Support-Ende von Windows 7: Das könnt ihr jetzt tun

Der 15. Januar 2020 wird zur PC-Zäsur. An diesem Tag endet der Software-Support für private Windows-7-Anwender. Doch keine Panik: Wir klären die wichtigsten Fragen und verraten euch, was idealerweise zu tun ist.

Warum endet der Support?

Hier hält sich Microsoft bedeckt. Es dürfte aber wie so oft um das liebe Geld gehen. OS-Updates sind zeit- und kostenintensiv, binden also viele Ressourcen. Der Erfolg ist überschaubar, denn die meisten Privatanwender greifen ohnehin zur neuesten Version des dominanten Betriebssystems.

Microsoft drückt es auf den eigenen Support-Seiten blumiger aus:

Microsoft hat sich verpflichtet, 10 Jahre Produktsupport für Windows 7 bereitzustellen, das am 22. Oktober 2009 veröffentlicht wurde. Diese 10-Jahres-Periode ist nun beendet, und Microsoft hat die Unterstützung von Windows 7 eingestellt, so dass wir unsere Investitionen auf die Unterstützung neuerer Technologien und Anwendungen konzentrieren können.

Nutzt ihr Windows 7 noch, spielte Microsoft bereits mit dem Update aus Dezember 2019 (KB4530734) eine bildschirmfüllende Warnung ein, dass euer PC keine weiteren Sicherheits- und Software-Updates erhält und zudem vom technischen Support ausgeschlossen ist. Fußnote: Der Internet Explorer für Windows 7 ist mit dem Lebenszyklus des Betriebssystems gekoppelt. Entsprechend unterstützt Microsoft den Browser nicht mehr.

Windows 7 Support-Ende

Diese Meldung sehen Windows-7-Nutzer ab 15. Januar 2020. (Bild: Microsoft)

Gilt das Support-Ende von Windows 7 für alle Anwender?

Microsoft bietet Windows-7-Updates bis höchstens 2023. Allerdings bleibt dieser Service zahlenden Firmenkunden und Behörden vorbehalten. Diese müssen dann eine Gebühr 25 US-Dollar fürs erste Jahr hinblättern. Die Zahlungen steigen bis auf 100 US-Dollar. Pro Gerät wohlgemerkt.

Warum sollte ich upgraden?

Für was ein Upgrade sinnvoll ist, lässt sich schon mit einem Wort ausdrücken: Sicherheit. Auch wenn Microsoft viele Ressourcen in die Sicherheit seiner Betriebssysteme steckt, sind irgendwo Schlupflöcher vorhanden. Die nutzen Kriminelle gerne aus, um sich Zugang zu euren Daten und Ressourcen zu verschaffen. Das Support-Ende von Windows 7 ist eine willkommene Einladung, noch einmal Schwachstellen im Betriebssystem abzuklopfen.

Windows 7 Support-Ende

Microsoft bietet Windows 10 und die essentiellen Apps auf einer Vielzahl unterschiedlichster Geräte an. Auch ein Grund, sich dem „Ballast“ von Windows 7 zu entledigen. (Bild: Microsoft)

Zwei weitere Aspekte sprechen ebenfalls für ein Upgrade. Neue PC-Games setzen vielfach auf Windows 10 und verweigern auf vorherigen OS-Versionen ihren Dienst. Dasselbe gilt für aktuelle Hardware, die ihr vielfach ohne Windows 10 nicht zum Laufen bringt.

Kümmert euch all das nicht, könnt ihr Windows 7 weiterhin wie gewohnt nutzen. Ratsam ist es jedoch nicht.

Ist ein kostenloses Upgrade auf eine höhere Windows-Version möglich?

Die zum Veröffentlichungszeitpunkt dieses Artikels gültige Antwort: ja. Zum Marktdebüt von Windows 10 bot Microsoft wechselwilligen Nutzern ein kostenfreies Upgrade an. Die Aktion war auf ein Jahr befristet und endete am 29. Juli 2016. Seitdem ist es nicht mehr möglich, Windows 7 oder Windows 8 bzw. 8.1 über die App „Windows 10 abrufen“ auf die aktuellste OS-Version hochzustufen.

