So macht ihr eure alten Radios fit für Streaming und Sprachassistenten

Schmeißt eure alten Radios nicht weg. Macht sie mit einfachen Mitteln fit für die Zukunft. Sprachassistenten und Audio-Streaming? Alles kein Problem!

So schön das uralte Radio aus DDR-Zeiten aussieht, praktisch ist es längst nicht mehr. Eigentlich kann man mit dem Monstrum nur einen Radiosender empfangen. Wegschmeißen? Kommt nicht infrage, denn neben einem schönen Retro-Design hängt meine Freundin an dem Familienerbstück. Was tun? Ein genauerer Blick offenbarte das Potential…

Schaut euch die Anschlüsse an!

Möchtet ihr euer Radio aus Kindheitstagen oder gar das Überbleibsel von Oma und Opa behalten sowie wieder sinnvoll verwenden, werft ein paar Blicke auf die vorhandenen Anschlüsse. In meinem Fall entdeckte ich auf der Rückseite des klobigen Nostalgie-Apparats einen 5-poligen DIN-Stecker. Der wurde damals häufig verwendet, um zum Beispiel Tonbandgeräte oder Schallplattenspieler anzuschließen.

Nicht unüblich damals - der 5-polige DIN-Anschluss.

Nicht unüblich damals – der 5-polige DIN-Anschluss.

Der DIN-Stecker findet auch heutzutage noch sporadisch Verwendung, in erster Linie bei analogen Verstärkern und Plattenspielern. Da ich beides nicht besitze, suchte ich nach für mich praktikableren Lösungen. Ich fand einen Adapter von einem 3,5mm Klinkenstecker zum 5-poligen DIN-Stecker. Und das erweiterte prompt das Potential des ollen Prominent De Luxe 210 vom VEB Rechenelektronik Meiningen/Zella-Mehrlis.

Wozu das Ganze? Mit diesem Adapter ist es eine Leichtigkeit, externe Geräte aus der Neuzeit mit der Vergangenheit zusammenzubringen. Aktuell nutze ich mein Samsung Galaxy S8, über den Kopfhörerausgang ist es mit dem Radio verbunden. Ich verwende Spotify sowie eine Onlineradio-App für den Alltag. Funktioniert. So simpel. Am Radio befindet sich übrigens ein TA/TB-Schalter. Betätige ich diesen, wechselt er vom UKW-Radioempfang zum Gerät am Kabel.

Es genügte ein einfaches Kabel.

Es genügte ein einfaches Kabel.

Was könnt ihr mit alten Radios noch anstellen?

Solltet ihr ebenfalls über einen solchen DIN-Anschluss an eurem Radio verfügen, könnt ihr alternativ auch andere Optionen wählen. Mit besagtem Kabel ist eine Verbindung zu einer Sprachassistentin wie Alexa mittels eines Echo Dot auch gar kein Problem. Der Clou: Die Antiquität wird damit zu einer smarten Maschine, die sogar Heizungsthermostate oder eure Lampen steuert.

Echo Dot ist auch bei Euronics erhältlich. (Foto: Amazon)

Echo Dot ist auch bei Euronics erhältlich. (Foto: Amazon)

Durch einen Echo Dot ist sogar das schnurlose Verbinden mit einem Smartphone kein Hexenwerk mehr – mit einem Bluetooth-Device kann der smarte Mini-Speaker kommunizieren. Bedenkt hierbei: Über den 3,5mm Audioausgang wird der Dot ans Radio angeschlossen.

Mehr Flexibilität mit Bluetooth-Adapter

Wollt ihr mehrere Smartphones, Tablets oder Laptops über Bluetooth mit eurem Radio zusammenbringen, benötigt ihr einen speziellen Bluetooth-Audio-Adapter. Sinnvoll erscheint hier die Lösung von Logitech, die neben einem Aux-Port auch Cinch unterstützt. Gleiches gilt für den Harman/Kardon BTA 10 Bluetooth Adapter.

Solch ein Adapter ist auch hilfreich. (Foto: Logitech)

Solch ein Adapter ist auch hilfreich. (Foto: Logitech)

Sollte euer angestaubtes Radio nur Kopfhörer-Eingang oder Cinch-Anschlüsse besitzen, finden sich auch hier passende Kabel. Sinnvoll dürften zum Beispiel der Cinch zu 5-pol DIN-Stecker, das 3,5mm Klinkenkabel oder das Klinke/Cinch Adapterkabel sein.

