Wohnung kühlen ohne Klimaanlage: So trotzt ihr der Hitzewelle

Die Sommer in Deutschland werden immer heißer. Wir zeigen euch, wie ihr eure Wohnung oder euer Haus ohne Klimaanlage effektiv und schnell kühlt.

So schön ein strahlend blauer Himmel und hohe Temperaturen in der sommerlichen Freizeit sein mögen: Spätestens daheim kann die Wärme erdrückend sein. Die Folgen sind ständige Ermattung tagsüber und Schlaflosigkeit in der Nacht.

Instinktiv kaufen viele Menschen sodann unzählige Ventilatoren, in der Hoffnung, diese würden die Wohnung herunterkühlen. Doch nicht die Anzahl der Ventilatoren entscheidet über den Kühleffekt. Stattdessen sind es moderne Technik und altbewährte Tipps, die in Kombination eure Wohnung oder euer Haus zu einer kühlen Wohfühlsphäre machen. Sechs dieser Tipps haben wir euch zusammengestellt.

Tipp 1: Fenster abschotten und Türen schließen

Bis zu 30 Prozent der Wärme von außen gelangt über die Fenster nach drinnen. Sonnenlicht wie auch die erwärmte Außenluft solltet ihr nach Möglichkeit aussperren.

Dazu hilft es bereits, die Fenster zu schließen, um einen Wärmeaustausch der Luft zu unterbinden. Solltet ihr euch tagsüber mehrere Stunden nicht zuhause aufhalten, könnt ihr mit geschlossenen Gardinen und Rollos das Sonnenlicht nach draußen reflektieren. Ideal geeignet dafür sind blickdichte, helle Stoffe geeignet.

Fenster schließen, um zu kühlen

Fenster zu und (nach Möglichkeit) Gardinen zuziehen und Rollos runterfahren. Das hält Sonnenwärme draußen. (Foto: Pexels)

Türen zu Räumen dauerhaft geschlossen zu halten, die ihr nur wenig bis gar nicht nutzt, gehört mit zu unserem ersten Tipp. Zu den wärmsten Stunden des Tages unterbindet diese Maßnahme, dass sich die Räume gleichmäßig erhitzen. Das baubedingte Temperaturgefälle, etwa zwischen einem kühlen Bad und warmen Räumen zur Südseite hinaus, bleibt erhalten.

Diese einfachen Maßnahmen kühlen eure Räume großzügig gerechnet um bis zu 20 Grad Celsius herunter.

Tipp 2: Strategisch lüften

Natürlich wäre es unerträglich, wenn ihr Fenster und Türen permanent geschlossen haltet. Irgendwann müsst ihr die verbrauchte Luft austauschen. Das Lüften solltet ihr nach Möglichkeit in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Kommt ihr nicht umhin, tagsüber zu lüften, solltet ihr dies strategisch tun.

Öffnet nach Möglichkeit nur für wenige Minuten die Fenster und sorgt dafür, dass ihr die Luft schnellstmöglich austauscht. Öffnet dazu zwei Fenster, die etwas weiter voneinander entfernt sind und erzeugt so einen kühlen Luftstrom. Nach drei bis fünf Minuten schließt ihr die Fenster.

Tipp 3: Ventilator, Eis und Schüssel

Ihr besitzt einen Standventilator wie den Fakir EJH 2019 oder gar einen Turmventilator wie den AEG T-VL5531? Dann kennt ihr die Vorzüge. Durch die Verwirbelung von Luft erzeugt ihr einen kühlen Luftstrom. Um den Kühleffekt noch zu verstärken, könnt ihr auf Eis und eine große Schüssel (beispielsweise Salat- oder Rührschüssel) zurückgreifen.

Bier Ventilator kühlen

Mit einer Schüssel Eis wird aus einem normalen Ventilator eine effiziente Klimaanlage. (Foto: Pixabay)

Nehmt das Eis, packt es in die Schüssel und platziert diese so, dass der Luftstrom kleinere Eiskristalle mit sich fortträgt. Es dauert einige Minuten, doch dann fallen die Temperaturen spürbar. Je größer die Eisblöcke sind, desto länger könnt ihr diesen Effekt nutzen.

Die Idee, mit Eisblöcken das Raumklima zu optimieren, war schon vor Jahrhunderten etabliert und hielt sich bis weit ins 20. Jahrhundert. In Schlossanlagen wie Pillnitz bei Dresden könnt ihr noch heute in den Küchen sehen, wie die Menschen damals kühlten: In den Wintermonaten schnitten Arbeiter große Blöcke Eis aus Seen, transportierten sie in Kühlkammern und lagerten sie dort bis zum nächsten Winter. Wobei die Köche und das Personal immer wieder kleinere Brocken raus brachen, um kühle Speisen herzustellen oder Wein auf Trinktemperatur zu bringen.

Je größer der Eisblock ist, den ihr vorsorglich einfriert, desto länger hält der Kühleffekt an. Eiswürfel hingegen schmelzen zu schnell.

Tipp 4: Richtig schlafen

Eng umschlungen in den Sommermonaten das Bett teilen? Klingt romantisch, wird aber schnell hitzig. Schafft also Platz, damit euer Körper Wärme abgeben kann.

Das ist nicht der einzige Schlaftipp, der die Sommernächte erträglicher macht. Schaut, aus welchem Material eure Bettbezüge und Laken gefertigt sind. Nur Baumwolle hat einen spürbaren Effekt auf die Temperaturregelung, da das Material atmet. Sind die Stoffe zu einem hohen Anteil oder ausschließlich aus synthetischen Fasern gefertigt, speichern diese eure eigene Körperwärme fast die gesamte Nacht über.

