Foto: Signify

Smarte Filament-Lampen: 10 LEDs mit dem gewissen Etwas

Sehr viel schöner und edler als Standard-LED-Leuchtmittel sind die Filament-Lampen. Aber welche eignen sich fürs Smart Home und Philips Hue? Ein Überblick.

Mit dem Siegeszug der modernen, stromsparenden LED-Lampen ging eines verloren: Der Blick auf den schönen, leuchtenden Draht einer klassischen Glühlampe. Sehr viele aktuelle Leuchtmittel sehen eher zweckmäßig, technisch und gar nicht mal attraktiv aus. Genau hier kommen die Filament-LEDs ins Spiel. Und diese gibt’s mittlerweile auch fürs Smart Home.

Was sind (smarte) Filament-Lampen?

Das Wort Filament bedeutet im Grunde nichts anderes als Leuchtfaden. Während dies bei einer alten „Glühbirne“ der Standard war, ist es bei modernen LEDs sehr viel komplizierter, eine ähnliche Optik zu erzeugen. Denn LEDs müssen stabförmig auf kleinstem Raum angeordnet sein, um eine ähnliche Ästhetik zu erzielen. Bis zu 40 LEDs befinden sich auf rund zwei Zentimeter langen und zwei Millimeter breiten Glasflächen, die ab dem Erreichen einer gewissen Helligkeit tatsächlich den Eindruck hinterlassen, es handele sich um einen vollständigen Glühfaden.

Filament-Lampen sorgen für Stimmung. (Foto: Sven Wernicke)

Filament-Lampen sorgen für Stimmung. (Foto: Sven Wernicke)

Erstaunlicherweise liegt die „Erfindung“ und Entwicklung solcher LED-Fäden erst etwas über 10 Jahre zurück. Längst sind die Filament-LED-Lampen, auch gerne LED-Fadenlampen genannt, regulär im Handel erhältlich und meist etwas teurer als ebenbürtige Standard-Leuchtmittel.

Neu dagegen sind die smarten Vertreter, die technisch betrachtet noch etwas anspruchsvoller sind. Denn auf kleinstem Raum verbauen die Hersteller nicht nur die Leuchtfäden, sondern auch Steuerungstechnik. Beispielsweise ZigBee-Funkkomponenten, durch die ihr die LEDs in euer Smart Home beziehungsweise smartes Lichtsystem wie Philips Hue einbinden könnt. Der Markt ist noch überschaubar, doch einige Firmen haben bereits interessante Ideen am Start.

Hinweis: Filament-Lampen – egal ob smart oder konventionell – gibt’s derzeit nicht als farbige Varianten mit RGB-Lichtspektrum. Das dürfte für Hersteller wohl auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben.

Innr: Smarte Filament-Lampen mit Retro-Effekt

Der niederländische Produzent Innr gehört zu den ersten Anbietern smarter Filament-LEDs. Im Angebot hat dieser eine Standard-Weißlampe mit 806 Lumen. Dank ZigBee-Standard lässt sich diese problemlos ins Smart Home und Philips Hue integrieren, was bei meinem Test auch innerhalb weniger Sekunden erledigt war. Solltet ihr Probleme haben, empfehle ich die Anleitung, wie ihr Innr-Lampen mit Philips Hue verbindet.

Innr bietet zwei E27-Leuchtmittel an. (Foto: Sven Wernicke)

Innr bietet zwei E27-Leuchtmittel an. (Foto: Sven Wernicke)

Besagte 806 Lumen deuten es gewiss an: Diese schöne Filament-Lampe (Innr RF 265) eignet sich für den Alltagsgebrauch in den heimischen vier Wänden. Die 2700K erzeugen ein angenehmes Warmweißlicht.

Ungewöhnlicher ist die Innr RF 263, bei der es sich ebenfalls um eine „Smart Filament Bulb“ handelt, wie sie der Hersteller nennt. Besonders ist allerdings der Vintage-Stil in einem Sepia-Farbton bei maximal 350 Lumen (2200K Warmweißlicht). Dies E27-Leuchte eignet sich für außergewöhnliche Lampen, indirekte Beleuchtung oder einen gewünschten Retro-Stil in der Wohnung.

