E-Scooter im Straßenverkehr: Diese Modelle werden zugelassen

E-Scooter kommen bald auf die Straße. Wir sagen euch, welche Modelle voraussichtlich bald zugelassen werden und welche ihr heute schon fahren dürft.

Die neue Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnunge (eKFV) ist seit dem 15. Juni 2019 in Kraft; noch wird es aber dauern, bis ihr mit den ersten eKFV-konformen Rollern auf Deutschlands Radwegen fahren dürft. Wir wollen euch trotzdem schon einmal einen Überblick über die E-Scooter geben, die bereits im Straßenverkehr zugelassen sind oder die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Zulassung erhalten. Da alles noch in Bewegung ist, aktualisieren wir die Informationen einschließlich der Modelle fortlaufend.

Dabei achten wir darauf, dass die vorgestellten Modelle eKFV-konform sind und nehmen auch nur solche Modelle auf, die eine hohe Reichweite, interessante Funktionen oder ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Artikelstand: 05. Juli 2019

Derzeit liegen dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) fast 100 sogenannte Interessensbekundungen vor. Von diesen haben fünf Modelle eine Anfangsbewertung erhalten, vergleichbar mit einer vorläufigen Betriebserlaubnis. Sobald die neue Elektrokleinstfahrzeugeverordnung (eKFV) in Kraft tritt, dürften sie schnellstens eine allgemeine Betriebserlaubnis erhalten. Damit wären sie offiziell für den Straßenverkehr zugelassen.

Gerne wären wir bereits auf diese fünf Modelle mit Anfangsbewertung eingegangen. Wir wollten wissen, welche das sind. Das zuständige KBA teilte auf telefonische Anfrage aber mit, dass es darüber keine Auskunft geben darf. Aus datenschutzrechtlichen Gründen, so die Begründung. Unter anderem der Hersteller Iohawk teilt auf seiner Website mit, für das Modell Sparrow Version 2 bereits einen Antrag beim KBA eingereicht zu haben.

Die wichtigsten Eckpunkte der kommenden eKFV könnt ihr hier nachlesen. Und nun zu den Geräten.

Metz Moover: Todschicker Pionier made in Germany

Ein alter Bekannter ist der Metz Moover. Das Unternehmen aus dem bayrischen Zirndorf ist neben dem Segway der Vorreiter für Elektrokleinstmobilität. Das in Deutschland gefertigte Spitzenmodell Moover besticht dabei durch Design und Reichweite. Letztere ist mit maximal 25 km großzügig dimensioniert und reicht für den Weg zur Arbeit und zurück.

Den E-Scooter Metz Moover gibt es in drei Farben (Bild: Metz)

Den E-Scooter Metz Moover gibt es in drei Farben (Bild: Metz)

Dank seiner Effizienz ist der Metz Moover ein extrem umweltverträglicher E-Scooter. Bereits nach 189 km Fahrt ist die CO2-Freisetzung neutralisiert. Das Gefährt könnt ihr mit wenigen Handgriffen zusammenklappen und platzsparend verstauen oder transportieren. Die am Lenker installierte LCD-Anzeige fasst Infos zu Kilometerstand, Geschwindigkeit und Akkuladestand zusammen.

Der Metz Moover ist nach der neuen eKFV für den Straßenverkehr zugelassen. Das bedeutet: ihr braucht eine Versicherungsplakette; das Mindestalter liegt bei 14 Jahren. Den Metz Moover erhaltet ihr exklusiv bei EURONICS.

ModellMetz Moover
Akku-Kapazität216 Wh
Reichweitemax. 25 km
Gewicht16 kg
Allgemeine BetriebserlaubnisStraßenzulassung nach eKFV

BMW X2City: Bayrischer Vorreiter mit Edel-Ausstattung

Die Bayrischen Motorenwerke, kurz BMW, sind als Autobauer bekannt, tummeln sich zudem auch in anderen Geschäftsbereichen. Fahrräder und Motorräder gehören dazu, neuerdings auch E-Scooter. Das Modell X2City besitzt als zweiter E-Tretroller in diesem Artikel bereits eine Straßenzulassung.

Um den X2City bereits vor der eKFV fahren zu dürfen, benötigt ihr einen Moped-Führerschein. Ist die eKFV gültig, trägt das KBA den X2City in die neuen Liste E-Scooter ein. Fortan dürftet ihr dieses Gefährt auch ohne Führerschein fahren.

