Indirekte Beleuchtung am Rechner. (Foto: Sven Wernicke)

Hue Play Lightbar im Test: Noch mehr Atmosphäre für eure Wohnung

Ihr habt längst alle Deckenlampen mit smarten LEDs bestückt? Was nun? Mit der Hue Play Lightbar bringt ihr (nicht nur) stimmungsvolles Licht an beliebige Orte. Unser Test.

Signify, das Unternehmen hinter Philips Hue, baute im Laufe der Jahre ein wirklich beachtliches Portfolio auf. Zahllose Lampenlösungen für das eigene Smart-Home-System sind mittlerweile erhältlich – und an Ideen für weitere Produkte scheint es nicht zu mangeln. Ein aktueller Neuzugang nennt sich Hue Play. Das sind Lightbars, die ihr flexibel platzieren oder hinstellen könnt. Aber nicht nur das.

Wie gewohnt: Schöne Verpackung. (Foto: Sven Wernicke)

Wie gewohnt: Schöne Verpackung. (Foto: Sven Wernicke)

Wozu brauche ich die Hue Play Lightbars?

Gleich zu Beginn sei die Frage beantwortet, wozu ihr Hue Play gebrauchen könntet. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig, wenn es eure Wohnung hergibt. Die länglichen Kunststoff-Flächen besitzen jeweils ein zwei Meter langes Kabel, maximal drei dieser Lightbars könnt ihr an das mitgelieferte Netzteil stecken.

Frisch ausgepackt. (Foto: Sven Wernicke)

Frisch ausgepackt. (Foto: Sven Wernicke)

Der Hersteller empfiehlt beispielsweise, Hue Play auf der Rückseite eines Fernsehers oder Monitors zu befestigen. Entsprechende Halterungen mitsamt Klebefläche werden gleich mitgeliefert. Alternativ legt ihr sie auf den Boden oder nutzt sie als Mini-Standleuchte. Dafür nötige Plastikfüße findet ihr auch in der Packung.

Wenn ihr wollt, funktioniert Hue Play auch unter der Couch, hinter dem Schrank oder überall dort, wo eine Steckdose in der Nähe ist und indirekte Beleuchtung gewünscht wird. Die Kabellänge ist recht großzügig bemessen. Dadurch können sich beispielsweise zwei Play Lightbars im Optimalfall vier Meter voneinander entfernt befinden. Sowieso fühlt sich die Leuchte am wohlsten, wenn sie nicht allein ist. Ein Doppelpack bietet Signify nicht ohne Grund an.

Von Hue Play solltet ihr mindestens zwei Lampen besitzen. (Foto: Sven Wernicke)

Von Hue Play solltet ihr mindestens zwei Lampen besitzen. (Foto: Sven Wernicke)

Und eines sei noch erwähnt: Dank der aktuellen und farbigen LED-Generation von Hue ist die Hue Play auf Hue Entertainment ausgelegt. Dazu später mehr.

Hue Play ausgepackt. Stylisch!

Wie schon angedeutet befinden sich in der schicken Verpackung sämtliche Komponenten, die ihr für alle Eventualitäten benötigt. Das heißt: Halterung für Fernseher, Ständer, Schrauben zum Anbringen, doppelseitiges Klebeband, Netzteil und Adapter – alles ist da und wartet darauf, von euch verwendet zu werden.

Alles dabei. (Foto: Sven Wernicke)

Alles dabei. (Foto: Sven Wernicke)

Tipp: Bevor ihr euch entscheidet, die Hue Play Lightbars ähnlich wie bei Ambilight an der Rückseite eures TV-Geräts anzubringen, legt oder stellt sie besser erst einmal hinter den Fernseher. Denn das m3-Klebeband lässt sich dann doch nicht beliebig oft entfernen und wieder befestigen.

Die Hue Play Lightbars sind mit einem schwarzen oder weißen Gehäuse erhältlich. Ich entschied mich für die weißen Varianten, die einen edlen und stylischen Eindruck hinterlassen. Seltsam mutet es trotzdem an, dass die Kabelführung nach vorne gerichtet ist. So tragisch (und unlogisch) wie bei Hue Go ist das glücklicherweise nicht.

Typisch für Philips Hue: Plug & Play

Was auch typisch für alle Philips-Hue-Produkte ist, das ist die komfortable Einrichtung. Das Verbinden mit dem Stromnetz ist selbsterklärend, danach sucht ihr nach neuen Geräten in der Hue-App. Gefunden, fertig, einsatzbereit.

Komplizierter ist höchstens das mitgelieferte Zubehör. Die Clips und Ständer müssen etwas frickelig angebracht werden. Aber von Nörgelei kann nicht die Rede sein, jeder Schritt wird ja im Handbuch erklärt.

Ich entschied mich zu Beginn für Standvarianten der Hue Play Lightbars, um diese hinter meinen Monitor zu stellen.

Erstaunlich war der erste Einsatz. Denn die 6,6 Watt starken RGB-LEDs sind doch überaus hell (530 lm maximal). Gerade im standardmäßigen Kaltweiß-Zustand ist das offensichtlich. Aber wie von Hue gewohnt lässt sich das flott ändern, indem ihr das Licht dimmt oder eine andere Farbe beziehungsweise Szene wählt.

Wichtig zu wissen: Hue Play kommt erst zur Geltung, wenn ihr sie weg von euch dreht. Ihr betrachtet also stets die Rückseite, die LEDs sind zur Wand gerichtet. Dann wirkt die indirekte Beleuchtung der Lightbars so, wie sie sollte.

