AMD Ryzen AI: Künstliche Intelligenz für deinen Windows-Laptop

Vielleicht steckt Künstliche Intelligenz schon bald in deinem neuen PC oder Notebook: Mit AMD Ryzen AI gibt’s einen KI-Booster mit etlichen Vorteilen.

AMD Ryzen AI: Künstliche Intelligenz für deinen Windows-Laptop
Foto: AMD

ChatGPT hat KI salonfähig gemacht, denn mit dieser Anwendung war es nie einfacher, kreative Texte oder Gedichte zu verfassen und komplexe Informationen kurz und knackig aufbereitet zu bekommen. Doch KI begleitet uns schon seit vielen Jahren und dürfte auch in Zukunft nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken sein. Aber: Bisher stammen viele dieser komplexen Berechnungen für KI-Funktionen „aus der Cloud“. Das geht allerdings auch lokal und ohne Internet – dank Lösungen wie AMD Ryzen AI.

Der Artikel erschien ursprünglich am 30. April 2024 und erhielt eine Aktualisierung am 6. Juni 2024.

Inhalt:

Was ist AMD Ryzen AI?

AMD ist der erste Hersteller, der mit AMD Ryzen AI einen hardwarebasierten KI-Beschleuniger auf Basis der x86-Prozessor-Architektur veröffentlichte. Genauer gesagt integriert der Chipriese eine „Neural Processing Unit“ (NPU) in viele seiner Ryzen-Prozessoren der 7000er-, 8000er- und neuesten AI-300er- Reihe.

Die NPU führt KI-Berechnungen direkt auf dem Rechner aus. (Foto: AMD)
Die NPU führt KI-Berechnungen direkt auf dem Rechner aus. (Foto: AMD)

Eine NPU ist darauf spezialisiert, KI-Berechnungen direkt auf dem Laptop auszuführen, eine Verbindung zur Cloud ist nicht zwingend erforderlich. AMD Ryzen AI ist eine KI-Engine explizit für Rechner mit dem Betriebssystem Windows 11.

Aufgrund der Tatsache, dass die NPU zum Großteil für KI-Elemente verantwortlich ist, entlastet sie somit die CPU (Hauptprozessor) und GPU (Grafikchip) – was im Alltag für Anwender:innen tatsächlich einen spürbaren Unterschied machen kann. Vor allem dann, wenn die Software Gebrauch von AMDs KI-Technologie macht. Und das ist bereits jetzt der Fall.

Welche Vorteile hat AMD Ryzen AI?

Einer der wichtigsten Vorzüge von AMD Ryzen AI ist die optimierte Leistungsverteilung: CPU und GPU müssen nicht mehr (allein) KI-Berechnungen vornehmen, stattdessen übernimmt ein auf diese Aktivitäten spezialisierter Chip. Das schont Ressourcen und entlastet gerade die energiehungrigen Komponenten, allen voran die Grafikkarte.

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Weitere Vorteile:

  • Bessere Akkulaufzeit: Da die hardwarebeschleunigte KI energieeffizienter ist als die softwarebasierte Verarbeitung auf CPU und KI, erhöht dies die Akkulaufzeit – trotz KI-Berechnungen.
  • Erhöhte Leistung: Da die NPU der CPU und GPU Arbeit abnimmt, stehen die so freiwerdenden Ressourcen für andere Zwecke und Programme zur Verfügung. Auch von einem flotteren Multitasking ist die Rede.
  • Datenschutz: Da der Rechner im besten Fall für KI-Berechnungen keine Informationen in die Cloud überträgt, sind deine Daten so besser geschützt.
  • Zukunftssicher: Künftig dürften vor allem anspruchsvolle Programme (Foto- und Videobearbeitung zum Beispiel) eine NPU voraussetzen. Ein Laptop mit AMD Ryzen AI ist damit für die Zukunft gerüstet.
  • Abogebühren sparen: Für die meisten KI-Tools zur Text- oder Bildgenerierung verlangen die Entwicklerstudios Abo-Gebühren. Diese könnten perspektivisch wegfallen, wenn dein PC dazu selbst in der Lage ist.
  • Lernfähigkeit: Gar nicht mal gruselig, sondern praktisch: Dein KI-Rechner ist dazu fähig, sich deinen Bedürfnissen anzupassen, indem er das Nutzungsverhalten analysiert und dir so Empfehlungen gibt oder dir die Verwendung von Software erleichtert.

Wichtig zu wissen: Die Vorteile von AMD Ryzen AI kommen erst dann zur Geltung, wenn die genutzte Software auch die Fähigkeiten der KI-Technologie ausschöpfen kann. Microsoft ist hier besonders bemüht, dass Windows 11 davon Gebrauch macht.

