Lenovo Tab P11 Pro im Test: Schickes Arbeitstierchen

Das Lenovo Tab P11 Pro bringt alles mit, was ihr zum sehr kompakten und mobilen Arbeiten braucht. Im Test zeigt das Tablet seine Stärken und Schwächen.

Lenovo Tab P11 Pro im Test: Schickes Arbeitstierchen

Ein Blick auf die technischen Daten macht’s deutlich: Das Lenovo Tab P11 Pro möchte ein Premium-Tablet sein, mit dem ihr produktiv arbeiten könnt. Aber es ist auch bestens für Filme und Spiele geeignet. Schön und gut, doch perfekt ist das hübsche Gerät nicht.

Alles drin, was ihr zum Arbeiten braucht. (Foto: Sven Wernicke)
Alles drin, was ihr zum Arbeiten braucht. (Foto: Sven Wernicke)

Vergleich Lenovo Tab P11 vs. Tab P11 Pro

Moment! Hat Lenovo nicht auch noch ein Tab P11 im Angebot? Richtig – das preisgünstige und ansprechende Tab P11 hinterließ bei meinem Test bereits einen guten Eindruck. Doch wieso ist das Pro mindestens 300 Euro teurer? Ein Vergleich beider Tablets macht’s deutlich:

Lenovo Tab P11Lenovo Tab P11 Pro
Display:
11.0 Zoll 2K (2000×1200) IPS-TDDI-Display, 400nits
Display:
11.5″ WQXGA (2560×1600) OLED-Display, 350nits, 100% sRGB, HDR10, Dolby Vision
Prozessor:
Qualcomm Snapdragon 662 Octa-Core
Prozessor:
Qualcomm Snapdragon 730G Octacore
Speicher:
4 GB RAM + 64 GB ROM
4 GB RAM + 128 GB ROM
Speicher:
6GB RAM + 128 GB ROM
Akku:
7700 mAh
Akku:
8400 mAh
Betriebssystem:
Android 10
Betriebssystem:
Android 10
Kameras:
Vorne: 8.0MP
Hinten: 13.0MP
Kameras:
Vorne: 8.0MP (RGB) + 8.0MP (IR)
Hinten: 13.0MP (Breit) + 5.0MP (Ultraweit)

In der Tat ist das Tab P11 Pro in allen Bereichen besser: Der Snapdragon 730G verspricht mehr Performance, auffällig sind der um 50 Prozent gewachsene Arbeitsspeicher, der stärkere Akku und das OLED-Display (statt IPS). Dennoch: Auf den ersten Blick fallen die Differenzen kaum auf, denn schon beim Tab P11 war der Bildschirm (für die Preisklasse) bestens.

Gemein haben beide P11-Modelle die Unterstützung für Dolby Atmos dank hochwertiger Lautsprecher. Das P11 Pro setzt zusätzlich auf Dolby Vision-Support mit HDR10.

Das Lenovo Tab P11 Pro richtet sich mehr an diejenigen, die mit dem Tablet arbeiten wollen. (Foto: Sven Wernicke)
Das Lenovo Tab P11 Pro richtet sich mehr an diejenigen, die mit dem Tablet arbeiten wollen. (Foto: Sven Wernicke)

Ein weiterer Bonus: Ein LTE-Funkmodul ist fest integriert. Ihr könnt mit dem Lenovo Tab P11 Pro zwar nicht regulär wie mit einem Smartphone telefonieren, dafür aber alle anderen Internet-Inhalte unterwegs nutzen – entsprechende SIM-Karte vorausgesetzt.

Optional: Tastatur und Stylus

Lenovo lässt es sich separat bezahlen, sparen könnt ihr mit entsprechenden Bundles: Auf Wunsch bekommt ihr den Lenovo Precision Pen 2 Zeichenstift und eine dünne Tastatur mitsamt Trackpad und Schnelltasten dazu. Dann verwandelt sich das Tablet fast in ein Notebook mit Android-Betriebssystem.

Dei Tastatur ist hochwertig und lässt sich bequem andocken - ähnlich wie beim Surface oder beim Galaxy Tab. (Foto: Sven Wernicke)
Dei Tastatur ist hochwertig und lässt sich bequem andocken – ähnlich wie beim Surface oder beim Galaxy Tab. (Foto: Sven Wernicke)

Und spätestens in der Kombination mit Zubehör konkurriert das Tab P11 Pro mit dem aktuellen Highend-Platzhirsch, dem Samsung Galaxy Tab S7, das ebenfalls eine produktive Arbeitsumgebung auf kleinstem Raum sein möchte. Ähnlich geartet, aber noch etwas kleiner und mit Windows 10 ausgestattet, ist das Microsoft Surface Go 2.