Es wird spannend: Hue Play mit Hue Sync

Hue Play ist auf das noch recht neue Feature Hue Sync ausgelegt, das bisher ausschließlich für Rechner mit Windows 10 und macOS verfügbar ist. Damit leuchten die Lightbars passend zu Musik, Filmen und Games – vergleichbar mit Ambilight. Hue Play sieht sich auf gewisse Weise ein Ambilight-Nachrüst-Kit, eben weil eine Montage an den Fernseher sogar explizit vorgeschlagen wird.

Hue Entertainment wird in der Hue-App konfiguriert. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Hue Entertainment wird in der Hue-App konfiguriert. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Aber: Hue Sync braucht einen stationären oder mobilen Rechner und die besagte Hue-Sync-Software. Zuvor richtet ihr die Entertainment-Bereiche in der Hue App ein und positioniert die Leuchten so, wie es für euch passt. Dann startet ihr die Anwendung am Computer und konfiguriert die Illumination nach euren Vorstellungen.

Eine einfache, aber gut gelöste Anwendung - Hue Entertainment unter Windows. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Eine einfache, aber gut gelöste Anwendung – Hue Entertainment unter Windows. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Und wie lief der allererste Test? Das Wow-Erlebnis ließ nicht lange auf sich warten. Denn die Synchronisation zwischen Audio beziehungsweise Video auf dem Rechner und Hue Play funktioniert prima. Schon als ich Spotify laufen ließ, sah das ganz hervorragend und stimmig aus. Ebenfalls überzeugen kann Hue Play bei Filmen (ich versuchte es mit einer Blu-ray und diversen Youtube-Videos) und bei Spielen. Die Sync-Software ermöglicht einige Anpassungen an eure Vorstellungen. Viel müsst ihr aber nicht tun.

Hue Play als Leuchte im Alltag

Freilich hört man im Alltag nicht nur Musik oder schaut Filme und zockt etwas. Was kann man mit Hue Play denn noch anstellen? Wie alle anderen Hue-Leuchten auch lassen sich die Lightbars normal in euer Smart Home integrieren. Das heißt: Ihr kontrolliert sie wie gewohnt über die Hue-App, diverse andere Apps für Philips Hue, steuert sie über Sprachassistenten wie Alexa und Google Assistant oder setzt auf Hue-Schalter wie Hue Tab (Shoplink) oder den Hue-Dimmschalter.

Gut zu wissen: Drei Hue Play könnt ihr an einem Netzteil anbringen. (Foto: Sven Wernicke)

Gut zu wissen: Drei Hue Play könnt ihr an einem Netzteil anbringen. (Foto: Sven Wernicke)

Alles in allem besitzt Hue Play vielleicht eine eigenwillige Form, fügt sich aber nahtlos in das Hue-Universum ein. Wichtig ist höchstens, dass ihr den richtigen Ort der Verwendung für euch findet. Für Gamer ist Hue Play tatsächlich eine feine Sache, denn Hue Sync holt jede Menge „Spielerei“ aus den Lampen heraus. Als ein vollwertiges Ambilight-Nachrüst-Set sehe ich die Lightbars nicht, denn ihr könnt beispielsweise eure Streamingplayer oder euren Fernseher nicht so einfach mit den Leuchten synchronisieren. Daran arbeitet Lightify hoffentlich aktuell.

Fazit: Echt schönes Gadget, wenn ihr eine Verwendung seht

Wo fühlt sich Hue Play denn am wohlsten? Ehrlich gesagt bin ich mir hier noch nicht ganz sicher. Gegenwärtig bereiten mir meine zwei Lightbars am PC für Musik, Spiel und Video besonders viel Freude. Doch zu Testzwecken nutzte ich sie als indirekte Beleuchtung im Wohnzimmer als Ergänzung für meine Decken- und Stehlampen mit Hue-Leuchtmitteln. Wenn der gesamte Raum in einem angenehmen Farbton erstrahlt, zeigt Hue Play schon eine erstaunliche „Power“. Die kräftigen, schönen Kolorierungen machen echt was her.

Die Hue-Play-Ständer. (Foto: Sven Wernicke)

Die Hue-Play-Ständer. (Foto: Sven Wernicke)

Die Hue Play Lightbars sind tolle LED-Leisten, wenn ihr für diese einen Nutzen in euren eigenen vier Wänden seht. Ob sie unter dem Bett im Schlafzimmer liegen, an den Gaming-Monitor geklebt werden, als Stehleuchten im Wohnzimmer fungieren – ihr habt die Qual der Wahl. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Lightbars sind äußerst flexibel.

Philips-Hue-Einschaltverhalten: Gebt den Lichtschaltern wieder einen Sinn

Das, was ich persönlich am meisten bedauere, ist eine Frage der Software. Hue Play wäre ein grandioser Ambilight-Ersatz, würde es die Software Hue Sync beispielsweise für aktuelle Streaming-Player wie den Fire TV oder gerne auch für Smart-TV-Geräte geben. Das Synchronisieren mit Netflix, Amazon Prime oder Videospielen von den Konsolen ist immer nur über einen PC möglich. Und das schränkt den Komfort leider  ein. Der Hersteller ist also gefragt, passende Apps zur Verfügung zu stellen. Mit den Hue Play Lightbars hat Signify jedenfalls schon eine gelungene Hardware parat, die ich euch empfehlen kann.

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