Wohnung lüften bei der Affenhitze

Den ganzen Tag die Fenster zu, ist auch nicht gut. Dann macht euch nicht die Hitze schlapp, sondern der Sauerstoffmangel. So lüftet ihr eure Wohnung richtig.

Wohnung lüften bei der Affenhitze

Die Hitze ist da – auch in euren Wohnungen. Gerade auf der Südseite oder unter dem Dach. Draußen sind tagsüber mehr als 30 Grad und das nur im Schatten. Nachts sinkt die Temperatur nicht unter 20 Grad. Doch auch drinnen ist es oft unerträglich.

Ich wisst bereits, was ihr tun müsst:

  • warme Luft nicht reinlassen
  • warme Luft wieder hinausbefördern
  • Luftfeuchtigkeit regulieren

Doch was bedeutet das konkret? Wann solltet ihr am besten lüften? Fenster tagsüber zu? Es gibt auch Gründe, die dagegen sprechen! Wie schützt ihr euch und eure Wohnung also am besten vor der prallen Sonne?

Nicht nur die Hitze macht schlapp

Ich dachte immer: Morgens lüften, dann die Fenster schließen und am besten verdunkeln. Abends wieder alles aufreißen. Doch so einfach ist es leider nicht.

Fenster schließen, um zu kühlen
Fenster zu und (nach Möglichkeit) Gardinen zuziehen und Rollos runterfahren. Das hält Sonnenwärme draußen. (Foto: Pexels)

Das Problem dabei ist, dass ihr schon nach einigen Stunden zu wenig Sauerstoff in der Wohnung habt. Euer Körper macht schlapp, aber ihr schiebt es dem Wetter zu. Letztlich müsst ihr ein Gleichgewicht finden zwischen Hitzeschutz und Frischluft. Ein ganz wichtiger Faktor dabei ist übrigens die Luftfreuchtigkeit.

Stoßlüften ist effektiver, als das Fenster bloß auf Kipp zu stellen. Diesen Tipp kennt ihr bereits aus dem Winter, wo es darum geht, Energie zu sparen. Im Sommer ist das Ziel, möglichst viel Sauerstoff in die Wohnung zu lassen, aber möglichst wenig Hitze.

3-4 mal täglich lüften

Ein Luftstrom entsteht, wenn die Luft innerhalb und außerhalb der Wohnung möglichst unterschiedlich ist. Das können verschiedene Temperaturen sein, aber auch die Luftfeuchtigkeit. In den heißen Sommermonaten dauert es etwa 30 Minuten, die gesamte Luft in einer Wohnung auszutauschen. Im kalten Winter reichen oft schon 5 Minuten aus.

Ventilator Stadler Form Q
Mit einer Schüssel Eiswasser davor, kühlt der Ventilator eure Wohnung (Bild: Stadler Form)

Besonders effektiv ist das Lüften, wenn eure Zimmer sowohl nach vorne als auch nach hinten raus liegen. Dann entsteht meist ein Luftzug zwischen zwei gegenüber liegenden Fenstern. Wenn die Fenster nur zu einer Seite liegen, könnt ihr mit einem Ventilator nachhelfen.

Wenn ihr den ganzen Tag über zuhause seid, solltet ihr die Wohnung 3-4 mal tagsüber lüften, um stets mit ausreichend Sauerstoff versorgt zu sein. Mit anderen Worten: Auch wenn die brütende Hitze vor den Fenstern steht, solltet ihr diese zwischendurch mal aufreißen.

Geräte, die euch helfen

Apropos Ventilator: Wenn trotz geöffneter Fenster in eurer Wohnung Windstille herrscht, stellt den Ventilator am besten mit der Rückseite zur Fensteröffnung. Auf diese Weise wird frische Luft am effektivsten von außen angesaugt und ins Zimmer transportiert. Der Luftaustauch geht schneller.