BMW X2City

Der BMW X2City besitzt ein robustes Design und eine exzellente Technik (Foto: BMW Group)

Die Besonderheiten des X2 City liegen im Design und der Bedienung. Die Gestaltung ist edel und robust zugleich. Statt filigraner Gestänge kommt ein von Kettler-Alu gefertigter Rahmen zum Einsatz. Schutzbleche vorn und hinten schützen euch und Hinterherfahrende vor Wasser- und Schmutzspritzern.

Mit 25 bis 30 km Reichweite ist der X2City ideal, um auch längere Strecken zurückzulegen. Die 408 Wh starke Batterie ladet ihr laut BMW in nur 2,5 Stunden komplett wieder auf.

Mit 20 kg ist der X2City kein Leichtgewicht, dafür suchen Verarbeitung und die technische Abstimmung ihresgleichen. Eine Besonderheit ist das Gaspedal, das sich auf dem Trittbrett befindet. Tretet ihr auf dieses, fährt der Scooter mit nur 6 km/h los. Hebt ihr den Fuß kurz und setzt ihn dann wieder auf das Pedal, schaltet es in die nächsthöhere der insgesamt sechs Geschwindigkeitsstufen bis 20 km/h.

Der BMW X2City ist bereits im Fachhandel erhältlich und wird mit Inkrafttreten der eKFV als regulärer E-Scooter klassifiziert.

ModellBMW X2City
Akku-Kapazität408 Wh
Reichweite25-30 km
Gewicht20 kg
Allgemeine BetriebserlaubnisStraßenzulassung nach eKFV

Ebility Kumpan 1950: Moped im E-Scooter-Design

Ebilitys Kumpan 1950 ist ein weiteres Modell, das für den Straßenverkehr zugelassen ist. Vorausgesetzt, ihr habt einen Moped-Führerschein, ist der Kumpan 1950 ein interessanter Begleiter im städtischen Alltag.

Mit 25 km/h liegt die Maximalgeschwindigkeit über dem, was die eKFV zulässt; ihr dürft ihn bei dieser Geschwindigkeit nur mit einem Helm fahren. Die 40 km Reichweite sind ein exzellenter Wert, mit 17 kg Gewicht gehört der Kumpan 1950 allerdings zu den schwereren Rollern.

Ebility Kumpan 1950

Sieht aus wie ein naher Verwandter der legendären Vespa: Der Kumpan 1950 (Foto: Ebility)

Über den Radnabenmotor beschleunigt der E-Scooter nahezu geräuschlos, die zwei separat auslösenden Bremsen bringen den Kumpan auch schnell zum Stehen. Ein Highlight ist das an Sitzroller der 1950er Jahre angelehnte Design. Emailiertes Aluminium, ein Bambus-Trittbrett und die geschwungenen Linien tragen zum eleganten Äußeren bei.

Der 306-Wh-Akku lädt in 2,5 Stunden auf, zu den weiteren Extras gehören ein Control-Panel mit digitalem Display, USB-Ladeanschluss und ein gepolsteter Gepäckträger.

Der Kumpan 1950 ist bereits im Fachhandel erhältlich. Ein Moped-Führerschein wird vorausgesetzt. Eine eKFV-konforme Version hat der Hersteller bislang nicht angekündigt.

ModellEbility Kumpan 1950
Akku-Kapazität306 Wh
Reichweite40 km
Gewicht17 kg
Allgemeine BetriebserlaubnisStraßenzulassung, Moped-Führerschein vorausgesetzt. Eine eKFV-konforme Version ist nicht angekündigt

Iohawk Sparrow: TÜV-geprüft und in den Startlöchern

Das Unternehmen Iohawk löste seinen Käufern des E-Scooters Sparrow gegenüber das Versprechen ein, dass diese eine Fahrzeugzulassung erhält. Eine TÜV-Prüfung war bereits erfolgreich absolviert, zum 21. Juni 2019 erteilte das KBA eine Allgemeine Betriebserlaubnis. Das sind gute Nachrichten, denn bei vielen E-Scootern ist es vorab unklar, ob der Hersteller sich um die Zulassung kümmert.

Käufer, die bereits einen Sparrow besitzen, haben die Möglichkeit, für eine Gebühr von 179 Euro (B-Ware) bzw. 350 Euro (Neuware) ihren Sparrow eKFV-konform zu upgraden, sobald das Gesetz in Kraft getreten ist. Die bislang verkauften Modelle werden als Version 1 bezeichnet, die kommenden Auslieferungen sind entsprechend als Version 2 geführt.

