Google Pixel Watch: Ich glaube, ich habe mich neu verliebt

Ein schönes Ding! Mit der Pixel Watch präsentiert Google die erste eigene Smartwatch. In ihr steckt zwar Technik von Samsung, sie kann aber genügend eigene Akzente setzen.

Google Pixel Watch: Ich glaube, ich habe mich neu verliebt

Design ist immer eine Frage des Geschmacks, aber: Die Pixel Watch ist ein Blickfang. Ein wenig erinnert Googles erste Smartwatch zwar an einen Oreo-Keks, aber das abgerundete, kreisrunde Display gefällt, verdeckt den Bildschirmrand und weckt Neugierde. Vor allem auf das, was sie zu bieten hat. Für Hardware-Interessierte mögen die technischen Daten etwas ernüchternd sein, aber wieder einmal beweist Google, dass es auch auf die Software ankommt.

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Pixel Watch: Technische Daten klingen bekannt

Mit der Galaxy Watch4 veröffentlichte Samsung bereits im vergangenen Jahr das erste Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Google und dem koreanischen Konzern. Denn die Smartwatch setzte erstmals nicht mehr auf Samsungs Betriebssystem Tizen, sondern auf WearOS von Google.

Wasserdicht? Na klar - das ist die Pixel Watch auch. (Foto: Google)
Wasserdicht? Na klar – das ist die Pixel Watch auch. (Foto: Google)

Im Inneren der aktuellen Galaxy Watch5 steckt der Samsung-eigene Prozessor Exynos W920, dem 1,5 GB RAM und 16 GB ROM zur Verfügung stehen. Die Pixel Watch geht hier einen Schritt zurück und setzt auf den Exynos 9110 aus der Galaxy Watch3 aus dem Jahr 2020. Dieser im 10-nm-Verfahren gefertigte Chip (Exynos W920 in 5 nm) stammt sogar aus dem Jahr 2018. Ja, Google verbaut den nicht mehr taufrischen Samsung-Prozessor und orientiert sich an älteren und aktuellen Galaxy-Watch-Uhren. Das fällt bei der Displaygröße von 1,2 Zoll, dem kreisrunden Design und dem recht kleinen Akku von 294 mAh auf.

Aber: Du erhältst 2 GB RAM und doppelt so viel Flash-Speicher, was der Gesamtperformance sicherlich förderlich ist. Zum Exynos-Prozessor gesellt sich noch ein Cortex M33-Chip, der stromsparend Hintergrundaktivitäten ausführen kann. Zum Beispiel das Tracken der Sensordaten.

Technische Daten Google Pixel Watch
CPU:
Exynos W9110 + Cortex M33-Chip
Display:
1,2 Zoll AMOLED-Display (320 ppi, bis zu 1.000 Nit Helligkeit, ständig aktiviertes Display), 3D Corning Gorilla Glass 5
Speicher:
2 GB RAM
32 GB ROM
Akku:
294 mAh
Software:
Wear OS 3.5
Sensoren:
Kompass
Höhenmesser
Sauerstoffsättigungsmesser
Elektrischer Mehrzwecksensor
Optischer Herzfrequenzsensor
Beschleunigungsmesser
Gyroskop
Umgebungslichtsensor

Ein paar Besonderheiten gibt’s noch: Ähnlich wie bei der Apple Watch nutzt du eine Krone (das Drehrad rechts) zum Navigieren durch die Menüs und Ausführen von Aktionen. Sehr cool und wirklich eine tolle Idee ist das extrem simple Wechseln der Armbänder. Durch einen Drehmechanismus entfernst Du diese und setzt neue ein. Wieso sind weder Apple, noch Samsung vorher darauf gekommen?

NFC und Google Wallet erlauben das kontaktlose Bezahlen. (Foto: Google)
NFC und Google Wallet erlauben das kontaktlose Bezahlen. (Foto: Google)

Software: WearOS und Fitbit

Wenig überraschend ist, dass Google die neueste Version 3.5 von WearOS einsetzt. Die perfekte Integration der Google-Dienste Fotos, Maps, Wallet, Gmail, Kalender und Google Assistant ist damit garantiert. Eine Steuerung des Smart Home über Google Home ist ebenfalls vorgesehen.

Dreh- und Angelpunkt für sämtliche Fitness-Daten ist aber die Fitbit-App.

Das offiziellen Aussagen zufolge erste Fitbit-Gerät mit WearOS bringt die Funktionalität der bekannten Fitness-Tracker auf die Pixel-Smartwatch. In der dazugehörigen App greifst Du am Smartphone auf alle relevanten Daten zu, die die Sensoren messen. Mit dabei sind ein Sauerstoffsättigungsmesser und der laut Google besonders präzise optische Herzfrequenzsensor. Über Machine Learning filtert die Uhr ungewünschte Informationen und Geräusche heraus. Das verspricht bessere Resultate.

Die Sensordaten sollen dank Machine Learning präziser als bei anderen Smartwatches sein. (Foto: Google)
Die Sensordaten sollen dank Machine Learning präziser als bei anderen Smartwatches sein. (Foto: Google)

Zusätzlich fehlen weder Messergebnisse für EKG noch Schlafphasen-Tracking. Eine Notfall-SOS-Funktion ist auch dabei, die Unfallerkennung folgt 2023 via Update.