Windows 10 Upgrade

Die Möglichkeit zum kostenfreien Umzug von Windows 7 auf Windows 10 bewarb Microsoft aggressiv. Offiziell ist das Programm eingestellt, ein manuelles Upgrade ist derzeit aber noch durchführbar. (Bild: Microsoft)

Microsoft ließ aber eine Hintertür sperrangelweit offen. Statt der dafür bereitgestellten App zieht ihr euch das Upgrade einfach selbst und installiert es.

Was brauche ich für ein Windows-10-Upgrade?

Selbstredend braucht ihr einen Windows-PC und eine gültige Lizenz für die Windows-Versionen 7, 8 oder Windows 8.1. Der kleine Unterschied ist wichtig: Nicht die Seriennummer ist entscheidend, sondern ob ihr tatsächlich eine Lizenz erworben habt.

Das ist etwa der Fall, wenn ihr Windows als Bestandteil eines Fertig-PCs oder Notebook erhalten habt. Alternativ konntet ihr das Betriebssystem auch zu Preisen ab 90 Euro erwerben und habt damit eine Lizenz erhalten.

Habt ihr den Serienschlüssel für eure Windows-Lizenz zur Hand, müsst ihr euch für eine von zwei Installationsmöglichkeiten entscheiden, die wir euch im Folgenden vorstellen.

Wie kann ich Windows 10 auf meinem PC installieren?

Ein Upgrade ist auf zwei Weisen möglich. Wollt ihr Windows 10 auf euer altes Betriebssystem „drüber bügeln“, ladet ihr den Windows 10-Update-Assistent herunter. Den Serienschlüssel erkennt das Tool automatisch und schreibt ihn auf Windows 10 um.

Windows 7 Support-Ende

Update laden, installieren – fertig. Schon ist Microsoft Windows 10 auf eurem Rechner installiert. (Bild: Microsoft)

Wollt ihr das neue Betriebssystem ohne Altlasten installieren, ruft ihr das Microsoft Media Creation Tool auf und erstellt einen Datenträger mit dem Windows-Abbild. Diesen liest euer PC nach dem Neustart ein und geleitet euch durch die Windows-Installationsprozedur. Entscheidet ihr euch hierfür, müsst ihr den Serienschlüssel manuell eingeben.

Das zweite Vorgehen setzt einiges an Vorbereitung voraus. Daten sichern und Apps mit ID-Bindung entkoppeln sind zeitintensive Prozesse. So bleibt die Windows-10-Installation schlank und schnell.

Windows 10 Creators Update: 10 Neuerungen, die ihr (vielleicht) noch nicht kennt

Wollt ihr genauer wissen, welche Möglichkeiten sich zur Installation von Windows 10 bieten, empfehlen wir euch auch unseren Beitrag zu den Tricks, mit denen ihr die Aktualisierung noch kostenlos kriegt.

Bleibt das Update kostenfrei?

Microsoft erhebt auch künftig keine Gebühren für bereits getätigte Upgrades. Ob diese kostenfreie Möglichkeit auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt, ist allerdings ungewiss. Auf dem Microsoft-Blog heißt es dazu:

Das kostenlose Upgradeangebot für Windows 10 ist am 29. Juli 2016 abgelaufen. Um Windows 10 zu erhalten, müssen Sie entweder ein neues Gerät oder, falls Sie einen kompatiblen PC besitzen, eine Vollversion der Software zum Upgraden des vorhandenen Geräts erwerben.

Auch wenn die Upgrades noch funktionieren – künftig könnte Microsoft diesem Vorgang einen Riegel vorschieben.

Fazit: Das (noch) kostenlose Upgrade ist sinnvoll

Oh, was für ein Druck! Ja, es ist bereits zehn Jahre her, dass Windows 7 erschien. Und vielleicht habt ihr euch trotz der kostenlosen Upgrade-Möglichkeiten zum Marktstart gegen Windows 10 entschieden. Doch spätestens mit dem Support-Ende für Windows 7 ist ein Umstieg die vernünftigste Option.

Noch könnt ihr das Upgrade ohne Kosten durchführen und eure Lizenz auf das aktuellste Windows übertragen. Das solltet ihr lieber gestern als heute machen. Denn ob diese Praxis noch lange Bestand hat, ist unklar.

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