Übersicht: Welche Laptop-Typen gibt es überhaupt?

Ultrabooks, Netbooks, Convertibles – bei all den Begrifflichkeiten blickt kaum noch jemand durch. Wir erklären euch, welche Notebook-Varianten es gibt.

Erst einmal vorweg zur Entwirrung: Notebook und Laptop beschreiben ein- und dieselbe Computergattung. Die Rede ist von tragbaren Rechnern, die sozusagen auf dem Schoß platziert werden können. Display und Tastatur lassen sich in der Regel zusammenklappen, um den Transport zu vereinfachen. Und die Geräte dürft ihr unabhängig vom Standort verwenden.

Soweit alles klar. Allerdings existieren mittlerweile zahlreiche Abstufungen, die den Bereich Notebook bzw. Laptop sehr unübersichtlich machen. Es gibt große, kleine, leistungsstarke, sparsame. Und auch Tablets fallen zum Teil in diese Kategorie. Steht ihr kurz vor dem Erwerb eines mobilen Begleiters, kann eine Notebook-Kaufberatung sicherlich nicht schaden. Denn ihr solltet euch schon bewusst darüber sein, in welcher Kategorie ihr nach dem perfekten Computer für euch stöbern sollt.

Übersicht

Die Großen: Desktop Replacements & Gaminglaptops

Ich fasse die Desktop Replacements mit den Gaminglaptops zusammen, weil sie im Grunde ähnlich geartet sind: Sie möchten den stationären PC ersetzen, der sonst im Arbeitszimmer am Schreibtisch seinen Dienst verrichtet. Wozu? Einerseits vermitteln diese Geräte das Gefühl der Freiheit, Flexibilität und Unabhängigkeit, könnt ihr doch eure Arbeits- und Spielemaschine an jeden Ort der Welt mitnehmen.

Auf der anderen Seite sind diese Notebooks klobig, schwer und mit Akkus ausgestattet, die bei hoher Belastung (Videobearbeitung, Games, etc.) nie lange aushalten. Grund dafür sind die meist großen Bildschirme um 17 Zoll (und mehr), die eventuell noch vorhandenen optischen Laufwerke und die potenten Komponenten – allen voran Grafikkarte und Prozessor.

Gerade Gaminglaptops erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, was auch dem Bereich eSports geschuldet ist. Denn so könnten leidenschaftliche (Profi-)Gamer ihren Lieblingsrechner stets mit dabei haben.

Der Lenovo Legion Y920 ist ein spannender Gaminglaptop. Aber auch teuer. (Foto: Lenovo)

Der Lenovo Legion Y920 ist ein spannender Gaminglaptop. Aber auch teuer. (Foto: Lenovo)

Die Highend-Hardware hat meist ihren Preis. Ein Lenovo Legion Y920 (Shoplink) mit Intel Core i7-Prozessor, 17,3 Zoll Full-HD-Display, 16GB RAM und VR-tauglicher Grafikkarte kostet dann auch mal weit über 2500 Euro. Für ein Desktop Replacement, bei dem es auch 8GB RAM tun und eine nicht ganz so imposante Grafikkarte sein muss, werden aber auch 1500 Euro fällig. Passendes Beispiel wäre der Asus G752VS (Shoplink). Preislich nach oben sind kaum Grenzen gesetzt, wie der um die 4000 Euro „günstige“ MSI GT75VR Titan Pro (Shoplink) zeigt.

Ein Desktop Replacement besitzt Komponenten, die auch für die meisten Gamer interessant sind. Und anders herum. (Foto: Asus)

Ein Desktop Replacement besitzt Komponenten, die auch für die meisten Gamer interessant sind. Und anders herum. (Foto: Asus)

Da dies aber eine Notebook-Kaufberatung sein soll, hier ein paar grundlegende Empfehlungen: 17 Zoll Full-HD-Bildschirm, 8GB RAM, Intel Core i5 oder i7 (bzw. ein Äquivalent von AMD), eine kleinere SSD mit 128GB und eine große HDD mit 1TB sowie eine Grafikkarte wie die Nvidia GeForce GTX 1050 genügen als vollwertiges Desktop Replacement vollkommen. Performance-Einbußen werdet ihr kaum feststellen. Für Spieler wird mehr „Power“ benötigt, gerade Arbeitsspeicher und GPU treiben die Preise noch einmal hoch.

