Solarladegeräte im Test – X-Dragon

4 Solarladegeräte für Smartphones im Test: Viel (Ampere) hilft viel

Solarladegeräte für Smartphones funktionieren nur bei bestem Wetter wirklich gut. Weil die Spannung über USB meist auf 5 Volt begrenzt ist, kommt es auf die Stromstärke an. Welche Geräte es gibt und was ihr dabei beachten müsst.

Nach gut einem Jahr regelmäßigen Tests mit Solarladegeräten für Smartphones und andere elektronische Kleingeräte, lassen sich unsere Ergebnisse auf ein paar einfache, harte Faktoren herunterbrechen:

  • Nur bei bestem Wetter lohnt es sich wirklich, mit Solarladegeräten Smartphones oder Tablets aufzuladen: blauer Himmel, klarer Sonnenschein, möglichst keine Wolken.
  • Mehr ist mehr. Je mehr Watt ein Solarladegerät leisten kann, desto mehr Ladestrom kann es bieten.
  • Schnelligkeit ist gefragt: Je mehr Watt ein Solarladegerät bietet, desto schneller kann es euer Smartphone (im Prinzip) aufladen. Und der Faktor Zeit ist entscheidend, weil sonniges Wetter in unseren Breiten rar ist.
  • Die reelle Leistung eines Solarladegeräts ist kleiner als das, was die Zelle maximal leisten kann und was aus Marketinggründen auf dem Produkt steht. Rechnet mit einer tatsächlichen Höchstleistung, die etwa ein Viertel darunter liegt. Bei einer 28-Watt-Solarzelle also reell nur etwa 20 Watt maximal.

Tatsächlich haben zwei der stärkeren Solarladegeräte hier im Test auch bei diesigem oder bewölktem Himmel noch ein wenig Leistung herausgeholt. Beim BigBlue 28W Solarcharger waren das bei bewölktem Himmel um die Mittagszeit immerhin zwischen 0,3 und 0,5A. Die Sonne blinzelte hier allerdings leicht durch die Wolken. Das hätte genügt, um den Akku eines Samsung Galaxy S10 in knapp 2 Stunden von 75 auf 100 Prozent zu laden. Eine sehr lange Zeit. Wirklich gute Ergebnisse erhielt ich nur bei bestem Sonnenschein.

Reicht nicht: Selbst wenn die Sonne zu sehen ist, versperren Wolken hier die Sicht auf das Solarladegerät und die Ausbeute sinkt auf ein Viertel.

Reicht nicht: Selbst wenn die Sonne zu sehen ist, versperren Wolken hier die Sicht auf das Solarladegerät und die Ausbeute sinkt auf ein Viertel.

Einfache Bedingung für Solarladegeräte: Viel Leistung in kurzer Zeit

Es gibt outdoorfähige Solarladegeräte, die ihr etwa an eurem Trekking-Rucksack anbringen könnt. Aber Bewegungen und jeder Schatten durch ein Waldstück, durch das ihr lauft, reduzieren die Ausbeute erneut. Die einfache Regel lautet also:

Benutzt Solarladegeräte für Smartphones nur bei klarem Wetter, besorgt euch eins, das leistungsstark ist und euer Endgerät in möglichst kurzer Zeit (1-2 Stunden) aufladen kann. Und dann lasst beide Geräte für diese Zeit in Ruhe an einem Ort liegen.

Bei der Formel scheidet bereits alles aus, was zu klein ist, um genug Sonnenenergie einzufangen und zu wenig Leistung hat. Das gilt leider auch für die meisten Solar-Powerbank-Kombinationen (Shoplink), deren Solarmodul in der Regel zu klein ist und weniger als 5 Watt Sonnenleistung zieht.

Solarladegerät von BigBlue im Einsatz

Solarladegerät von BigBlue im Einsatz

Schnelllademodus vorhanden? Euer Endgerät spielt eine große Rolle

Noch eine ganz einfache Formel: Wenn ihr ein Smartphone schnell aufladen wollt, dann sollte dieses auch einen Schnelllademodus besitzen. Das ist bei den allermeisten heutigen Android-Geräten der Mittel- und Oberklasse der Fall. Bei Apple iPhones ab der Generation 8/X, und hier nur über einen speziellen Turbo-Power-Adapter. Auf Solarladegeräte sprechen iPhones auf dem Stand von April 2019 nicht wirklich an.

