Windows 11: Schöner, besser, vielseitiger

Sieht etwas nach macOS aus, ist aber Windows 11. Microsoft präsentiert den Nachfolger von Windows 10 und beweist mit dem neuen Betriebssystem Mut.

Windows 11: Schöner, besser, vielseitiger

Mal ehrlich: Immer dann, wenn sich größere Änderungen bei Windows ankündigen, ist der Unmut bei Millionen Anwendern weltweit groß. Aus dem Grund könnte auch Windows 11 für Diskussionen sorgen – zwischen denen, die sich am liebsten keine visuellen Modernisierungen gewünscht hätten und denen, die sich über ein neues Gewand für das mittlerweile 35 Jahre alte Betriebssystem freuen. Aber das neue Windows hat viel zu bieten!

Inhaltsverzeichnis

Aus Windows 10 wird Windows 11

Als Microsoft Windows 10 vor mittlerweile fast sechs Jahren enthüllte, hieß es hier und da, dass die 10 im Namen ähnlich wie bei MacOS X lange Zeit bleibe – quasi für immer. Jetzt wissen wir: Das stimmt so nicht, denn der Redmonder Riese geht mit der Nummerierung weiter. Das soll den Nutzer:innen vor allem eines verdeutlichen: Wirklich große Veränderungen erwarten uns.

Das ist Windows 11. (Foto: Microsoft)
Das ist Windows 11. (Foto: Microsoft)

Windows 11 setzt auf eine einfachere Gestaltung

Auffälligste Neuerung bei Windows 11: Die gesamte Benutzeroberfläche wirkt einfacher, übersichtlicher und aufgeräumter. Auffällig bei der neuen Optik sind transparente und abgerundete Elemente. Icons auf der Taskleiste sind jetzt mittig angeordnet, was so mancher bereits von anderen Betriebssystemen kennt.

Live-Kacheln und der klassische Start-Knopf links unten gehören der Vergangenheit an, im Startmenü gibt’s jetzt eine Übersicht zuletzt genutzter Dokumente und sämtliche installierte Programme. Weniger ist mehr – das ist ganz klar der Fokus bei Windows 11.

Was Microsoft ebenfalls verdeutlicht: Egal, ob ihr Tastatur, Touchscreen, Stylus oder eure Sprache nutzt – der Wechsel zwischen der Art der Eingabe soll nahtlos und immer intuitiv sein. Das schafften die Windows-Entwickler bei Windows 10 bekanntlich nicht.

Windows Widgets für optionale Zusatzinformationen

Die Widgets ersetzen besagte Live-Kacheln. Das sind einfach ausgedrückt Web-Apps, die unter anderem Wetter, Nachrichten und gewünschte andere Inhalte darstellen. Ordnet diese Informationen nach eigenen Vorstellungen an und lasst sie euch als Slideover oder im Vollbild anzeigen.

Hübsch und vielseitig nutzbar - die Widgets. (Foto: Microsoft)
Hübsch und vielseitig nutzbar – die Widgets. (Foto: Microsoft)

Die Widgets sind eng mit dem Edge-Browser verbunden, über diesen könnt ihr euch also auch Informationen von euren Lieblings-Webseiten auf eure Windows-Oberfläche holen.

Vereinfachtes Arbeiten mit Snap Layouts

Die neuen Snap Layouts dürften vor allem das produktive Arbeiten verbessern. Fenster könnt ihr nun nach eigenen Vorstellungen anpassen und nicht nur zwei im Splitscreen anzeigen lassen. Ihr dürft drei, vier Programme gleichzeitig in mehreren Fenstern darstellen.

Bei den Snap Layouts seid ihr nun viel flexibler. (Foto: Microsoft)
Bei den Snap Layouts seid ihr nun viel flexibler. (Foto: Microsoft)

Besonders praktisch ist dies, wenn ihr favorisierte Snap Layouts in Snap Groups speichert. Dann könnt ihr sie bei Bedarf wieder abrufen. Das ist dann sinnvoll, sobald ihr einen Laptop im Büro und/oder im Homeoffice an mehreren Bildschirmen betreibt und den letzten Zustand mit der gewünschten Positionierung der Fenster wieder herstellen wollt. Auf jeden Fall verbessert dies das Multitasking deutlich.