AMD Ryzen AI: Anwendungsbeispiele

In erster Linie möchten uns KI-Technologien wie AMD Ryzen AI in den Bereichen der Kreativität und der professionellen Arbeit neue Möglichkeiten des Schaffens offerieren. Und nicht selten erhöhen sie den Komfort bei alltäglichen Anwendungen. Die NPU in den AMD-Prozessoren mit AMD Ryzen AI kommt unter anderem hier zum Einsatz:

Windows Studio-Effekte

Die Sammlung von speziellen Effekten unter Windows 11 umfasst:

  • Hintergrundeffekte: Unschärfe-Effekte zum Beispiel bei Videotelefonaten erzeugt die KI präzise, da sie zwischen Vorder- und Hintergrund unterscheiden kann.
  • Augenkontakt: Bei Videotelefonaten schauen die Augen auf den Bildschirm, statt auf die Kamera – die KI gleicht sozusagen die Augen aus.
  • Automatische Umrahmung: Automatisches Zoomen und Zuschneiden des Bildes, während du dich bewegst – ebenfalls bei Videotelefonaten
  • Sprachfokus: Hintergrundgeräusche schaltet die KI stumm, damit deine Stimme besser zu hören ist

Tipp: Besitzt dein neuer Laptop AMD Ryzen AI, kannst du diese Studio-Effekte unter Start -> Einstellungen -> Bluetooth und Geräte -> Kameras ein- und ausschalten.

Hintergrundeffekte bei Videokonferenzen sind eine KI-Funktion. (Foto: AMD)
Hintergrundeffekte bei Videokonferenzen sind eine KI-Funktion. (Foto: AMD)

Generell lässt sich sagen, dass die Effekte von Windows Studio vor allem bei Videogesprächen von Vorteil sind und Telefonate dezent, aber sinnvoll verbessern. Zum Beispiel in Microsoft Teams.

Adobe Premiere Pro

Bei der professionellen Videobearbeitung nutzt Adobe Premiere Pro das Potenzial von AMD Ryzen AI für zusätzliche Funktionen, darunter:

  • Sprache zu Text: Die KI generiert selbständig Untertitel in knapp 20 Sprachen.
  • Morph-Schnitte: Clips gehen ineinander über, als würden sie zusammenfließen.
  • Automatisches Ducking: Dialoge und Hintergrundtöne stimmt die KI aufeinander ab.
  • Auto Reframe: Automatische Motiverkennung, bei der das Motiv stets im Mittelpunkt bleibt, auch wenn du das Seitenverhältnis anpasst.
  • Sprache verbessern: Die KI entfernt Hintergrundgeräusche und steigert so die Qualität, zum Beispiel bei Dialogen.
  • Szenenbearbeitungs-Erkennung: Premiere Pro erkennt Szenen und schneidet sie selbständig.
  • Remix: Die Synchronisation von Video und Audio übernimmt die Software.
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Auch bei der Anpassung der Farbdarstellung und dem Farbabgleich kann eine NPU behilflich sein. Insgesamt verringert sich so für Content Creators der Arbeitsaufwand.

Windows Copilot+

Mit den im Mai 2024 angekündigten Copilot+-Computern zeigen PC-Hersteller und Microsoft, wozu KI jetzt jetzt in der Lage ist: Mehr Sicherheit, mit Recall eine neuartige Windows-Suche zum Finden von Dokumenten, Bildern etc., lokale Bildgenerierung, ein persönlicher Assistent basierend auf Copilot und weitere Vorzüge werden uns serviert.

Copilot+ bringt mehr KI für Windows. (Foto: Microsoft)
Copilot+ bringt mehr KI für Windows. (Foto: Microsoft)

Voraussetzung ist eine ausreichend leistungsstarke NPU, denn viele neue KI-Funktionen führt der Copilot+-PC selbst aus. Eine Verbindung zu Hochleistungsrechnern in der Cloud ist damit nicht mehr zwingend nötig.

Copilot+ ist eine Fortführung des Microsoft Copilot, dem Assistenten aus dem Edge-Browser. Die neuesten Ryzen-AI-Chips sind bereits stark genug für Microsofts Copilot+ und damit bestens für die nächsten Jahre geeignet.

Das bringt die Zukunft

Keine Frage: KI spielt in den kommenden Monaten und Jahren eine wesentliche Rolle – auch bei neuen Computern. Mit einem Laptop mit AMD Ryzen AI bist du auf die Zukunft vorbereitet, vor allem wenn das Angebot an Software steigt und eine NPU zur Voraussetzung oder zumindest zur Empfehlung wird. Es ist nicht ausgeschlossen, dass kommende Windows-Versionen im Bereich KI einen großen Sprung nach vorne macht und Technologien wie AMD Ryzen AI zu einer Mindestanforderung zum Verwenden des Betriebssystems werden. Wohin die Reise geht, zeigen schon jetzt die Copilot+-PCs.

AMD Ryzen AI wird auch in kommenden Windows-Versionen von Bedeutung sein. (Foto: AMD)
AMD Ryzen AI wird auch in kommenden Windows-Versionen von Bedeutung sein. (Foto: AMD)

NPUs sorgen für mehr KI-Power, die gerade für die Offline-Verwendung komplexer Berechnungen nötig ist. Erstelle anspruchsvolle 3D-Inhalte oder führe Simulationen durch, ohne dass dafür spezielle Software-Kenntnisse nötig sind – die KI hilft dabei.