IOHAWK Sparrow

Der Iohawk Sparrow lässt sich ebenfalls zusammenklappen und komfortabel transportieren (Foto: Iohawk)

Vollmundig verspricht Iohawk einen kompakten, technisch hochklassigen Tretroller. Die 25 bis 28 km Reichweite bei maximal 20 km/h sind eine Kampfansage. Ihr dürft euch freuen auf luftbefüllte 8-Zoll-Reifen, eine gegenüber anderen Scootern 10 cm längere Trittfläche und einen Tragegurt, um den zusammengeklappten Sparrow komfortabler transportieren zu können.

Einzig die Ladezeit könnte besser sein. Um den 270-Wh-Akku zu füllen, müsst ihr vier Stunden einplanen.

Der Iohawk Sparrow ist über den Hersteller vorbestellbar und wird voraussichtlich ab Ende Juni 2019 ausgeliefert.

ModellIOHAWK Sparrow
Akku-Kapazität270 Wh
Reichweite25-28 km
Gewicht12,5 kg
Allgemeine BetriebserlaubnisStraßenzulassung nach eKFV

Segway ES-1: Upgradefähiger Tretroller

Segway ist als Hersteller der gleichnamigen Touristenroller weltweit bekannt geworden. Ins Zeitalter der E-Scooter dringt die mittlerweile chinesische Marke mit dem Segway ES-1 vor. Dieser E-Tretroller sieht nicht nur äußerst elegant aus, er bietet auch einige sinnvolle Zusatzfunktionen und eine hohe Reichweite.

Die Akkuladung der verbauten Batterie reicht für maximal 20 km. Installiert ihr eine zweite Batterie, erhöht sich die maximale Distanz auf sensationelle 45 km. Daneben bietet Segway ein hintergrundbeleuchtetes LED-Display. Dieses zeigt euch Infos zu Akkustand, Geschwindigkeit, Reichweite und Bluetooth-Verbindungen. Letztere nutzt ihr, um den Diebstahlschutz zu aktivieren oder den Fahrzeugzustand zu diagnostizieren.

Segway ES-1 E-Scooter

Der Segway ES-1 besitzt noch keine Straßenzulassung, erfüllt aber alle Kriterien (Foto: Segway)

Der ES-1 bringt nur 11,3 kg auf die Waage, die One-Push-Klappfunktion macht aus dem Tretroller ein handliches Paket zum Transport in Bus, Bahn oder Auto. Das serienmäßig verbaute ABS und der vordere Stoßdämpfer garantieren einen hohen Fahrkomfort.

Stand 13. Juni 2019 ist der Segway ES-1 noch nicht für den Straßenverkehr zugelassen, erfüllt aber alle baulichen eKFV-Kriterien. Der Erteilung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis stehen deshalb keine Hindernisse im Weg; allerdings muss sich Segway formell darum kümmern. Für das stärkere Modell ES-2 gilt dies übrigens nicht, da es die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet.

Der Segway ES-1 ist im Fachhandel erhältlich. Wir raten aber dazu, mit einem Kauf noch zu warten, bis die neue eKFV in Kraft getreten ist und Segway die Zulassung für den ES-1 erhalten hat.

ModellSegway ES-1
Akku-Kapazität187 Wh
Reichweitemax. 20 km (eine Batterie)
Gewicht11,3 kg
Allgemeine BetriebserlaubnisDerzeit keine Genehmigung, erfüllt aber alle Kriterien der eKFV

Nilox Doc ECO 2: Der Kompromiss

Der Nilox Doc ECO 2 ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Kompromiss bei E-Mobilität aussehen kann. Mit nur 8,5 kg auf der Waage ist der Scooter ein echtes Leichtgewicht. Um dieses zu erreichen, griff der italienische Hersteller zu einem etwas anderen Konzept. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 18 km/h begrenzt und die Reichweite mit 15 km nicht so hoch wie bei der Konkurrenz.

Nilox verbaut eine 2.600 mAh fassende Batterie (da haben die meisten Smartphones mehr!) und lässt Zusatzelemente wie die Geschwindigkeitsanzeige weg. Den Akku-Ladestand könnt ihr über eine kleine Anzeige zwischen Lenker und Trittbrett ablesen. Ungewohnt ist das Gaspedal auf der Trittbrettfläche. Nutzer berichten, dass die Eingewöhnung einige Zeit braucht, das Fahrgefühl dann sehr komfortabel sei. Großen Anklang fanden außerdem die acht Zoll großen Vollgummireifen, die kleinere Fahrbahn-Unebenheiten abfedern.

