Kaffeevollautomat mit Reinigungstabellte

So geht’s: Kaffeevollautomat reinigen und entkalken

Automatikprogramm oder von Hand reinigen? Jeder Kaffeevollautomat ist anders. Wir helfen euch, Kalk und Milch zu entfernen.

Kalk und Milch machen euch etwas Arbeit, wenn ihr einen Kaffeevollautomaten nutzt – auch wenn der Kaffee selbst auf Knopfdruck herauskommt.

Die beim Kaffeemachen gesparte Zeit werdet ihr zum Teil für Reinigung und Pflege verwenden müssen. Sonst schmeckt der Kaffee nicht. Das Aufbrühen braucht immer länger. Schließlich verschließen sich die Leitungen, und ihr müsst den Kaffeevollautomaten reparieren lassen. Und das kostet.

Wenn ihr jedoch in Qualität investiert, geschieht auch die Reinigung quasi auf Knopfdruck. Wir zeigen euch, was wichtig ist zu reinigen und wie oft. Und wo die Unterschiede liegen, auf die ihr bereits beim Kauf achten solltet. Ansonsten gilt wie immer: Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft.

Härtegrad bestimmen: Wieviel Kalk befindet sich im Wasser?

Kalk befindet sich im Wasser – mal mehr, mal weniger. Auf dem Weg durch den Kaffeevollautomaten setzt er sich an verschiedenen Stellen ab: im Durchlauferhitzer, in der Pumpe, in der Brühgruppe, in den Leitungen und in den Ventilen.

Als erstes solltet ihr den Härtegrad bestimmen, denn dieser sagt, wie hoch der Kalkgehalt ist. Je härter das Wasser ist, desto öfter müsst ihr das Gerät entkalken.

Kaffeevollautomat entkalken

Härtegrad messen, Wasserfilter und Entkalker als Tablette: Die Siemens EQ.9 liefert alles mit (Bild: Peter Giesecke)

Der Härtegrad variiert von Region zu Region, manchmal sogar innerhalb einer Stadt. Oft unterscheidet er sich auf der einen Seite des Flusses merklich von der anderen Seite. Ihr könnt ihn bei eurem Wasserversorger erfragen oder ganz einfach selbst testen.

Dafür müsst ihr nur einen Teststreifen ins Wasser halten und sehen, wie sich dieser verfärbt. Größeren Neugeräten wie einem Geschirrspüler oder einer Waschmaschine liegt er normalerweise bei. Vielen Kaffeevollautomaten auch.

Wie oft solltet ihr entkalken?

Jedesmal, wenn Wasser durch den Kaffeevollautomaten läuft, setzt sich etwas Kalk ab. Trinkt ihr viel Kaffee, müsst ihr entsprechend häufiger entkalken, als wenn ihr nur ab und zu eine Tasse trinkt.

Die meisten Maschinen zeigen euch an, wenn es Zeit wird für die Entkalkung. Allerdings misst die Maschine nicht, wieviel Kalk sich tatsächlich abgesetzt hat. Meist folgt sie einer einfachen Regel: Nach x Tassen müsst ihr ran.

Da dieser Wert abhängig vom Härtegrad ist, solltet ihr diesen bei der Einrichtung der Maschine angeben. Wenn ihr diesen Punkt überspringt, obwohl ihr sehr kalkhaltiges Wasser habt, meldet sich die Maschine erst, wenn sich schon viel Kalk angesammelt hat – auf Dauer dann zu viel.

Kaffeevollautomat Siemens EQ9 mit Reinigungsprogramm

Der Kaffeevollautomat Siemens EQ9 bietet einige Reinigungsprogramme (Bild: Peter Giesecke)

Grob geschätzt: Bei hartem Wasser solltet ihr euren Kaffeevollautomaten alle 2-3 Wochen entkalken, bei weichem Wasser alle 2-3 Monate.

Noch ein Tipp: Wenn bei euch sehr hartes Wasser aus der Leitung kommt, solltet ihr es filtern, bevor ihr es in die Maschine gebt – zum Beispiel mit dem Wasserfilter von Brita, den ich euch kürzlich hier im Trendblog vorgestellt habe.

In viele Kaffeevollautomaten könnt ihr einen Wasserfilter direkt einsetzen. Werft bitte einen Blick in die Bedienungsanleitung, ob ihr zusätzlich noch etwas eingeben müsst, damit die Maschine euch den Zeitpunkt der nächsten Entkalkung korrekt anzeigen kann.

Automatikprogramm oder manuelle Entkalkung

An den meisten Kaffeevollautomaten könnt ihr ein Programm starten, das die Entkalkung automatisch steuert.