Für normale Nutzer:innen könnte es besonders spannend werden, wenn dein persönlicher KI-Assistent deine Termine verwaltet, sich sogar ums Schreiben von Emails kümmert oder deine Finanzen im Blick behält. Er hilft beim Organisieren deiner Daten (Dokumente, Fotos, Videos), bearbeitet sie, macht Vorschläge oder erstellt Grafiken aus deinen mit einem Stylus gezeichneten Skizzen.

Vor allem bei der Produktivität dürfte die KI in den nächsten Jahren zeigen, wozu sie in der Lage ist. Aber auch KI-erzeugte Inhalte in Spielen oder bessere Bearbeitungsfunktionen für Fotos und Video sind Beispiele, wo ein AMD Ryzen AI bald schon gehörig mitwirken kann.

Welche Prozessoren bieten AMD Ryzen AI?

Gegenwärtig (Stand Juni 2024) verfügen folgende Prozessoren von AMD über Ryzen AI:

  • AMD Ryzen 9 7940HS
  • AMD Ryzen 7 7840HS
  • AMD Ryzen 5 7640HS
  • AMD Ryzen 7 7840U
  • AMD Ryzen 5 7640U
  • AMD Ryzen 9 8945HS
  • AMD Ryzen 7 8845HS
  • AMD Ryzen 7 8840HS
  • AMD Ryzen 7 8840U
  • AMD Ryzen 7 8700G
  • AMD Ryzen 5 8645HS
  • AMD Ryzen 5 8640HS
  • AMD Ryzen 5 8640U
  • AMD Ryzen 5 8600G
  • AMD Ryzen AI 9 HX 370
  • AMD Ryzen AI 9 365

AMD legte den Fokus zuerst auf mobile Prozessoren für Laptops, doch die neuen Chips wie der AMD Ryzen 7 8700G oder der Ryzen 5 8600G sind für Desktop-PCs bzw. All-in-One-Lösungen gedacht. Also auch die stationären Systeme erhalten zunehmen NPUs.

Bei der KI-Performance gibt AMD für alle seine Chips der 7000er- und 8000er-Serie bis zu 16 TOPS an. Auch mit Hilfe von CPU und GPU schaffen diese nicht die von Microsoft geforderten 40 TOPS für eine Kompatibilität zu Copilot+. Sie bieten allerdings etliche Komfort-Funktionen wie Windows-Studio-Effekte.

Die neuesten Prozessoren der Ryzen AI-Reihe kommen dagegen auf bis zu 50 TOPS und sind damit für Copilot+ geeignet. Sie besitzen gegenwärtig die stärksten NPUs im Bereich der Chips für Privat-Anwender:innen. Was TOPS bedeutet, erfährst du in unserem Artikel: Was ist eine NPU und wie kann sie dir helfen?

Was machen die anderen Chiphersteller im Bereich KI?

Auch die wichtigsten Mitbewerber von AMD haben KI-Lösungen parat. Bei Intel nennt sich die Technologie „Intel AI Boost“, du findest sie in den aktuellen Core-Ultra-Prozessoren für Laptops (Stand Juni 2024).

Qualcomm setzt bereits seit einigen Jahren auf NPUs, vor allem bei Smartphone- und Tablet-Prozessoren. Der Chip Qualcomm Snapdragon X Elite ist explizit für Windows-Notebooks gedacht und hat glänzt ebenfalls mit hohen TOPS-Werten von bis zu 45 TOPS.

Fazit: Mit deinem Laptop in die Zukunft

Bisher hast du dir unter „Künstliche Intelligenz“ einen beängstigenden Cyborg wie aus Science-Fiction-Filmen vorgestellt? Dabei ist KI in der Realität viel praktischer und oftmals unauffällig: Videotelefonie funktioniert komfortabler, Videoschnitt ist einfacher, Office erkennt das eigene Schreibverhalten, Windows liefert individuelle Empfehlungen, zugeschnitten auf deine Bedürfnisse.

Laptops mit AMD Ryzen AI sind bereits erhältlich, zum Beispiel der Lenovo IdeaPad Slim 5 16AHP9 (83DD002KGE). (Foto: Lenovo)
Laptops mit AMD Ryzen AI sind bereits erhältlich, zum Beispiel der Lenovo IdeaPad Slim 5 16AHP9 (83DD002KGE). (Foto: Lenovo)

Künstliche Intelligenz bedeutet also eine deutlich gesteigerte Produktivität und ein besseres Arbeitsgefühl. Nötig dafür sind entsprechende Technologien, die AMD schon jetzt liefert. Die AMD Ryzen AI ist daher ein nicht zu unterschätzendes Kriterium, legst du Wert auf KI und eine Zukunftstauglichkeit deines neuen Computers. Dass auch Konkurrenten von Intel und Qualcomm mitziehen, zeigt: KI ist viel mehr als „heiße Luft“; sie wird in Zukunft nicht mehr aus Betriebssystemen und Anwendungen wegzudenken sein.

Möchtest du dich ein wenig mit KI beschäftigen, genügt schon ein Laptop mit einem Ryzen-Prozessor der 7000er- und 8000er-Reihe. Die volle NPU-Power und künftig auch Copilot+ gibt’s mit den Ryzen-AI-Chips.

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