Wie umweltfreundlich sind E-Scooter?

Schon bald werden E-Scooter die deutschen Innenstädte bevölkern, was natürlich die Frage nach der Umweltfreundlichkeit aufwirft. Berechnungen zeigen aber: Die neuen Fahrzeuge sind ganz weit vorne.

Es hat lange gedauert, aber dann haben Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat schließlich E-Scooter offiziell zum Straßenverkehr zugelassen. Die Vorteile der Elektrokleinstfahrzeugeverordnung liegen klar auf der Hand. Noch nicht wirklich geklärt ist aber, wie umweltfreundlich E-Scooter eigentlich sind.

Leih-Geschäfte für E-Scooter stehen bereits in den Startlöchern, vielmehr aber dürften Privatkäufe von E-Scootern durch die eKFV interessant werden, da die Roller für eine breite Öffentlichkeit als umweltfreundliches Transportmittel gelten.

E-Scooter werden die Mikromobilität verändern.

Jeder zweite Bundesbürger glaubt, dass E-Scooter wie der Metz Moover dem Klima zugute kommen. Foto: Metz)

Der Branchenverband Bitkom ermittelte in einer Umfrage, ob E-Scooter ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz seien. Jeder zweite Bundesbürger war davon überzeugt. Doch was sagen Experten?

Die Nachteile der Akkus

E-Fahrzeuge wie Elektroautos und E-Scooter benötigen natürlich Akkus, um sich fortzubewegen. Und die haben unbestritten ihre Nachteile. Sie enthalten Nickel, Kobalt, Lithium und andere Rohstoffe, die nur unter großen Umweltbelastungen zutage gefördert werden.

Dieses Umweltproblem ist E-Fahrzeugen nicht exklusiv vorbehalten. Auch jedes Smartphone verwendet einen Akku, der die gleichen oder ähnliche Rohstoffe einsetzt. Aber auch Verbrennungsfahrzeuge oder das Fahrrad im Keller weisen zunächst eine negative ökologische Bilanz auf. Denn ihre Herstellung benötigt viele Rohstoffe wie Stahl, verursacht ebenfalls CO2-Emissionen, industriellen Abfall und ist enorm energieaufwendig.

Unterm Strich starten also alle Fahrzeuge mit einem Umweltmalus in ihren Lebenszyklus. Die Frage ist, ab wann sich dieser umkehrt und die Umweltbilanz positiver ausfällt. Hierauf eine Antwort zu finden ist schwierig, da prominente Unternehmen wie Tesla beim Thema Schadstofffreisetzung mauern.

Die Umwelt wird schon nach wenigen Kilometern geschont

Von allen relevanten Akku-Herstellern weltweit veröffentlichte nur LG Chem aus Korea grobe Schadstoff-Richtwerte in einer Studie. Um die notwendigen Rohstoffe zu gewinnen, zu veredeln und den Akku zu montieren, würden pro Kilowattstunde 140 Kilogramm CO2 freigesetzt.

Der Akku eines VW ID.3

Der größte Umweltmalus eines E-Fahrzeugs? Der Akku – im Bild das Batteriepack des neuen VW ID.3.

Zum Vergleich: Ein Benziner stößt diese Menge Kohlenstoffdioxid auf etwa 1.000 km aus. Elektroroller haben eine geringere Speicherkapazität; ihre Akkus müssen mehrmals wieder aufgeladen werden, ehe sie 1.000 km erreichen. Machen wir dies an einem Beispiel fest:

Der bereits für den Straßenverkehr zugelassene Metz Moover besitzt einen 216 Wh starken Akku mit einer Reichweite bis zu 25 km. Nach der LG-Rechnung wären bei der Akku-Produktion 30,24 kg CO2 freigesetzt worden. Um diesen Klimarucksack wieder loszuwerden, müsst ihr auf dem Metz Moover 189 km zurücklegen.

