Foto: Garmin

Schon gewusst? Diese praktischen Funktionen beherrscht euer Navi

Wunderschöne Routen, Sprachsteuerung, Offline-Funktionalität, Verkehrsmeldungen: Euer Navi ist besser, als ihr dachtet. Wir zeigen euch die besten, kaum bekannten Funktionen.

Google Maps und Apple Karten drängen immer mehr in den klassischen Markt für Navis vor. Warum nicht einfach das nutzen, was man auf dem Smartphone ohnehin immer dabei hat? Weil einige der Navi-Hersteller geniale Funktionen in einige Navis einbauen. Etwa diese.

1. Überraschende Routen für Urlauber

Stets geht’s uns darum, schnellst- oder bestmöglich das Ziel zu erreichen. Wenn ihr es beispielsweise im Urlaub nicht eilig habt, empfehle ich euch, unbedingt den „Nervenkitzel“-Modus auszuprobieren. Der ist zwar nur aktuellen TomTom-Geräten bei Verwendung der MyDrive-Anwendung vorbehalten, aber diese Art des Reisens ist überaus faszinierend, abenteuerlich und spaßig.

Wie wäre es mit Nervenkitzel? (Screenshot)

Wie wäre es mit Nervenkitzel? (Screenshot)

MyDrive generiert für euer Navi eine Route zum Ziel – abseits von Autobahnen und großer Bundesstraßen. Das Ergebnis konnte ich im Sommer in vier Wochen live erleben. Schotterpisten durch die Pampa, schönste Landschaften ohne Verkehr, winzige Wege durch den Wald und an Seen entlang. Herrlich und nicht verboten. Oftmals kommen wenig befahrene, alte und kleine Straßen zum Einsatz, die höchstens noch Einheimische kennen. Und eben euer TomTom.

Gestrandet in Stolzenhagen. Der Nervenkitzel-Modus sorgt für allerlei Überraschungen. (Foto: Sven Wernicke)

Gestrandet in Stolzenhagen. Der Nervenkitzel-Modus sorgt für allerlei Überraschungen. (Foto: Sven Wernicke)

Andere Firmen denken in eine ähnliche Richtung und bieten alternative Routenkonzepte an. Bei Blaupunkt gibt’s beispielsweise eine „grüne“ Streckenführung für einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und damit weniger CO2-Emission. Schaut bei eurem Navi in den Einstellungen, ob dieses auch schon mit solch einer Funktion ausgestattet ist. Ihr findet solche Optionen meist dort, wo ihr Autobahnen oder Mautstraßen vermeiden könnt.

2. Sprecht mit dem Navi

Auf den Komfort, den Sprachassistenten mit sich bringen, müsst ihr nicht verzichten. Die großen Navi-Anbieter integrieren in ihre vorzugsweise höherpreisigen Modelle Anbindungen zu Alexa (Garmin), Google Now (TomTom) oder Siri. Hier benötigt ihr freilich eine Anbindung zum Smartphone über Bluetooth.

Schon in der Mittelklasse bekommt ihr Navis mit Sprachassistenten. (Foto: TomTom)

Schon in der Mittelklasse bekommt ihr Navis mit Sprachassistenten. (Foto: TomTom)

Offline nutzt ihr die Sprachsteuerung der Anbieter. Garmin und TomTom haben eigene parat, mit denen ihr über Sprachbefehle Adressen und Ziele sucht, aber auch andere Eingaben tätigt. Schön: Das alles geht sogar mit den günstigeren Geräten, beispielsweise mit dem TomTom Go Essential (Shoplink).

Sinnvoll zumindest bei dem von mir getesteten TomTom Go Premium ist die Möglichkeit, das Aktivierungswort individuell zu belegen. Ihr könnt also den TomTom-Assistenten aus Gewohnheit Alexa nennen.

3. Offline ans Ziel kommen

Klar, ihr könnt bei Google Maps Teile der Karte und Routen für die Offline-Verwendung herunterladen. Doch macht ihr das ernsthaft regelmäßig und für jede anstehende Reise? Hier kann das gute, alte Navi punkten und bietet meist von Haus aus Europa-Karten an, die ihr außerdem fast immer unentgeltlich aktualisieren könnt.

Mitten im Nirgendwo versagte was? Richtig - Google Maps. (Foto: Sven Wernicke)

Mitten im Nirgendwo versagte was? Richtig – Google Maps. (Foto: Sven Wernicke)

Gerade in Deutschland ist die Option, unabhängig der Netzabdeckung auch gut ans Ziel zu kommen, Gold wert. Bei meinem letzten Urlaub, der mich durch Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern führte, versagte mein Smartphone mit Online-Karten von Google erstaunlich häufig. Mein TomTom dagegen wusste immer Bescheid und verlangte nicht nach einer Internetverbindung.