Die Leuchtfäden einer LED. Hier zu sehen die Vintage-Lampe von Innr. (Foto: Sven Wernicke)

Die Leuchtfäden einer LED. Hier zu sehen die Vintage-Lampe von Innr. (Foto: Sven Wernicke)

Smart+ Filament: Lampen für Apple HomeKit

Hersteller Ledvance, der die Smart+-Produkte von Osram weiterführt, konzentriert sich bei seinem Filament-Angebot auf die Bluetooth-Technologie, was bedeutet: Für Philips Hue und andere Smart-Home-Konzepte basierend auf ZigBee ist es nicht geeignet. Dafür aber sind die vier Lampen für Nutzer von Apple HomeKit gedacht. Diese haben gewissermaßen die Qual der Wahl.

Besonders auffällig sind die Edison- und Globe-Lampen mit ihren hübschen Formen. 2700 Kelvin und 650 Lumen sind bei den Ledvance-Filaments der Standard. Wer auch hier ein nostalgisches Ambiente erzeugen möchte, entscheidet sich für die Modelle in Gold-Optik.

Philips Hue: Filaments vom Platzhirsch

Etwas später als die Mitbewerber liefert neuerdings auch Signify eigene Filament-LEDs. Zwei Versionen stehen zur Auswahl – „Classic“ und Globe. Durchaus hübscher als bei den Konkurrenten ist der kreisförmig angeordnete Glühdraht. Mit 550 Lumen (2100K) sind die LEDs durchschnittlich hell.

Steuert die Filament-Lampen von Signify mit der Hue Bridge oder via Bluetooth. (Foto: Signify)

Steuert die Filament-Lampen von Signify mit der Hue Bridge oder via Bluetooth. (Foto: Signify)

Spannend ist, dass ihr die Filament-LEDs aus dem Hause Philips Hue sowohl mittels Hue Bridge als auch über Bluetooth ansprechen könnt. Mit der Bridge erhöht sich der Funktionsumfang. Es geht aber eben auch ohne zusätzliche Hardware zum sofortigen Loslegen.

Nedis mit WLAN-Smart-LED-Filament-Lampe

Nedis nennt seine Filament-LED ganz einfach: „WLAN-Smart-Glühlampe mit dimmbarem Glühfaden“. Damit ist alles gesagt. Im Gegensatz zu anderen Produkten in diesem Bereich baut die E27-Leuchte eine WIFI-Verbindung zum Router auf, mit einer Smartphone-App steuert ihr diese. Das ist für einfache Anwendungen völlig ausreichend, auch da ihr keine zusätzliche Bridge braucht. Dort, wo euer WLAN hinkommt, könnt ihr die SmartLife-Lampen von Nedis einsetzen.

Smarte WIFI-Filament-Lampe. (Foto: Nedis)

Smarte WIFI-Filament-Lampe. (Foto: Nedis)

500 Lumen (2200K Farbtemperatur) sind für die smarte WLAN-Lampe sicherlich nicht allzu viel, aber für ein chilliges Ambiente ausreichend.

Ikea Trädfri auch als LED-Filament

Die beliebten Trädfri-Lampen vom schwedischen Möbelhaus erhielten im Spätsommer 2019 endlich eine attraktive Filament-Variante, die dank ZigBee auch mit Philips Hue kommuniziert. Highlight ist die goldene E27-Fassung. Weniger erfreulich ist die maximale Helligkeit von 250 Lumen (2100 Kelvin) – diese Lampe ist für eine direkte Beleuchtung ungeeignet.

Schicke Lampe zum schmalen Preis. (Foto: Ikea)

Schicke Lampe zum schmalen Preis. (Foto: Ikea)

Etwas bedauerlich ist, dass die anderen Ikea-Filaments – gerade die einfallsreichen Lampen wie Rollsbo – keine smarten Funktionen besitzen. Aber vielleicht ändert sich das noch in den kommenden Monaten und Jahren? Allgemein bieten die LED-Glühdrähte doch sehr viel Potenzial für ausgefallene und unkonventionelle Lampen.

Was haltet ihr von den neuen, smarten Filament-LEDs? Toll oder doch nur Luxus für die Wohnung?