Upcycling mit Radios

Ein vermeintlich ausgedientes Radio nicht gleich wegwerfen – ich halte diese Maßnahme für so etwas wie Upcycling. Denn das alte Ding bekommt neue Funktionen spendiert, die es vielseitiger als jemals zuvor machen. Ihr müsst euch nicht für einen Sprachassistenten entscheiden, es genügt zum Teil schon ein günstiges Kabel, um Smartphones oder Tablets anzuschließen und diese als Player einzusetzen.

Natürlich ist es großartig, sich ein neues Highend-Radio für die Küche oder einen Wireless-Speaker wie einen Sonos One zuzulegen. Häufig sind schon Alexa und Bluetooth integriert. Doch wenn euch etwas am Herzen liegt und das Gerät noch einwandfrei seinen Dienst verrichtet, wieso dann entsorgen? Notfalls erhaltet ihr ein altes, neues Radio fürs Schlafzimmer.

Bei einem (smarten) Radio im Badezimmer solltet ihr jedoch auch darauf achten, dass es gegen Spritzwasser geschützt ist und weit genug von der Badewanne entfernt steht.

Überall Nostalgie-Gadgets: Darum lieben wir Retro

Welche alten Radios habt ihr noch in Verwendung? Ich freue mich über Kommentare!

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11 Kommentare zu “So macht ihr eure alten Radios fit für Streaming und Sprachassistenten
  1. euer ernst?
    ihr schreibt auf nem Blog das man mit nem 3.5mm Stecker geräte an ein Radio anschließen kann?
    Das jemand so etwas schreiben muss ist wirklich schockierend

    • Öhm. Ich denke, sehr vielen Lesern ist nicht bewusst, was sie mit ihren uralten Radios anstellen können. Vor allem, weil es mit einem normalen 3,5mm-Stecker (was soll das heißen?) nicht getan ist, man benötigt schließlich ein spezielles Kabel. Und es geht hier auch sehr wohl darum aufzuzeigen, dass auch antiquierte Radios einen Zweck erfüllen können und man nicht gleich etwas Neues kaufen muss. Steht ja auch alles im Text.

      Wenn dich der Text nicht zufriedengestellt hat, ist das natürlich schade. Aber dein Anspruch ist nicht der Anspruch aller Leser hier. Und ich als Autor kann leider auch nicht alles Menschen gleichermaßen (mit einem Text!) abholen. Das funktioniert so nicht.

  2. Habe eine Stereoanlage mit Radio über Tuner. Nach der Umstellung – Analog auf Digital – Kein Ton ( Nur Ansage Vodafon ). Es soll die möglichkeit geben, das Radio weiter und auch digital zu nutzen. Ohne zusätzlichen Reciever

  3. Hallo Sven,

    Ich denke Dir ist da ein Denkfehler unterlaufen.

    Natürlich haben viele alte Radios einen TB/TA/Aux Anschluss mit Cinch, DIN oder Klinkeanschluss, allerdings hilft ein Kopfhörerausgang (Du schriebst Kopfhörereingang, was ein Widerspruch ist) da gar nichts, denn er ist dafür gedacht einen Kopfhörer anzuschließen und kann nur ein Signal ausgeben.

    Ein Kopfhörerausgang an der anzuschließenden Quelle ist natürlich meistens gut am externen Eingang eines solchen Gerätes nutzbar….

    Allerdings: Ich habe einige klassische Ghettoblaster. Bei europäischen Versionen (auch asiatischer Herkunft) ist bis Mitte der 80er eine DIN Buchse für Ein und Ausgang verbaut. Man kann diese in den meisten Fällen nur als Überspielbuchse verwenden, d.h. Sie funktioniert nur, wenn man das eingebaute Cassettenteil auf Aufnahme schaltet und bei vielen Geräten wird dann zwar aufgenommen, aber nichts über den internen Verstärker wieder gegeben, erst Wenn man die Cassette zurück spult und abspielt, hört man die Aufnahme.

    Ein anderes Beispiel: Der Kultklassiker JVC RC M70 hat in der europäischen Version eine DIN Buchse mit Ein und Ausgang für Überspielungen und dem Anschluss an einen externen Verstärker. Am Eingangswahlschalter befindet sich eine Position „DIN In“, trotzdem kommt da nur was raus, wenn man zusätzlich auf Aufnahme drückt.