Dafür muss eine Entkalkerlösung lediglich einmal durch das Gerät laufen. Diese gebt ihr in den Wassertank hinein. Unter die Auslaufdüse stellt ihr dann ein extra großes Gefäß (und nicht bloß eine Espressotasse). Schließlich müsst ihr nur noch das Entkalkungsprogramm aufrufen und starten.

Kaffeeautomat Brühgruppe entnehmen

Achtet beim Kaffeeautomaten darauf, dass ihr für die Reinigung alle beweglichen Teile ab- oder herausnehmen könnt wie hier die Brühgruppe (Bild: Peter Giesecke)

Die Entkalkung könnt ihr auch manuell vornehmen. Ihr gebt dann die gleiche Menge Entkalker in den Wasserbehälter und macht einfach so viele Tassen heißes Wasser, bis der Tank leer ist. Anschließend füllt ihr den Behälter wieder und macht wieder so viele Tassen heißes Wasser, bis nichts mehr übrig bleibt.

Bei der Entkalkung von Hand lasst ihr letztlich mehr Wasser durchlaufen. Damit seid ihr aber auch auf der sicheren Seite, dass alle Rückstände so gut wie möglich entfernt sind. Beim Automatikprogramm weiß der Kaffeeautomat dagegen genau, wieviel Wasser er braucht.

Womit entkalkt ihr den Kaffeevollautomaten?

Den meisten Kaffeevollautomaten liegt eine Probe bei, mit der ihr die erste Entkalkung vornehmen könnt. Danach habt ihr die Wahl. Ihr könnt Entkalker vom Hersteller kaufen oder aus der Drogerie – als Tab oder in flüssiger Form. Doch aufgepasst: Manchmal verfällt die Garantie, wenn ihr nicht das vorgegebene Mittel nutzt.

Auf keinen Fall solltet ihr versuchen, euren Kaffeevollautomaten mit Essig oder Zitronensäure zu entkalken. Das sind beliebte Hausmittel für die Entkalkung eines Wasserkochers. In einer komplexen Maschine jedoch könnte die Säure die Dichtungen beschädigen. Spülmittel solltet ihr übrigens auch nicht nehmen.

Noch ein Grund, weshalb es wichtig ist, den Kaffeevollautomaten regelmäßig zu entkalken: Wenn Durchlauferhitzer, Pumpe, Brühgruppe, Leitungen und Ventile mit Kalk überzogen sind, dauert es länger, bis das Wasser heiß ist. Letztlich verbraucht ihr auch mehr Energie. Ihr verliert also Zeit und Geld.

Was muss alles gereinigt werden?

Ohne Entkalkung geht es nicht. Drückt ihr euch davor, ist der Kaffeevollautomat irgendwann kaputt. Doch auch andere Teile müssen oder sollten regelmäßig gereinigt werden.

Trester mit Schimmel

Das passiert, wenn ihr die Tresterschale nicht leert: Die Kaffeereste schimmeln (Bild: Peter Giesecke)

Ablaufschale und Tresterschale sind schon recht bald voll. Auch hier sollte euch die Maschine darauf hinweisen, wenn es soweit ist.

Trester heißt der Kaffeesatz, der in Form eines Hockeypucks in die Schale fällt. Darin sind Kaffeefette enthalten, die schnell anfangen zu schimmeln. Deshalb solltet ihr den Trester nicht nur ausschütten, sondern auch die Schale regelmäßig auswischen. Auf jeden Fall, bevor ihr den Vollautomaten längere Zeit nicht nutzt.

Den Bohnenbehälter reinigt ihr am besten, wenn er gerade leer ist. Manche lassen sich herausnehmen. Schaut bitte in der Bedienungsanleitung nach, welche Teile sich abnehmen lassen, bevor ihr die Finger in die Maschine steckt. Dann aber auf jeden Fall vorher den Stecker herausziehen.

Kaffeebohnen im Philips HD 8847/11

Manche Bohnenbehälter lassen sich für die Reinigung herausnehmen, manche nicht (Bild: Peter Giesecke)

Die beiden Tagesaufgaben Abtropfschale säubern und Tresterbehälter reinigen bleiben auf jeden Fall an euch hängen. Doch sie erledigen sich fast von selbst, da ihr beide Teile nur leeren und auswischen oder in die Spülmaschine stellen müsst.

Brühgruppe reinigen

In der Brühkammer wird der frisch gemahlene Kaffee zusammengedrückt und das heiße Wasser mit hohem Druck durchgepresst. Von dort wandert dann das Pulver als puckförmiger Trester in eine Auffangschale.

Auf diesem Weg können Wasser und Pulver austreten und in die Brühgruppe gelangen. Wird die Maschine längere Zeit nicht genutzt oder gereinigt, können sich Schimmel und Bakterien bilden. Um das zu verhindern, solltet ihr die Brühgruppe einmal pro Woche reinigen.