E-Scooter: Im Alltag ein Geschenk für die Umwelt

Eine solche Distanz am Stück zurückzulegen ist mit den Scootern nicht möglich und auch gar nicht im Sinne der Anbieter. Nehmen wir aber einmal an, ihr würdet damit den Weg zur Arbeit zurücklegen. Laut dem Statistischen Bundesamt hatten im Jahr 2016 knapp die Hälfte der Pendler einen Arbeitsweg von weniger als 10 km hin und 10 km zurück.

Würdet ihr nun diese insgesamt 20 km werktags komplett mit dem E-Scooter zurücklegen, wäre der durch die Akku-Herstellung aufgeladene Umweltballast im Falle des Metz Moovers nach nur zehn Arbeitstagen (189km/10) abgeladen.

Auf ein komplettes Erwerbsjahr (225 Arbeitstage) gerechnet, verbraucht der Metz Moover 48,6 kWh, um den Weg zur Arbeit hin und zurück zu bewältigen. Nehmt ihr nun den vom Umweltbundesamt geschätzten CO2-Ausstoß pro erzeugter Kilowattstunde Strom (2018: 474 g/kWh), sind es 23,03 kg Kohlenstoffdioxid, die freigesetzt werden. Etwa 5,1 Gramm pro Kilometer. Gegenüber den anderen Fahrzeugklassen verschwindend gering, wie die folgende Tabelle zeigt.

CO2-Ausstoß zwischen den verschiedenen Klassen

Fahrzeugklasse (Verbrauch auf 100 km)CO2-Ausstoß auf 100 kmCO2-Ausstoß für Wegstrecke von 4.500 km/JahrFaktor
E-Scooter Metz Moover (1,08 kWh)0,51 kg23,03 kgx1
Benziner (7,5 l)17,4 kg783 kgx34
Diesel (5,5 l)14,58 kg656,1 kgx28,4
Erdgas (5,3 kg CNG)8,64 kg388,8 kgx16,8

Alle Daten in der obigen Tabelle sind durch Überschlagsrechnungen mit Idealparametern zustande gekommen. Auch wenn sich die Werte durch den individuellen Verbrauch, die Wahl des Treibstoffs oder der Stromerzeugung voneinander unterscheiden können, ist eine Tendenz erkennbar. Und diese ist visualisiert noch um einiges mächtiger.

Im direkten Vergleich sind E-Scooter wie der Metz Moover die umweltfreundlichste Alternative im Individualverkehr.

So viel CO2 setzt ein Fahrzeug als Transportmittel für den Arbeitsweg pro Jahr frei. (20 km kombiniert, 225 Arbeitstage)

Nicht für alle, aber für die meisten Wegstrecken

Elektroroller werden das Auto nicht vollständig ablösen. Die großen Wochenendausflüge und Urlaubsfahrten könnt ihr mit den neuen Rollern schlicht nicht bewältigen. Aber selbst wenn ihr nur kleinere Wegstrecken im Alltag auf dem E-Roller zurücklegt, bessert dies eure eigene Klimabilanz massiv auf.

Falls ihr selbst ermitteln wollt, wie viel CO2 ihr einsparen könnt: Der WDR bietet auf seinen Onlineseiten einen CO2-Rechner an, der den CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsmittel ins Verhältnis setzt. Leider fehlen E-Scooter, die womöglich erst nach Startschuss der eKFV in den Rechner einfließen.

Um dennoch eine Vorstellung zu bekommen, wie krass das Verhältnis ist: Beim Metz Moover fallen etwa 5,1g CO2 pro Kilometer an.

Auf den Seiten des WDR könnt ihr die CO2-Freisetzung eurer Verkehrsmittel berechnen - E-Scooter fehlen allerdings noch.

Ein weiteres Werkzeug: Der CO2-Rechner des WDR. Leider fehlen die E-Scooter noch.

Zwar relativiert sich dieses Missverhältnis etwas, wenn mehrere Personen in einem Auto oder Bus fahren, doch selbst der ÖPNV kann mit E-Scootern nicht mithalten, und dies bereits ab dem ersten Kilometer. Besser als die Umweltbilanz der Elektroroller sind nur Fahrradfahren oder Zufußgehen.

