Ja, und toll sieht der LG OLED55E8LLA auch aus. (Foto: LG)

HLG: Darum solltet ihr beim TV-Kauf auf diesen Standard achten

Schaut ihr häufig das TV-Programm und steht bald der Neukauf eines Fernsehers an, achtet auf HLG. Der Standard verspricht eine sehr viel bessere Bildqualität.

Erst 4K, UHD, HDR, HDR+, Dolby Vision und nun auch noch Hybrid Gamma Log, kurz HLG? Wer soll da durchblicken? Dabei ist letztgenannter Begriff nicht gänzlich neu, wurde er doch bereits vor ein paar Jahren als Standard von den TV-Sendern BBC und NHK entwickelt. Die präzisen Hintergründe erklärte ich in meiner Übersicht aktueller HDR-Standards für Fernseher, an dieser Stelle die Kurzfassung: HLG bietet die Möglichkeit, über Kabel oder Satellit ein Bild in HDR-Qualität zu übertragen.

HLG ist für das klassische TV-Programm gedacht

HLG ist für euch dann besonders interessant, wenn ihr regelmäßig das TV-Programm schaut. Denn bisher ist es nicht möglich, regulär über Sat und Kabelnetz Signale in HDR10, HDR+ oder Dolby Vision zu übertragen – das ist dem Streaming übers Internet vorbehalten und könnte auch perspektivisch so bleiben.

Die BBC entwickelte HLG mit. (Foto: BBC)

Die BBC entwickelte HLG mit. (Foto: BBC)

Was heißt das konkret? Wenn die Fernsehanstalten ihre Sendungen in HLG ausstrahlen und euer Fernseher dies unterstützt, genießt ihr ein Bild, das HDR sehr nahe kommt beziehungsweise nicht davon zu unterscheiden ist – auch wenn das technisch etwas anders funktioniert. Und Vorteile bietet: Beispielsweise können TV-Inhalte in HLG dank Abwärtskompatibilität auf Fernsehern korrekt dargestellt werden, die nicht über HDR-Funktionen verfügen. Doch natürlich gibt’s einen Haken…

Kaum Angebote mit HLG

Über HbbTV experimentierte unter anderem das ZDF bei „Der Bergdoktor“ mit HLG. Bei UHD1 von HD+ gab es im Juli 2018 erste Sendungen in UHD-Auflösung und mit HLG von ProSiebenSat.1 und RTL zu sehen. Travelxp 4K wiederum ist der erste Ultra HD-Kanal von HD Plus und sendet ebenfalls in HLG.

Von einem Regelbetrieb kann noch lange nicht die Rede sein: Das ZDF visiert das Jahr 2022 an, die privaten TV-Sender werden vermutlich nicht sehr viel schneller sein. Oder anders gesagt: Es wird noch lange dauern, bis HLG (zusammen mit 4K) zu einer Selbstverständlichkeit wird.

Es gibt also gegenwärtig recht wenige Angebote, die ihr nutzen könntet. Aber da ihr euch sicher nicht jedes Jahr einen neuen Fernseher zulegen möchtet, aber Filme, Shows und Serien künftig auf hohe Auflösungen und eben HDR/HLG setzen werden, solltet euer TV-Gerät darauf vorbereitet sein.

Aktuelle Fernseher mit HLG

Ein Tipp vorweg: Besitzt ein Fernseher einen HDMI-Anschluss, der die Spezifikationen von HDMI 2.0b erfüllt, besteht die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieser über HLG verfügt oder zumindest ein Update vom Hersteller erhalten kann. Auch die Nähe zum HDR-Standard ist hilfreich als Orientierung beim Kauf eines TVs. Wird „High Dynamic Range“ beworben, könnte das auch für HLG gelten – im Zweifel hilft ein Blick auf die Webseite des Herstellers.

Fernseher mit HLG müssen nicht teuer sein. (Foto: LG)

Fernseher mit HLG müssen nicht teuer sein. (Foto: LG)

Und keine Sorge, dass ein UHD-TV mit HLG teuer sein muss. Im Gegensatz zu TV-Geräten mit Dolby Vision setzt das Feature keine außergewöhnlichen Anforderungeen an die Technik. Bereits im niedrigeren Preissegment werdet ihr fündig, wie der LG 55UK6100PLB (Shoplink) beweist. Das Gerät sei exemplarisch genannt für viele in dem Segment. Generell besitzen die meisten TVs mit HDR(10) auch HLG, sofern sie aus dem Jahr 2017 oder später stammen.

Schön auch hier: Während HDR+ und Dolby Vision die Lager spalten (Samsung pusht HDR+, LG, Sony oder Loewe favorisieren Dolby Vision), ist das bei HLG kein Thema. Ihr bekommt tolle Geräte von Samsung, Sony, LG und vielen anderen Anbietern. Und natürlich gibt’s preislich nach oben keine Grenzen: Ob’s der feine Samsung GQ65Q8F (Shoplink), der Loewe bild 3.43 (Shoplink) oder der Panasonic TX-75FXW785 (Shoplink) sein soll, das ist euch und euren Vorstellungen von einem Traum-TV überlassen.

Der Panasonic DMR-UBS70 besitzt Tuner mit HLG. (Foto: Panasonic)

Aber auch erste Ultra HD Blu-ray-Rekorder wie der Panasonic DMR-UBS70 (Shoplink) setzen auf HLG. In diesem konkreten Fall sind die Twin Tuner darauf ausgelegt, UHD-Sender mit HLG/HDR zu verarbeiten. Soll das Signal auch zu einem geeigneten Fernseher übertragen werden, braucht es ein entsprechendes HDMI-Kabel. Hier sei das Club 3D HDMI-Kabel (Shoplink) empfohlen.

Übrigens unterstützen Sky+ Pro und Sky Q bereits HLG. Receiver anderer Hersteller hinken hier noch sehr hinterher.

HLG und die Zukunft

Es ist schlicht unmöglich zu sagen, welche Rolle HLG künftig spielen wird. Die Chancen, dass der Standard beim Übertragen des linearen Fernsehens in Zusammenhang mit 4K-Auflösungen von Bedeutung sein wird, stehen gut. Die Frage, die ich mir allerdings stelle: Werden wir in fünf Jahren noch immer im gleichen Maße klassisch über Kabel und Satellit TV gucken? Zumindest ich habe bereits vor über zwei Jahren RTL, ARD und Co. durch Streamingangebote ersetzt…

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