SchnellladetechnikMaximalleistung (bei 5V)
QuickCharge 2.015W
QuickCharge 3.018W
QuickCharge 4+20W
VOOC/Dash Charge20W
SuperVOOC20W
USB Typ-C15W
USB 3.1 PD (Power Delivery)25W
Xiaomi Super Charge Turbo25W
Huawei Super Charge20W
Die meisten Solarladegeräte riegeln über USB bei 5 Volt ab. Deswegen erreicht ihr mit den verwendeten Schnellladetechniken nicht die volle Leistung, sondern nur einen Teil davon.

Solarladegeräte-Kauftipps: Achtet auf die Ampere

Achtet beim Kauf von Solarladegeräten für Smartphones auch auf die Angabe der Stromstärke (Ampere-Zahl). Die meisten Geräte riegeln beim Laden über USB bei 5 Volt ab. Einige erlauben aber mehr Stromstärke als 1A. 2,4 A sollten es mindestens sein, 3 oder 4 Ampere werden besser. Bei uns im Test allerdings schaffte selbst das nominell stärkste Gerät, der BigBlue 28W Solarcharger, nie mehr als 2A, multipliziert mit 5V also insgesamt auch nur 10 Watt.

BigBlue-Solarladegerät kommt mit praktischem Amperemeter – schafft bei diesigem Wetter aber auch nur 0,5A (bei 2,1 möglichen).

BigBlue-Solarladegerät kommt mit praktischem Amperemeter – schafft bei diesigem Wetter aber auch nur 0,5A (bei 2,1 möglichen).

Welches Solarladgerät für euer Smartphone solltet ihr also kaufen? Es sollte:

  • Möglichst leicht sein (allerhöchstens 1kg schwer, besser 500g oder weniger).
  • Sich leicht verstauen, also idealerweise zu einer praktischen Tasche zusammenfalten lassen.
  • Genug Leistung bieten, um einen Schnelllademodus zu befeuern. Das wären reell also etwa 15 Watt.
  • Deutlich mehr Wp (WattPeak) haben, als ihr braucht. Wenn ihr 15 Watt wollt, reicht ein 15-Wp-Panel nicht, weil Verluste auftreten. Zieht rund ein Viertel bis ein Drittel von der Wp-Zahl ab. Dann habt ihr die reelle Leistung.
  • Mehr als 1A Ladestrom haben. Besser 2,4, 3 oder noch mehr Ampere. Die Spannung über USB ist meist auf 5 Volt begrenzt. Es kommt also auf die Stromstärke (Ampere) an, um die 15 oder mehr Watt für einen Schnelllademodus zu erreichen (Watt = Volt * Ampere)
  • Wenn das Solarladegerät ganz nebenbei noch eine Tasche integriert hat, in das ihr das Smartphone oder die Powerbank beim Laden stecken könnt, dann: umso besser. Smartphones sollten nicht in der prallen Sonne liegen.

Aber genug der grauen Theorie. Was schaffen Solarladegeräte für Smartphones in der Praxis? Wir haben vier Solarladegeräte mit unterschiedlichen Leistungen für euch getestet. Von ganz billig und einfach bis zur besseren Outdoor-Klasse.

Solarladegeräte für Smartphones: 4 Geräte im Test

SolarladegerätGesamtleistungLeistung am USB-Port
Lixada 5W Solar Charger5W5W (5V x 1A)
Cutogain 10W Solar Panel10W5W (5V x 1A)
X-Dragon 14W Solar Ladegerät15W (ja, trotz des anders lautenden Namens)2x 7,5W (5V x 1,5A)
BigBlue 28 Solar Charger28W1x 10,5W (5V x 2,1A), 1x 5W (5V x 1A)

In unserem ersten Testszenario ist es 10:00 Uhr morgens bei bestem Sonnenschein. Ich lasse ein Samsung Galaxy S10 mit 15 Prozent Ladestand gegen die Solarladegeräte antreten.

Unsere vier Testgeräte von BigBlue, X-Dragon, Lixada und Cutogain

Unsere vier Testgeräte von BigBlue, X-Dragon, Lixada und Cutogain

Lixada 5W Solarladegerät

Das Lixada 5W Solarladegerät hatte ich schon vor diesem Test mehrfach im Einsatz. Mit teilweise ordentlichen Ergebnissen und teilweise bodenlosen Enttäuschungen. Bei gutem Sonnenschein erreicht es die genannten 5 Watt auch tatsächlich fast. Ein iPhone X, das mit dem Standard-Ladegerät auch nur mit 5V x 1A, also 5 Watt, laden würde, ist in 3 bis 4 Stunden voll aufgeladen.

Am Samsung Galaxy S10 allerdings würde es sich in diesem Testszenario die Zähne ausbeißen. Das S10 mit 15 Prozent Restakku meldet, es würde 4:07 Stunden brauchen, um voll aufgeladen zu sein. Das Lixada würde den 3.400-mAh-Akku des S10 also mit etwa 700 mAh pro Stunde aufladen.

