Lenovo SmartTab M10 FHD Plus im Test: Die perfekte Smart-Home-Steuerzentrale?

Ein Tablet ist…ein Tablet. Daran ändert auch das neue Lenovo SmartTab M10 FHD Plus nichts. Aber ein paar neuen Ideen zeigen, dass in einem solchen Gerät noch viel Potenzial steckt.

Lenovo SmartTab M10 FHD Plus im Test: Die perfekte Smart-Home-Steuerzentrale?

Was hat ein Auto mit einem Tablet gemeinsam? Ein Auto steht durchschnittlich über 23 Stunden am Tag herum und wartet auf eine Fahrt. Das Tablet kommt im Schnitt auch recht wenig zum Einsatz – Lenovo zufolge ebenfalls nur eine Stunde täglich. Brauchen wir solch mobile Touchscreen-Computer wirklich so selten? Vermutlich. Doch in Zeiten von Smart Home, Sprachassistenten und Streaming muss doch mehr möglich sein?!

Das Lenovo SmartTab M10 FHD Plus (2. Generation) möchte mit integrierter Alexa und einer Dockingstation weitere Mehrwerte bieten. Aber bereichern sie unseren Alltag?

Das bietet das Lenovo SmartTab M10 FHD Plus

Ein wenig wirkt es so, als hätte Lenovo einen Amazon Echo Show 10 als Vorlage für das eigene SmartTab M10 FHD Plus verwendet und etwas angepasst. Doch ganz so ist es nicht, denn erst einmal erhaltet ihr ein zeitgemäßes Mittelklasse-Tablet mit einem 10,3 Zoll großen Display (1920 x 1200 Pixel). Persönlich bin ich hier von meinem Surface Pro 6 und auch meinem Samsung Galaxy Tab S7 mit ihren deutlich besseren Auflösungen zwar verwöhnt, aber schon beim Einschalten bemerkt ihr: Der Hersteller achtete auf eine gute Qualität des Bildschirms mit seinem IPS-Panel.

Das Tablet ist schön anzusehen - keine Frage. (Foto: Sven Wernicke)
Das Tablet ist schön anzusehen – keine Frage. (Foto: Sven Wernicke)

MediaTek Helio P22T-Prozessor, zwei Lautsprecher mit Dolby Atmos, zwei Kameras (8 Megapixel Rückseite, 5 Megapixel Front) – das haut mich nicht so recht vom Hocker, ist aber in der Preisklasse um 200-250 Euro vollkommen okay. Entscheidet ihr euch für das Modell mit 64GB-Flash-Speicher, bekommt ihr 4GB RAM statt 2GB (32GB-Variante). Der höhere Arbeitsspeicher empfiehlt sich durchaus, da sich das verwendete Android 9 immer über mehr RAM freut.

Den 5000-mAH-Akku könnt ihr via USB-Type-C aufladen. Oder – und das macht das SmartTab M10 FHD Plus besonders interessant – ihr nutzt hierfür das dazugehörige, mitgelieferte Smart Dock.

Smart Dock macht das SmartTab…smarter

Das Smart Dock ist im Grunde erst einmal eine ganz normale Dockingstation, in der ihr das Smart Tab auf sehr simple, schnelle und bequeme Weise aufsteckt. Hier muss nichts speziell einrasten, was den Wechsel zwischen Tablet in der Hand und Halterung unkompliziert macht.

Das Smartdock könnt ihr dank Bluetooth auch mit anderen Geräten koppeln und so als Lautsprecher nutzen. (Foto: Sven Wernicke)
Das Smartdock könnt ihr dank Bluetooth auch mit anderen Geräten koppeln und so als Lautsprecher nutzen. (Foto: Sven Wernicke)

Habt ihr das Tablet in den Händen, befindet sich dieses im normalen Tablet-Modus mit Android-Oberfläche und der typischen Navigation. Eingesteckt im Dock wechselt es selbständig in den Show Modus – und hier wären wir wieder beim Vergleich mit dem Amazon Echo Show. Aktiviert Funktionen mittels Alexa-Sprachsteuerung, startet entsprechende Funktionen oder streamt Filme und Musik auf das Gerät, ohne eure Finger betätigen zu müssen. Das SmartTab mutiert also fast zu einem Echo-Speaker mit Display.

