 EuroPreis (ca.): 800 Euro

Fazit

Ein Profi-Powerhouse light – das dürfte die treffendste Bezeichnung für die EcoFlow Delta Mini sein. Ein kompakter, ausdauernder Solarspeicher mit moderner Akkutechnik und vielen zeitgemäßen und durchdachten Anschlüssen. Einzig der sich häufig meldende Lüfter und das nicht zu 100 Prozent stimmige Bedienkonzept schmälern die Gesamtnote leicht.

Unsere Bewertung
  • Starke Leistung
  • Tolles, modernes Design
  • Lädt AC-Geräte zuverlässig
  • USB-C und USB-A mit echtem Schnelllademodus
  • Viele Anschlüsse und Lademöglichkeiten
  • Bedienung etwas fummelig
  • Lüfter läuft recht oft
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Ein Kommentar zu “EcoFlow Delta Mini im Test: Charmanter Profi-Solargenerator

  1. Hallo, das ist ein guter Vergleich. Vielen Dank, Ich habe die Delta Mini seit einigen Monaten im Einsatz. Solar laden klapp perfekt, auch mit dem 160 W Modul, aber auch mit einem Balkonkraftwerk. Kleinste elektronische Geräte sind perfekt zuladen und auch für mein eBike ist die kleine Powerstation perfekt.. Aber das aller beste ist das kein Bluetooth vorhanden ist, sondern ein WLAN, alle Welt meckert darüber. Ich finde es perfekt, denn ich kann über WLAN auf dem Balkon in der Garage und sonst überall in meinem Haus auf die Station zugreifen, und dass alles ohne dem Reichweitendilema von Bluetooth. Das aller beste, alles läuft perfekt, auch das Update.. Für mich ist WLAN die bessere Alternative, die ich nicht missen möchte. Leider weiß ich nicht warum alle damit Probleme haben, bei mir funktioniert es nicht nur perfekt auch das einrichten lief tadellos. Auch die zwei Griffe können Ein- oder Zweihand verwendet werden. Von meiner Seite ganz klar der Favorit.
    Gruß DH

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