Lixada-5W-Solarladegerät

Lixada-5W-Solarladegerät

Ich schließe das Lixada an ein zweites Testgerät an, das Kodak Ektra mit einem 3.000-mAh-Akku. Der ist zum Startzeitpunkt um 10:27 Uhr bei genau 0 Prozent. Ich lege das Lixada in die pralle Sonne und schaue um 12:07 Uhr wieder nach: Der Akku ist bei ganzen 4 Prozent angekommen und meldet, in 12 Stunden fertig zu sein. So viel Zeit habe ich nicht. Ich breche den Test ab.

Fazit zum Lixada 5W Solarladegerät: Es taugt für Smartphones nur, wenn ihr sehr viel Zeit mitbringt.

Cutogain 10W Solar Panel

Das Cutogain 10W Solar Panel ist in sofern interessant, dass es offiziell die doppelte Leistung bringt wie das Lixada 5W (am USB-Port allerdings nicht), dabei aber mehr oder weniger genauso groß ist. Ultrakompakt quasi und theoretisch perfekt für unterwegs. In der Praxis ist es auch etwas schneller als das Lixada, aber nicht doppelt so schnell. An das Galaxy S10 mit den gleichen 15 Prozent Restakku angeschlossen, meldet das Smartphone, in 3:08 Stunden mit dem Laden fertig zu sein, also eine Stunde schneller.

Cutogain-10W-Solarladegerät

Cutogain-10W-Solarladegerät

Ich schließe es schließlich an das iPhone X an, das um 10:15 Uhr 31 Prozent Restakku hat. Um 12:06 Uhr ist das iPhone X bei 58 Prozent Akku. Bei einem zweiten Test ein paar Tage später, bringt das Cutogain den Akku des iPhone X binnen einer Stunde am Nachmittag (16:03 Uhr bis 17:03 Uhr) von 73 auf 93 Prozent. Das wären, gemessen am Akku des iPhone X von 2.700 mAh nur etwa 270 mAh pro Stunde. Hier allerdings ohne Schnelllademodus.

Fazit zum Cutogain 10W Solarpanel: Es ist maximal ein bisschen leistungsfähiger als das Lixada 5-Watt-Panel. Smartphones laden hier nur langsam.

X-Dragon 14W Solar Charger

Der X-Dragon 14W Solar Charger bietet offiziell nur ein paar Watt mehr als das Cutogain-Modell, schlägt sich in der Praxis aber besser. Als ich es um 10:12 Uhr bei sonnigem Wetter in das Galaxy S10 mit 16 Prozent Restakku einstecke, meldet dieses 2:12h Ladezeit. Das wäre etwa eine Stunde schneller als das Cutogain. Und es hält Wort. Um 12:06 Uhr ist das Galaxy S10 bei 93%.

X-Dragon 14W-Solarladegerät

X-Dragon 14W-Solarladegerät

Also etwa 80 Prozent Ladung in 2 Stunden, was hier etwa sensationelle 1.400 mAh pro Stunde wären. Der X-Dragon ist also schnell genug für den Schnelllademodus. Das iPhone X lädt der X-Dragon am nächsten Tag zwischen 12:00 und 13:00 Uhr mittags innerhalb von 50 Minuten von 58 auf 88 Prozent, also 30 Prozent oder knapp 1.000 mAh pro Stunde. Bei einem weiteren Test schafft er gar 53 Prozent Akku des iPhone X (20 bis 73 Prozent) in genau 1 Stunde.

Und der Härtetest Kodak Ektra, an dem das Lixada 5W gescheitert war? Lädt der X-Dragon binnen 44 Minuten von 56 auf 100 Prozent. Dabei gibt der Hersteller an, die Stromstärke pro Port auf 1,5A zu begrenzen. Mehr als 7,5 Watt kann es also bei Volt eigentlich nicht leisten.

Fazit zum X-Dragon 14W Solar Charger: Ein erstaunlich potentes und nebenbei sehr kompaktes Solarladegerät.

BigBlue 28W Solar Charger

Der BigBlue 28W Solar Charger ist das High-End-Modell hier in unserem kleinen Vergleich. Mit seinen vier Ladezellen ist er nicht nur etwa doppelt so groß wie der X-Dragon, er bietet theoretisch auch doppelt so viel Leistung. Ganz nebenbei hat der BigBlue eine schicke Anzeige, die die aktuelle Stromstärke live meldet. Mehr als 2,0 Ampere an einem USB-Slot schafft BigBlue in unserem Test allerdings nicht, also 10 Watt maximal.