    Das selbe Gerät in der japanischen und amerikanischen Version hat statt der DIN Buchse 2 Paare Cinch für In und Out. Wenn man am Eingangswahlschalter auf „Line In“ schaltet kann man den Anschluss als normalen Aux Eingang nutzen.

    Aber auch die Europäischen Geräte haben häufig zusätzlich zum DIN Anschluss noch einen Cinch Eingang für einen Plattenspieler (Phono). Vorsicht: Dieser Eingang ist stark verstärkt, da er für Plattenspieler mit Magnetsystemen gedacht ist, man kann dort nicht ohne Weiteres Hochpegelquellen wie CD Player oder Handy anschließen.

    Manche Radios haben an der Rückseite einen Schalter mit dem man den Phono Eingang auch für Kristallsysteme oder eben als Line In nutzen kann. Oft besteht hier aber nur die Möglichkeit eines vorverstärkten Phono Magnettonabnehmer Eingangs. Wenn man basteln kann und den Anschluss sowieso nie für Plattenspieler nutzen will kann man im Inneren des Gerätes den Phono Pre Amp Teil überbrücken.

    Wenn man nicht basteln will, ist ein Konverter nötig, der das Eingangssignal abschwächt und die RIAA Entzerrung angleicht.

    Das ist einfach nur eine kleine Box, in etwa so groß wie ein BT Empfänger, mit Cinch ein und Ausgängen, die gibt es für 18 Euro im Netz und sie braucht keine zusätzliche Stromversorgung.

    Anders ist das bei alten Röhrenradios, bis 1959 ist noch keine DIN Buchse vorhanden, da geht das noch mit Bananenbuchsen. Weil zu der Zeit noch Kristalltonabnehmer Standard waren ist es kein Problem daran ein modernes Gerät anzuschliessen. Mit meinem SABA Freiburg 3DS von 1955 höre ich über so einen Anschluss z.B. Hörspiele über ein modernes Cassettendeck aus den 90ern oder schließe auch mal einen BT Empfänger an um Musik über mein Handy zu hören.

    Die alten Geräte haben – wenn man sie sowieso schon hat oft mehrere Vorteile: Die UKW Empfänger der besseren Geräte sind neuen häufig überlegen. Der Klang ist meistens sehr gut (klar gegen High End Speaker kommen sie nicht an, aber die Realität sieht schon anders aus, die Meisten haben nicht so einen hohen Anspruch und tauschen ihr manchmal ehemals teures Küchen oder Kofferradio gegen ein billiges für 40 bis 60 Euro aus und da ist NICHTS besser, nur dass es evtl DAB+ empfängt).

    An der Arbeit habe ich ein ITT Touring 104 von 1973, in meinem Umfeld gibt es in der ganzen Halle kein einziges Gerät, dass sound und empfangstechnisch mithalten kann. DAB+ und BT ist mit einem Zusatzgerät und dem richtigen Adapter auch kein Thema. Um annähernd so einen Sound mit einem modernen Gerät zu erreichen muss man schon einen 3 stelligen Betrag hin legen.

    Das ITT habe ich bei ebay für 38 Euro gekauft, das ist absolut konkurrenzlos.

    Man muss halt auch einfach mal sehen, dass nicht jeder das Geld hat sich so einen Sonos Speaker zu kaufen, wobei ich den klanglich ganz schön aufdringlich finde – meiner Ansicht nach viel zu bassig.

    LG Tobi

    • Vielen Dank für den Kommentar und den Hinweis. Natürlich muss man schauen, ob das jeweilige Gerät (wie in meinem Fall ein altes DDR-Radio) überhaupt in der Lage ist, als „Ausgabegerät“ zu fungieren. Wenn es z.B. dafür vorgesehen war, dass ein Plattenspieler angeschlossen werden konnte, sollte das dann problemlos klappen. Komplizierter wird es natürlich bei den von dir geschilderten Fällen.

      Was den Kopfhörerausgang betrifft: Ich meinte doch den meines Smartphones? War das nicht ganz klar?