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2 Kommentare zu “Smarte Filament-Lampen: 10 LEDs mit dem gewissen Etwas
  1. Nein, hier kann und darf ich nicht schweigen – dazu muß etwas geschrieben werden:

    „Mit dem Siegeszug der modernen, stromsparenden LED-Lampen ging eines verloren: Der Blick auf den schönen, leuchtenden Draht einer klassischen Glühlampe.“

    NOCH klassischer wären natürlich Kerzen mit ihrem schönen, warmen und heimeligen Licht oder Petroleumlampen mit Glühstrümpfen (ich meine das schon etwas ironisch).
    ——————————————————————————————————
    Sachlich will ich aber auch auf Lampen bzw. deren Helligkeit eingehen – damit habe ich mich in den letzten Jahren etwas beschäftigt. Rückblende:

    – 2006 bin ich in die jetzige Wohnung eingezogen
    – damals hatte ich 1x so´ne Sparlampe mit 11 Watt – es gibt sie heute noch, wird aber nicht mehr benutzt – alles andere waren noch normale Glühbirnen
    – die am Schreibtisch neben dem einzigen 19″ Monitor war eine 40 W Halogen mit Touchfunktion, die ich meist auf Stufe 2 getoucht habe, entsprach ~ 25 W Verbrauch (habe ich später mal nachgemessen)

    Zeitsprung nach heute, 13 Jahre „later“:

    – Monitore/Displays sind´s etwas mehr geworden im Wohnzimmer: 12x von 14″ bis 40″
    – im Moment habe ich alle Lampen an, die normal immer an sind, wenn ich im Wohnzimmer am Haupt-PC sitze:
    – 3x 2 W und 2x 3 W – alles LEDs, alle E27
    – die 2 W haben 145/150 Lumen, die 3 W 250 Lumen
    – die mit 3 W wären mir an den Computern schon zu hell, deswegen da die 3x 2 W
    – zum lesen (neben dem TV-Sessel) bzw. „Grundbeleuchtung“ (in einer Ecke) sind die mit 3 W gedacht und besser

    „500 Lumen (2200K Farbtemperatur) sind für die smarte WLAN-Lampe sicherlich nicht allzu viel, aber für ein chilliges Ambiente ausreichend.“

    Weiß ja nicht genau, was/wie für dich/sie „chillig“ ist – aber wenn ich mir meine Helligkeit hier im Zimmer so ansehen, könnte ich mir durchaus vorstellen, dabei mit einer Dame zu essen (allerdings habe ich nicht so´n schönen Tisch), zu chillen oder sonstiges zu machen…

    Will sagen: die Helligkeit paßt mir gut, mehr ist nicht nötig. Wenn, dann gehe ich in die kleine Küche, da hängt zentral eine dicke LED mit 6 W und 630 Lumen an der Decke.

    Edelgoldene Verschraubung hat keine meiner Birnen – aber die würde man ja eh eingeschraubt gar nicht sehen, oder?
    —————————————–
    Zum smarten Bedienen der Beleuchtung per Smartphone sage ich mal nix – außer, das es sicher hilft, den Akku noch schneller zu leeren.

    Ach ja, noch was: alle meine LEDs haben eine Farbtemperateur von 2700/3000 K, also „warmweiß“. Und: ich esse entweder in der Küche oder stelle mir das Essen auf ein Tablett auf die Knie – da kann ich im TV-Sessel z.B. einen Krimi sehen und dabei Happen reinschieben. Bei seeehr spannenden Szenen halte ich den Krimi aber an, damit mir durchs Essen ja nicht entgeht…

    …auch wieder ein kleiner Vorteil für´s „nichtlineare Fernsehen“.

    • Öhm, was mich jetzt etwas irritiert: Du hast 12 Monitore im Wohnzimmer stehen? 12 Stück? 🙂

      Ansonsten: Licht ist natürlich immer sehr subjektiv. Ich persönlich mag indirekte Beleuchtung sehr gerne, und da sind solche Filament-Lampen durchaus interessant. Obwohl es ja eine direkte Beleuchtung ist bzw. sein kann. Hier sind die niedrigen Helligkeiten (im Vergleich) also auch mal ein Vorteil. Als vollwertigen Ersatz für eine…zum Beispiel Küchenlampe kann ich mir das nicht so recht vorstellen.

      Für eine direkte Beleuchtung wären mir persönlich 630 Lumen etwas zu wenig. Ich brauche aber, gerade zum Beispiel auf Arbeitsflächen oder am Schreibtisch, wirklich viel Licht. Da sind meine Augen vermutlich auch nicht mehr so gut. 🙂

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