Der Rechner hilft, eigene Szenarien durchzuspielen. Der Weg zur Schule, zum Wochenendeinkauf, vielleicht auch die Nutzung mehrerer Verkehrsmittel miteinander könnt ihr hier hinsichtlich der CO2-Bilanz im Modell hochrechnen.

Wenn der Schadstoffausstoß bei der Akku-Produktion von Skeptikern als viel zu schwerer Umweltrucksack moniert ist, könnt ihr getrost entgegen, dass schon nach wenigen Kilometern die Umweltbilanz der E-Scooter nahezu unschlagbar ist. Mit jedem zurückgelegten Kilometer sind die flotten Tretroller umweltfreundlicher als ihre Konkurrenten. Nur zu Fuß oder auf dem Fahrrad spart ihr noch mehr CO2 ein. Aber nicht immer ist das so bequem wie die Fahrt mit einem E-Scooter.

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12 Kommentare zu “Wie umweltfreundlich sind E-Scooter?
  1. Da hat sich ein Fehler eingeschlichen. Zitat „Würdet ihr nun diese 10 km werktags komplett mit dem E-Scooter zurücklegen, wäre der durch die Akku-Herstellung aufgeladene Umweltballast im Falle des Metz Moovers nach nur zehn Arbeitstagen (189km/10) abgeladen“

    Es müssten dann doch 18,9 Arbeitstage sein, an denen man 10km zurückgelegt hat. 18,9×10=189km

    • Hallo Topper!

      Das ist in der Tat missverständlich. Der Arbeitsweg hin beträgt 10 km, zurück ebenfalls etwa 10 km. Wären pro Tag maximal 20 km – und diese waren die Ausgangsbasis für die Rechnung. Dann kommen wir, weil wir in vollen Arbeitstagen mit Hin- und Rückweg rechnen auf zehn Werktage.

      Danke fürs Feedback, wir passen den Artikel an, um es eindeutiger zu machen!

      Gruß

      Daniel Wendorf

  2. Danke für die Rückmeldung und die Korrektur.
    Ich finde den Artikel und die Beispielrechnungen sehr hilfreich. Für die kommenden Diskussionen möchte man als escooter Pendler schon wissen, ob es sich nur um ein Spassmobil oder einen echten Umweltschoner handelt. Dieser Artikel bietet dafür die richtigen Argumente. Viele Dank und MfG Topper H.

  3. Wurde in der Berechnung berücksichtigt, dass bei Leihscootern die Lebensdauer aktuell bei 28 Tagen liegt? Also für ein Auto, dass 10 Jahre hält bspw. über 100 EScooter gebaut werden müssen?

    • Hallo Thomas!

      Mir ist die Studie, es ist in der Tat nur eine, des Blogs Oversharing bekannt. Der Blog führt aus, dass sie in einer (!) Stadt, Louisville, 663 Scooter der Unternehmen Bird und Lime untersuchten. Der Untersuchungszeitraum lag bei ungefähr vier Monaten und endete bereits im Dezember 2018. Der Blog führt aus, es habe sich bei den Bird-Leihrollern um Modelle von Xiaomi gehandelt, die das durchschnittliche Gewicht eines US-Amerikaners nicht tragen könnten. (Der Scooter war auf 200 Pfund ausgelegt, ein durchschnittlicher US-Amerikaner wiegt 197 Pfund, lt. Oversharing.) Die Xiaomi-Modelle waren für diese Rahmenbedingungen nicht ausgelegt.

      Da liegt auch das Problem der Studie: E-Scooter im Verleihgeschäft sollten auf die Anforderungen des Leihgeschäfts ausgerichtet sein. Damit begann das andere zitierte Unternehmen, Lime, bereits während der vermeintlichen Untersuchungsphase, indem es mit der Firma Okai einen neuen Scooter konstruierte, der wesentlich härteren Bedingungen standhalten kann: Stärkere Steigungen, rabiatere Nutzung, schnelleres Aufladen etc. Letztlich sind das auch die Geräte, die zu uns kommen. Wir haben just heute in die Zulassungen des Kraftfahrtbundesamtes geschaut – und die in großen Städten vertretenen Leih-Unternehmen waren mit eigenen, nicht für die private Nutzung konstruierten Rollern aufgelistet.