Vergleich: Lenovo Tab P11 Pro vs. Samsung Galaxy Tab S7

Stellt ihr das Tab P11 Pro und das Galaxy Tab S7 nebeneinander, ist es gar nicht mal so leicht, die Tablets auseinanderzuhalten. Beide wirken sehr hochwertig, das P11 Pro verfügt auch über relativ schmale Displayränder und steckt in einem Aluminium-Gehäuse im Unibody-Design. Das macht zweifelsohne etwas her. Obwohl das Display des P11 Pro nur 0,5 Zoll größer als das des S7 Tab ist, hinterlässt das gesamte Tablet im Direktvergleich einen dezent wuchtigeren Eindruck. So oder so: Das Tab S7, das preislich gar nicht mal so weit vom P11 Pro entfernt ist, bietet etwas mehr – vor allem bezogen auf den sehr viel potenteren Prozessor.

Lenovo Tab P11 ProSamsung Galaxy Tab S7
Display:
11.5″ WQXGA (2560×1600) OLED-Display, 350nits, 100% sRGB, HDR10, Dolby Vision
Display:
11 Zoll WQXGA (2.560 x 1.600) LTPS-Display, 500nits
Prozessor:
Qualcomm Snapdragon 730G Octacore
Prozessor:
Qualcomm Snapdragon 865+
Speicher:
6GB RAM + 128 GB ROM
Speicher:
6GB RAM + 128 GB ROM
Akku:
8400 mAh
Akku:
8000 mAh
Betriebssystem:
Android 10
Betriebssystem:
Android 11
Kameras:
Vorne: 8.0MP (RGB) + 8.0MP (IR)
Hinten: 13.0MP (Breit) + 5.0MP (Ultraweit)
Kameras:
Vorne 13.0 MP + 5.0 MP
Hinten: 8.0MP

Galaxy Tab S7 oder Lenovo Tab P11 Pro – welches ist besser?

Zieht ihr noch das Samsung Galaxy Tab S7+ zum Vergleich heran, erhöht sich der Abstand zum Lenovo P11 Pro zusätzlich: Samsung verbaut beim Plus einen Super-AMOLED-Bildschirm mit 12,4 Zoll und 2800 x 1752 Pixeln sowie einen 10.090 mAh großen Akku, aber das Tablet-Monster ist preislich auch noch einmal eine Ecke teurer.

Links das Lenovo Tab P11 Pro, rechts das Galaxy Tab S7. (Foto: Sven Wernicke)
Links das Lenovo Tab P11 Pro, rechts das Galaxy Tab S7. (Foto: Sven Wernicke)

Alles in allem siedelt sich das Lenovo Tab P11 Pro unterhalb des Galaxy Tab S7 an, kann aber ohne weiteres in der gehobenen Mittelklasse mitmischen. In meinen Augen ist der Knackpunkt der Prozessor, der ruhig etwas mehr „Power“ vertragen könnte.

Und da ist noch etwas: Das Tab P11 Pro mit Tastatur-Dock und Rückseiten-Scharnier zum individuellen Aufstellen fühlt sich wackeliger und weniger robust an als beim Tab S7. Auch der Zeichenstift lässt sich beim S7 besser in einem separaten Fach verstauen – das hat Lenovo beim Precision Pen 2 nicht hinbekommen.

Das Tab P11 Pro im Alltag: Der Funktionsmodus

Während sich das Lenovo Tab P11 an Familien richtet und kinderfreundliche Inhalte mitbringt (den Kids Space gibt’s auch für das P11 Pro), soll das P11 Pro diejenigen ansprechen, die hin und wieder arbeiten wollen. Gemeint ist damit aber keine komplexe Videobearbeitung oder etwas, was kostspielige Hardware voraussetzt. Vielmehr geht’s um Office-Anwendungen, Surfen im Internet, sicher auch Bildbearbeitung (mit Stylus) und vieles Anderes, wofür es eine App gibt.

Der Funktionsmodus erlaubt Arbeiten wie am Laptop. (Foto: Sven Wernicke)
Der Funktionsmodus erlaubt Arbeiten wie am Laptop. (Foto: Sven Wernicke)

Um den Komfort zu erhöhen, entwarf Lenovo den sogenannten Funktionsmodus, der ähnlich wie bei Samsung DeX oder Motorola Ready For in eine Desktop-Oberfläche wechselt und so das Gefühl entstehen lässt, als würdet ihr an einem herkömmlichen Laptop sitzen. Der Funktionsmodus klappt überraschend gut, das Anordnen von Apps in Fenstern bereitet kaum Schwierigkeiten. Sogar Spiele könnt ihr in einem Fenster aufrufen.

Nutzt ihr zum Beispiel Microsofts Word oder Excel bzw. die Google-Gegenstücke, dann bemerkt ihr keinerlei Unterschiede zu einem Notebook – und das ist schon eine prima Sache. Die Tastatur mit dem präzisen Touchpad lässt sich nach etwas Eingewöhnung gut bedienen.

Produktivität vs. Leistung

Schaut ihr ausschließlich auf die Benchmark-Ergebnisse, kann das Lenovo Tab P11 Pro gerade im Vergleich zu aktuellen Highend-Prozessoren natürlich nur verlieren. Aber: Wann braucht ihr die Leistung eines Snapdragon 888? Höchstens bei Spielen, nicht aber, wenn ihr den Zeichenstift für Notizen oder Zeichnungen einsetzt, einen Text schreibt, Tabellen erstellt oder gar eine Präsentation bastelt.