Fakt ist: Ein ähnlich gearteter Desktop-PC ist sehr viel günstiger, aber eben nicht flexibel.

Die Gestorbenen: Netbooks

Vor etlichen Jahren noch ein Thema, sind die Netbooks weitgehend ausgestorben. Damals waren sie vorrangig zum Surfen im Internet gedacht, hatten einen niedrigen Preis und eine verhältnismäßig lange Akkulaufzeit. Im Gegenzug wurde auf eine hohe Leistungsfähigkeit und eine attraktive Ausstattung verzichtet.

Erinnert ihr euch noch an den Eee PC von Asus? (Foto)

Asus bietet seit fast zehn Jahren keine solche Netbooks mehr an, die unter dem Begriff Eee PC recht bekannt waren. Abgelöst wurden die Netbooks unter anderem von Subnetbooks, Ultrabooks, Tablets und Convertibles. Ja, wir sind noch nicht am Ende unserer Notebook-Kaufempfehlung.

Die Kompakten: Die Subnotebooks, Chromebooks und Ultrabooks

Wenn die Displaygrößen zwischen 10 und 13,3 Zoll liegen, ist häufig von Subnotebooks die Rede. Die Ultrabooks fallen in diese Kategorie. Der Unterschied hier: Das ist ein von Intel geschützter Name, was bedeutet: Im Inneren werkeln garantiert Prozessoren des Konzerns.

Ansonsten verzichten Subnotebooks auf optische Laufwerke und sind vorwiegend für Job und Freizeit gedacht, weniger fürs Spielen neuester Games. Stärken sind ein niedriges Gewicht, lange Akkulaufzeiten und die Konzentration auf das Wesentliche. Ein Paradebeispiel ist gewiss das Apple MacBook Air, das 2018 zehn Jahre alt wurde. Im Windows-Sektor seien das Lenovo IdeaPad 320S (Shoplink) oder das Lenovo Thinkpad X1 Carbon exemplarisch genannt. Die technischen Angaben beider Computer könnt ihr als Anhaltspunkt nehmen, möchtet ihr euch ein solches Subnotebook zulegen.

Das Macbook Air ist ein Subnotebook. (Foto: Apple)

Das Macbook Air ist ein Subnotebook. (Foto: Apple)

Meiner Auffassung nach sind die Chromebooks, die auf Googles Cloud-basiertes Betriebssytem Chrome OS aufbauen, die (inoffiziellen) Nachfolger der Netbooks. Sehr niedrige Preise, Fokus auf Internet-Anbindung und einfache, aber völlig ausreichende Hardware sorgen nicht ohne Grund für Erfolge – wenn auch eher in den USA.

Die Traditionellen: Allrounder und Standard-Notebooks

Bei den ganzen Bezeichnungen könnte man sie fast vergessen – die ganz normalen Notebooks, manchmal auch „Multimedia-Notebooks“ genannt. Sie verfügen über Bildschirme oberhalb der 14 Zoll und unterhalb der 17 Zoll. Full-HD-Displays, 4 bis 8GB, ordentlich große SSDs und HDDs, häufiger optische Laufwerke, etliche Anschlüsse wie HDMI, USB 3.1 Type C und Speicherkartenleser sowie Webcams gehören zum Standard. Nein, zur Selbstverständlichkeit.

