Highlights und Flops der Redaktion: Virtual Reality und lineares Fernsehen

Die persönlichen Highlights und Flops der Autoren des Euronics Trendblogs könnten kaum unterschiedlicher sein. Sven Wernicke freute sich vor allem darüber, dass es 2016 mit Virtual Reality endlich richtig losging.

Ich habe allein für den Trendblog dieses Jahr richtig viele Artikel über VR-Brillen, Entwicklungen im Bereich Virtual Reality und Zusammenfassungen getippt. Es wäre schon seltsam, würde ich in meinem persönlichen Rückblick nicht zumindest kurz eines DER großen Themen im Entertainment-Bereich erwähnen. Für mich ist VR ganz klar mein persönlicher „Höhepunkt“.

Die virtuelle Realität hat begonnen

Ich will und kann es gar nicht einmal an einem Produkt festmachen. Oculus Rift und HTC Vive waren nicht einmal Verkaufshits, innerhalb kürzester Zeit konnte Sonys PlayStation VR die teuren Mitbewerber abhängen – zumindest bezogen auf die Verkaufszahlen. Und auch Samsungs Gear VR sowie Google Cardboard verbreiteten sich 2016 millionenfach. Das ist der Punkt: Virtual Reality schaffte eine erste große Etappe. Durch die massive Berichterstattung in den Medien, durch allerlei Messen und emsige Hersteller wurde ein Bewusssein bei Menschen bzw. potentiellen Konsumenten dafür geschaffen, was VR jetzt ist und vielleicht in den nächsten Jahren sein könnte.

Für Sony sicher ein Erfolg - PlayStation VR. (Foto: Sven Wernicke)

Für Sony sicher ein Erfolg – PlayStation VR. (Foto: Sven Wernicke)

Ich schätze, dass klobige, schwere, wenig attraktive Brillen nicht die Lösung sein können und werden. Eher sind Rift und Co. die erste Generation von etwas, was den Genuss von Inhalten (Film, Spiel, etc.) gravierend verändern könnte. Virtual Reality als Anfang vom Holodeck aus „Star Trek“ für die heimischen vier Wände. Oder als Überleitung zu Augmented- und Mixed- Reality- Konzepten. Vermutlich wollen wir uns nicht komplett abschotten, was mit einer VR-Brille in der Regel der Fall ist. Daher könnten AR-Ideen wie Hololens oder Magic Leap unseren Medienkonsum auf eine neue Ebene hieven. Die Zukunftsvisionen früherer Science-Fiction-Filme werden in die Tat umgesetzt – und mit etwas Glück erleben wir das noch.

Was Großes!?

Ich war sozusagen dabei, als 2016 die ersten VR-Brillen in den Handel kamen und wir diese schon toll fanden, obwohl sie nur der Auftakt einer Ära waren. Ähnlich wie damals bei der Vorstellung des iPhone? Oder vielleicht sogar des Fernsehers? Sicherlich kann aus dem Hype noch ein riesiger Flop werden, subjektiv hab ich etwas das Gefühl, als flaute die Begeisterung nach der Veröffentlichung von Oculus Rift und PlayStation VR recht schnell ab.

Andererseits glaube ich fest daran, dass künftige Hardware-Generationen die größten Skeptiker überzeugen können – mit glaubwürdigen VR-Welten, einer sich real anfühlenden Bewegung in diesen und dem Schaffen einer spannenden Illusion. Und dass aus einem Hype oftmals Ernüchterung folgt, bedeutet noch lange keinen Misserfolg.

Facebook glaubt an die Zukunft von Oculus Rift. (Foto: Oculus VR)

Facebook glaubt an die Zukunft von Oculus Rift. (Foto: Oculus VR)

Im Jahr 2016 ist VR noch sehr…nennen wir es bodenständiger. Ich weiß genau, wenn ich eine Brille aufsetze. Und ich erkenne die technischen Barrieren wie verhältnismäßig geringe Sichtfelder und im schlimmsten Fall pixelige Displays vor den Augen. Und trotzdem ist es überaus beeindruckend, einfach so abzutauchen – in facettenreiche Spielwelten oder Schauplätze, die ich mir in 360-Grad frei anschauen darf. Das klappt schon jetzt gut genug, um eine packende Immersion zu erzeugen. Mir persönlich fehlen noch einige Blockbuster für die prominenten VR-Brillen, die werden hoffentlich 2017 folgen.