Neuer Microsoft-Store und Android-Apps unter Windows 11

Der Microsoft-Store erhält eine komplette Überarbeitung mit einer schnelleren Bedienung. Schön und gut, spannender ist aber ein weiterer Aspekt: Android-Apps finden ihren Weg in Windows 11. Der Amazon AppStore wird Bestandteil des Microsoft Store, von dort aus könnt ihr Apps installieren.

Android-Apps kommen für Windows 11. (Foto: Microsoft)
Android-Apps kommen für Windows 11. (Foto: Microsoft)

Wie ihr Android-Apps regulär als solche ausführen könnt – das ist noch nicht ganz klar, aber es soll funktionieren. TikTok, Instagram und Co. bald im Windows-Fenster? Eine gute Sache, zweifelsohne. Das erinnert ein wenig an Googles Chrome OS – auf dem ebenfalls Android-Apps laufen. Oder an Apples bisher moderat erfolgreicher Ansatz, iPad-Apps auf dem Mac lauffähig zu machen.

Windows 11: Verbesserungen für Gamer

Windows ist seit jeher DIE Plattform für Gaming am Rechner. Andere Betriebssysteme wie Linux oder macOS konnten für Spiele nie mithalten. Das soll so bleiben und daher liefert Microsoft weitere Elemente.

Gaming? Auch bei Windows 11 ein großes Thema. (Foto: Microsoft)
Gaming? Auch bei Windows 11 ein großes Thema. (Foto: Microsoft)

Windows 11 passt dank „Auto HDR“ die Farben eines Spiels nun selbständig an.

DirectX 12 Ultimate bringt für Entwickler weitere Vorzüge. Auch können Spiele nun besser und direkt die Grafikkarte ansprechen. Das soll die CPU entlasten und die Performance generell steigern. Mit DirectStorage beschleunigt Microsoft die Ladezeiten von Spielen, sofern ihr eine NVMe-SSD besitzt. Diese Technologie kam bereits bei der Xbox Series X/S zum Einsatz.

Und: Game Pass mitsamt der Xbox-App möchte Microsoft noch fester in Windows 11 intregrieren. Das beinhaltet auch das Xbox Game-Streaming, das das OS jetzt von Haus aus unterstützt. Und das auch auf leistungsschwacher Hardware.

Microsoft Teams beerdigt Skype?!

Überraschend: Windows 11 bekommt sozusagen sein eigenes Facetime, genauer gesagt die Chat-Funktion aus Microsoft Teams. Sprachnachrichten, Videos, Bilder, Texte schickt ihr zu anderen Geräten mit Windows, Android oder iOS. Eine Kommunikation über SMS kann im Zweifel erfolgen – wenn jemand auf seinem Smartphone kein Teams installiert hat.

Teams ist Teil von Windows 11. (Foto: Microsoft)
Teams ist Teil von Windows 11. (Foto: Microsoft)

Wie es mit Skype weitergeht, dürfte eine noch zu beantwortende Frage für die nahe Zukunft sein. Denn Teams ist ein Teil von Win11, was sicherlich begrüßenswert ist. Skype dagegen unterstützt Microsoft in Windows 11 nicht mehr. Das ist ein Paukenschlag.

Viele weitere Veränderungen

Und das ist noch lange nicht alles. Hier noch eine Auswahl weiterer Neuerungen:

  • Neuer Tablet-Modus mit optimierter Darstellung der Windows-11-Oberfläche und Gestensteuerung.
  • Einstellungen-Seite erhält eine ausführliche Überarbeitung.
  • Cloudspeicher OneDrive ist tiefgreifender in Win11 integriert.
  • Neues Startmenü könnt ihr euch auch klassisch wie gewohnt anzeigen lassen.
  • Zentrale Suchfunktion funktioniert besser als in Windows 10.
  • Verbesserte Spracheingabe mit automatischen Satzzeichen.