      Zurück auf die Frage: Berücksichtigten wir, dass bei Leihscootern die Lebensdauer aktuell bei 28 Tagen liegen soll? Ja, wir haben die Studie zur Kenntnis genommen, aber ihre Mängel als so groß erachtet, dass es für den europäischen Markt keine Rolle spielt.

      Ich hoffe, das gab Ihnen einige Einblicke. 🙂

      Mit freundlichen Grüßen

      Daniel Wendorf

  4. Danke für den informativen Artikel!

    Allerdings ist er mir viel zu Co2-fixiert. Auch wenn Co2 für uns alle so schädlich ist, wie man als Durchschnitts-Bürger den Eindruck vermittelt bekommt, gibt es für den Ausstoss pro Eroller (also einen vglsw niedrigen Level) einfache Lösungen: Pro Fahrzeug werden X schnellwachsende Bäume (deren „Hauptnahrungsquelle“, neben Licht, eben Co2 ist) gepflanzt und die Kosten an den Fahrer weitergereicht. In De zB wachsen Weiden und Plantanen ungedüngt 70cm pro Jahr.

    Viel bedenklicher finde ich die nur kurz angerissenen Ressourcen Nickel und Kobalt. Diese sind krasse Umweltsünder, da deren Gewinnung (neben der Schadstofffreisetzung) riesige Flächen vernichtet, die zu einem grossen Teil gesund bewaldet waren. Bei Lithium ist dies nicht der Fall, wohl aber auch bei vielen anderen für Fahrzeuge verwendeten Ressourcen. (Von den sozialen Bedingungen vieler Förderungen ganz abgesehen, man google einmal „Kobalt Kongo“.)

    Die Co2-Bilanz wird also durch die anderen Ressourcen nicht nur verschlechtert, sondern konterkariert. Wenn man zusätzlich noch annimmt, dass Eroller in einer Grossstadt vor allem das Fahrrad, den Fussweg und den Öpnv ersetzen (habe nur ich den Eindruck?), also auf ein Plus an Co2 und Seltenen Erden hinauslaufen, ist hier ein unschöner Zirkelschluss am Werk, der dem positiven Ton des Artikels vollkommen zuwider läuft.

    Als Ersatz oder Ergänzung für Autos sind Eroller sicherlich gut. Offtopic: Allerdings könnte man auch (in den im Artikel genannten Städten) einfach die eigene Bequemlichkeit ein wenig herunterfahren und Öpnv/Fahrrad nehmen.

    • Hallo Andreas,

      es ist richtig, der Bericht ist auf einen Aspekt, das Kohlenstoffdioxid, fokussiert. Themen in dieser ganzen Komplexität abzubilden (und es nebenbei noch verständlich für jedermann zu gestalten) ist für einen einzelnen Blogeintrag kaum möglich. Ja, man könnte meinen, dass für die CO2-Freisetzung eine entsprechende „Gegenmaßnahme“ reicht, aber da scheiden sich die Geister, ob eine Aufforstung von soundso vielen Bäumen pro Tonne CO2 der richtige Weg ist.

      Es ist auch richtig, dass die Gewinnung der von Ihnen angesprochenen Ressourcen umweltschädigend sein kann und in vielen Fällen die Förderungsmethoden fragwürdig sind. Da bleibt tatsächlich noch ein Weg, der bislang nicht so recht beschritten wird: Wiedergewinnung aus bisherigen Elektronik- und Elektrikartikeln. Paradox, oder? Die ältere Technik besteht zumeist aus den gleichen Metallen wie moderne Technik, aber das Recycling bleibt dort auf der Strecke. Es gibt in Deutschland beispielsweise ein Hamburger Unternehmen, das Edelmetalle und Seltene Erden zurückgewinnt. Solche Maßnahmen wie auch die Langlebigkeit von Produkten, die die von Ihnen angesprochenen schädlichen Stoffe enthalten, könnten zwei weitere Pfeiler sein, die uns etwas wegtreiben von der teils gedankenverlorenen Umweltverschmutzung.