Monoblock-Klimaanlage im Wohnzimmer
Monoblock-Klimaanlagen sind schnell und einfach zu installieren

Bei geschlossenen Fenstern helfen nur Klimageräte. Die gibt es in zwei Ausführungen: als Split- und als Monoblock-Klimaanlage. Kay erklärt euch in einem Beitrag den Unterschied und warum Monoblockgeräte die bessere Variante sind, wenn ihr Geld sparen wollt.

Ihr solltet jedoch bedenken, dass jedes elektrische Gerät in eurer Wohnung Wärme erzeugt. Stellt also aus, was nicht gerade gebraucht wird: Fernseher, Stereoanlage, Kaffeemaschine, Lampen – alles, was auf Standby ist. Am besten kauft ihr von vornherein energieeffiziente Geräte.

Feuchte Wäsche vor dem Ventilator

Welchen Einfluss darauf hat nun die Luftfeuchtigkeit? Wenn Flüssigkeiten verdampfen, kühlen sie die Umgebung, weil sie dabei immer etwas Energie verbrauchen. Das ist die sogenannte Verdunstungskälte. Angenehm empfindet ihr das, wenn ihr euch Wasser auf den Unterarm sprüht. Auch das Schwitzen funktioniert so.

Wäscheständer
Den Wäscheständer in die Wohnung vor den Ventilator stellen, kühlt auch effektiv (Bild: Pixabay/Antonio_Cansino)

Stellt Schalen mit Wasser in jedes Zimmer, gerne auch mit Eiswürfeln darin. Frisch gewaschene Wäsche hat den gleichen Effekt. Einige feuchten sogar ihre Laken an und hängen sie in der Wohnung auf. Besonders effektiv ist die Kühlung, wenn ihr die Wasserschale oder die feuchte Wäsche vor einen Ventilator stellt.

Doch aufgepasst: Ihr solltet auch kein Tropenklima in eurer Wohnung erzeugen. Das passiert dann, wenn ihr viel Wasser verdampfen lasst, aber kaum lüftet. Dann setzt sich die Feuchtigkeit nämlich hinter den Möbeln und an den Wänden ab und es bildet sich Schimmel.

Eine Kälteflasche mit ins Bett nehmen

Bei extremer Hitze ist es nicht nur wichtig, die Wohnung zu kühlen, sondern auch den Körper.

Gar nicht hilfreich ist übrigens, sehr kalt zu duschen oder eiskalte Getränke in euch hineinzukippen. Der plötzliche Temperaturunterschied ist ein Schock für den Körper. Der reagiert dann mit zusätzlichem Energieaufwand, produziert also letztlich wieder Wärme.

Ein schöner Lifehack für Hitzeperioden ist, eine Kälteflasche statt eine Wärmflasche abends mit ins Bett zu nehmen. Füllt kaltes Wasser in eine Wärm- oder PET-Flasche und legt sie beim Schlafengehen zwischen die Beine. Die Idee habe ich von Jürgen übernommen. Er hat 28 Tipps gegen Hitze gesammelt, wie ihr mit ausgefallenen Ideen cool bleiben könnt.

Apropos Nachtruhe im Sommertagen. Daniel empfiehlt in seinem Beitrag, wie ihr die Wohnung kühlt ohne Klimaanlage: Bettlaken aus einem atmenden Material wie Baumwolle. Das reguliert die Temperatur besonders gut.

Fazit: Dreht euch nicht den Sauerstoff ab

Die Fenster zu und verdunkelt den ganzen Tag über ist auch keine Lösung, um die Hitze aus der Wohnung herauszuhalten. Der Mangel an Sauerstoff belastet euren Körper genauso wie die Hitze. Wenn nicht sogar mehr.

Die Hitze auszusperren, ist deshalb nur eine gute Taktik, wenn niemand zuhause ist. Wenn ihr aber Urlaub habt oder im Home Office arbeitet, überlegt euch gut, wie genau ihr eure Wohnung am besten lüftet. Schließlich ist jede anders gebaut.

Wenn es ganz schlimm wird, lasst euch helfen. Ventilatoren, Monoblock- und Split-Klimaanlagen kosten nicht viel Geld. Und der nächste heiße Sommer kommt bestimmt.

Beitragsbild: Unsplash/freestocks

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