Nilox Doc ECO 2

Ohne Schnickschnack, auf das Wesentliche reduziert und dank kompakter Batterie federleicht: Der Nilox Doc ECO 2 (Foto: Nilox)

Weitere Pluspunkte sammelt der Doc ECO 2 mit der Ladezeit von nur zwei bis drei Stunden. Sofern ihr nur kürzere Distanzen zurücklegt, ist Nilox‘ E-Scooter eine federleichte, schick designte und komfortabel zu fahrende Alternative.

Stand 13. Juni 2019 besitzt der Nilox Doc ECO 2 keine Straßenzulassung, erfüllt aber die baulichen und technischen Voraussetzungen der eKFV.

Der Nilox Doc ECO 2 ist ebenfalls im Fachhandel erhältlich. Wir raten aber dazu, mit einem Kauf noch zu warten, bis die neue eKFV in Kraft getreten ist und Nilox die Lizenz für den Doc ECO 2 erhalten hat.

ModellNilox Doc ECO 2
Akku-Kapazität93,8 Wh
Reichweite15 km
Gewicht8,5 kg
Allgemeine BetriebserlaubnisDerzeit keine Genehmigung, erfüllt aber alle Kriterien der eKFV

Kawasaki Electric Kick Scooter 6.5: Giftgrüner Gruß aus Japan

Das Unternehmen Kawasaki ist weltweit erfolgreich mit den ikonischen giftgrünen Motorrädern, die martialische Namen wie Ninja tragen. Die Typenbezeichnung Electric Kick Scooter 6.5 fällt da auf, weil sie schon etwas bieder ist.

Doch hinter dem langweiligen Namen verbirgt sich ein gut durchdachtes Produkt. Der Electric Kick Scooter 6.5 fährt bis zu 18 km/h schnell und kann mit einer Akkuladung 25 km zurücklegen. Gashebel und Bremse sind, anders als bei vielen E-Scootern, direkt am Lenker platziert, wo außerdem das Informationsdisplay zu finden ist. Über dieses könnt ihr den Akkustand, die momentane Geschwindigkeit und den Kilometerstand ablesen. Eine zusätzliche Grafik zeigt euch außerdem, ob das Rücklicht eingeschaltet ist.

Was bei der Reichweite überrascht, ist das niedrige Gewicht von 10,8 kg. Zusammengeklappt ist der Kawasaki Electric Kick Scooter ein leichtes und kompaktes Paket zum Verstauen in der Wohnung oder der Mitnahme im Bus.

Kawasaki Electric Kick Scooter 6.5

Das Giftgrün ist Kawasakis Markenzeichen und findet sich selbstverständlich auf dem Electric Kick Scooter (Foto: Kawasaki)

Laut Kawasaki ist ein Ladevorgang innerhalb von zwei Stunden abgeschlossen. Komfortteile wie die 6,5 Zoll großen Räder, Stoßdämpfer und die nach IP54 zertifizierte Wasserdichtheit machen aus dem Electric Kick Scooter einen Allwetter-Begleiter.

Eine Straßenzulassung hat der Electric Kick Scooter 6.5 nicht. Es ist aber wahrscheinlich, dass sich Kawasaki als Premium-Hersteller zeitnah eine Zulassung besorgen wird. Die baulichen und technischen Voraussetzungen erfüllt der Roller.

Der Kawasaki Electric Kick Scooter 6.5 ist bereits im Fachhandel erhältlich. Wir raten aber dazu, mit einem Kauf noch zu warten, bis die neue eKFV in Kraft getreten ist und Kawasaki die Lizenz für den Electric Kick Scooter 6.5 erhalten hat.

ModellKawasaki Electric Kick Scooter 6.5
Akku-Kapazitätohne Angabe
Reichweite25 km
Gewicht10,8 kg
Allgemeine BetriebserlaubnisDerzeit keine Genehmigung, erfüllt aber alle Kriterien der eKFV

In unserem Test von 3 E-Scootern haben wir euch außerdem Tipps zusammengetragen, worauf ihr bei der Handhabung eines Scooters achten solltet.

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
2 Kommentare zu “E-Scooter im Straßenverkehr: Diese Modelle werden zugelassen
  1. Kauft euch keinen Kumpan. Absoluter China Müll. Man setzt mit dem Mittelteil bei der kleinsten Unebenheit auf. Der Klappmechanismus ist durch die mindere Qualität nicht sicher- da alles wackelt. Der Akku ist fest verbaut, bei der kleinsten Sache muss es wieder mit Silikon verschlossen werden. Kumpan ist fast pleite. Alle Händler wurden jetzt vom Akkulieferant angeschrieben das dort eine Millionensumme offen ist! Lasst die Finger von den komischen Typen.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*