Windows 11: Gibt es ein kostenloses Upgrade?

Gute Nachrichten: Erfüllt euer Computer mit Windows 10 die (Hardware-)Voraussetzungen, bekommt ihr Windows 11 als kostenloses Upgrade. Ähnlich schon wie bei der Aktualisierung von Windows 7/8 auf Windows 10.

Auf der extra eingerichteten Webseite findet ihr die PC Health Check App, die euch mitteilt, ob euer PC geeignet ist. Mein Surface Pro 6 zum Beispiel erhält das nächste Windows.

System-Voraussetzungen für Windows 11

Welchen Rechner braucht ihr für Windows 11? Die Anforderungen unterscheiden sich kaum von denen, die Windows 10 an die Hardware stellt. Wichtig zu wissen ist aber: Das neue OS von Microsoft gibt es nur noch als 64bit-Version.

CPU:1-GHz-Prozessor mit mindestens zwei Rechenkernen und 64bit-Architektur
RAM:4GB Arbeitsspeicher
Festplatte:64GB
Systemfirmware:UEFI, aktiviert für sicheren Start
TMPTrusted Platform Module Version 2.0
Grafikkarte:Kompatibel mit DirectX 12 oder höher mit WDDM-2.0-Treiber
Bildschirm:720p-Auflösung (1280 x 720 px) mit mehr als 9 Zoll
Mindestanforderungen an Windows 11

Was, wenn mein Rechner Windows 11 nicht unterstützt?

Keine Sorge: Wenn ihr Windows 10 nutzt und der Nachfolger wohl nicht mehr laufen könnte, müsst ihr euch nicht sofort einen neuen Rechner zulegen. Microsoft sichert bis zum 14. Oktober 2025 die Unterstützung für den Vorgänger zu – das sind also noch über vier Jahre, die ihr Zeit habt, euch einen aktuellen Desktop oder Laptop zuzulegen.

Wann erscheint Windows 11?

Ende des Jahres zur Weihnachtszeit sollen neue PCs mit Windows 11 in den Handel kommen. Das Gratis-Upgrade erhalten Rechner mit Windows 10 wohl erst ab Anfang 2022. Frühe Test-Versionen von Windows 11 gibt’s ab Ende Juni 2021 im Rahmen des „Windows Insider Program“.

Wer will, kann Windows 11 schon im Sommer 2021 testen. (Foto: Microsoft)
Wer will, kann Windows 11 schon im Sommer 2021 testen. (Foto: Microsoft)

Microsoft ist bestrebt, dass alle aktuellen Rechner, die ihr heute mit Windows 10 kauft, auch mit Windows 11 kompatibel sind. Hierfür arbeitet der Konzern mit seinen Retail-Partnern und PC-Herstellern zusammen.

Fazit: Eine schöne Sache

Ehrlich gesagt bin ich von Windows 11 angetan. Sieht echt gut aus, wirkt durchdacht und aufgeräumt. Dazu die Integration von Teams, Xbox Game Pass und eine zeitgemäße Bedienung (im Tablet-Modus) – klasse! Der Desktop erfordert sicherlich etwas Umgewöhnung, aber diesen Mut von Microsoft begrüße ich sehr.

Weniger ist mehr - Windows 11 gefällt. (Foto: Microsoft)
Weniger ist mehr – Windows 11 gefällt. (Foto: Microsoft)

Persönlich freue ich mich auf Windows 11 und denke mit meinem Surface Pro 6 auch schon Ende des Jahres umsteigen zu können. Ich hoffe nur, dass es keine Schwierigkeiten beim Upgrade gibt – gerade bei der Update-Politik der letzten Monate und so gesehen auch Jahre hat Microsoft sicherlich viele Anwender verärgert. Ich bleib aber optimistisch und hoffe auf ein tolles, neues, vielleicht sogar schnelleres Windows 11.

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