Aber auch hier geht dem Tab P11 Pro irgendwann die Puste aus: Bei riesig großen Excel-Tabellen und Word-Dokumenten zum Beispiel. Je höher eure Ansprüche, desto schwieriger ist solch ein kompaktes Arbeiten mit dem Tablet. Das gilt allerdings nicht nur für das P11 Pro, sondern generell für solche Geräte.

Leider sitzt die Tastatur nicht perfekt fest am Tablet. (Foto: Sven Wernicke)
Leider sitzt die Tastatur nicht perfekt fest am Tablet. (Foto: Sven Wernicke)

Ich als Schreiberling, der auch gerne mal Fotos bearbeitet, bin im Großen und Ganzen mit dem P11 Pro im Arbeitsalltag zufrieden. Die dezente Oberfläche lenkt nicht unnötig ab, für meine Ansprüche genügt die Performance völlig und auch eine einfache Bildbearbeitung ist an sich gar keine Schwierigkeit. Nur dann, wenn ich Fotos von der Spiegelreflex-Kamera in höchsten Auflösungen übertrage und editiere, hätte ich gerne einen besseren Prozessor.

Und wie sieht’s in der Freizeit aus?

Das Lenovo Tab P11 Pro punktet in weiteren Bereichen: Display und Lautsprecher laden dazu ein, Videos, Filme, Series anzuschauen. Hier lässt das Tablet seine Muskeln spielen und erstaunt dank OLED mit richtig guten Schwarzwerten.

Die vorinstallierten Apps wie Bamboo Paper oder Squid erlauben ein Ausprobieren des Stiftes, allzu viele Anwendungen unterstützten solche Eingabemethoden ohnehin nicht. Und auch fürs Spielen ist das P11 Pro meiner Meinung nach geeignet, da nur die wenigsten Games das Potenzial heutiger Chips ausnutzen. Größe des Displays, Gewicht und völlig ausreichende Performance lassen so eine immersive Spielerfahrung auf der Couch entstehen.

Mit dem Stylus könnt ihr gut zeichnen. (Foto: Sven Wernicke)
Mit dem Stylus könnt ihr gut zeichnen. (Foto: Sven Wernicke)

Akkulaufzeiten von deutlich über 10 Stunden (Lenovo gibt bis zu 15h an) sind übrigens realistisch, aber freilich abhängig von eurem Nutzungsverhalten. Bei Video, Internet und Office muss das P11 Pro zumindest viel seltener ans Ladegerät als mein (zugegeben auch leistungsstärkeres) Surface Pro 6.

Schwächen des Lenovo P11 Pro

Was gefällt mir nicht am Lenovo P11 Pro? Zusammengefasst wären dies folgende Aspekte:

  • Etwas wackelige Konstruktion mit Tastatur und Ständer
  • Zeichenstift kann nicht im Gehäuse (oder in der Tastatur) verstaut werden
  • Dezent veralteter Prozessor
  • Bisher kein Android 11 in Sicht, wie auch die Upgrade-Matrix des Herstellers andeutet
  • Funktionsmodus bei manchen Apps noch problematisch und nicht perfekt

Hier sehe ich etwas Nachholbedarf für künftige Tablets bzw. in Form von Updates: Ein Android 11 und eine damit verbundene Aktualisierung des Funktionsmodus‘ wären wünschenswert. Vielleicht kommt noch etwas?

Fazit: Schöne Arbeitsumgebung mit Luft nach oben

Alles in allem kann das Lenovo P11 Pro eine durchaus attraktive Alternative zum Galaxy Tab S7 sein, wenn der Preis stimmt. Denn gerade bei der Gesamtperformance und der Tastatur/Ständer-Konstruktion müsst ihr Abstriche in Kauf nehmen – das bekommt der Konkurrent von Samsung schlicht besser hin.

Zeichnen. Arbeiten. Spielen. Entertainment. Das Lenovo Tab P11 Pro kann sich sehen lassen. (Foto: Sven Wernicke)
Zeichnen. Arbeiten. Spielen. Entertainment. Das Lenovo Tab P11 Pro kann sich sehen lassen. (Foto: Sven Wernicke)

Abgesehen davon erhaltet ihr mit dem P11 Pro ein schönes Gerät mit tollem OLED-Bildschirm, starken JBL-Lautsprechern und einem praktischen Funktionsmodus, der aus dem Tablet ein solides Notebook für Freizeit und Arbeit macht.

Speziell dann, wenn ihr nicht am Smartphone ein Dokument verfassen wollt, euch aber auch keinen stationären Rechner oder großen Laptop zulegen wollt, ist dieses Tablet mit Tastatur-Ergänzung ein stimmiger Begleiter, mit dem ihr eure Freude haben werdet. Wenn’s etwas günstiger sein soll, rate ich zum kleineren Lenovo Tab P11.

Das Lenovo P11 Pro mit Tastatur und Stylus ist auch bei Euronics erhältlich.

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