  4. Hallo Sven,
    alte DDR Radios können das wenn sie eine TB – TA Taste haben.
    TB = Tonband
    TA = Tonabnehmer (zb. Plattenspieler)
    MfG

  5. Immer weiter so in den Abgrund! UKW abschalten, super. Was ist denn dann im Katastrophenfall? Wenn Oma Trude den letzten Hype nicht mitgemacht hat und nur ihr altes Radio hat? Wer informiert sie denn dann? Wieviel Schrott produzieren wir denn bitte, der wieder unsere Umwelt belastet, wenn alle alten Empfänger unbrauchbar werden? Wieviele Millionen alte Geräte stehen noch in Garagen, Kellern, Gartenhäuschen, die über Nacht wertlos werden? Die alle nachzukaufen kostet Millionen und darauf ist die Industrie scharf. Während durch den Klimawandel Umweltkatastrophen wie Waldbrände, Überschwemmungen etc. zunehemen werden, bauen wir gleichzeitig unsere analoge Infrastruktur ab. Ein paar weitere Beispiele: Früher konnte man auch bei Stromausfall telefonieren, das analoge Telefonnetz hatte Notstromgeneratoren und konnte den Ausfall erst einmal überbrücken. Heute fällt das Internet und der Router einfach aus. Wenn dann alle gleichzeitig das Handy nutzen, sind die Netze überlastet und brechen ebenfalls zusammen. An den Autobahnen werden und wurden die Notrufsäulen abgebaut, hat ja heute jeder Handy. Dumm nur, wenn man im Notfall merkt, dass das Handy leer ist, oder mal wieder miserabler Empfang. Verbluten die Verletzten halt. Kostet einfach zu viel, die Unterhaltung einer Notrufsäule. Genauso sieht’s aus mit den Notrufsystemen für Pflegedienste von Senioren. Wenn die bei Stromausfall die Treppe runterfallen bleiben die einfach liegen, Internettelefonie sei dank! Weiter geht’s bei Menschen in Aufzügen, alle per VoIP an die Notrufzentrale angeschlossen. Totalausfall bei Stromausfall, nicht mal eine beruhigende Stimme, die einem Sicherheitsanweisungen geben kann kommt dann noch im Aufzug an. Das alles ließe sich beliebig fortsetzen.

    Kaum einem ist bewusst, dass die Industrie dafür sorgt, still und heimlich lebenswichtige und früher selbstverständliche Infrastruktur abzubauen. Wenn alles glatt läuft: super, aber wehe, wenn ,mal irgendwas schiefgeht, dann haben wir uns schön die rettende Kommunikationsinfrastruktur wegrationalisieren lassen. Für ein bisschen mehr Profite für Industrie und Investoren. Es lebe die Digitalisierung der hirnlosen Massen!

  6. An Jürgen Vielmeier: Gerne lasse ich meine Argumente zerpflücken. Aber dann tu es bitte und wirf mir keine Einseitigkeit vor. Ich habe überhaupt nichts gegen technologische Fortentwicklung. Nur: Er muss sie ökologisch sinnvoll sein und nicht hinter die Zuverlässigkeit der Vorgängertechnologie zurückfallen. Radioempfang ist seitdem ich Radio höre nicht ein einziges mal unmöglich für mich gewesen, mein Internetempfang, Fernsehen (IPTV) und ergo auch mein Telefon unzählige Male. Klar will niemand die Schattenseiten einer digitalen Revolution hören. Tatsache ist, die Digitalisierung wird von der Industrie durchgepeitscht, eine ethische oder rechtliche Diskussion fehlt, geschweige denn ein ausreichender internationaler Datenschutz (Google, Facebook etc.). Hier geht ja keine neutrale Expertenkommission voran und erwägt die nächsten Schritte und lässt sie dann gar demokratisch legitimieren. Die Industrie befiehlt, die inkompetente Politik stolpert hinterher. Das ging lange irgendwie „gut“. In Zeiten des Klimawandels ist das vorbei.

    • Könnte ich. Aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust und vor allem keine Zeit, deine Verschwörungstheorien zu kommentieren. Zumal die mit diesem Beitrag herzlich wenig zu tun haben. Hier geht es darum, wie man ein noch intaktes Radio weiter aufrüsten kann, damit es eben NICHT ausrangiert wird. Also das genaue Gegenteil von dem, was du in deinem ersten Kommentar bemängelt hast.

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