Nicht zu groß, nicht zu leistungsstark. Ein gutes Mittelmaß - der Allrounder. (Foto: Acer)

Nicht zu groß, nicht zu leistungsstark. Ein gutes Mittelmaß – der Allrounder. (Foto: Acer)

Die Allrounder sind für gelegentliche Spielchen geeignet, ihre Stärke spielen sie durch eine gute Balance aus Performance und Akkulaufzeit aus. Noch vor ein paar Jahren waren sie der beliebteste Typ in der Notebook-Kategorie, jetzt teilen sie sich den Markt mit den anderen Vertretern.

Wie fein heutige Standard-Laptops aussehen können, zeigt unter anderem der Acer Swift SF314 (Shoplink). Alles dabei für deutlich unter 1000 Euro – das ist in diesem Bereich typisch.

Die Biegsamen: Convertibles, Hybrid-PCs und 2-in-1-Systeme

Alles, was bei dieser Notebook Kaufempfehlung nicht in eine Kategorie passt, stecke ich einfach hier rein. Tatsächlich sind Convertibles und 2-in-1-Systeme sowie Hybriden in einem Bereich gleich: Sie lassen sich durch bestimmte Mechanismen in einen Laptop oder in ein Tablet verwandeln. Mal ist eine Tastatur fest angeschlossen, ein anderes Mal könnt ihr sie entfernen und so die Tablet-Einheit losgelöst vom Keyboard nutzen. Zum Beispiel gemütlich auf der Couch.

Das Surface Pro ist auch ein bekannter, aber leider recht teurer Vertreter aus dem Bereich 2-1-Hybrid. (Foto: Microsoft)

Das Surface Pro ist auch ein bekannter, aber leider recht teurer Vertreter aus dem Bereich 2-1-Hybrid. (Foto: Microsoft)

Häufig gibt’s bei Convertibles Modi, die auch das Betriebssystem betreffen. So schaltet sich Windows 10 bei Bedarf in eine Tablet-Ansicht oder in den gewohnten Arbeitsmodus. Ob ihr hierfür das Keyboard andocken, drehen oder nach vorne schieben müsst, das ist abhängig von der jeweiligen Konstruktion des Computers.

Bekannte Convertibles sind das Lenovo Yoga 720 (Shoplink), das Surface Pro (Shoplink) oder das Acer Switch 5 (Shoplink). Im besten Fall arbeitet ihr an solchen Systemen wie an einem ganz normalen Notebook oder Subnotebook. Das sind sie nämlich auch.

Die vollständigste Notebook-Kaufempfehlung der Welt?

Zum Abschluss noch ein paar Informationen. Die hier genannten Typen sind die im Jahr 2018 relevanten. Spezielle Notebook-Konzepte möchte ich aber nicht unerwähnt lassen: So gibt’s auch sogenannte Rugged Laptops, die besonders stabil ausfallen und sich vor allem für Outdoor-Einsätze eignen. Für den Massenmarkt kaum relevant sind die Ultra-Mobile-PCs, wobei zum Beispiel der GPD Win 2 zeigt, dass ein Interesse bei Konsumenten vorhanden ist. Tablets sind wiederum keine Notebooks, wenn sie nicht durch andockbare Tastaturen in solche verwandeln werden können.

Und was ist das? Ein GPD Win 2. (Foto: GPD)

Und was ist das? Ein GPD Win 2. (Foto: GPD)

Und ich vermute, dass es noch weitere Bezeichnungen gibt, die in diesem Beitrag keine Erwähnung fanden. Auch blende ich weitgehend verwendete Betriebssysteme aus und gehe bei technischen Angaben nicht zu sehr ins Detail. Denn wie eingangs erwähnt: Bevor ihr euch für ein Notebook entscheidet, müsst ihr euch erst einmal wissen, was ihr euch wünscht.

Ich hoffe, euch einen kleinen Überblick verschafft zu haben. Wenn nicht – schreibt gerne einen Kommentar unter diese Zeilen.