4. Staumeldungen und Radarfallen inklusive

Eine App liefert euch die neuesten Infos zu Staus und Radarfallen? Das können Navis ebenfalls. Dazu nutzen die Produzenten entweder integrierte SIM-Karten (TomTom im Premium-Segment) oder Navteq Traffic, das manchen auch als TMC(pro) bekannt ist. Im Kaufpreis für das Navigationsgerät sind zusätzlichen Kosten für die Verwendung inbegriffen, sodass ihr ohne Smartphone und eigenen Internet-Provider auf Verkehrsdaten, Baustellen und Frühwarnsysteme zugreifen könnt. Oder besser gesagt: Die Navis lassen diese Informationen in die Routenplanung einfließen. Ein Zutun eurerseits ist gar nicht nötig.

Das Garmin DriveSmart 65 nutzt via App den Zugriff auf das Internet. (Foto: Garmin)

Das Garmin DriveSmart 65 nutzt via App den Zugriff auf das Internet. (Foto: Garmin)

Recht neu sind Elemente wie zum Beispiel das Garmin Live Traffic, das über einen verbauten DAB+-Empfänger beispielsweise Verkehrsstörungen empfängt. Zusätzlich bekommt das eigene Smartphone in dem Bereich eine größere Bedeutung, um über das Internet weitere Daten, die die geplante Route betreffen, zum Navi zu senden. Das Garmin DriveSmart 65 (Shoplink) beispielsweise nutzt statt DAB+ das Funknetz eures Mobiltelefons.

5. Freisprechen und POIs – mit und ohne smarte Erweiterungen

Das Smartphone muss kein Konkurrent für das konventionelle Navi sein. Denn gemeinsam können sie sich auch prima verständigen und ergänzen. Meine Freundin war beispielsweise überrascht, dass mein TomTom Go Premium (aber auch viele andere!) eine ganz hervorragende Freisprecheinrichtung ist. Anrufe annehmen, telefonieren, auflegen – das klappt während der Fahrt super. Die Verbindung via Bluetooth macht es möglich. Ihr könnt euch sogar Benachrichtigungen von WhatsApp und anderen Apps vorlesen lassen.

Einige Garmin-Navis bieten Tipps von Foursquare und Tripadvisor. (Foto: Garmin)

Einige Garmin-Navis bieten Tipps von Foursquare und Tripadvisor. (Foto: Garmin)

Praktisch sind außerdem die POIs, die viele Navi-Besitzer vielleicht längst aus den Augen verloren haben. Die „Points of Interest“ sind unter anderem naheliegende Parkplätze, Restaurants oder Hotels. Garmin integriert für aktuelle Empfehlungen Inhalte von TripAdvisor und Foursquare. Sucht POIs entlang eurer Route – auch abseits großer Straßen.

Wenn POIs nicht offline im Navi zusammen mit dem Kartenmaterial gespeichert sind, holen sich die Navis relevante Daten über die Verbindung zum Smartphone und einer dazugehörigen App.

6. Ihr müsst nicht ständig aufs Smartphone glotzen

Gut möglich, dass dies ein subjektives Argument ist, doch persönlich empfinde ich es als enorme Entlastung, bei einer Fahrt mit dem Auto nicht ständig auf das Smartphone schauen zu müssen. Das ist ohnehin ein ständiger Begleiter, der mich viel zu oft ablenkt – dank Nachrichten, Neuigkeiten und der sozialen Netzwerke, in denen ich aktiv bin. Das Navi dagegen hat einen festen Platz unterhalb des Rückspiegels und konzentriert sich auf die Aufgabe, auf die es spezialisiert ist: Das Zeigen der Route. Im besten Fall nicht mehr und nicht weniger.

Liebe Navi-Hersteller: Da geht noch mehr!

Dieses Konzentrieren auf das Wesentliche kann entspannend und vielleicht sogar etwas entschleunigend sein, gerade während der Urlaubszeit. Das Smartphone bleibt in Zeiten von Digital Detox bei der Verwendung eines im Vergleich weniger flexiblen und „langweiligen“ Geräts einfach mal zu Hause. Und das sehe ich auf jeden Fall als Vorteil an.

Welche Funktionen mögt ihr an eurem Navi besonders gerne? Ich freue mich über Kommentare unter diesen Zeilen!

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