BigBlue 28W-Solarcharger

BigBlue 28W-Solarcharger

Das bereits genannte Samsung Galaxy S10 mit 15 Prozent Restakku würde der BigBlue unter gleichen Testumgebungen laut der Ladeschätzung des Smartphones in 1:38h voll aufladen. Das wäre etwa eine halbe Stunde oder 25 Prozent schneller als der X-Dragon.

Das Kodak Ektra bringt der BigBlue gegen Mittag in 40 Minuten von 4 auf 37 Prozent – und düpiert damit das vermeintlich halb so starke Lixada-Ladegerät. Hier kommt BigBlue auf etwa 1.500 mAh pro Stunde – was kaum schneller wäre als mit dem X-Dragon.

Fazit zum BigBlue 28W Solar Charger: Noch etwas stärker als der 14W X-Dragon, aber nicht doppelt so stark.

Ein paar Tipps für den Umgang mit Solarladegeräten

Es ging keinesfalls alles so glatt, wie es hier im Test klingt. Mein Versuch, die am Galaxy S10 angeschlossenen Solarzellen einmal probeweise von der Sonne wegzudrehen und sie ihr dann wieder zuzuwenden, löste bei keinem der Geräte einen augenblicklichen Neustart aus. Oft genug musste ich das angeschlossene Endgerät neu einstöpseln, weil es einfach nicht lud. Die erwähnte Charmast-Powerbank meldete bei einigen der Zellen selbst nach einer Stunde des Ladens im Prallen Sonnenschein denselben Ladestand.

Wehe, wenn da eine Wolke am Himmel steht. Dann bricht die Ladeleistung direkt ein.

Wehe, wenn da eine Wolke am Himmel steht. Dann bricht die Ladeleistung direkt ein.

Die Arbeit mit Solarladegeräten kann frustrierend sein. Ein paar abschließende Tipps also:

  • Überprüft in regelmäßigen Abständen, ob euer Solarladegerät auch wirklich lädt und ob es schnell lädt. Manche Smartphones (vor allem iPhones) erkennen eine Solarzelle nicht auf Anhieb als Ladegerät.
  • Wenn nichts mehr lädt, brecht den Test ab, richtet die Zelle neu aus, stöpselt das Endgerät aus und wieder ein und versucht es erneut.
  • Auch wenn es paradox klingt: Zu viel Wärme beeinflusst den Ladevorgang negativ. Wenn ihr merkt, dass nichts mehr geht, nehmt Solarladegerät und Endgerät aus der Sonne und lasst beides für ein paar Minuten abkühlen.

Und das bringt mich zum wichtigsten aller Tipps für Solarladegeräte:

Betrachtet ein Solarladegerät nur als Plan B!

Wenn ihr ohne sonstige Stromquelle unterwegs seid, habt immer eine oder mehrere potente Powerbanks mit Schnelllademodus in der Tasche. Und habt auch einen Netzstecker immer dabei. Denn der nimmt selbst beim Campen nicht viel Platz weg, und eine Steckdose findet sich oft schneller als mal 2 Stunden bei bestem Sonnenschein.

Autark nur mit einer Powerbank

Solarladegeräte für unterwegs: BigBlue, X-Dragon, Lixada und Cutogain

Solarladegeräte für unterwegs: BigBlue, X-Dragon, Lixada und Cutogain

Wenn ihr Campen, Wandern oder sonstwie outdoor unterwegs seid, sichert euch zusätzlich zum Solarladegerät mit einer oder auch zwei Powerbanks ab. Externe Akkus mit einer Kapazität um die 10.000 mAh sind meistens erschwinglich (unter 30 Euro) und nicht zu schwer. Sie erlauben 2 bis 3 Ladezyklen (je nach Kapazität eures Smartphone-Akkus) und lassen sich zur Not auch an einer handelsüblichen Steckdose aufladen, solltet ihr mal an einer vorbeikommen.

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Unser Tipp: X-Dragon 14W Solar Charger

Zwar lieferte der BigBlue 28W SolarCharger in unserem Test insgesamt die beste Leistung. Allerdings rangiert der nicht einmal halb so große und sehr chic verarbeitete X-Dragon 14W nur knapp dahinter. Ein Samsung Galaxy S10 lud er in etwas mehr als 2 Stunden auf, auch vor den größeren Brocken wie einer Powerbank und dem störrischen Kodak Ektra schreckte er nicht zurück. Dafür ist der X-Dragon mit Preisen um die 30 Euro sehr erschwinglich und damit eine tolle Ergänzung für den Balkon, die Fensterbank und unterwegs.

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