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6 Kommentare zu “Übersicht: Welche Laptop-Typen gibt es überhaupt?
  1. Äääh – „…Sie möchten den stationären PC ersetzen, der sonst im Arbeitszimmer auf dem Schreibtisch seinen Dienst verrichtet.“

    Auf dem Schreibtisch? AUF dem Schreibtisch? Da kann ich ja nicht an mich halten, Herr Autor. Wer um Himmels Willen kommt auf solch eine Idee? Unter dem Schreibtisch oder neben dem Schreibtisch gehören die hin, weil:

    – da ist in aller Regel immer ein Plätzchen zu finden – und ich weiß, wovon ich rede

    Man muß nur vorher überlegen und danach so platzieren, dass man a) beim Sitzen/Aufstehen nicht dagegen stößt und b) hinlangen könnte, um evtl. eine DVD einzulegen (aber wie oft mache ich das noch?) oder den Powerknopf zu erreichen.

    Bei mir sind AUF dem Schreibtisch Monitore, das müssen sie auch, weil man ja hingucken können muß. Notebook ist/wäre auch da, aber ein Desktop-PC? Neien und 3x neien!

    • Man darf halt nie von sich selbst auf andere schließen. Viele finden einen riesen Spaß daran Modding z betreiben, da steht der Rechner auf dem Tisch und sieht dabei noch schick aus.

  2. Nun ja – mir sind mehrere Monitore und ein designmäßig plus weiter angepaßtes Win wichtiger als Glasfenster, durch die man sehen kann, wie schön bunt die Kabel sind, grins.

    Ich habe bei meinen Desktop-PC (und werde auch beim nächsten) darauf geachtet, das dessen Gehäuse nicht zu viel Plastik enthält, stabil und dezent ist – sehen tue ich es ja doch.

    Wenn einer den nun unbedingt oben hinstellen will – bitte sehr, ich muß ja nicht davor sitzen. Meine Rechner könnte ich überhaupt nicht oben hin stellen, weil der Platz bis aufs letze mit Monitoren ausgereizt ist. Außerdem kann ich „von unten“ die Kabel unten/hinten verstecken – das sind bei mir nicht gerade wenige.

  3. Vielleicht sollte ich besser korrigieren in „Am Schreibtisch“. Denn oftmals steht er natürlich neben dem Tisch, aber eben mittlerweile auch häufig auf dem Tisch. Und sei es die Mini-PCs (ZBOX etc.), die mich persönlich außerordentlich reizen. Winzig klein, schick und trotzdem leistungsstark. Die stellt man eben doch auf den Schreibtisch….

  4. Mein 84-jähriger Vater hat seinen Mini-Tower auf dem Tisch stehen, damit er besser an den Schalter kommt sowie an die USB-Anschlüsse. Sein Arbeitsplatz wird aus zwei Tischen in L-Form gebildet. Der Rechner steht in der Ecke, so dass er auch nicht direkt davor sitzen könnte. Für seine Ansprüche finde ich das gut gelöst.

  5. Na, wenn das sachliche Gründe hat, ist die Sache anders. Und „…kommt besser hin…“ ist ein sachlicher Grund.

    Dazu ein ganz anderes Beispiel: meine Küche ist nicht sooo groß und ich „köchele“ alles mit der Mikrowelle (obwohl Ceran-Feld und Backofen in der -zeile sind). Und die muß ich irgendwo hin stellen, wo a) Platz ist und ich b) gut hinlangen kann.

    Also steht sie auf der Kühl/Gefrier-Kombi – die alte war 1,44 m hoch. Mitte 2016 war aber Ersatz fällig – die alte hat zwar noch funktioniert, war aber 18 (achtzehn) Jahre alt und brummte immer lauter. Da habe ich länger im I-Net gesucht und mir eine gekauft, die 1,50 m hoch ist und mehr Innenraum hat.

    Weil sie außerdem breiter/tiefer ist, mußte ich vorher ganz genau messen, ob sie da gut hin paßt – hat sie dann auch. Zu Anfang habe ich gedacht: „funktioniert sie überhaupt?“…weil sie so leise war, das ich den Motor nur höre, wenn ich ganz dicht dabei stehe.

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