Router mit Modem: Darum kannst du meist darauf verzichten

Einige Router mit Modem für Glasfaser und Kabel sind bereits erhältlich. Aber brauchst Du einen solchen? Trotz Vorteile ist nicht immer eine Neuanschaffung nötig.

Router mit Modem: Darum kannst du meist darauf verzichten

Der nigelnagelneue Glasfaser- oder Kabel-Anschluss ist gelegt, jetzt stehst du vor der großen Frage: Brauche ich einen Router mit fest verbautem Modem? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es ratsam, den alten Router (ohne Modem) weiterhin zu verwenden.

Andererseits kann ein moderner Router mit integriertem Modem für deinen neuen Zugang zum Internet Energie sparen und dein WLAN „beflügeln“. So oder so: Dein Provider kann dir nicht verbieten, das von ihm bereitgestellte Modem nicht zu benutzen.

Was ist der Unterschied zwischen Modem und Router?

Vielleicht kennst du dies noch aus dem Anfangszeiten des Internets: Für einen Zugang brauchtest du ein Modem, das sich über das reguläre Telefonnetz mit nervigen Fieptönen bei deinem Internetprovider einwählte. Solche Modems gibt’s nach wie vor und sind unverändert nötig – heutzutage natürlich für zeitgemäße Internet-Anschlüsse über Glasfaser oder Kabel.

Damals wie heute bestehen solche Geräte aus einem Modulator und einem Demodulator. Das Modem übernimmt das Umwandeln der Daten, die ein- oder ausgehen. Die Signale, die der Netzbetreiber in deine Wohnung schickt, wandelt das Modem in die Informationen um, mit denen dein Rechner oder dein Smartphone etwas anfangen können.

Hier zu sehen rechts im Bild: Ein Glasfaser-Modem der Telekom. (Foto: Torsten Rudolph)
Hier zu sehen rechts im Bild: Ein Glasfaser-Modem der Telekom. (Foto: Torsten Rudolph)

Der Router ist ein Netzwerkgerät, das über das Modem die Verbindung zum Internet herstellt. Er wiederum baut über LAN oder WLAN Kontakt zu deinen in der Wohnung befindlichen Geräten wie Smart TVs, Smartphones, Tablets, PCs etc. auf, steuert das Smart Home und dient sogar als Netzwerkspeicher (NAS).

Auch wenn ein Modem in einem Router fest verbaut ist, sind es an sich zwei unterschiedliche Geräte mit ihren individuellen Eigenschaften und Funktionen. Bei der Installation eines Internet-Anschlusses bei dir zu Hause schließen Mitarbeiter:innen deines Providers ein solches Modem an, wenn du dich für Glasfaser entschieden hast. Andere Modems, vor allem für Internet über Kabel, erhältst Du direkt über deinen Anbieter. Der entscheidet, ob du einen Router mit integriertem Modem (mittlerweile üblich) oder zwei separate Geräte erhältst. Den Router erwirbst oder mietest du.

Seit einigen Jahren nichts Neues: Hier im Bild ein LTE-Router mit integriertem LTE-Modul. (Foto: TP-Link)
Seit einigen Jahren nichts Neues: Hier im Bild ein LTE-Router mit integriertem LTE-Modul. (Foto: TP-Link)

Router mit einem integrierten Modem für Glasfaser und Kabel, die die Router-Funktionalität mit der des Modems in einem Gehäuse vereinen, sind recht neu. Bereits längere Zeit erhältlich sind DSL-Router und Router für das LTE-Funknetz. Diese enthalten letztlich auch entsprechende Modems für DSL, LTE oder beides.

Brauche ich einen Router mit Modem?

Stellt dir ein Provider einen Internetzugang über Glasfaser zur Verfügung, beinhaltet das fast immer auch das Modem. Das bringen die Techniker:innen bei der Bereitstellung an, wenn sie hierzu in deine Wohnung müssen. Du brauchst nur noch ein Ethernet-Kabel vom Modem zum bestehenden Router verlegen – los kann’s mit dem Surfen im Netz gehen.

Hersteller wie AVM bieten für alle Fälle und Internet-Anschlüsse passende Router an. Hier im Bild ist die Fritzbox 6690 mit integriertem Kabel-Modem zu sehen. (Foto: AVM)
Hersteller wie AVM bieten für alle Fälle und Internet-Anschlüsse passende Router an. Hier im Bild ist die Fritzbox 6690 mit integriertem Kabel-Modem zu sehen. (Foto: AVM)

Praktisch: Einen Router mit integriertem Modem musst du dir in solchen Fällen nicht zulegen. Aber es gibt Gründe, wann es sinnvoll ist bzw. sogar erforderlich ist:

  • Der Provider hat kein Modem in deiner Wohnung montiert.
  • Es fehlt in der Wohnung das Modem und der Provider verlangt eine hohe Summe für den Ersatz.
  • Du wünschst dir nur ein Gerät, das die Funktionen eines Routers und eines Modems übernimmt.
  • Du planst ohnehin die Anschaffung eines neuen, leistungsstarken Routers für die nächsten Jahre.

Bei Internet über Kabel gab es in der Vergangenheit einzelne Modems, längst sind Provider dazu übergegangen, Router mit integriertem Kabel-Modem zur Verfügung zu stellen.

Welche Vorteile haben Router mit Modem?