Beim Kauf einer Pixel Watch erhältst Du sechs Monate Zugang zu Fitbit Premium mit weiteren Workouts, Achtsamkeitssitzungen und dergleichen dazu.

Kompatibel mit allen aktuellen Android-Smartphones

Google möchte die Pixel Watch nicht nur Besitzern der Pixel-Smartphones schmackhaft machen. Nutzt Du ein Android-Smartphone mit mindestens Android 8.0, kannst Du die Watch auch auf diesem verwenden. Mit nennenswerten Einschränkungen oder Pixel-exklusiven Features für die Google-Telefone musst Du nicht rechnen.

Die Pixel Watch eignet sich für alle aktuelleren Smartphones mit Android 8 oder höher. (Foto: Google)
Die Pixel Watch eignet sich für alle aktuelleren Smartphones mit Android 8 oder höher. (Foto: Google)

Außen vor bleibt dagegen das iPhone. Die Pixel Watch ist nicht mit Apple-Geräten kompatibel.

Was mir an der Pixel Watch nicht so gut gefällt

Ein paar Aspekte fallen mir bei der Pixel Watch negativ auf:

Akkulaufzeit: Eine gut optimierte Galaxy Watch4 (oder 5) kommt auf zwei Tage, bis Du sie wieder aufladen musst. Google gibt für die Pixel Watch dagegen eine Akkulaufzeit von 24 Stunden an. Geschuldet ist dies wahrscheinlich dem kontinuierlichen Tracken der Gesundheitsdaten und dem stets eingeschalteten Display. Aber: Ein Tag ist recht schwach. Das unterbietet nur die Apple Watch Series 8 mit rund 18 Stunden.

Die Akkulaufzeit ist doch sehr gering. (Foto: Google)
Die Akkulaufzeit ist doch sehr gering. (Foto: Google)

Nur eine Größe: Google bietet ausschließlich ein Modell der Pixel Watch mit 41mm an. Keine größere Variante, keine Pro-Edition – vielleicht halten sich die Verantwortlichen die Option für später offen? Du kannst zwischen einer Pixel Watch ausschließlich mit Wi-Fi oder LTE-Modul wählen. Zur Verfügung stehen drei Farben: Schwarz, Silber und Champagne Gold.

Kostspielig: Die die Wi-Fi-Version zahlst Du 379 Euro (UVP), für die LTE-Fassung 429 Euro (UVP). Das ist ein sehr stolzer Preis, gerade im Vergleich zum Samsung-Mitbewerber, aber auch zur aktuellen Fitbit Sense 2 – die Google dem Vernehmen nach absichtlich um Möglichkeiten wie WLAN und Musikstreaming gebracht hat.

Zubehör: Sportarmbänder, elastische Armbänder und Lederarmbänder sind in einer attraktiven Auswahl erhältlich. Aber: Bis zu 79 Euro pro Armband ist schon sehr teuer. Immerhin liegt der Uhr ein Sportarmband in zwei Größen bei. Ein USB-C-Ladegerät fehlt übrigens. Du bekommst nur das magnetische Ladekabel.

Das Ladeteil liegt der Uhr bei, das Netzteil nicht. (Foto: Google)
Das Ladeteil liegt der Uhr bei, das Netzteil nicht. (Foto: Google)

Fazit: Endlich Konkurrenz für die Galaxy Watch

Ich gebe es zu: Ich bin ein großer Fan der Galaxy Watch5 und trage sie täglich. Ich will ohne sie gar nicht mehr das Haus verlassen. Aber die Pixel Watch schafft es, neue Begehrlichkeiten zu wecken. Zwar erfindet Google die Smartwatch nicht neu, aber allein das Design begeistert mich sehr. Und auch bei Google ist Nachhaltigkeit ein Thema: Das Gehäuse besteht zu 80 Prozent aus recyceltem Edelstahl.

Robust ist die Pixel Watch auch. (Foto: Google)
Robust ist die Pixel Watch auch. (Foto: Google)

Es schmerzt zu lesen, dass die Akkulaufzeit bei „bis zu 24 Stunden“ liegt. Hier bin ich mit meiner Galaxy Watch5 mehr gewohnt. Die hat auch den besseren Prozessor. Andererseits locken die Versprechen, mit Unterstützung der KI sehr präzise Messergebnisse zu erzielen. Und ich bin mir sicher: Bei Google dürfte wieder wie alles aus einem Guss funktionieren – vielleicht sogar besser als bei Samsung?

Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen Samsung und Google nicht zu übersehen ist, stehen beide Smartwatch-Hersteller im Wettbewerb zueinander. Und das begrüße ich: Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft – und das dürfte den Bereich der Highend-Smartwatches mit WearOS noch sehr beleben.

Ich persönlich bin überaus gespannt auf die Pixel Watch und freue mich darauf, sie bald in den Händen halten bzw. am Handgelenk tragen zu können. Vielleicht sogar zusammen mit dem neuen Pixel 7 Pro, das Google zeitgleich vorgestellt hat.

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2 Kommentare zu “Google Pixel Watch: Ich glaube, ich habe mich neu verliebt

  1. In der Google Pixel Watch befindet sich der Exynos 9110 von 2018 und nicht der Exynos W920 von der Galaxy Watch 5.

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