Wohnung ohne Klimaanlage kühlen

Sommernächte sind erträglicher, wenn ihr nicht fest umschlungen beieinander schlaft und die richtige Bettwäsche wählt. (Foto: Pixabay)

Um die Körpertemperatur aktiv zu senken, hilft es, Kühlakkus und -kissen gezielt an den sogenannten Pulspunkten einzusetzen. Diese befinden sich am Nacken, den Ellenbogen, der Taille, hinter den Knien und an den Füßen. Schlagt Kühlakkus oder -kissen in einen dünnen Stoff, platziert in an einem der besagten Punkte. Falls euch das zu viel Aufwand ist, hilft auch eine kühle (aber nicht zu kalte) Dusche unmittelbar vor dem Zubettgehen.

Die Absenkung der Körpertemperatur hat in den Sommermonaten einen weiteren positiven Nebeneffekt: Ihr signalisiert dem Körper dadurch, dass er zur Ruhe kommen soll. Als Antwort schüttet er das schlaffördernde Hormon Melatonin aus, das euch flugs ins Traumreich befördert.

Tipp 5: Die Hitze im Haus managen

Ihr kommt nicht umhin, zuhause auch mal zu kochen, das Licht einzuschalten oder den PC zu nutzen. Geräte, die am Strom hängen, erzeugen zwangsläufig Wärme. Managt diese. Das fängt damit an, reguläre oder stromsparende Glühbirnen gegen ihre LED-Pendants auszutauschen, zum Beispiel Philips-LEDs.

Weiter geht es über die Energiesparmodi der Stand-Computer. Unter Windows beispielsweise könnt ihr aus verschiedenen Leistungsmodi wählen, wobei selbst die geringste Stufe ausreichen sollte, alltägliche Computerarbeiten zu verrichten. Prozessor, Grafikkarte und Co. geben bei weniger Leistung auch weniger Wärme ab. Notebooks und Tablets haben dieses Problem in der Regel nicht.

LED Glühbirne

Es bringt euch auch etwas, Glühbirnen und Fernseher gegen weniger Wärme erzeugende Produkte auszutauschen. (Foto: Pexels)

Bei Fernsehern ist die Sache etwas komplizierter. Plasma-Fernseher oder TV-Geräte mit Hintergrundbeleuchtung könnt ihr nur schwerlich auf ein passables Temperaturmaß regeln. Seid ihr viel an diesen Bildschirmen beschäftigt und ächzt unter deren Hitzeausstrahlung, helfen die Einschränkungen des Fernseh-Konsums oder die Anschaffung eines neuen Geräts mit einer weniger Wärme erzeugenden Technologie.

Dann bliebe noch die Küche als Optimierungsmöglichkeit – wobei ein geschlossener Kühlschrank schon viel beiträgt zu einer angenehmen Raumtemperatur. Wenn es sich in der gesamten Wohnung schon anfühlt wie 100 Grad Celsius – wollt ihr dann noch einen Ofen auf bis zu 250 Grad Celsius hochdrehen? Eben. Bereitet in den kühlen Abendstunden Speisen vor, die am nächsten Tag auch kalt schmecken. Wenn ihr doch richtig heiß essen möchtet, verlagert das Familienmahl nach draußen zum Grillen – ist auch viel gemütlicher.

Grillen

Warum nicht mal draußen kochen? Gemütliche Grillabende sind unvergesslich und so manche Speise könnt ihr tags darauf auch kalt verzehren. (Foto: Pixabay)

Tipp 6: Monoblöcke, Klimageräte ohne bauliche Maßnahmen

Seit einiger Zeit beliebt sind so genannte Monoblöcke, Klimageräte, die sich leistungstechnisch zwischen Ventilator und Klimaanlage ansiedeln und dabei nicht aufwändig installiert werden müssen. Bei ihnen genügt es, einen Schlauch aus dem abgedichteten Fenster zu führen. Mehr noch: Monoblöcke wie der Suntec Progress 12000 Eco sind 3-in-1-Geräte: Sie kühlen, sie entfeuchten und im nächsten Winter (keine Sorge, der wird kommen!) heizen sie auch. Der Blaupunkt Moby Blue S 1111BT lässt sich dabei sogar per App oder Sprache steuern.

Klimagerät Blaupunkt Moby Blue

Klimagerät Blaupunkt Moby Blue

Geräte mit etwas geringerer Leistung, wie der AEG AXP26U338CW und der Suntec Fresh 7.000 Eco sind dabei auch noch sehr erschwinglich.

Ihr seht also, auch ohne teure Klimaanlage könnt ihr viel für ein kühles Raumklima tun. Ein paar alte, aber etablierte Tipps, ein paar Handgriffe und schon bleiben die hohen Temperaturen dort, wo sie gut gefallen: draußen.

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Ein Kommentar zu “Wohnung kühlen ohne Klimaanlage: So trotzt ihr der Hitzewelle
  1. Sehr gute Idee, die Wohnung durch Fenster-Abschottung und Türen-Schließung so einfach verhindert werden kann. Ein Freund von mir hatte jedoch eine sehr ungünstige Wohnlage und dennoch immer wieder Probleme mit Hitze im Sommer, weil seine Wohnung direkt unter dem Dach lag. Er war dann ziemlich zufrieden, als er ein professionelles Klimagerät hat installieren lassen.

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