Apropos Lautsprecher: Während die Lautsprecher im Tablet eher einen akzeptablen Job leisten, finde ich die beiden Treiber im Smart Dock sehr ordentlich und gut für mittelgroße Räume geeignet.

Etwas problematische Einrichtung

Wo Lenovo etwas geschludert hat, ist bei der Installation des Tablets. Ihr richtet das Gerät wie ein normales Android-Device ein, dazu gehört auch das Aktivieren eures Google-Kontos, das den Google Assistant gleich mitbringt. Um Alexa mit dem Show-Modus einsetzen zu können, müsst ihr manuell in den Einstellungen noch den Sprachassistenten wechseln und euch von chinesischen Menüs und einem Erklärungsvideo irritieren lassen.

Chinesische Schriftzüge und ein chinesisches Video bekommt ihr bei der Installation zu gesicht. Irritierend. (Screenshot)
Chinesische Schriftzüge und ein chinesisches Video bekommt ihr bei der Installation zu gesicht. Irritierend. (Screenshot)

Auch ärgerlich: Die reguläre Alexa-App, die ihr ebenfalls benötigt, stürzte anfangs stets mit einer Fehlermeldung ab, für die ich keine Erklärung fand. Updates, Herumprobieren, Basteln, Werkzustand, App neu installieren – nichts half. Die simple Lösung: Mein Passwort war falsch, was mir die App nirgends mitteilte. Nunja.

Habt ihr die (unnötigen und vorrangig softwaretechnischen) Hürden genommen, ist das SmartTab M10 FHD Plus tatsächlich… ganz nett!

Was ist am SmartTab M10 FHD Plus smarter als an anderen Tablets?

Sitzt ihr mit dem hübschen Gerät mit seinem robusten Aluminium-Gehäuse und dem attraktiven Bildschirm auf dem Sofa, bemerkt ihr erst einmal keinerlei Unterschied zu einem anderen Android-basierten Tablet. Aber: Im Vergleich zu einem regulären Smart Display oder einem Echo Show könnt ihr beliebige Apps installieren und damit völlig frei entscheiden, welche Anwendungen ihr verwenden wollt. Ihr seid zum Beispiel bei Videotelefonie nicht auf Google Duo (Smart Displays) und Alexa/Skype (Echo Show) beschränkt, sondern könnt beliebige Programme einsetzen – Zoom, Facebook Messenger und so weiter. Praktisch.

Die Oberfläche im Show-Modus ist ansprechend. (Screenshot)
Die Oberfläche im Show-Modus ist ansprechend. (Screenshot)

Im Show-Modus in der Docking-Station erhaltet ihr einen Smart Speaker mit Display, der auch das Wetter, den Kalender und die Uhrzeit anzeigt sowie jederzeit mit „Alexa“ ansprechbar ist. Alexa Skills erlauben eine Integration von Smart-Home-Komponenten – von Lichtsystemen wie Philips Hue bis hin zu Überwachungskameras oder Heizungsthermostaten. Das setzt freilich eingerichtete Peripherie voraus, das SmartTab M10 FHD Plus verfügt nicht über einen integrierten Smart-Home-Hub (für ZigBee z.B.).

Smarter ist das Tablet durch den nahtlosen Wechsel zwischen mobiler Nutzung auf der Couch und dem stationären Einsatz an einem von euch festgelegten Ort. Das gefällt mir sehr gut, für mich geht das trotzdem nicht weit genug.

Potenzial verschenkt?

Ich stellte das SmartTab M10 FHD Plus mit der Dockingstation zu Testzwecken in meinen Flur, da dies der einzige Bereich in meiner Wohnung ist, in dem es noch keine Alexa gibt. Und schnell hatte ich Ideen, was Lenovo hätte besser machen können: Mit Lichtsensoren könnte das System auch Teil des Smart Homes sein, bei dem sich über Routinen Lampen selbständig einschalten, wenn es zu dunkel im Korridor ist.