      Dass E-Roller in vielen Fällen eine Ergänzung zum ÖPNV darstellen, ist einleuchtend und von vielen Herstellern auch so vermarktet. Danke jedenfalls für die Anregungen, die ich gerne in kommenden Artikeln berücksichtige.

      Mit freundlichen Grüßen

      Daniel Wendorf

  5. also nach dem artikel müsste der övpn doch eigentlich viel besser dastehen.. zumindest der schienenverkehr der mit strom betrieben wird?!

    • Hallo Norman,

      davon wäre zunächst auszugehen, ja. Tatsächlich hat der ÖPNV eine ziemlich gute Balance, wenn die Fahrzeuge ausgelastet sind. Dann aber sind die Details entscheidend. Zum ÖPNV gehören ja nicht nur Schienenfahrzeuge, sondern auch Busse, Fähren etc. Unter dem Dach des Sammelbegriffs gibt es also noch einmal Unterschiede.

      Jetzt aber zum Schienenverkehr. Mir sind nicht alle Zahlen bekannt, aber der Bahn-Chef Richard Lutz gab dem Spiegel für die aktuelle Ausgabe ein Interview (Spiegel 29/13. Juli 2019, Seite 72-74). Darin sagt Lutz: „Wir stehen wie kein anderes Verkehrsmittel für Klimaschutz, und damit fühlen wir uns sehr wohl. Wir sind Deutschlands größter Klimaschützer und leisten da gern auch zusätzliche Beiträge.“

      Darauf entgegen die Interviewer Gerald Traufetter und Markus Brauck, dass die Bahn noch mit „ordentlich Kohlestrom“ fahre und das Ziel, bis 2038 klimaneutral zu werden, „mindestens ambitioniert“ sei.

      Darauf Bahn-Chef Richard Lutz: „Unser Anteil erneuerbarer Energien steigt bis Ende dieses Jahres auf 60 Prozent. Im öffentlichen Netz sind es knapp 40 Prozent. [Was die Destatis übrigens bestätigt –> https://bit.ly/2LtH0u1%5D […] Unsere Verkehrsleistung ist heute schon zu mehr als 90 Prozent elektrisch.“ Bei dem Zitat ist nicht ganz klar, welche Teile der DB Lutz meint. Es gehören ja auch eine Reihe kommunaler Verkehrsbetriebe zum Konzern und wenn ich hier in Dresden schaue, welche Diskussionen es um die Verstromung bestehender Bahntrassen gibt, bezweifle ich, dass die 90 Prozent für die gesamte Verkehrsleistung der DB gilt.

      Aber selbst dann ist der eigentliche Konflikt noch nicht benannt. Individualverkehr vs. ÖPNV. Und die Kunst scheint mir zu sein, nicht das eine zu verfolgen und das andere zu verdammen, sondern dafür zu sorgen, dass sie Hand in Hand gehen. Beispiel Dresden: Unsere Innenstadt ist extrem verstopft am Wochenende. Ein Park&Ride mit schneller Straßenbahnanbindung würde vielleicht die miese Infrastruktur in der Stadtmitte entlasten. Oder auch: Wie dicht muss ein ÖPNV-Netz ausgebaut sein, damit jemand Bus und Bahn statt eigenem Auto nutzt – und für die letzte Meile auf etwas wie den E-Roller setzt?

      Der Artikel ist, wie schon öfter geschrieben, ein Modell. Eines, das praxisnah sein soll, aber die Lebenswirklichkeit aller nicht abbilden kann. Würde man auf den Individualverkehr pochen, wäre ein E-Scooter allerdings noch immer wesentlich besser als das eigene Auto.

      Mit freundlichen Grüßen

      Daniel Wendorf

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