Router mit Glasfaser- oder Kabelmodem, bieten einige Vorteile, die für den Kauf sprechen:

  • Spart Strom: Ein Router für alles ist fast immer energieeffizienter als mehrere Geräte für die gleichen Funktionen
  • Spart Geld: Ein selbst erworbener Router kostet dich einmalig Geld, es fallen keine weiteren und Provider-typischen Mietkosten an.
  • Support: Gute Hersteller bieten jahrelangen Support und Updates mit neuen Funktionen für ihre Router an.
  • Kontrolle: Du behältst die vollständige Kontrolle über alle deine Geräte.
  • Kein Durcheinander: Im besten Fall optimales Zusammenspiel zwischen Modem und Router, da beides von einem Hersteller stammt.
Laut AVM kannst du mit einem Router mit (Glasfaser-)Modem bis zu 40 Prozent Stromkosten sparen. (Foto: AVM)
Laut AVM kannst du mit einem Router mit (Glasfaser-)Modem bis zu 40 Prozent Stromkosten sparen. (Foto: AVM)

Und: Ein neuer Router mit Modem bietet meist noch viel mehr, beispielsweise moderne Features wie Wi-Fi 6, Aufbau eines Mesh-Netzwerks oder Steuerung des Smart Homes. Der Wechsel von einem fünf, sechs oder gar 10 Jahre alten Routers zu einem neuen entspricht durchaus einem Quantensprung.

Gibt es auch Nachteile von Routern mit Modem?

Entscheidest du dich für einen neuen Router mit einem Modem, solltest du mit einem rechnen: Der Aufwand der Installation ist hoch. Du musst ihn beispielsweise bei deinem Provider freischalten lassen, manuell Zugangsdaten für deinen Internet-Anschluss eingeben und dich mit technischen Aspekten wie dem richtigen Modul (Glasfaser) auseinandersetzen. Das kann Laien überfordern.

Ein weiterer Nachteil: Ein separates, defektes Modem kannst du schnell austauschen lassen. Ist das Modem in einem Router kaputt, steht eine komplette Neuanschaffung an.

Und da ist noch die eingangs erwähnte Nachhaltigkeit. Besitzt du einen Router ohne Modem, den du problemlos für deinen neuen Internetanschluss verwenden könntest, ist es wenig sinnvoll, sich trotzdem ein komplett neues Gerät zu kaufen. Ressourcenschonend wäre es, wenn du deinen alten Router noch so lange einsetzt, bis es nicht mehr sinnvoll ist (defekt, unsicher, fehlende Funktionen…)

Was bedeutet Recht auf freie Routerwahl?

Im Telekommunikationsgesetz (TKG) ist seit Ende 2016 klar festgeschrieben, dass dich ein Provider nicht mehr zu einem fest vorgegebenen Router zwingen darf. Das heißt: Du hast die freie Routerwahl. Doch nicht nur das. Mit der Dose in oder auf der Wand – dem passiven Netzwerkabschlusspunkt – endet die Einflussnahme des Internet-Anbieters. Das bedeutet: Du kannst nicht nur selbst deinen favorisierten Router aussuchen, sondern auch das für aktuelle Kabel- und Glasfaser-Anschlüsse nötige Modem.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt: Ein Provider muss alle nötigen Informationen, zum Beispiel Zugangsdaten oder Anleitungen, zur Verfügung stellen, die für das Anschließen ans Netz nötig sind. Das Recht auf freie Routerwahl gilt übrigens auch für Bestandskunden, die ihren Anschluss schon vor 2016 abgeschlossen haben.

Fazit: Router mit oder ohne Modem?

Siehst du dich als Einsteiger und möchtest möglichst schnell und unkompliziert flottes Internet haben, entscheide dich für die Angebote deines Providers. Der richtet das Modem ein, du musst nur noch den (ggf. gemieteten) Router anschließen und los geht’s (Glasfaser). Oder du bekommst gleich eine Komplettlösung, also Router mit integriertem Modem (Kabel). Das ist simpel und nimmt dir viel Aufwand sowie Stress ab.

Wenn du es einfach mächtest, kannst du auch das Modem zum Beispiel von der Telekom nutzen. An dieses schließt du einfach nur einen Router (ohne Modem) an. (Foto: Deutsche Telekom)
Wenn du es einfach mächtest, kannst du auch das Modem zum Beispiel von der Telekom nutzen. An dieses schließt du einfach nur einen Router (ohne Modem) an. (Foto: Deutsche Telekom)

Greife zu einem Router mit fest verbautem Modem, schrecken dich die technischen Hürden und die aufwändigere Einrichtung nicht ab. Denn du musst mit deinem Provider in Kontakt treten, um deinen neuen Router für den Anschluss zu registrieren. Auch musst du ggf. das bereits vorinstallierte Modem in deiner Wohnung entfernen. Und ja – auch die Konfiguration ist insgesamt etwas komplexer. Der Router mit Modem bietet dir als Entschädigung eine größtmögliche Freiheit. Mittel- bzw. langfristig betrachtet sparst du Kosten, da monatliche Mietpreise für Provider-Geräte wegfallen und Router mit Modem Strom sparen.

In Erwägung ziehen solltest du auch den Kauf eines Routers mit internem Modem, wenn dein bisheriger Router schon in die Jahre gekommen ist, keine heute üblichen Standards (Wi-Fi 6, USB-Ports, DECT für Festnetztelefone etc.) besitzt und du diese endlich nutzen möchtest.

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