Über die Alexa-App richtet ihr euer Smart Home ein. Aber das SmartTab ist kein Echo, der sich als solcher integrieren lässt. (Screenshot)
Über die Alexa-App richtet ihr euer Smart Home ein. Aber das SmartTab ist kein Echo, der sich als solcher integrieren lässt. (Screenshot)

Auch eine stylische, flexibel individualisierbare Oberfläche zur Kontrolle des Smart Home hätte ich mir gewünscht. Gibt es aber nicht – ihr greift also immer auf die Apps von Philips Hue und Co. zurück. Oder auf die rudimentären Menüs, die das Show-Interface mitbringt. Möglicherweise erhält dieses in Zukunft mal ein Update, zumindest Amazons Fire-Tablets besitzen mittlerweile eine neue Art der Smart-Home-Kontrolle.

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Was auch nicht ganz optimal gelöst ist: Das Tablet mit Dock lässt sich zwar einem Raum zuordnen, aber als Multiroom-Lautsprecher ist er nicht ansprechbar. Generell fühlt es sich an, als sei das SmartTab M10 FHD Plus kein fester Bestandteil des Alexa-basierten Smart Homes, sondern eher eine Erweiterung, die die Möglichkeiten einer solchen Tablet/Dock-Kombination andeutet. Hier würde ich mir eine engere Verzahnung wünschen, was Amazon mit dem Fire Tablets und der optional erhältlichen Show-App ebenfalls versucht. In beiden Fällen ersetzt der Show-Modus keinen vollwertigen Echo Show, der sich eben in das Alexa-Universum perfekt integrieren lässt.

Gute Sache, aber…

Lenovo, da geht noch mehr. Ein Tablet, das auch eine Smart-Home-Zentrale ist, wäre für mich eine grandiose Angelegenheit. Das SmartTab M10 FHD Plus macht zwar schon einiges richtig und bietet für einen fairen Preis ein solides Tablet und eine prima Dockingsstation, ist aber letztlich nicht das, was ich mir erhofft habe. Andererseits ist dieser Hybrid ein cleverer Ansatz, der mit einem stärkeren Fokus auf Smart Home sicherlich viele begeistern könnte. Nämlich all die, die nicht nur einen Sprachassistenten, sondern auch ein Tablet für die Steuerung der eigenen Wohnung nutzen wollen.

Ein gutes Tablet mit Dockingsstation für den Alltag. Aber keine vollwertige Smart-Home-Steuerung. (Foto: Sven Wernicke)
Ein gutes Tablet mit Dockingsstation für den Alltag. Aber keine vollwertige Smart-Home-Steuerung. (Foto: Sven Wernicke)

Für wen ist das Lenovo SmartTab M10 FHD Plus dann geeignet? Geht’s euch mehr um einen ordentlichen Smart Speaker und hättet ihr gerne ein Tablet für die Couch, ist dieser Mix preisgünstig und stimmig. Und eine gute Alternative zu einem Echo Show oder (im Vergleich) abgespeckten Smart Display.

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2 Kommentare zu “Lenovo SmartTab M10 FHD Plus im Test: Die perfekte Smart-Home-Steuerzentrale?

  1. Ich kann mir das Tablet mit Dockingstation auch gut bei meinen Ü85-Eltern vorstellen.

    Sie könnten darüber Videotelefonate mit mir und ihrem Enkel machen, ohne das Gerät in die Hand nehmen zu müssen. Ich finde die Dockingstation richtig gut. Das Gerät sitzt genau im richtigen Winkel. Sie müssten nur einmal den Touchscreen berühren, um das Gespräch anzunehmen. Da sollte nicht viel schiefgehen.

    Dazu noch eine gute Tastatur von Lenovo, die sie davor auf den Tisch legen können. Dann können sie auch Nachrichten schreiben bzw. beantworten.

  2. Hallo…
    ich habe mir dieses Tablet zugelegt um genau das zu tun was Sie beschrieben haben. Ich werde es mit iHaus (APP) zur Steuerzentrale machen, um somit eine gute steuerbare Oberfläche zum schalten zu haben. Ich hoffe das es funktionieren wird.
    Mit meinem Peaq funktioniert das leider nicht,deshalb habe ich das Lenovo m10 fhd dafür auserkoren. Ich hoffe das es klappt.

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