Verschmutzte Brühgruppe

So sieht eine Brühgruppe aus, wenn sie länger nicht gereinigt wurde (Bild: Peter Giesecke)

Falls möglich nehmt die Brühgruppe aus dem Kaffeevollautomaten und spült sie unter heißem, klaren Wasser ab. Verwendet weder Spül- noch anderes Reinigungsmittel. Richtet euch beim Ein- und Ausbau nach der Bedienunganleitung.

Kleiner Tipp: Nehmt die Brühgruppe vor einem Urlaub heraus, und lasst die Maschine offen stehen. Dann entsteht in dieser Zeit kein feuchtes Klima in den Geräten.

Falls die Brühgruppe fest verbaut ist, verwendet das dafür vorgesehene Reinigungsprogramm oder dasselbe wie beim Entkalken.

Milchaufschäumer reinigen

Milch ist eine Herausforderung für den Kaffeevollautomaten, da sie schnell antrocknet und schmimmelt. Die Leitungen können sich sogar zusetzen, wenn sie nicht regelmäßig durchgespült werden. Daher sollte der Milchaufschäumer mindestens einmal täglich gesäubert werden, am besten nach jeder Nutzung.

Die Maschine erledigt dies in der Regel von selbst, indem sie nach jedem Durchgang einmal Wasserdampf durchstößt. Da die Milch durch andere Leitungen fließt als die, die ihr entkalkt, solltet ihr darauf achten, dass wirklich beide Leitungssysteme wieder sauber werden.

Es gibt auch Kaffeevollautomaten, die über kein Automatikprogramm für die Reinigung des Milchschaumsystems verfügen. Dann solltet ihr die Leitungen, die durch die Maschine führen, manuell reinigen. Dafür füllt ihr Wasser in den Milchbehälter und wählt einige Male das Programm für reinen Milchschaum.

Philips HD 8847/11 mit Milchbehälter

Die Milch nimmt im Kaffeevollautomaten einen anderen Weg als der Kaffee. Beide müssen regelmäßig durchgespült werden (Bild: Peter Giesecke)

Den Milchbehälter, den Ansaugschlauch sowie alle Teile, die ihr ab- oder auseinander nehmen könnt, reinigt ihr am besten mit Spülmittel. Ob diese Teile auch in die Spülmaschine dürfen, verrät euch die Bedienungsanleitung.

Ich zum Beispiel bin ein Fan davon, den Ansaugschlauch direkt in die Milchtüte zu hängen. Dann bleibt auch kein Rest im Milchtank, der vor der Reinigung meist weggekippt wird. Vor allem aber muss der Behälter dann nicht gereinigt werden.

Sofern ihr eine Auf­schä­um­dü­se habt, die ihr in ein Milchkännchen haltet, verwendet auch für deren Reinigung etwas Sorgfalt. Lasst mehrmals nacheinander Dampf ausstoßen. Nehmt sie soweit auseinander wie möglich und wischt sie von außen ab.

Fazit: Achtet auf eine einfache Pflege

Nörgler behaupten, es sei nicht möglich, einen Kaffeevollautomaten sauber und schimmelfrei zu halten. Das ist natürlich Quatsch. Mit der richtigen und regelmäßigen Pflege bzw. Wartung bleibt die Maschine stets hygienisch und rein.

Ihr müsst euch zwar täglich um euren Kaffeevollautomaten kümmern. Doch diesen Aufwand könnt ihr gering halten, wenn ihr beim Kauf und bei der täglichen Pflege ein paar Dinge beachtet.

1. Was müsst ihr von Hand erledigen?

Die vorhandenen Reinigungsprogramme lasst ihr einfach nur durchlaufen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Sie sollten euch möglichst wenig Arbeit übriglassen. Wenn die Maschine die Leitungen im Inneren durchgespült, reicht das vollkommen aus.

2. Was kann in die Spülmaschine?

Wem das zu umständlich ist, der sollte darauf achten, dass ihr den Milchbehälter und so viele abnehmbare Teile wie möglich in die Spülmaschine stellen könnt.

3. Könnt ihr die Brühgruppe ausbauen?

Ab und zu ist dann doch eine Grundreinigung fällig. Eine Brühgruppe auszubauen, um sie unter fließend Wasser zu halten, ist zwar ein Handgriff mehr. Doch das Ergebnis ist im Zweifelsfall besser.

4. Benötigt ihr den Milchaufschäumer?

Der beste Weg den Milchaufschäuer sauber zu halten, ist, ihn erst gar nicht zu benutzen. Wenn ihr also lieber Caffè Crema als Cappuccino trinkt, lasst erst keine Milch in die Maschine oder wählt eine mit einer Dampfdüse.

Anmerkung: Die meisten der oben gezeigten Bilder stammen übrigens von der Siemens EQ.9 plus connect, die ich erst kürzlich für euch getestet habe.

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