Ja, Virtual Reality ist für mich das Highlight 2016. Die schönsten Erfahrungen in diesem Bereich hatte ich übrigens mit HTC Vive und PlayStation VR. Und bereits Ende 2015 mit Gear VR.

Mein Flop 2016: Lineares Fernsehen

Mit meinen 38 Jahren müsste ich doch eigentlich noch immer durch das Privatfernsehen zappen, irgendwelche bescheuerten Shows und ein paar Jahre alte Kinofilme mit unendlich vielen Werbeunterbrechungen gucken, oder? Statistisch gesehen vermutlich schon. Ich fühle mich aber einer Generation zugehörig, die diesen Unsinn echt nicht mehr braucht. Dies wurde mir 2016 deutlich und immer wieder unter die Nase gerieben.

Seitdem ich meinen Kabelanschluss kündigte, verliere ich zunehmend den Bezug zum Fernsehgucken. Wenn mich Freunde fragen „Du kennst doch diesen Webespot, wo…“, kann ich nur mit einem „Nö!“ antworten. Von Supertalent (gibt es das überhaupt noch?), Die Höhle des Löwen, Trash-Sendungen im Stil von „Frauentausch“ – ich habe davon echt keine Ahnung mehr und kann nicht mitreden. Viele Unterhaltungen in den sozialen Netzwerken kapiere ich gar nicht, einige Hashtags sind mir ein Rätsel. Und erst mit Recherche erfahre ich, dass es um etwas geht, was im Fernsehen lief. Nunja.

Dieses Bild fand ich im Trendblog-Archiv. Es stammt aus dem Jahr 2012. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

Dieses Bild fand ich im Trendblog-Archiv. Es stammt aus dem Jahr 2012. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

Und wisst ihr was? Es ist mir egal! Auch wenn ich Bekannten und Kumpels immer wieder erklären muss, dass ich kein lineares Fernsehen mehr schaue, heißt das ja nicht, dass ich nicht trotzdem die Tagesschau oder den Tatort gucke. Notfalls auch was von Pro 7, sollte da wider Erwarten etwas von Interesse gezeigt werden. Nur ICH möchte entscheiden, wann, wo und wie ich das tue. Zum Glück gibt’s Mediatheken, Youtube oder Streams im Netz. Für aktuelle Filme und Serien verwende ich unter anderem Netflix. Ich zahle auch gerne dafür, damit ich eben gezielt und bewusst konsumieren kann. Nicht einfach einschalten und berieseln lassen – das mag ich überhaupt nicht. Ich wähle bedacht aus. Genau dies fühlt sich auch viel weniger wie Zeitverschwendung an.

Kann weg!

Für mich ist das Fernsehen 2016 gestorben. Privat-TV brauche ich nicht. Ich vermisse es in keiner (!) Weise. Nichts, aber auch gar nichts. Anders sieht es beim Öffentlich-Rechtlichen Angebot aus. ARD, ZDF und ein paar andere Kanäle bieten mir immer wieder etwas, das mich reizt, anspricht, unterhält. Nur hier stehen mir ja auch gute Mediatheken zur Verfügung, bei denen ich die wenig gehaltvollen Inhalte einfach nicht auswähle. Letztlich habe ich die Macht darüber, was ich in meinen Kopf lasse. Und diese „Freiheit“ ist mir viel wert.

Sicherlich war das schon 2015 oder das Jahr davor so, nur gerade 2016 ist mir diese Überflüssigkeit des stupiden TV-Schauens besonders bewusst geworden. Von daher – kann weg. Wie so gesehen auch viele andere Ereignisse dieses Jahr. Aber das ist eine andere Geschichte…

Und was waren eure Highlights und Flops des Jahres? Sagt es uns in den Kommentaren!

Lest hier alle unsere Jahresendbeiträge 2016!

Tops und Flops der Redaktion:

Unsere Setups:

Und hier unser jährlicher Serien-Rückblick:

17 Serien, die mich 2016 wirklich beeindruckt haben (und alles, was ich mir sonst noch anschauen musste)

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